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Interview von Virginie Stucki mit Theresa Witschi, Klägerin, Ergotherapeutin Psychiatrische Universitätsklinik (PUK) Zürich, vom 07.05.2024


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 9105-003
BestandF_9105 Mobilisierung des Gesundheitspersonals in Zürich für Lohngleichheit (1991-2003) [VIDEO]
Bestandesbeschrieb

Der Bestand enthält das Rohmaterial von vier Interviews, die im Rahmen des Projekts "Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter: das Beispiel der Mobilisierung des Gesundheitspersonals in Zürich für Lohngleichheit (1991-2003)" durchgeführt wurden. Das Projekt wurde vom Dicastère Recherche et Innovation der HES-SO im Rahmen der Projektausschreibung Gendered Innovation finanziert. Rechercheteam, Dreharbeiten und Schnitt: Virginie Stucki, Sarah Kiani, Fazia Benhadj, Véronique Hasler & Carola Togni. Ausschnitt aus dem offiziellem Projektbeschrieb: "Dieses Projekt befasst sich mit einer symbolträchtigen Mobilisierung für Lohngleichheit, die in den 1990er Jahren in Zürich von Krankenschwestern, Ergotherapeutinnen, Physiotherapeutinnen und Pflegelehrkräften, ihren Berufsverbänden und Gewerkschaften gemeinsam getragen wurde. Dabei wird dem Kontext und den Modalitäten Aufmerksamkeit geschenkt, mit denen diese Berufsleute kollektiv auftreten, für ihre Sache argumentieren und sich in Aktionen engagieren. Durch einen partizipativen Forschungsansatz, der audiovisuelle Methoden mobilisiert, soll dieses Projekt die Forschung, den Unterricht und die aktuellen politischen Überlegungen zu den Kämpfen für die Anerkennung der weiblichen Gesundheitsberufe unter Einbeziehung einer Geschlechterperspektive bereichern." - Die geschnittene Fassung ist unter dem Titel "Wir wollen Taten sehen" online: https://www.hetsl.ch/wir-wollen-taten

Der Bestand enthält das Rohmaterial von vier Interviews, die im Rahmen des Projekts "Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter: das Beispiel der Mobilisierung des Gesundheitspersonals in Zürich für Lohngleichheit (1991-2003)" durchgeführt… — mehr...

AbstractInterview mit der Ergotherapeutin Theresa Witschi aus dem Film «Wir wollen Taten sehen!», der im Rahmen des Projekts «Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter: das Beispiel der Mobilisierung des Gesundheitspersonals in Zürich für Lohngleichheit (1991-2003)» der Fachhochschule Westschweiz durchgeführt wurden. Thematisiert wird Witschis Zeit während der Lohnklage des Zürchers Gesundheitspersonal in der Arbeitsgruppe der Zürcher Sektion des EVS (ErgotherapeutInnenverband Schweiz), ihr Engagement für Gleichstellungsfragen, die Auswirkungen schweizweit, die Auswirkung der Lohnklage für sie selbst u. a.
Urheber
  1. Haute école de travail social et de la santé Lausanne (HETSL) HES-SO
  1. Stucki, Virginie
Copyright
Schlagwörter
  1. soziale Fragen
  2. Gesundheit
  3. Gesundheitspolitik
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Verwaltung und Entlöhnung des Personals
  4. Lohnpolitik
  5. Lohngleichheit
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
Periode
  1. Neuzeit
  2. 21. Jh.
  3. 2001-2050
  4. 2021-2030
  5. 2024
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
Detailinformation

00:00:00 Die Gründe für das Engagement in dieser Bewegung für eine Klage wegen Lohndiskriminierung: Verdiente nach der Zweitausbildung zur Ergotherapeutin weniger als zuvor, sollte aber durch Revision der Lohntabelle des Kantons Zürich revidiert werden. Dann Engagement in der Arbeitsgruppe der Zürcher Sektion des EVS (ErgotherapeutInnenverband Schweiz) sowie die anderen Partner, die umworben und nicht umworben wurden, um diese Revision auszuhandeln.

00:02:28 Besoldungsrevision fiel enttäuschend aus. Feststellung nach Nachforschungen, dass es zu einem Minusklassenentscheid bei den Frauen in derselben Berufsklasse gekommen war

00:03:29 Dasselbe Jahr wie der feministische Streik von 1991, worauf man sich dies nicht mehr gefallen lassen wollte

00:03:51 Zusammenschluss aus vielen kleineren Bewegungen und der AGGP und schliesslich der Entscheid zusammen als Gruppen Klagen einzureichen

00:05:31 Geht auf die Bedeutung der Solidarität zwischen Berufsgruppen für sie ein; erläutert, welche Schritte und Überlegungen jede Berufsgruppe selbst unternehmen musste in der Erarbeitung der Klagen, sowie was jede Person für sich selbst berechnen musste.

00:06:39 Sie erklärt die Vorgehensweise und wie sie die Vergleiche zwischen den Berufsgruppen organisiert haben.

00:07:02 Erneut Prägung durch Solidarität und gemeinsames Vorgehen der verschiedenen Berufssektionen. Erkenntnis, dass grössere Veränderungen nur gemeinsam möglich sind

00:07:31 Die Rolle der Koordinierungsgruppe (KOG) und die Funktionsweise zwischen AGGP, KOG, den Beschwerdeführern und ihren Berufsverbänden.

00:09:34 AGGP an sich nicht feministische Bewegung. Die Klage selbst war viel mehr dann aber ein frauenpolitisches Anliegen

00:10:28 «Es ist nicht einfach eine Lohnklage, es ist eine frauenpolitische Klage—es ist eine Gleichstellungsklage»

00:10:38 Unklar, ob es bei allen Klägerinnen so war, weshalb man dann die feministische Seite der Klage weniger betont hat (feministisch war damals auch eher noch ein Schimpfwort). Da man sich auf den Gleichstellungsartikel bezog, nannte man die Klage eine ‘Gleichstellungsklage’, was dann die zentrale Terminologie darstellte.

00:11:58 Ihre Beziehung zum Feminismus und zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Gross geworden, als es noch kein Frauenstimmrecht gab, was sie bereits als Mädchen ungerecht fand. Auch die verschiedenen Massstäbe zwischen Jungen und Mädchen bemerkte sie früh.

00:13:38 Die Auswirkungen dieser Mobilisierung auf ihr Leben: Viel gelernt; Wichtigkeit und Stärke von Solidarität; Hinterfragung eigener Vorurteile und gemachter Meinungen (Sie nennt als Beispiel ihre geänderte Meinung zum gemeinen Pfleger:innenberuf); Gleichwertigkeit von Berufen, trotz verschiedener Schwerpunkte; Wichtigkeit Dinge gemeinsam anzugehen und andere einzubeziehen; männliches Imponiergehabe und Einschüchterungsversuche zu erkennen und standhaft zu bleiben

00:18:20 Die Auswirkungen dieser Mobilisierung im Kontext von Zürich (Stadt und Kanton) und anderen Kantonen: grosse Resonanz, da es die erste grosse Klage im Namen des Gleichstellungsartikels war, was auch in anderen Kantonen zu Klagen führte

00:20:15 Einerseits erreichte Sie nach der Klage ein klareres politisches Bewusstsein, andererseits hatte sie erstmal genug von diesen vielen Jahren Arbeit. Punktuell blieb sie aber interessiert, setzte sich ein, stimmte ab, nahm an Demonstrationen teil usw. Erst im Alter engagierte Sie sich wieder aktiv, nun in der ‘Feministischen Fakultät Zürich’

00:23:18 Der Verlauf der Klage: Die delegitimierenden Äusserungen des Kantons, der die Klage als völlig unbegründet beurteilt, und dann die Umsetzung des Gerichtsurteils.

00:25:31 Was sie dazu bewogen hat, trotz der langen Dauer bis zum endgültigen Urteil nicht aufzugeben: Wichtig war, dass Sie nie allein war und auch die Unterstützung von Erica Kuster und den anderen Berufsgruppen

00:27:24 Ende

siehe auchhttps://www.hetsl.ch/wir-wollen-taten
ZitationsvorschlagVideo: Haute école de travail social et de la santé Lausanne (HETSL) HES-SO /Stucki, Virginie/F 9105-003
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