00:00:00 Start, Einstieg, Intro
00:00:25 Einstieg durch Pamela Guggenheim
00:00:49 Stephan Burkhart (HUK) darüber, ob (und wo) eine Öffnung der Kirche in Aussicht steht
00:01:57 Rolf Trechsel (Pink Cross) über die Mitgliederzahlen des Pink Cross und über die Vorurteile gegenüber queeren Personen
00:03:00 Christian Waber (EDU) über die «Proklamation» (er verwendet diverse Termini), die sich «für die intakten, gesunden Familien» der Schweiz einsetzt
00:04:05 Reinhard Möller (Pfarrer) darüber, wie er zur Homosexualität steht: dogmatisch-ethisch und seelsorgerisch
00:04:50 Möller über den Umgang von Familien mit homosexuellen Angehörigen und über die Definition von Werten in einer säkularisierten Gesellschaft
00:05:30 Burkhart über Bibelstellen, die sich gegen gleichgeschlechtlichen Beischlaf unter Männern richten und das Fehlen von Stellen, die sich gegen eine Beziehung an sich wenden
00:06:55 Möller über die Freundschaft zwischen David und Jonathan und über die Irrelevanz der absoluten Stellenanzahl, da Gottes Wort immer verbindlich sei; Bsp.: Paulus im Korintherbrief
00:07:54 Vorlesung eines Faxes von Basilea («Homosexuellenheilern»)
00:08:40 Trechsel über das Unverständnis, warum Basilea nicht in der Öffentlichkeit diskutieren wolle und über den Aspekt der Umpolung in der «Homosexuellenheilung»
00:09:54 Waber darüber, dass es verständlich sei, dass Basilea abgesagt habe, da Pink Cross militant auftrete und Homosexuelle ja immer noch von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt werden
00:10:33 Trechsel zum Vorwurf der Militanz
00:11:32 Waber darüber, dass man (oder zumindest er persönlich) sich nicht gegen Homosexuelle als Person, sondern gegen die Homosexualität an sich wende. «Man soll das also nicht persönlich nehmen»
00:12:11 Trechsel darüber, dass man es persönlich nehmen muss. Er listet Beispiele von Kastrierung, Vergasung in KZs, Lobotomie, Aggressionstherapien, Umpolung etc. «Man handle ja nur zum Besten der Betroffenen», «Tradition von Schwulenfeindlichkeit»
00:13:16 Burkhart über Todesdrohungen gegenüber homosexuellen Personen: Eigentlich hätte eine Repräsentantin der HUK anwesend sein sollen, aber diese hat Drohbriefe erhalten
00:13:49 Waber über die Herkunft der Angriffe, Christen würden keine Gewaltakte vollziehen, Teilnahme sei alles freiwillig
00:14:30 Burkhart dazu: Christen würden sich aber auch nicht gegen solche Akte stellen, wenn sie Homosexualität als unheilvoll etc. bezeichnen
00:14:50 Möller zur christlichen Terminologie der Sünde und inwiefern dies keine Umpolung etc. sei
00:15:39 Trechsel über die Zumutung, dass man Homosexuellen ihre Gefühle als Illusion abspreche: Die Kirche kreiere einen inneren Zwang durch das Absprechen der Homosexualität der Betroffenen; die Aussage von Möller und Waber: «es sei alles freiwillig», sei deswegen unverständlich, da die Haltung der Kirche gegenüber Homosexualität (die durch deren Umpolungs- und Therapieangebote bestätigt wird) gerade eben Zwang erzeuge, weswegen nichts mehr freiwillig wäre
00:16:55 Waber zum Gegenvorwurf der Militanz: Schwule hätten kein Recht, als kleine Minderheit die rechtliche Gleichstellung (militant) zu fordern
00:17:50 Trechsel: «Wir haben eine Bittschrift eingereicht – von wegen militant», es kratze nicht am Stellenwert der Ehe, wenn Homosexuelle die gleiche Rechtsstellung hätten; «Wir sind nicht gegen gesunde Familien»
00:18:58 Waber: «Die Basis vom Staat ist eine zeugungsfähige Familie… Wenn wir nur noch schwule Ehen hätten, dann wäre der Staat in drei Generationen ausgestorben!»
00:19:20 Möller: «Was nicht gleich ist, kann rechtlich auch nicht gleichbehandelt werden.»
00:19:58 Trechsel: Wo besteht der Unterschied zwischen einem kinderlosen Paar und einem gleichgeschlechtlichen Paar? Vorwurf: Familie und Ehe werden vermischt, «Ihr habt Angst, dass euer Weltbild irgendwie aus den Fugen gerät… und ihr überträgt diese Angst auf die Gesellschaft»
00:21:20 Möller zum Vorwurf der Angst
00:21:33 Trechsel und Möller fallen sich einander ins Wort
00:21:51 Guggenheim unterbricht: Man schreibe aber doch, dass Homosexualität nicht angeboren sei, sondern eine heilbare neurotische Entwicklungsstörung wäre
00:21:59 Möller listet Wissenschaftler auf, die seine Meinung unterstützen
00:22:46 Trechsel: Anscheinend sei er selbst bindungsunfähig, obwohl er seit acht Jahren mit demselben Mann in einer Beziehung sei; Rückkehr zum Thema Militanz: Homosexuelle würden Christen nicht als neurotisch und bindungsunfähig bezeichnen
00:23:15 Waber über die Militanz der Schwulendemos, des Pink Cross und der angestrebten Umpolung der Gesellschaft
00:24:10 Streit zwischen Trechsel und Waber über die Schöpfung von Mann und Frau, die Ehe zwischen diesen, über gleichgeschlechtliche Beziehung, homosexuelle Familien etc.
00:25:00 Waber schweift auf britische Lesben ab, die Kinder über Befruchtung haben; Für ein Kind sei das ein riesen Unterschied: «Ein Kind, das Vater und Mutter hat, hat den Beweis der Schöpfung vor sich»; alleine Scheidungskinder wären oft Therapiefällen; was würde passieren, wenn ein Kind zwei Väter hätte?
00:26:05 Trechsel: Was ist mit alleinerziehenden Eltern?
Waber: Das funktioniere nicht. Unsere Gesellschaft kommt an den Rand.
00:26:27 Möller schaltet sich ein und bringt ein Beispiel einer lesbischen Mutter mit drei Kindern aus Neuseeland, die zum Christentum kam und nun diese Ehe als Verführung sehe usw.
00:27:38 Trechsel verweist auf die Gegenbeispiele von ehemaligen Christen, die es als befreiend empfanden, als sie ihre Identität frei ausleben konnten
00:28:00 Trechsel: «Was habt ihr eigentlich für ein Problem mit der Homosexualität? Denn ihr habt das Problem…»
00:28:23 Waber: «Das Problem ist ein gesellschaftliches» (Trechsel stimmt ihm insofern zu); Werte, die schöpfungsgemäss gebunden seien, werden zu ändern versucht
00:29:22 Trechsel: Man habe aber eben nicht die freie Wahl
00:29:37 Guggenheim schaltet sich ein: Waber und Möller würden immer wieder nur mit der Kirche und der Bibel argumentieren. Burkhart hätte aber zuvor etabliert, dass sich auch die Kirche am Öffnen sei. Inwiefern können sich die Kirchen öffnen, aber Waber und Möller eine solch oppositionelle Position beibehalten?
00:29:51 Waber: Theologie sei geprägt von Theologen, die die Bibel nicht mehr als Gottes Wort interpretieren würden
00:30:00 Burkhart als Theologiestudent schaltet sich ein: Die Bibel ist kein vereinfachtes Handbuch: Homosexuelle bestreiten z. B. nicht, dass es Frauen und Männer gäbe, aber es sei falsch, aus dieser Tatsache/Schöpfung direkt eine ausschliessliche menschliche Zusammenkunft von Mann und Frau abzuleiten
00:31:20 Waber: Burkharts Aussage sei eine persönliche, wie die eines Pfarrers, aber die Bibel sei Gottes Wort und daran sei nichts auszurichten
00:31:36 Möller: Die Kirche müsse an den biblischen Schriften und Gottes Wort für die absoluten Normen und Werte festhalten, ansonsten würde sie sich selbst aufgeben
00:32:05 Burkhart: Die Bibel ist ein Produkt eines orientalischen Kulturraums, der Jahrtausende zurückreicht. Dies kann man nicht als absolutes Handbuch für die Moderne nehmen; Zum Aspekt ‘Homosexuelle als kleine Minderheit’: in der Soziologie sind 5% keine kleine Minderheit, sondern eine Minderheit; Hinweis, dass die von Möller zitierten Wissenschaftler sehr umstritten sind
00:33:18 Beginnt ein Argument über das Ausmass der Prozentzahlen
00:33:30 Trechsel unterbricht: Vorwurf, dass die Proklamation der EDU nicht christlich sei bzw. ihre Auslegung von Christlichkeit sich gegen Liebe wende
00:34:44 Waber: «Christliche Politik bzw. Menschen wollen eine gewisse Ordnung bewahren», die Gesetze sind so wie sie sind
00:35:41 Trechsel: Diese Regelungen schaffen aber Probleme. Ferner gäbe es auch viele internationale Beziehungen zwischen Heterosexuellen und diese würden nicht so benachteiligt werden; Auch: Wie kann eine 1.5%-Minderheit die Gesellschaft bedrohen?
00:36:53 Waber: «Der Staat kann nicht für jede Minderheit da sein, sondern muss für das Allgemeinwohl der Bevölkerung da sein.»
00:37:30 Waber kommt (erneut) auf das Argument der freiwilligen Wahl zur Homosexualität zurück: Die rätoromanische Minderheit sei geschützt, da sie so geboren werden — Burkhart und Trechsel fallen empört dazwischen, da Homosexuelle auch so geboren seien
00:38:00 Trechsel: «Das ist die ‘freie Wahl’: Ein Weg versperren sie uns und den anderen haben wir gefälligst einzugehen.»
00:38:10 Streit zwischen Trechsel und Waber darüber, inwiefern das Homosexuelle frei in ihrer Lebensweise wären
00:38:45 Möller: «Aus christlicher Sicht ist es nicht so, dass sie sagen könnten, dass ist von Natur aus so.»; es wäre angelerntes Verhalten; für den Staat wäre es untragbar, wenn die christliche Ethik nicht in ihrer Verfassung durch und durch auffindbar wäre
00:39:40 Waber: Die Mehrheit der Bevölkerung hätte die jetzigen Gesetze gewollt
Trechsel: Anscheinend hätte man aber Angst, dass die Mehrheit der Bevölkerung nun den Homosexuellen zustimmen könnte, ansonsten müsse man keine Petition gegen die Gleichberechtigung der Homosexuellen machen; Waber: Würde man keine Stellung nehmen, würde man sich Preis geben
00:40:25 Burkhart schaltet sich ein: Waber und Möller würden für alle bestimmen, was gesund und normal ist
00:40:35 Vorwurf von Möller an Burkhart: Als Theologe müsse er doch wissen, dass Gott zeitlose Normen ausgelegt hätte – man könne also nichts neudefinieren
00:40:56 Burkhart: Als Christ würde er sich auf das zentrale Gebots Jesu berufen und das wäre das Liebesgebot
00:41:16 Möller fragt Burkhart, was er glaube, was Jesus einem Homosexuellen sagen würde. Burkhart gibt keine Antwort, da er es nicht wissen könne. Guggenheim schaltet sich ein und gibt Burkhart recht, dass dies eine nicht-beantwortbare Frage wäre. Möller zitiert eine Bibelpassage und Burkhart entgegnet ihm, dass er die Worte Jesu prinzipiell einfach aus einem anderen Kontext gerissen habe
00:41:50 Guggenheim beendet die Diskussion abrupt, um Sendezeiten einzuhalten
00:42:15 Ende