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La durée du travail

SignaturF 9011-013
BestandF_9011 Schweizerischer Metall- und Uhrenarbeiterverband (SMUV) - Gewerkschaft Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen [VIDEO]
Bestandesbeschrieb

Auch: Fédération suisse des ouvriers sur métaux et horlogers (FOMH), Federazione svizzera degli operai metallurgici e degli orologiai (FOMO). — Ähnlich wie andere soziale Bewegungen entdeckten die Gewerkschaften Ende der 1970er Jahre das Medium Video als Möglichkeit, die eigenen Tätigkeiten zu dokumentieren. Die Aufnahmen der Gewerkschaften GTCP, GBH, GBI und SMUV sind aus verschiedenen Gründen bemerkenswert. Die Verbreitung von Consumerformaten wie U-Matic, VCR und VHS machte die Aufnahme von Videos finanziell erschwinglich und technisch auch für Laien schnell erlernbar. Im Unterschied aber zur Jugendbewegung etwa, die sich in kürzester Zeit die Möglichkeiten des Mediums aneignete, sich innovativ der verschiedensten Ausdrucksformen bediente und Agitations-, Kunst- und parodistische Videos drehte, beschränkte sich das gewerkschaftliche Videoschaffen in den Pionier- und Experimentierjahren auf rein Dokumentarisches: Aufnahmen existieren etwa vom Kongress der Gewerkschaft Textil Chemie Papier GTCP von 1978 in Luzern (Signatur: F 9013-025ff.), von einer Krisensitzung derselben Gewerkschaft 1977 (F 9013-019ff.) und von einer Jugendkonferenz der Gewerkschaft Bau und Holz (GBH von 1980, F 9013-031). Die Aufnahmen sind zwar laienhaft, mit Tonstörungen behaftet und manchmal kurios lückenhaft oder langatmig. Als Zeitdokumente sind sie trotzdem von Bedeutung. Gerade die Aufnahmen des GTCP-Kongresses von 1978 und der erwähnten Krisensitzung geben einen Eindruck über den Zustand einer Gewerkschaft in schwieriger Zeit: Zum einen sorgten die Absatzeinbrüche in der Textilindustrie der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre und spektakuläre Schliessungen wie die des Firestone-Werks in Pratteln 1977 zu einer Krisenstimmung. Zum andern entwickelten sich auch in der GTCP Spannungen zwischen einer eher konsensorientierten alten Garde und jungen Kräften, die die bestehenden Verhältnisse mit kämpferischer Einstellung zu verändern trachteten. Die Kongressaufnahmen sind ein konzentriertes Zeugnis dieser konjunkturell und ideologisch bestimmten Krisenstimmungen der GTPC. Als Bonus können wir auch miterleben, dass der als Festredner engagierte Bundesrat Willy Ritschard nicht nur Reden hielt, die von Wortwitz und träfen Sprüchen sprühten, sondern auch schlechtere Tage hatte... Im Verlauf der 1980er Jahre professionalisierte sich das gewerkschaftliche Videoschaffen. Mit der Herstellung von Bildungs- und Imagevideos nahm die Arbeiterbewegung eine Propagandamethode wieder auf, die zwischen 1930 und 1960 bereits zu einer ansehnlichen Reihe von Gewerkschaftsfilmen geführt hatte. Hervorzuheben sind aus dieser Zeit "Treu und Glauben – 50 Jahre Friedensabkommen in der Maschinen- und Metallindustrie" von 1988 (F 9011-002, dt. und frz. Fassung) oder „Sumoteam“ von 1995 (F 9011-007), der aus gewerkschaftlicher Perspektive eine partizipativere Form der Arbeitsgestaltung in einer Textilmaschinenfabrik schildert. Kämpferische Töne – wie sie zuletzt im Filmschaffen der Arbeiterbewegung der frühen 1930er-Jahre auftauchten – liessen lange auf sich warten. Die massiven weltwirtschaftlichen Umwälzungen und die neoliberale Offensive vieler Unternehmer in den 1990er-Jahren führten zu Betriebsschliessungen, Entlassungen und Verlagerungen der Produktion in Billiglohnländer. Die Gewerkschaften reagierten darauf zum Teil mit Kampfmassnahmen und unter anderem auch damit, mit Videoproduktion für eine grössere Öffentlichkeit und mehr Verständnis für ihre Anliegen zu sorgen. Schöne Beispiele dieser Strategie sind die Videos „Zyliss – Der Streik wird salonfähig“ von 2003 (Regie: Verena Endtner im Auftrag von SMUV und GBI, F 9011-014) oder „Les bras fonctionnent, c'est la tête qui va pas!“ von 2003, eine leidenschaftliche Dokumentation des Einsatzes von Giessereiarbeitern für ihre Arbeitsplätze bei den beiden jurassischen Von Roll-Werke in Choindez und Les Rondez (F 9011-016).

Ähnlich wie andere soziale Bewegungen entdeckten die Gewerkschaften Ende der 1970er Jahre das Medium Video als Möglichkeit, die eigenen Tätigkeiten zu dokumentieren. Die Aufnahmen der Gewerkschaften GTCP, GBH, GBI und SMUV sind aus verschiedenen… — mehr...

AbstractZum Anlass des Kongresses von 1996 produzierten die SMUV-Sektionen von La Chaux-de-Fonds, Le Locle, Neuchâtel und Vallée de Joux den Film "La durée du travail", der Argumente zur beschäftigungspolitischen Arbeitszeitverkürzung präsentiert. Zur GAV-Neuverhandlung 1998 in der Maschinenindustrie (vermutlich) fordert der SMUV eine Arbeitszeitverkürzung von 10% der normalen Wochen- oder Jahresarbeitszeit, die Pflichtkompensation von Überstunden durch Freizeit, wenn diese 2% der normalen Arbeitszeit überschreiten und eine Förderung der Teilzeitarbeit.
A l'occasion du congrès de 1996, les sections FTMH de la Chaux-de-Fonds, du Locle, de Neuchâtel et de la Vallée de Joux ont produit le film "La durée du travail", qui livre des arguments pour une réduction du temps de travail visant à lutter contre le chômage. En vue du renouvellement de la Convention collective de l'industrie des machines en 1998 (probablement), la FTMH revendique une réduction de 10% de l'horaire de travail hebdomadaire ou annuel, la compensation obligatoire en temps des heures supplémentaires dépassant 2% de l'horaire normal de travail et une politique de promotion du travail à temps partiel.
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Schlagwörter
  1. soziale Fragen
  2. Leben in der Gesellschaft (allgemein)
  3. Freizeit
  4. Ferien
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Arbeitsbedingungen und Arbeitsorganisation
  4. Arbeitsorganisation
  5. Arbeitszeit
  6. Arbeitszeitverkürzung
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Arbeitsbedingungen und Arbeitsorganisation
  4. Arbeitsorganisation
  5. Arbeitszeit
  6. Überstunde
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  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Arbeitsrecht und Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  4. Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  5. Gesamtarbeitsvertrag
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Arbeitsrecht und Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  4. Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  5. Sozialpartner
  6. Gewerkschaft
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Beschäftigung
  4. Beschäftigungspolitik
  5. Bekämpfung der Arbeitslosigkeit
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Beschäftigung
  4. Beschäftigungsstruktur
  5. Teilzeitarbeit
  1. Wirtschaft
  2. Industrie
  3. Maschinen- und Metallindustrie
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
  1. Europa
  2. Schweiz
  3. Baselstadt
  4. Basel, Stadt
  1. Europa
  2. Schweiz
  3. Bern, Kanton
  4. Bern, Stadt
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1991-2000
  5. 1996
Verleger
  1. Cine Qua Non (Réalisation vidéo)
weitere Beteiligte
  1. Memoriav (Projektmitfinanzierung)
  1. SMUV - Schweizerischer Metall- und Uhrenarbeiterverband
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
  3. VHS
Sprache
  1. französisch
Detailinformation

00:00:17 Filmbeginn

00:00:17 "Les sections FTMH de la Chaux-de-Fonds, du Locle, de Neuchâtel et de la Vallée de Joux présentent…la durée du travail [Filmtitel]", Musik, Aufnahmen (Schwarzweiss) von Arbeitern in einer Fabrik der Maschinenindustrie(?)

00:00:34 Aufnahme von zwei Arbeiterdemonstrationen (Schwarzweiss), Offstimme: "Les syndicats se sont toujours battu pour la réduction de la durée du travail. Cette lutte est fondamentale dans l'histoire syndicale. D'abord pour la survie et la dignité des travailleurs. Ensuite, entre 1945 et 1970, cette revendication devient l'un des moyens de faire participer les travailleurs aux incroyables résultats de la croissance." Humoristischer Zeichentrickfilm (Karikaturen): Arbeitnehmende bei einer Maschine mit einem Meister (?)

00:00:51 Humoristischer Zeichentrickfilm: ein Arbeiter beim Lesen einer steigenden Arbeitslosigkeitskurve: Steigende Arbeitsproduktivität und stagnierendes Wachstum bringen heute [1990er] Schwierigkeiten auf den Arbeitsmarkt (steigende Arbeitslosigkeit: zum ersten Mal in der Schweiz weniger als 3 Millionen Arbeitsplätze). Auf eine Wiederbelebung der Wirtschaft zu warten, ist unzureichend, während Arbeitszeitverkürzungen beschäftigungspolitisch wirksamer sind. Risiken dabei sind Lohneinbussen [ein Maschinenarbeiter wird mit einem Lohnbeutel dargestellt] und eine Intensivierung der Arbeit. Es existieren mehrere Lösungen zur Beschäftigungsfrage, die im Verlauf des Films präsentiert werden.

00:01:52 "Réduire la journée de travail" (Untertitel). Risiko bei der Tagesarbeitszeitverkürzung: das Arbeitspensum einer Schicht wird sich erhöhen, um die Maschinen trotzdem zu amortisieren.

00:02:04 "Réduire la semaine de travail" (Untertitel). Es ist die am meisten wirksame Lösung zur Beschäftigungspolitik. Problem: Forderung nach einem Lohnausgleich bei der Wochenarbeitszeitverkürzung sehr umstritten. Anderes Modell: Teilzeitarbeit [siehe auch: Arbeitszeitflexibilisierung]. Vorteil: Erlaubt den Frauen, Beruf und Familie zu vereinbaren. Problem: "Le temps partiel est dévalorisé par les hommes et socialement peu protégé, pourtant il donne lieu à d'avantage de productivité et de motivation." Teilzeitarbeit bringt geringere Sozialabsicherung und ist bei den Männern unbeliebt.

00:02:43 "Réduire le temps de travail annuel" (Untertitel). Jahresarbeitszeitverkürzung bringt Flexibilität (auch zur Anpassung an der Schwankungen der Produktion) mit arbeitsintensiven Zeitspannen parallel zu Ruhezeiten. Zeichentrickfilm zeigt Bauarbeiter bei der Basler Messe als Beispiel. Ferien sind auch eine Möglichkeit der Jahresarbeitszeitverkürzung. Zeichentrickfilm: Arbeiter am Flughafen Basel-Mulhouse. Freizeit in Form von verlängerten Wochenenden. Zeichentrickfilm: Arbeiter mit einem Velo auf dem Land. Weiterbildungsurlaube werden am meisten gefragt, sie "permettent une bonne adaptation aux changements sociaux, économiques et culturels." Zeichentrickfilm: Arbeitnehmer vor dem Computer. Wichtig ist auch der Abbau der Überstunden. Trotz ihrem unbestrittenen Einkommenseffekt ersetzen Überstunden Arbeitsstellen. 1995 [vermutlich] haben Beschäftigte 160 Millionen Überstunden in der Schweiz kumuliert, was 80'000 Vollzeitarbeitsstellen und ca. die Hälfte der Arbeitslosenzahl bedeutet.

00:03:49 "Réduire le travail sur la vie entière" (Untertitel). Möglichkeiten der Lebensarbeitszeitverkürzung: Die Ausbildungsdauer insgesamt zu erhöhen ist teuer, baut aber die Jugendarbeitslosigkeit ab. Zeichentrickfilm: ein Mann kommt aus der Schule. Flexible Pensionierung oder (siehe auch Frühverrentung, Frühpensionierung oder frz. "retraite à la carte") hat eine gute Wirkung, belastet aber die Kassen der AHV. Zeichentrickfilm: ein glücklicher Arbeiter beim Verlassen der Fabrik. Beurlaubungen (F: "congé sabatique", Sabbatjahr) sollten von den Arbeitgebern finanziert werden, ansonsten besteht die Gefahr, dass nur begünstigten Schichten es benutzen. Erziehungsurlaub (F: "congé parental") ist eine gute Idee und trägt zur Gleichstellung der Geschlechter bei. Zeichentrickfilm: Mann und Frau mit Baby.

00:04:21Drei Wege zur Durchsetzung dieser Ideen: Parlament, finanzielle Anreize (Arbeitbeschaffungsprojekte bekommen Zuschüsse der Arbeitslosenversicherung; Betriebe mit Arbeitszeitverkürzung werden mit einer Senkung ihrer Abgaben [?] gefördert) und Gesamtarbeitsverträge.

00:04:56 Hauptproblem besteht in der Finanzierung einer Arbeitszeitverkürzung. Woher sollte man das Geld nehmen? Lohnabbau bringt Senkung des Lebensstandards und Einbruch des Konsums; Staatsfinanzierung der Arbeitszeitverkürzung verstösst gegen Sparprogramme [Zeichentrickfilm zeigt einen Panzertresor mit dem Schild "Staat", der sich als leer erweist]; Finanzierung durch Steuer gleicht einer Finanzierung durch Lohneinbussen.

00:05:49 Lösung könnte eine neue Umverteilung der "Arbeitskosten" [F: "coûts du travail]. Möglichkeiten: Wertschöpfungsabgabe [F: "taxer les machines", Maschinensteuer]; Besteuerung der Wirtschaftssektoren, die keine Arbeitskraft benutzen (Zeichentrickfilm zeigt die Geschäfte bei der Börse); Besteuerung der Mehrarbeit innerhalb einer Woche oder eines Monats zum Beispiel durch die Anpassung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge.

00:06:20 Text: "Le syndicat FTMH constate que la mondialisation de l'économie et la diminution des emplois constituent une modification profonde et probablement durable des conditions de travail en Suisse." Offstimme bejaht die Arbeitszeitverkürzung als beschäftigungspolitisches Instrument: "La réduction du temps de travail est nécessaire pour résorber le chômage et répartir le temps de travail de manière plus équitable en tous!"

00:06:44 Text: "Le syndicat FTMH s'engage à présenter, comme unique revendication matérielle, une réduction de 10% de l'horaire de travail hebdomadaire ou annuel, sans réduction de salaire, lors des prochaines négociations collectives qui s'ouvrent dans l'ensemble des branches."

00:07:02 Text: "Le syndicat FTMH exige la compensatioon obligatoire en temps des heures supplémentaires dépassant 2% de l'horaire normal de travail." Zeichentrickfilm: Demonstrierende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

00:07:14 Text: "Le syndicat FTMH demande l'adoption d'une politique de promotion du travail à temps partiel pour les hommes comme pour les femmes et une adaptation du système de sécurité sociale pour faciliter le travail à temps partiel." Zeichentrickfilm: Demonstrierende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

00:07:35 Luftaufnahme einer gewerkschaftlichen Demonstration auf dem Bundesplatz in Bern

00:07:44 Abspann: "Congrès FTMH 1996, Réalisation vidéo Cine Qua Non"

00:08:02 Filmende

ArchivbezugSMUV Gewerkschaft Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen, Fédération suisse des ouvriers sur métaux et horlogers (FOMH), Federazione svizzera degli operai metallurgici e degli orologiai
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