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Archivband, Dokumentation der Interventionen und Stellungsnahmen vom 18.02.1989, Leopoldsberg Wien (Teil 1/4) (Inhalt z.T. deckungsgleich mit Sozarch_F_1063-102B)


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 1063-102A
BestandF_1063 Nachlass Christoph Lindenmaier (1953-2009) [TON]
Bestandesbeschrieb

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen, Unikate (respektive Originalaufnahmen) und kommerzielle vertriebene Musikaufnahmen, die im Rahmen von Solidaritätskampagnen des Comité européen pour la défense des réfugiés et immigrés (C.E.D.R.I), der Fédération européenne des radios libres (FERL) und der Anti-Apartheid Kampagne von Radio LoRa frei zur Verfügung gestellt wurden. 2022 schenkte die Witwe Kathi-Hahn-Lindenmaier den Nachlass von Christoph Lindenmaier dem Schweizerischen Sozialarchiv. Im gleichen Jahr lancierte Hannes Lämmler, langjähriger Freund und Zeitzeuge, ein Memoriavprojekt für die Erhaltung und Erschliessung der Audios mit dem offiziellen Titel "Christoph Lindenmaier, Radio Pirat aus Leidenschaft: Alternative Medienprojekte und internationale Solidarität, Demokratie und Medien im Übergang von analog zu digital". Lämmler sorgte für die Erschliessung der Aufnahmen. Das Nachlassprojekt begleiteten ausserdem Thomas und Brigitte Busch-Windhab, Klaus Hinkeldein und Helmut Peissl.

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen,… — mehr...

Abstract102 A) Aufzeichnung der FERL Aktion und Konferenz auf dem Leopoldsberg in Wien 18.02.1989 Archivband, Dokumentation der Interventionen und Stellungsnahmen Teil 1.
Urheber
  1. Radio LoRa, Zürich
Objektträger
  1. Tonaufnahme
  2. Magnetband
  3. Spule Halbspur
Detailinformation

00:00:01 Aufnahme setzt ein

00:00:09 Jingle: Das Roundtable-Gespräch der Europäischen Föderation Freier Radios FERL - Radio Frühling 103.5

00:00:41 Hintergrundmusik setzt ein

00:00:56 Begrüssung durch Christoph Lindenmaier - Pressekonferenz der FERL auf dem Leopoldsberg Wien

00:01:23 improvisierte Sendung, weil keine legale Übertragungsmöglichkeit zustande gekommen ist

00:02:15 Ablauf der Pressekonferenz

00:02:53 Vorstellungsrunde: Lindenmaier, Delegierter der FERL für die Schweiz und ad interim für Österreich, Radio LoRa in Zürich

00:03:13 Vorstellungsrunde: François Bouchardeau, FERL Frankreich, Radio Zinzine in Limans

00:04:07 Post und Polizei Wien intervenieren und fordern, die Übertragung abzubrechen

00:05:38 Hr. Katzbeisser von der Funküberwachung der Post möchten die Übertragungsanlage überprüfen

00:06:24 Strom und Übertragung unterbrochen

00:06:37 Protest im Saal gegen die Intervention, Diskussionen

00:08:08 Protest im Saal: Man hat versucht, eine legale Übertragungsmöglichkeit zu organisieren, das wurde von den Behörden verhindert

00:09:50 Gedicht von Walter von der Radio Weide: «Der Frühling ist nicht aufzuhalten / Die freie Meinung ebenso / Es fruchten keinerlei Gewalten / Gegen das freie Radio» (währenddessen geht der Streit weiter)

00:12:07 nach Stromunterbruch wird die Übertragung fortgesetzt

00:13:10 Jingle Radio Frühling 103.5

00:14:04 Gespräch mit Dietmar Schönherr über Informationsimperialismus, die Medien sind beeinflusst von der US-Informationspolitik

00:14:48 Schönherr ist vom Schweizer Fernsehen entlassen worden, weil er den US-Präsidenten Ronald Reagan wegen dessen Vorstellungen eines gewinnbaren Atomkriegs in Europa kritisiert hat

00:17:33 Schönherr hört und unterstützt das LoRa in Zürich

00:18:22 Schönherr: Unkommerzielle Radios sind wichtig, weil die hergebrachten Medien nicht zum Nachdenken, sondern bloss zum Konsum anregen

00:19:17 Schönherr unterstützt die Übertragung in Wien, auch wenn sie nicht bewilligt wurde

00:20:04 Jingle Radio Notwehr 103.5

00:20:29 Post und Polizei versuchen weiterhin, die Übertragung zu verhindern

00:20:52 mit den FERL-Organisatoren wurde ein Gespräch im Voraus aufgezeichnet, weil man mit Repression rechnete

00:21:12 «Sie schweigen tot, was ihnen unbequem ist, und was nicht totzuschweigen ist, wird ausradiert oder niedergeknüppelt»

00:21:38 «Die Skandale stinken zum Himmel. Der Wirtschaft geht es so gut wie nie zuvor, aber es tut mehr und mehr weh, in diesem Land arbeitslos, obdachlos oder Ausländer zu sein.»

00:23:05 Radio- und Fernsehmonopol in Österreich soll aufgelöst und an private rechte Medienkonzerne verkauft werden - dagegen freie demokratische, unkommerzielle Radios gründen

00:24:52 Lindenmaier über die FERL: etwa 600 Mitglieder in Westeuropa

00:25:48 Lindenmaier über das Treffen in Wien

00:26:57 Prominente unterstützen die freien Radios: Friedrich Dürrenmatt, Konstantin Wecker, Dietmar Schönherr

00:28:16 Lindenmaier: Der österreichische Journalismus ist einer der schlechtesten und korruptesten auf der ganzen Welt

00:29:31 FERL kommt nach Österreich, weil sie angefragt wurde von Leuten, die einer starken staatlichen Repression ausgesetzt sind

00:30:37 Lindenmaier über das Radio LoRa

00:31:02 freie Radios als Medien von sozialen Bewegungen

00:32:17 Dürrenmatt über Radios

00:33:37 Schönherr unterstützt die Übertragung in Wien

00:34:30 Wecker ist bereit, in Wien ein Solidaritätskonzert geben

00:35:30 Willi Christoph: Es gibt ein Bedürfnis, freie Radios zu betreiben - das Treffen geht weiter

00:37:00 weiterhin Streit mit der Funküberwachung

00:37:20 Wecker über das falsche Konzept «Vaterland»

00:38:34 die Medien schüren die Xenophobie, wenn es materiell bergab geht, dann werden Sündenböcke gesucht

00:39:46 gegen die Medienkonzentration in Österreich hilft die Gründung von Lokalradios

00:40:32 Wecker über den Zustand der privaten Lokalradios

00:43:15 Wecker hat selbst versucht, in München ein Lokalradio zu gründen, und ist dabei gescheitert

00:44:54 Wecker wird in den Medien kaum gespielt, was einer Art Berufsverbot gleichkommt, von dem auch andere kritische Künstler:innen betroffen sind

00:46:26 Wecker ist bereit, in Wien ein Solidaritätskonzert geben

00:46:48 Pierre Juiquin über die wichtige Rolle der Medien in der modernen Gesellschaft

00:48:39 Rolle der Radios für die ökologische alternative Linke in Frankreich

00:49:14 Interaktivität des Mediums Radio, Radiohörer:innen kommen zu Wort, dagegen sind die herkömmlichen Massenmedien Einbahnstrassen vom Sender zum Empfänger

00:50:27 Juiquin ist erstaunt über die repressive Mediensitiation in Österreich, weil damit das Recht auf freie Kommunikation unterbunden wird

00:51:20 Otto F. Walter über den europäischen Einigungsprozess: Es wird ein Europa der Konzerne und der Banken werden, eine «Festung Europa» gegenüber der Dritten Welt

00:53:42 es braucht eine Regulierung, welche unkommerzielle Radios schützt

00:54:47 unkommerzielle Radios sollten dialogische Medien sein, die sich auf die Bevölkerung einlassen

00:56:12 die kapitalistische Vorstellung, Konkurrenz würde zur Vielfalt der Meinungen führen, trifft nicht zu, die Erfahrung zeigt, dass die «kommerziellen Privatsender (...) dieselbe Scheisssuppe kochen»

00:57:51 Walter unterstützt die Veranstaltung in Wien

00:58:45 Sketch von Hans Dieter Hüsch über Medien

01:02:22 Hüsch wünscht sich weniger genormte und dafür interessantere Radiosendungen

01:04:36 Emil Carlebach über die Kapitalkonzentration in der westdeutschen Medienbranche

01:05:25 «Redakteure sind da nur Anhängsel des Aktienkapitals»

01:05:37 die Konzerne vertreten einen Herrn-im-Haus-Standpunkt und finanzieren faschistische Umtriebe, die von staatlichen Stellen toleriert werden

01:07:24 Carlebach über Franz Schönhuber und Die Republikaner

01:08:32 es gibt einen Zusammenhang zwischen der Konzentration im Medienbereich und dem Anwachsen neofaschistischer Tendenzen

01:09:14 freie Radios könnten als antifaschistische Medien wirken

01:10:00 Gespräch mit Mark Fisher, Abgeordneter der britischen Labour-Partei

01:11:00 Mark Fisher äussert sich kritisch über die Absicht der britischen Tory-Regierung, kommerziell ausgerichtete Lokalradios zuzulassen

01:12:52 Gespräch mit Glynn Ford, Präsident der Untersuchungskommission des Europarats über das Anwachsen des Faschismus und Rassismus in Westeuropa

01:13:17 es braucht mehr Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb und zwischen den Minderheiten, die freien Radios könnten hier eine wichtige Rolle spielen

01:15:39 die freien Radios können wichtig sein, um den Kampf für die Rechte von Arbeitsmigrant:innen zu organisieren

01:16:35 die Lokalradios in Britannien dienen nur kommerziellen Interessen, nicht der lokalen Bevölkerung

01:17:59 Botschaft von Lionel Morrison, ehemaliger Präsident der britischen National Union of Journalists NUJ: Freie Radios sind die Radios der Zukunft

01:19:01 es gibt keinen Konflikt zwischen staatlichen und freien Radios, sie ergänzen sich

01:22:30 Gespräch mit Martin Hirsch, ehem. Bundesverfassungsrichter in Westdeutschland

01:23:15 Hirsch darüber, ob es ein Recht auf freie Meinungsäusserung via Radio gibt

01:24:10 Aufnahme bricht ab

ZitationsvorschlagTonaufnahme: Radio LoRa, Zürich/F 1063-102A
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