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Verschiedene FERL Radios im deutschen Sprachbereich, Dezember 2004: Europa von unten Nr. 54, Monatssendung der Zeitung ARCHIPEL - Europäisches Bürger:innen Forum


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 1063-079
BestandF_1063 Nachlass Christoph Lindenmaier (1953-2009) [TON]
Bestandesbeschrieb

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen, Unikate (respektive Originalaufnahmen) und kommerzielle vertriebene Musikaufnahmen, die im Rahmen von Solidaritätskampagnen des Comité européen pour la défense des réfugiés et immigrés (C.E.D.R.I), der Fédération européenne des radios libres (FERL) und der Anti-Apartheid Kampagne von Radio LoRa frei zur Verfügung gestellt wurden. 2022 schenkte die Witwe Kathi-Hahn-Lindenmaier den Nachlass von Christoph Lindenmaier dem Schweizerischen Sozialarchiv. Im gleichen Jahr lancierte Hannes Lämmler, langjähriger Freund und Zeitzeuge, ein Memoriavprojekt für die Erhaltung und Erschliessung der Audios mit dem offiziellen Titel "Christoph Lindenmaier, Radio Pirat aus Leidenschaft: Alternative Medienprojekte und internationale Solidarität, Demokratie und Medien im Übergang von analog zu digital". Lämmler sorgte für die Erschliessung der Aufnahmen. Das Nachlassprojekt begleiteten ausserdem Thomas und Brigitte Busch-Windhab, Klaus Hinkeldein und Helmut Peissl.

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen,… — mehr...

Abstract079) Europa von unten, Nr. 54, Dezember 2004, Monatssendung der Zeitung ARCHIPEL-Europäisches Bürger:innen Forum. Selbstverwaltetes Migrant:innenzentrum in Rhetymnon, Kreta, Gespräch mit Athanasios Marvakis von der Universität Rhetymnon; Medien in der Ukraine, Julia Kutsova vom einzigen unabhängigen Fernsehsender Kanal 5 zur Mediensituation in der Ukraine; "Desi Radio" London, Vorstellung des Radios der Pandschabi Community in London; Medien in der multikulturellen Gesellschaft, Interview mit Brankica Petkovic vom Mirovni Institut Ljubljana.
Urheber
  1. Radio LoRa, Zürich
Objektträger
  1. Kompaktkassette
Detailinformation

00:00:00 Musik – Anmoderation

00:00:53 Themenvorstellung: Griechenland: Migrant:innenzentrum Rethymno; Ukraine: Mediensituation; Britannien: «Desi Radio» London; Slowenien: Medien in der multikulturellen Gesellschaft

00:02:41 Musik

00:02:56 Griechenland: Selbstverwaltetes Migrant:innenzentrum in Rethymno, Kreta. Gespräch mit Athanasios Marvakis von der Universität Rethymno. Unter dem Titel «Migration from the Southern East Borders» fand im Oktober 2004 auf Kreta ein internationales Symposium statt

00:05:05 Marvakis: Die Idee, ein Migrant:innenzentrum zu eröffnen, war vielen nicht einsichtig, doch es hat geklappt

00:06:09 Marvakis: In Kreta gibt es viele Migrant:innen, die Hälfte stammt aus Albanien, der Rest aus weiteren 25 Ländern. Sie arbeiten auf dem Bau, in der Landwirtschaft, im Gastgewerbe

00:07:41 Marvakis: Viele sind illegal. Es ist in Griechenland schwierig bis unmöglich, sich zu regularisieren, die Verfahren der Ämter sind sadistisch. Migrant:innen werden als eine Art soziale Geiseln gehalten

00:10:32 Marvakis: Es gibt faschistische Jugendgruppen, die Ärger machen. Die breite Bevölkerung vertritt gegenüber den Migrant:innen eine ambivalente Haltung. Einerseits sieht man in ihnen nützliche Arbeitskräfte, gleichzeitig dominiert eine nationalistische Haltung, man hat was gegen sie, sie sollen nicht bleiben

00:11:53 Marvakis: Im selbstverwalteten Migrant:innenzentrum werden Sprach-, Tanz-, Thaiboxkurse angeboten, es ist ein Treffpunkt für soziale Ereignisse, Informations- und politische Veranstaltungen

00:14:37 Das Zentrum versteht sich nicht als eine Hilfsorganisation, sondern als Raum, in dem Migrant:innen und Einheimische gleichgestellt sind

00:15:18 Marvakis: Schwierig ist, dass sich nur wenige verbindlich engagieren. Der organisatorische Kern ist sehr klein und überarbeitet

00:16:31 Marvakis: In Rethymno findet jedes Jahr ein antirassistisches Festival statt

00:17:52 Musik

00:20:20 Ukraine: Medien in der Ukraine. Gespräch mit Julia Kutsova vom TV-Sender «Kanal 5»

00:21:27 «Kanal 5» ist der einzige oppositionelle TV-Sender der Ukraine

00:22:08 Kutsova: «Kanal 5» wird von Nasha Ukrayina, der konservativen Koalition von Wiktor Juschtschenko, finanziert

00:23:01 Kutsova: Die Medienvielfalt in der Ukraine schwindet, Zeitungen schliessen aus finanziellen Gründen. Derzeit wird die Medienlandschaft von regierungsnahen Unternehmen monopolisiert

00:24:23 Kutsova: Viele Medien vertreten die Position der Regierung

00:25:21 Kutsova: Das Problem besteht darin, dass kritische Texte nicht veröffentlicht werden

00:26:40 Kutsova: Journalist:innen üben deswegen Selbstzensur

00:27:58 Kutsova: In Kleinstädten und Dörfern informieren Zeitungen und das Fernsehen, nicht das Internet

00:28:40 Musik

00:31:21 Britannien: «Desi Radio» London, das nichtkommerzielle Radio der Panjabi-Community seit 2002

00:31:59 Die indische und pakistanische Communities bilden in London die grösste Migrant:innengruppe, sind in den traditionellen Medien aber kaum vertreten

00:33:01 Desi Radio: Unsere Basis ist die gemeinsame Sprache. Religion, Kaste oder Nation spielen keine Rolle

00:33:48 Der Panjab, das Fünfstromland, steht auch heute noch für ein friedliches Zusammenleben von Hindus, Sikhs und Moslems. Der heute populäre Bhangra stammt aus dem Panjab

00:34:57 Desi Radio über die Programmgestaltung

00:37:20 Desi Radio: Die Panjabis stammen aus einer landwirtschaftlichen Gesellschaft, das heutige Britannien ist postindustriell – es gibt hier viele kulturelle Unterschiede

00:38:02 Desi Radio: Wir arbeiten bei der Produktion von Beiträgen mit anderen Community-Radios zusammen und tauschen Sendungen aus

00:38:42 Desi Radio: Laut einer Umfrage hören uns 85 % der Panjabis in Westlondon, das sind 145'000 Hörer:innen

00:39:52 Desi Radio: Alle britischen Community-Radios hoffen auf die Vergabe einer fünfjährigen Sendelizenz

00:40:54 Musik

00:42:33 Slowenien: Medien in der multikulturellen Gesellschaft. Gespräch mit Brankica Petkovic vom Mirovni inštitut in Ljubljana, das eine Studie über die Mediensituation in 18 osteuropäischen Ländern durchgeführt hat. Mitte November 2004 führte das Institut die Tagung «Mainstreaming. Empowering Minorities in the Media in Multicultural Societies» durch

00:43:51 Petkovic: Wir wollen Medienpraktiker:innen, Wissenschaftler:innen und NGOs aus Ost- und Westeuropa zusammenbringen

00:45:02 Petkovic: Es gilt auf europäischer Ebene, Minderheiten- und Bürger:innenmedien rechtlich und finanziell zu stärken

00:45:42 Viele multikulturelle Medienprojekte mussten in den letzten Jahren aus finanziellen oder politischen Gründen ihren Betrieb einstellen

00:46:25 Petkovic: Wir führten 2003–4 eine Studie in 18 Ländern durch, in der wir die Medienkonzentration und die Besitzverhältnisse in Osteuropa thematisieren

00:47:59 Petkovic: Die Studie untersuchte auch lokale Medienkonzentrationen, die nicht auf ausländische Unternehmen zurückzuführen sind

00:50:07 Petkovic: Westliche Medienunternehmen dringen aggressiv in die osteuropäischen Medienmärkte ein, mit einschneidenden Folgen für die lokale Wirtschaft

00:53:04 Musik

00:54:27 Abmoderation

00:56:58 Aufnahme endet

ZitationsvorschlagTonaufnahme: Radio LoRa, Zürich/F 1063-079
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