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Verschiedene FERL Radios im deutschen Sprachbereich, September 2003: Europa von unten Nr. 41, Monatssendung der Zeitung ARCHIPEL - Europäisches Bürger:innen Forum


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 1063-078
BestandF_1063 Nachlass Christoph Lindenmaier (1953-2009) [TON]
Bestandesbeschrieb

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen, Unikate (respektive Originalaufnahmen) und kommerzielle vertriebene Musikaufnahmen, die im Rahmen von Solidaritätskampagnen des Comité européen pour la défense des réfugiés et immigrés (C.E.D.R.I), der Fédération européenne des radios libres (FERL) und der Anti-Apartheid Kampagne von Radio LoRa frei zur Verfügung gestellt wurden. 2022 schenkte die Witwe Kathi-Hahn-Lindenmaier den Nachlass von Christoph Lindenmaier dem Schweizerischen Sozialarchiv. Im gleichen Jahr lancierte Hannes Lämmler, langjähriger Freund und Zeitzeuge, ein Memoriavprojekt für die Erhaltung und Erschliessung der Audios mit dem offiziellen Titel "Christoph Lindenmaier, Radio Pirat aus Leidenschaft: Alternative Medienprojekte und internationale Solidarität, Demokratie und Medien im Übergang von analog zu digital". Lämmler sorgte für die Erschliessung der Aufnahmen. Das Nachlassprojekt begleiteten ausserdem Thomas und Brigitte Busch-Windhab, Klaus Hinkeldein und Helmut Peissl.

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen,… — mehr...

Abstract078) Europa von unten Nr. 41, September 2003, Monatssendung der Zeitung ARCHIPEL - Europäisches Bürger:innen Forum. Frankreich: Bericht vom Sommerforum der Confédération Paysanne (Kleinbauerngewerkschaft); Rumänien: Kanadisches Unternehmen plant Europas grössten Goldabbau und vertreibt schon jetzt illegal lokale Bevölkerung; Deutschland: Treffen internationaler Gärtner:innen in Mecklenburg Vorpommern, Hörbilder vom Hof Ulenkrug.
Urheber
  1. Radio LoRa, Zürich
Objektträger
  1. Kompaktkassette
Detailinformation

00:00:00 Musik – Anmoderation: Europa von unten

00:00:59 Themenvorstellung: Frankreich: Sommerforum Confédération paysanne, Rumänien: Goldabbau, Deutschland: Gärtner:innentreffen in Mecklenburg-Vorpommern

00:02:24 Musik

00:02:50 Frankreich: Bericht vom Sommerforum der Kleinbäuer:innengewerkschaft Confederation paysanne am 8.-10.8.2003 im Larzac, wo sich vor 30 Jahren Bäuer:innen erfolgreich gegen die Ausweitung eines Truppenübungsplatzes gewehrt hatten. Mit Aktionen wie dem Abbruch einer McDonald's-Filiale oder der Zerstörung von Feldern mit gentechnisch verändertem Mais hat es die Confédération paysanne geschafft, das öffentliche Interesse auf die Gefahren in der Lebensmittelversorgung zu lenken

00:04:16 Radio Zinzine: Neben der Confédération paysanne nahmen auch Greenpeace, die Grünen, anarchistische Gruppen und Vertreter:innen aller möglichen sozialen Bewegungen am Sommerforum teil. Es war ein Treffen der kämpferischen Opposition in Frankreich

00:05:55 Radio Zinzine: Die teilnehmenden Gruppen eint das Ziel einer solidarischen, ökologischen Welt, es gibt allerdings beträchtliche inhaltliche Unterschiede

00:07:00 Radio Zinzine: Die Confédération paysanne hat bei den letzten Wahlen der Landwirtschaftskammer 25 % erzielt, sie ist aber viel mehr als eine blosse Interessensvertretung und hat sich internationalen Kampagnen von Kleinbäuer:innen angeschlossen

00:08:41 Der Sprecher der Confédération paysanne, José Bové, wurde wegen der Zerstörung eines Versuchsfeldes zu zehn Monaten Haft verurteilt, René Riesel konnte die Haft- in eine Geldstrafe umwandeln

00:09:19 Radio Zinzine: Es werden weiterhin Felder mit gentechnisch veränderten Pflanzen zerstört

00:10:30 Demagogie, soziale Härte und Ungerechtigkeit sind die häufigsten Vorwürfe an die amtierende französische Regierung

00:11:39 Radio Zinzine: Jugendliche aus den sozial benachteiligten Vorstädten haben sich den globalisierungskritischen Protesten angeschlossen, sie thematisieren das Problem der grassierenden Polizeigewalt

00:13:31 Musik

00:15:30 Rumänien: Kanadisches Unternehmen plant Europas grössten Goldabbau und vertreibt die lokale Bevölkerung

00:16:52 In Roșia Montană (Goldbach) im Apuseni-Gebirge erhielt die kanadische Gabriel Resources die Abbaurechte für 4200 ha Land

00:17:46 Es sollen vier Tagebaue entstehen. Das Gold möchte man in einem Verarbeitungswerk durch Cyanid auswaschen und der giftige Abfall in einem riesigen Rückhaltebecken (einem künstlichen See mit 250 Mio. m3) lagern

00:18:53 In Rumänien kam es vor drei Jahren zu einer Katastrophe, bei dem nach einem Dammbruch 100'000 Tonnen Cyanid-Brühe in einen Fluss abflossen

00:20:17 Die Abbaugesellschaft möchte rund 1000 Familien umsiedeln, 350 Familien wehren sich

00:23:18 Vor einem Jahr begannen die Umsiedlungen, die ohne Umwelt- oder Sozialfolgenplan sowie ohne öffentliche Anhörungen ablaufen, wie es nach rumänischem und EU-Recht vorgeschrieben wäre

00:24:51 Die Abbaugesellschaft kauft die Seen um Roșia Montană auf, welche die Wasserversorgung des Viehs sicherstellen

00:26:27 Teile der rumänischen Regierung stellen sich mittlerweile gegen das Bergbauprojekt

00:28:01 Eine breite Kampagne versucht, das Bergbauprojekt zu verhindern

00:31:03 Musik

00:34:01 Deutschland: Treffen der internationalen Gärtner:innen in Mecklenburg-Vorpommern im Juli 2003

00:35:06 O-Töne vom Longo Maï-Hof Ulenkrug in Stubbendorf

00:36:24 Wie es zur Idee der internationalen Gärten in Göttingen kam – ein Projekt von Frauen aus Iran, Irak, Afghanistan, Äthiopien, Bosnien und Deutschland

00:38:12 Die internationalen Gärtner:innen bebauen kleine Parzellen von 1 bis 20 m2. Die gemeinsame Gartenarbeit soll nicht nur der Ernte, sondern ebenso dem Dialog und der Annäherung dienen

00:39:44 Auch Deutsche beteiligen sich

00:41:28 «Komm in meinen Garten und Du weisst, wer ich bin, woher ich komme.» 57 Familien aus 19 Nationen bebauen seit 1996 die internationalen Gärten in Göttingen, das Saatgut stammt von Verwandten aus Bosnien, Iran, Irak usw.

00:42:26 Die Gärten sollen Migrant:innen beim Aufbau sozialer Netze helfen

00:43:06 Am Anfang war das Heimweh und die Isolation ein grosses Problem

00:44:27 Migrant:innen sollten sich äussern können, sie sollten aktiv werden

00:45:36 Am Anfang ging es um Gartenarbeit, später sind Alphabetisierungs- und Sprachkurse hinzugekommen

00:48:28 Die Nachbarschaft wird informiert und miteinbezogen

00:49:46 Nicht überall sind die Erfahrungen positiv. Oft wird Asylbewerber:innen die Ausgangserlaubnis willkürlich verweigert oder begrenzt

00:50:36 Der Integrationsgarten in Potsdam konnte einen verlassenen Schulgarten übernehmen

00:52:07 Für den Integrationsgarten mit 17 Familien besteht eine auf fünf Jahre befristete Vereinbarung, weitere 45 Familien konnten auf dem ehemaligen Bundesgarten Schaugelände Pachtverträge abschliessen

00:55:37 Musik

00:56:42 Abmoderation

00:59:06 Aufnahme endet

ZitationsvorschlagTonaufnahme: Radio LoRa, Zürich/F 1063-078
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