00:00:01 Aufnahme setzt ein – (in engl. Sprache) Begrüssung durch Tariq Ali, Thema: «The Clash of Fundamentalisms»
00:00:22 Ali erklärt, wieso er nach der politischen Militanz der 1960/70er-Jahre in den Kulturbereich wechselte, Filme produzierte und Romane schrieb. Ein Grund dafür war auch der zweite Golfkrieg 1990/91 gegen den Irak
00:02:26 Wieso hat es im Islam keine Reformation gegeben? Um diese Frage zu beantworten, reiste Ali nach Andalusien
00:04:49 Ali schrieb den historischen Roman «Shadows of the Pomegranate Tree» (1992) über die letzten Tage von Al-Andalus. In Spanien hatte der Roman eine gewisse Wirkung
00:07:37 Die islamische und jüdische Kultur von Al-Andalus wurde durch die Reconquista vernichtet, es kam zu einer «ethnischen Säuberung»
00:09:33 Der erste moderne europäische Roman, «Don Quijote» von Miguel de Cervantes, thematisierte indirekt diese Vernichtung
00:12:21 Wäre es nicht zu dieser «ethnischen Säuberung» gekommen, dann hätte es im Islam vielleicht eine Reformation gegeben, denn die Voraussetzungen dafür waren gegeben
00:15:19 Alis Roman «The Book of Saladin» (1998) thematisiert die Verheerungen durch die Kreuzzüge
00:17:41 Im Osmanischen Reich hätte es erneut die Gelegenheit für eine Reform des Islam gegeben, wie Ali in seinem Roman «The Stone Woman» (2000) nachzeichnet
00:20:33 Warum entstand der moderne islamische Fundamentalismus? Die USA haben ihn in der Ära des Kalten Kriegs geschaffen, um die SU und ihre Verbündete, um Linke und Säkulare zu bekämpfen, welche die US-Hegemonie in Frage stellten
00:21:27 Die Staatsreligion des US-Verbündeten Saudi-Arabien ist eine besonders reaktionäre Variante des Islam, der Wahhabismus – der mit Petro-Dollars finanzierte und von der CIA unterstützte Wahhabismus wurde gezielt in der arabischen Region verbreitet
00:24:06 Die USA finanzierten islamistische Organisationen in Indonesien und Pakistan
00:24:34 Im Irak unterstützte der CIA den Aufstieg von Saddam Hussein, weil er ihnen versprach, die Gewerkschaften und die Linke zu zerstören und einen Krieg gegen Iran zu führen (was er dann auch tat)
00:25:11 Im Iran kamen die Mullahs an die Macht, weil die säkularen Kräfte vom Westen zerstört wurden
00:25:54 Der Irak wurde von Britannien und den USA gegen den Iran militärisch aufgerüstet
00:26:30 Die Situation hat sich verändert: Die USA haben den Kalten Krieg gewonnen und möchten ihre Hegemonie mit allen Mittel aufrechterhalten
00:27:08 Die Gruppe um Osama bin Laden wurde von den USA geschaffen, um die SU in Afghanistan zu bekämpfen
00:28:42 Politische und kulturelle Debatten sind bestimmt von imperialistischen Allianzen – als letzte verbliebene imperiale Grossmacht vergleichen sich die USA mittlerweile mit dem antiken Rom
00:33:01 Auf CNN wird darüber diskutiert, welche Ölgesellschaften die Förderrechte im Irak erhalten werden
00:34:06 Die Frage nach dem Öl ist entscheidend. Jedes arabische Regime, das die Ölförderung nationalisierte, wurde weggeputscht. Die modernen arabischen Staaten wurden von den Ölgesellschaften geschaffen. Öl ist der Grund, wieso der Irak erobert werden soll
00:36:32 Die USA haben im Interesse von Unternehmen im 19. und 20. Jh. ständig ihr missliebige Regierungen in Lateinamerika weggeputscht
00:39:07 Zwei Tage nach dem 11.9.2001 begannen die USA mit der Planung des Einmarschs in den Irak, obwohl der Irak damit nichts zu tun hatte
00:40:52 Die USA sind für den Einmarsch auf die Hilfe von Britannien angewiesen. George W. Bush braucht Tony Blair
00:42:43 In der BRD wandte sich Gerhard Schröder während seines Wahlkampfs gegen einen Einmarsch in den Irak
00:44:40 Die USA wollen den Irak einnehmen, egal, was die UN dazu sagt. Sie sind im Jugoslawienkrieg von 1998/99 ähnlich vorgegangen
00:47:03 Wie man mit dem islamistischen Terrorismus umgehen soll: Nicht neue Kriege führen, sondern politische Lösungen finden für die Probleme im Nahen Osten
00:49:33 Die einzige Atommacht im Nahen Osten ist Israel, das in seiner Existenz durch die Forderung eines palästinensischen Staates nicht bedroht ist
00:50:55 Die derzeitige US-Politik führt zu einer Stärkung des islamistischen Terrorismus
00:51:51 Es gibt in den USA eine antiimperialistische Opposition. Der Vorwurf des «Anti-Amerikanismus» möchte Kritik an der US-Aussenpolitik mundtot machen
00:53:57 Ende des Vortrags – Applaus
00:54:02 Aufnahme bricht ab