Datenbank Bild + Ton

mehr Suchoptionen…Hilfe

Radio LoRa, ca. 13.05.1984: Fleisch: Bei uns und in der Dritten Welt


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 1063-073A
BestandF_1063 Nachlass Christoph Lindenmaier (1953-2009) [TON]
Bestandesbeschrieb

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen, Unikate (respektive Originalaufnahmen) und kommerzielle vertriebene Musikaufnahmen, die im Rahmen von Solidaritätskampagnen des Comité européen pour la défense des réfugiés et immigrés (C.E.D.R.I), der Fédération européenne des radios libres (FERL) und der Anti-Apartheid Kampagne von Radio LoRa frei zur Verfügung gestellt wurden. 2022 schenkte die Witwe Kathi-Hahn-Lindenmaier den Nachlass von Christoph Lindenmaier dem Schweizerischen Sozialarchiv. Im gleichen Jahr lancierte Hannes Lämmler, langjähriger Freund und Zeitzeuge, ein Memoriavprojekt für die Erhaltung und Erschliessung der Audios mit dem offiziellen Titel "Christoph Lindenmaier, Radio Pirat aus Leidenschaft: Alternative Medienprojekte und internationale Solidarität, Demokratie und Medien im Übergang von analog zu digital". Lämmler sorgte für die Erschliessung der Aufnahmen. Das Nachlassprojekt begleiteten ausserdem Thomas und Brigitte Busch-Windhab, Klaus Hinkeldein und Helmut Peissl.

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen,… — mehr...

Abstract073 A) Fleisch: Bei uns und in der Dritten Welt. Am Beispiel von Fleisch und Futtermitteln werden Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Handel und Ernährung in Drittweltländern und in der Schweiz aufgezeigt (nach einem Text von der Erklärung von Bern).
Urheber
  1. Radio LoRa, Zürich
Objektträger
  1. Kompaktkassette
Detailinformation

00:00:10 Aufnahme setzt ein

00:00:22 Musik

00:00:52 Anmoderation – Export von Zucker aus der Dominikanischen Republik: 1975 1 Pfund Zucker für 1 Gallone Benzin, 1985 20 Pfund Zucker für 1 Gallone Benzin. Fleisch: Bei uns und in der Dritten Welt. Am Beispiel von Fleisch und Futtermitteln werden Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Handel und Ernährung in Drittweltländern und in der Schweiz aufgezeigt. Nach einem Text von der Erklärung von Bern

00:02:32 Musik

00:03:10 Immer mehr Bäuer:innen haben immer weniger zu essen. Szene: Plünderung eines Supermarkts in Mexico-City, steigende Preise bei tiefen Löhnen. Szene: Im Norden Brasiliens stürmen Bäuer:innen ein Lagerhaus. Die Welt steht auf dem Kopf. Die Bäuer:innen, die eigentlich die Menschen in der Stadt mit Nahrungsmitteln versorgen sollten, gehören heute selber zu den Ärmsten der Armen

00:05:15 Musik

00:05:54 Trotz Hungers in der Dritten Welt blüht das Geschäft mit dem Export hochwertiger Nahrungsmittel wie Fleisch, insb. in Südamerika

00:06:47 Musik

00:07:11 Die US-Fleischprovinz Honduras

00:08:08 Billiges Rindfleisch aus Zentralamerika landet in Konserven und Hamburgern

00:08:37 Musik

00:09:28 Brasilien hat seine Fleischexporte seit Ende der 1970er-Jahre massiv gesteigert, während der inländische Fleischkonsum stetig abnimmt

00:11:00 Musik

00:11:37 Friedrich Brügger, Chef des VW-Viehbetriebs Fazenda Cristalino. Sein Betrieb brennt pro Jahr 6000 ha Urwald ab. In Brasilien werden pro Jahr um die 100'000 km2 Urwald gerodet. Die Hälfte der durch Brandrodung erschlossenen Gebiete dient der Rinderzucht

00:14:20 Musik

00:14:50 Die Expansion der Viehzucht fusst auf Gewalt, Pistoleros der Grossgrundbesitzer vertreiben Kleinbäuer:innen. Die extensive Viehwirtschaft führt zu Arbeitslosigkeit und Landflucht, die Arbeitsbedingungen auf den Viehbetrieben sind erbärmlich

00:16:18 Zu den sozialen kommen die ökologischen Folgen der Viehwirtschaft

00:17:55 Musik

00:18:48 Um bei einem Rind 1 g tierisches Protein herzustellen, braucht es 7 g pflanzliche Proteine. Für die 90 kg Fleisch, die ein:e Schweizer:in im Durchschnitt pro Jahr isst, braucht es mind. 700 kg Kraftfuttermittel. Mit der Verfütterung von Getreide und Hülsenfrüchten wird das Vieh zum Konkurrenten des Menschen – gerade dort, wo es zu wenig Nahrung gibt

00:19:47 Global betrachtet ist Fleisch essen ein Luxus der Reichen. Mehr als 1/3 der weltweiten Ernte an Getreide und Hülsenfrüchten wird an das Vieh verfüttert, davon 3/4 in den Industrieländern, deren Fleischproduktion sich seit 1950 mehr als verdoppelt hat

00:20:51 Musik

00:25:36 Brasilien exportierte 1983 über 10 Mio. Tonnen Soja. Inzwischen fehlt den Armen das Grundnahrungsmittel, die schwarzen Bohnen, deren Produktion zugunsten des Sojas stark reduziert wurde

00:26:42 Maniok (Cassava) wird als Tapioka zu Viehfutter verarbeitet und ersetzt in der intensiven Tiermast zunehmend teureres Getreide

00:27:31 Musik

00:28:19 In Drittweltländern haben Tierfabriken Aufschwung, insb. in Lateinamerika

00:29:49 Musik

00:31:08 Proteine werden exportiert und Getreide importiert. Mexiko exportierte 1965 bis 1969 10 % seiner Getreideernte, heute deckt das Land 20 % seines Getreidebedarfs durch Importe. Ähnlich die Situation in Brasilien

00:33:49 Musik

00:35:37 Im Austausch mit den Industriestaaten haben die Drittweltländer die kürzeren Spiesse. Im Vergleich zu den importierten Nahrungsmitteln werden die exportierten viel zu billig gehandelt

00:37:57 Musik

00:40:12 Multinationale Nahrungsmittelkonzerne versuchen durch Werbung, traditionelle Mahlzeiten durch minderwertigen Fastfood zu ersetzen

00:41:19 Musik

00:42:22 Der internationale Handel mit Nahrungsmittel wird von multinationalen Konzernen kontrolliert. Spekulative Termingeschäfte an der Börse bestimmen die Preise

00:45:57 Aufnahme setzt aus

ZitationsvorschlagTonaufnahme: Radio LoRa, Zürich/F 1063-073A
Hinweise auf unvollständige oder fehlerhafte Objekt- und Bildinformationen nehmen wir gerne entgegen. Senden Sie uns mit folgendem Link via E-Mail ihre