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Archiv Lindenmaier, Aufnahme vom 01.11.1997, vierter Teil: Gespräch mit Andreas Buro zu zivilgesellschaftlichen Publikationen, Internationalismus und Subsistenz


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 1063-059B
BestandF_1063 Nachlass Christoph Lindenmaier (1953-2009) [TON]
Bestandesbeschrieb

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen, Unikate (respektive Originalaufnahmen) und kommerzielle vertriebene Musikaufnahmen, die im Rahmen von Solidaritätskampagnen des Comité européen pour la défense des réfugiés et immigrés (C.E.D.R.I), der Fédération européenne des radios libres (FERL) und der Anti-Apartheid Kampagne von Radio LoRa frei zur Verfügung gestellt wurden. 2022 schenkte die Witwe Kathi-Hahn-Lindenmaier den Nachlass von Christoph Lindenmaier dem Schweizerischen Sozialarchiv. Im gleichen Jahr lancierte Hannes Lämmler, langjähriger Freund und Zeitzeuge, ein Memoriavprojekt für die Erhaltung und Erschliessung der Audios mit dem offiziellen Titel "Christoph Lindenmaier, Radio Pirat aus Leidenschaft: Alternative Medienprojekte und internationale Solidarität, Demokratie und Medien im Übergang von analog zu digital". Lämmler sorgte für die Erschliessung der Aufnahmen. Das Nachlassprojekt begleiteten ausserdem Thomas und Brigitte Busch-Windhab, Klaus Hinkeldein und Helmut Peissl.

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen,… — mehr...

Abstract059 B) Andreas Buro im Gespräch mit Aktivist:innen von Longo Maï und von Radio Frei Erfurt, u.a. mit Elke Furet, Isabelle Stettler, Hannes Reiser, Christian L., Hannes Lämmler. Das Grundrechtekomitee hat thematische A6-Broschüren in grosser Auflage vertrieben. Buro ergänzt hier Überlegungen zur Subsistenzwirtschaft (siehe dritter Teil), zur internationalistischen Arbeit, einen kritischen Blick auf Publikationen u.a. auch von Longo Maï (Almanach, Nachrichten aus Longo Maï, L'ire des chênaies von Radio Zinzine und Archipel vom Europäischen Bürger:innen Forum).
Urheber
  1. Radio LoRa, Zürich
Objektträger
  1. Kompaktkassette
Detailinformation

00:00:00 Aufnahme setzt ein – FSM: Es braucht eine Umverteilungsdiskussion

00:01:01 FSM: Umverteilung ist immer noch sozialdemokratisch besetzt, es braucht eine neue Diskussion: Umverteilung im Rahmen einer neuen solidarischen Ökonomie

00:02:01 Andreas Buro (AB): Wie sollen die aus der Produktion Ausgeschlossenen eine Umverteilung einfordern?

00:03:19 Aufnahme wird unterbrochen

00:03:20 Aufnahme setzt wieder ein – AB: Protest gegen die Notstandsgesetze ab 1968. Plakat im Namen einer fiktiven amtlichen «Bevorratungsstelle für Notstandssärge» mit der Aufforderung, einen Sarg auszuwählen. In Frankfurt am Main wurden die Sargmodelle öffentlich ausgestellt

00:04:55 FSM: In Erfurt gab es eine Aktion, bei der eine gefälschte Lokalzeitung zu Kaffee und Kuchen im Haus des Oberbürgermeisters einlud

00:06:22 AB: In der Ostermarschzeit wurde eine «Bald»-Zeitung gedruckt (eine Anspielung auf die reaktionäre «Bild»-Zeitung)

00:08:14 Aufnahme wird unterbrochen

00:08:16 Aufnahme setzt wieder ein – AB: Hinweise zum Kabarettisten Peter Grohmann

00:10:32 FSF (in frz. Sprache): Ist das Komitee für Grundrechte und Demokratie an internationalen Kontakten interessiert?

00:10:55 AB: Das Komitee beschränkt seine Arbeit auf Deutschland. Im Rahmen des Kriegs in Ex-Jugoslawien wurde eine internationale Tätigkeit aufgenommen, ebenso bei Kurdistan, weil es in Deutschland grosse Migrant:innengruppen aus diesen Ländern gibt. Aber eigentlich macht das Komitee keine internationale Arbeit

00:12:24 AB hat die International Confederation for Disarmament and Peace ICDP mitbegründet und sitzt im Vorstand der Helsinki Citizens' Assembly

00:13:44 FSF (in frz. Sprache): Es gibt in Europa grosse kulturelle Differenzen und wenig Austausch, die internationale Arbeit ist daher notwendig

00:14:14 AB äussert sich kritisch gegenüber dem Argument der Notwendigkeit – man ist nicht immer in der Lage, alles zu leisten

00:14:38 FSM: Vor Longo Maï gab es die Hydra, die Lehrlingsgruppen in Österreich, in der Schweiz, in Deutschland und ein wenig in Frankreich. Unsere Haltung war: Die Grenzen haben nicht wir geschaffen, wieso sollen wir uns auf unsere nationale Herkunft beschränken. Oft ist oppositionelle Politik national beschränkt, dabei sollte sie grenzüberschreitend sein

00:17:57 AB: Die Frage bleibt: Wie weit bist Du überhaupt in der Lage, eine solche Arbeit zu leisten?

00:18:56 AB erzählt von seiner internationalen Arbeit

00:19:58 FSF: Die eigene politische Arbeit kann davon profitieren, wenn international dazu Interventionen gemacht werden – Politiker:innen reagieren sensibel darauf, wenn sie aus dem Ausland ein Schreiben erhalten

00:21:36 AB: Bei der Kurdistan-Solidarität besteht eine Strategie darin, das Thema auf ganz Europa auszuweiten. Eine Basiszusammenarbeit über Grenzen hinweg aufzubauen ist hingegen schwierig

00:23:09 Aufnahme wird unterbrochen

00:23:10 Aufnahme setzt wieder ein: im Folgenden eine Diskussion über die Notwendigkeiten von Publikationen

00:23:50 FSF: Hinweise zum «Freibrief» in Erfurt

00:24:22 AB über die Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit

00:24:40 FSM über den Erfurter «Freibrief» und Hinweise auf den von Longo Maï während einiger Jahre publizierten Almanachs, in dem das Leben in und die politische Ausrichtung der Kooperative abgebildet werden soll, von konkreten Anbaufragen bis zum Bürgergeld

00:28:58 FSM: Hinweise zum monatlich erscheinenden «Archipel» und den vierteljährlichen «Nachrichten aus Longo Maï»

00:30:54 AB: Wird in den «Nachrichten» über alle Projekte berichtet, etwa Ukraine, Kärnten, Mecklenburg?

00:31:01 FSM: Ja. Vier Nummern pro Jahr, zwei mit einem Themenschwerpunkt und zwei mit Berichten aus den verschiedenen Bereichen

00:32:28 FSM: Hinweise zur Zeitschrift «Archipel», entstanden aus dem «Bulletin» des CEDRI und später jenem des Europäischen Bürger:innenforums

00:34:14 FSF/FSM: Hinweise zu Radio Zinzine und seinem wöchentlichen Pamphlet L'ire des chênaies

00:36:16 FSM: Hinweise zum «Ulenspiegel»

00:37:50 AB äussert sich kritisch über den «Ulenspiegel» und den «Archipel»

00:39:17 FSM: Der «Archipel» ist wie eine kleine Ausgabe der «Le Monde diplomatique», ausserdem wird darin über die Tätigkeit des Europäischen Bürger:innenforums berichtet

00:40:34 Wäre nicht eine europaweite Zeitschrift nötig, in der die heute aktuellen zivilgesellschaftlichen Debatten und Aktionen wiedergegeben werden? Die Zeitschrift als Hilfsmittel für Kampagnen – Diskussion über Medienarbeit

00:43:28 Aufnahme wird unterbrochen

00:43:38 Aufnahme setzt wieder ein – AB: Ist heute eine Subsistenzproduktion möglich oder ist es bloss ihr Schein?

00:44:51 Sind unsere Bedürfnisse derart von der herrschenden Produktions- und Konsumstruktur geprägt, dass die Subsistenz nur einen kleinen Bereich der Konsumbedürfnisse abdecken kann?

00:45:07 FSF (in frz. Sprache, die Aufnahme wird unterbrochen): Anstelle des herkömmlichen Models, bei dem die Landwirtschaft Rohprodukte herstellt, die dann in der Stadt veredelt werden, bestand unsere Idee darin, die ganze Produktionskette in der Hand zu behalten

00:46:36 Aufnahme bricht ab

ZitationsvorschlagTonaufnahme: Radio LoRa, Zürich/F 1063-059B
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