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Archiv Lindenmaier, Aufzeichnung aus dem Haus der jungen Talente Berlin, 1. Jahrestag 04.11.1990: Vierter November nicht vergessen, Europäisches Bürger:innen Forum EBF, Runde Tische zu Landwirtschaft, Medien und Kultur, Erziehungs- und Gesundheitswesen, Umwelt und Energie, Deutschland in welchem Europa? (Teil 1/2)


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 1063-057A
BestandF_1063 Nachlass Christoph Lindenmaier (1953-2009) [TON]
Bestandesbeschrieb

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen, Unikate (respektive Originalaufnahmen) und kommerzielle vertriebene Musikaufnahmen, die im Rahmen von Solidaritätskampagnen des Comité européen pour la défense des réfugiés et immigrés (C.E.D.R.I), der Fédération européenne des radios libres (FERL) und der Anti-Apartheid Kampagne von Radio LoRa frei zur Verfügung gestellt wurden. 2022 schenkte die Witwe Kathi-Hahn-Lindenmaier den Nachlass von Christoph Lindenmaier dem Schweizerischen Sozialarchiv. Im gleichen Jahr lancierte Hannes Lämmler, langjähriger Freund und Zeitzeuge, ein Memoriavprojekt für die Erhaltung und Erschliessung der Audios mit dem offiziellen Titel "Christoph Lindenmaier, Radio Pirat aus Leidenschaft: Alternative Medienprojekte und internationale Solidarität, Demokratie und Medien im Übergang von analog zu digital". Lämmler sorgte für die Erschliessung der Aufnahmen. Das Nachlassprojekt begleiteten ausserdem Thomas und Brigitte Busch-Windhab, Klaus Hinkeldein und Helmut Peissl.

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen,… — mehr...

Abstract057 A) Erster Teil: Der 4. November 1990, der erste Jahrestag der friedlichen Revolution, in der sich die Bürger:innen der DDR gegen ihre Entmündigung erhoben. Das Europäische Bürger:innen Forum (EBF) organisierte eine Suche 'an Runden Tischen' nach europäischen Perspektiven zu den Themen Landwirtschaft, Medien und Kultur, Erziehungs- und Gesundheitswesen, Umwelt und Energie, Deutschland in welchem Europa? Ton Aufnahme im Haus der jungen Talente in Ost-Berlin. Ein schriftliches Resümee vom 4. November 1990 ist im Nachlass Lindenmaier einzusehen.
Urheber
  1. Radio LoRa, Zürich
Objektträger
  1. Kompaktkassette
Detailinformation

00:00:00 Aufnahme setzt ein

00:00:06 Moderation: Ein Jahr Europäisches Bürger:innen Forum

00:01:15 Beitrag François Bouchardeau: Letztes Jahr wurde in Südfrankreich das erste Europäische Bürger:innen Forum mit Beteiligten aus Ost und West organisiert – die Bewegungen der letzten Jahre in Ostdeutschland, der Tschechoslowakei und Rumänien sind heute wieder vergessen, es droht die Durchsetzung des Kapitalismus in Osteuropa

00:04:05 Beitrag von Bouchardeau geht in den Umgebungsgeräuschen unter

00:04:52 Gisela Oechelhaeuser Moderation: Runder Tisch «Landwirtschaft» (Integration der Landwirtschaft der Deutschen Demokratischen Republik DDR in die Europäische Gemeinschaft EG)

00:05:39 Beitrag Udo Schilling, bis August 1990 in der Landwirtschaft tätig: Die DDR-Landwirtschaft wurde im Juli 1990 ohne Anpassungszeit in die EG integriert, was zu Absatzproblemen, Preiszerfall und Panikverkäufen führte, die Landwirtschaftlichen Produktions Genossenschaften LPG wurden in den Ruin getrieben

00:09:42 Am 15.8.1990 fand in Berlin eine grosse Bauerndemonstration statt, sie forderte: Klärung des Bodeneigentums, gleichberechtigte Behandlung aller Betriebsformen, eine Preisgarantie, eine Schuldenstreichung und Sozialmassnahmen – keine der Forderungen wurde bislang umgesetzt

00:10:54 Zentral ist die Frage des Bodeneigentums, denn die LPG können die Flächen nicht bewirtschaften, weil sie nicht wissen, was aus dem Land wird

00:11:46 Befürchtet wird, dass die LPG gezielt kaputt gemacht werden sollen, damit sie zu einem niedrigen Preis von multinationalen Konzernen übernommen werden können

00:12:12 Es droht ein europaweites Bauernsterben

00:13:55 Unterbruch, Bemerkung aus dem Publikum (unverständlich)

00:14:05 Moderation: Wir führen hier keinen Wahlkampf, das Europäische Bürgeri:nnen Forum möchte dabei helfen, dass Ostdeutsche ihre Interessen organisieren können

00:15:19 Beitrag von Schilling geht weiter: Die Probleme der Bäuer:innen müssen verständlich gemacht werden

00:16:35 Der Runde Tisch «Landwirtschaft» war sich einig, dass die genossenschaftliche Bewirtschaftung (ohne Zwangsmittel) Zukunft hat

00:17:47 Das Problem der unterschiedlichen Preise zwischen West- und Ostdeutschland

00:18:29 Ungeklärt ist die Frage der Entschuldung

00:19:18 Der Genossenschaftsverband braucht Unterstützung, damit er im Bauernverband nicht untergeht

00:19:44 Beitrag von Schilling endet

00:19:45 Moderation: Es folgt ein Beitrag aus Frankreich

00:20:18 Frage an Schilling: Welche Rolle spielt das Kartellamt für die Landwirtschaft?

00:20:23 Antwort Schilling: Das Europäische Bürger:innen Forum hat beim Europäischen Gerichtshof Klage eingereicht wegen unlauterem Wettbewerbs

00:21:22 Moderation: Es folgt der Beitrag von Marcel Champloy, Weinbauer aus Südfrankreich

00:21:46 Beitrag von Marcel Champloy (schwer verständlich)

00:22:15 Aufnahme bricht ab

00:22:20 Aufnahme setzt wieder ein – Moderation: technische Probleme

00:22:40 Beitrag von Champloy (mit dt. Übs.): Äussert sein Missfallen, dass europäische Gewerkschaften heute nicht vertreten sind

00:25:31 Der genossenschaftliche Sektor ist eine der grössten Errungenschaften der Linken

00:26:01 Nötig sind Genossenschaften im demokratischen Sinne – Vorschlag, Pilotbetriebe aufzubauen

00:26:55 Unverständlich ist, wieso die anwesenden Bäuer:innen nicht in der Lage sind, ihre Probleme zu vermitteln

00:27:51 Unverständlich ist, dass es seit dem 15.8.1990 keine weiteren Bauerndemos und keine Streiks gegeben hat

00:28:32 Die Gewerkschaften müssen kämpfen und sich der Regierung entgegenstellen

00:29:35 Aufruf an die Bäuer:innen, selbst etwas zu unternehmen

00:30:16 Beitrag von Champloy endet

00:30:17 Moderation

00:31:27 Beitrag von M. Patin von der französischen Confédération paysanne (mit dt. Übs.): Ziel seiner Confédération ist es, auf europäischer Ebene tätig zu werden

00:34:35 Beitrag von Patin endet

00:34:36 Moderation: Es folgt der Bericht des Runden Tischs «Medizin»

00:36:35 Beitrag Susanne Fritz: Das Schicksal der Polikliniken ist wichtig, denn in der DDR wurden bislang 90 % der ambulanten Versorgung von diesen geleistet

00:37:30 Wie lassen sich die guten Seiten der Polikliniken in das neue System hinüberretten?

00:37:55 Wichtig dabei: Man sollte das nicht nur vom Gesichtspunkt der Finanzierung betrachten, sondern die Perspektive der Patient:innen berücksichtigen

00:39:37 In den nächsten fünf Jahren müssen die Polikliniken so umgebaut werden, dass sie in der Marktwirtschaft bestehen können (im Sinne der Patient:innen)

00:40:23 An der Berliner Charité wurde vor kurzem ein Parlament gewählt, das von Westberlin bis 1991 anerkannt ist

00:41:10 Eine europäische Perspektive ist im Gesundheitswesen nötig

00:42:36 Im Mai 1991 findet in Prag ein europäischer Kongress statt, an dem es um die Vor- und Nachteile west- und osteuropäischer Gesundheitssysteme geht

00:43:07 Beitrag von Fritz endet

00:43:08 Moderation

00:43:51 Ergänzung zum Beitrag von Fritz – das Weiterbestehen der Polikliniken in Ostdeutschland ist wichtig, denn je grösser die Zahl niedergelassener Ärzte, desto höher steigen die Gesundheitskosten

00:45:04 Ergänzung endet

00:45:05 Moderation – wir sind alle von den aktuellen Veränderungen betroffen

00:46:41 Aufnahme bricht ab

ZitationsvorschlagTonaufnahme: Radio LoRa, Zürich/F 1063-057A
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