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Archiv Lindenmaier, 06.08.1989: 2. FERL Kongress (Europäische Föderation Freier Radios ), Limans Alpes de Hte Provence Frankreich


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 1063-054B
BestandF_1063 Nachlass Christoph Lindenmaier (1953-2009) [TON]
Bestandesbeschrieb

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen, Unikate (respektive Originalaufnahmen) und kommerzielle vertriebene Musikaufnahmen, die im Rahmen von Solidaritätskampagnen des Comité européen pour la défense des réfugiés et immigrés (C.E.D.R.I), der Fédération européenne des radios libres (FERL) und der Anti-Apartheid Kampagne von Radio LoRa frei zur Verfügung gestellt wurden. 2022 schenkte die Witwe Kathi-Hahn-Lindenmaier den Nachlass von Christoph Lindenmaier dem Schweizerischen Sozialarchiv. Im gleichen Jahr lancierte Hannes Lämmler, langjähriger Freund und Zeitzeuge, ein Memoriavprojekt für die Erhaltung und Erschliessung der Audios mit dem offiziellen Titel "Christoph Lindenmaier, Radio Pirat aus Leidenschaft: Alternative Medienprojekte und internationale Solidarität, Demokratie und Medien im Übergang von analog zu digital". Lämmler sorgte für die Erschliessung der Aufnahmen. Das Nachlassprojekt begleiteten ausserdem Thomas und Brigitte Busch-Windhab, Klaus Hinkeldein und Helmut Peissl.

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen,… — mehr...

Abstract054 B) 2.FERL Kongress (Europäische Föderation Freier Radios ) Limans Alpes de Hte Provence Frankreich vom 6. bis 13.08.1989. Ende der Rede zur Lage der nichtkommerziellen Radios in Europa von Christoph Lindenmaier. Intervention von Gerald Gerstbauer (ÖGB).
Urheber
  1. Radio LoRa, Zürich
Objektträger
  1. Kompaktkassette
Detailinformation

00:00:00 Aufnahme setzt ein (Christoph Lindenmaier zur Lage in Frankreich)

00:00:18 Die Fédération européenne des radio libres FERL ist ein Verein in Frankreich, eine wichtige Rolle darin spielt Radio Zinzine

00:01:15 In Luzern gibt es mit Radio Pilatus ein kommerzielles Lokalradio, in Bern bestehen mehrere Radios im Besitz von grossen Zeitungsverlagen oder anderen Lokalradios (Bsp. Radio Förderband wurde von Migros und Radio 24 gekauft)

00:03:27 Hinweise zum Gesetzgebungsprozess in der Schweiz, der die Lokalradios betrifft

00:05:05 Aufnahme bricht ab

00:05:06 Neue Aufnahme setzt ein: Vortrag von Gerald Gerstbauer [?], Vorsitzender der GPA-Jugend und stv. Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend zur Weigerung der österreichischen Medien, über die Bewegung gegen den Sozialabbau zu berichten (Demonstration in Wien vom 24.10.1987)

00:07:06 Die Politik des Sozialabbaus bedarf der Unterstützung durch die Medien

00:07:30 Der Österreichische Rundfunk ORF berichtet nicht ausgewogen, sondern bevorzugt die grossen Lobbyorganisationen, wobei die Bundeswirtschaftskammer dominiert

00:08:53 Wer die Sozialpartnerschaft kritisiert oder kämpferische Gewerkschaftsanliegen vertritt, wird vom ORF totgeschwiegen

00:09:10 Beispiel: Der Kongress der GPA-Jugend wurde von den Medien weitgehend ignoriert

00:09:57 Die Berichterstattung im Rahmen der Affäre um Kurt Waldheim

00:10:42 In Österreich herrscht eine hohe Konzentration bei den Printmedien, Hinweis auf die Beteiligung der westdeutschen WAZ-Gruppe an der «Kronen Zeitung» und am «Kurier»

00:12:45 Die Zeitungen tragen die Sozialabbaupolitik der Koalition aus der Sozialdemokratischen Partei Österreichs SPÖ und der Österreichischen Volkspartei ÖVP mit

00:13:30 In bestimmten Zeitungen wird mit faschistoiden Artikeln Stimmung gemacht gegen Sozialhilfebezüger:innen und Arbeitslose

00:15:13 Das ORF-Monopol existiert de facto nicht mehr

00:17:47 Der ORF und die Printmedien tun so, als gäbe es in Österreich keine Lohnabhängigen – die Berichterstattung wird dominiert von den Interessen der Unternehmen

00:19:27 Die GPA-Jugend fordert, dass der ORF mehr über die Anliegen von Arbeiter:innen und Arbeitslosen berichtet und kritische Jugendsendungen produziert

00:20:38 Der Einfluss der Unternehmen auf das Radioprogramm

00:21:30 Die GPA-Jugend fordert aufgrund des Einflusses der WAZ-Gruppe Massnahmen, um Auslandsinvestitionen in der Medienbranche zu beschränken

00:22:12 Im Bereich der neuen Medientechnologien müssen Privatisierungen verhindert werden

00:24:07 In den Lokalradios müssen sichere Arbeitsbedingungen durchgesetzt werden

00:25:05 Man muss schauen, dass Organisationen wie die katholische Kirche oder die Bundeswirtschaftskammer keine Lokalradios betreiben dürfen

00:26:49 Eine Dezentralisierung der österreichischen Medienlandschaft ist zu begrüssen

00:27:46 Die Bewegung gegen den Sozialabbau muss eine eigene Medienpolitik betreiben und auf Journalist:innen zugehen

00:29:05 Am 17./18.6.1988 finden in Wien die Tage gegen Sozialabbau statt

00:29:21 Die Wiener Demonstration gegen Sozialabbau vom 24.10.1987 konnte durchsetzen, dass eine parlamentarische Enquête zur sozialen Lage in Österreich durchgeführt wird, wobei der SPÖ-Bundeskanzler Franz Vranitzky im Nachgang behauptete, es hätte eine solche Zusage nie gegeben

00:31:49 Nötig wäre die Diskussion darüber, wie man bei den Lokalradios kommerzielle Interessen und die Einflussnahme grosser Lobbyorganisationen verhindert

00:33:14 Die Finanzierung über öffentliche Subventionen und eine begrenzte Freigabe der ORF-Infrastruktur könnte dabei helfen, dass Minderheiten gleichberechtigt am Medienmarkt teilnehmen könnten

00:35:11 Ende des Vortrags, Aufnahme bricht ab

ZitationsvorschlagTonaufnahme: Radio LoRa, Zürich/F 1063-054B
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