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Radio LoRa, Südafrika-Boykott-Sendung, 23.11.1986: Bericht zum Empfang von Dulcie September, der offiziellen ANC Delegierten für die Schweiz, durch Regierungsräte wie Leni Robert in Bern, Stadträte wie Ursula Koch und Jürg Kaufmann in Zürich, Nationalräte wie Paul Rechsteiner in SG. Danach Hinweise auf ASA und SVP von Blocher und Aufruf des SEK (Evangelischer Kirchenbund)


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 1063-010
BestandF_1063 Nachlass Christoph Lindenmaier (1953-2009) [TON]
Bestandesbeschrieb

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen, Unikate (respektive Originalaufnahmen) und kommerzielle vertriebene Musikaufnahmen, die im Rahmen von Solidaritätskampagnen des Comité européen pour la défense des réfugiés et immigrés (C.E.D.R.I), der Fédération européenne des radios libres (FERL) und der Anti-Apartheid Kampagne von Radio LoRa frei zur Verfügung gestellt wurden. 2022 schenkte die Witwe Kathi-Hahn-Lindenmaier den Nachlass von Christoph Lindenmaier dem Schweizerischen Sozialarchiv. Im gleichen Jahr lancierte Hannes Lämmler, langjähriger Freund und Zeitzeuge, ein Memoriavprojekt für die Erhaltung und Erschliessung der Audios mit dem offiziellen Titel "Christoph Lindenmaier, Radio Pirat aus Leidenschaft: Alternative Medienprojekte und internationale Solidarität, Demokratie und Medien im Übergang von analog zu digital". Lämmler sorgte für die Erschliessung der Aufnahmen. Das Nachlassprojekt begleiteten ausserdem Thomas und Brigitte Busch-Windhab, Klaus Hinkeldein und Helmut Peissl.

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen,… — mehr...

Abstract010 A) LoRa Anti-Apartheid-Sendung: Dulcie September, ANC Delegierte für die Schweiz und Frankreich, wird von Leni Robert in Bern, Ursula Koch und Jürg Kaufmann in Zürich und in Sankt Gallen und Chur empfangen. Danach Kommentare zu Christoph Blocher, er ist Gründer der Arbeitsgruppe südliches Afrika (ASA), eine antikommunistische Organisation, die das Apartheidsregime Südafrikas durch Einflussnahme auf die Berichterstattung schweizerischer Medien unterstützte. Kommentare zur Rolle der Inthaka-Bewegung von Gaza Buthelesi.
Urheber
  1. Radio LoRa, Zürich
Objektträger
  1. Kompaktkassette
Detailinformation

00:00:59 Karin Ernst, Margrit Brunner, Christoph Lindenmaier, Kathi Hahn, Technik: Tscherina von Moos. Themen: 1) Kurznachrichten 2) Reaktionen auf den Besuch von Dulcie September 3) Antwort des Bundesamtes für Zivilluftfahrt betreffend SAA-Flugrechte 4) Migros: was fehlt in den Antworten 5) Hinweise auf kommende Woche

00:03:41 Schwarze, die von Polizeikräften umgebracht werden. Offizielle Hinrichtungen in SA: Jahres-Bilanz auf 106 Hinrichtungen sind 6 Weisse. Ermordung von Samora Machel: Flugdatenschreiber der Tupolev wird in der Schweiz ausgewertet. Sport- und Tennis-Boykott wird von der Schweiz unterlaufen. Präsenz der Rudolf Steiner Schule in SA, heissen dort Constantia Waldorfschule. Wenn mehr als 35% Schwarze in diese Schulen gehen, werden Schulen geschlossen

00:11:46 Song Eboa Lotin

00:14:01 Tagesanzeiger vom 21. November titelt "Stadträte treffen südafrikanische Widerstandkämpferin". Nicht vergessen, dass der Zürcher Regierungsrat Alfred Gilgen Nelson Mandela als Terroristen betrachtet und den Schwarzen in SA keine Demokratie zutraut. Die Stadträtin Ursula Koch und Stadtrat Jürg Kaufmann haben Dulcie zu einem zweistündigen Gespräch empfangen und werden auf Coop einwirken, Druck auf das soziale Kapital der Migros befördern und sich für eine überparteiliche Gruppe einsetzen, die sich für ein demokratisches SA stark macht. In Bern bei der Regierungsrätin Leni Robert kam es auch zu einer Pressekonferenz im Bürenpark. In Sankt Gallen wurde Dulcie September von Stadtpräsident Heinz Christen, Stadtammann Hans Rohrer, Vikar Heinz Angehrn, Nationalrat Paul Rechtsteiner, dem Gewerkschafter Toni Falk vom SGB und Hans Fässler empfangen. Sie machten dies als Privatleute, nicht als Amtsträger. Anschliessend wurde die Krügerstrasse in St Gallen in einer gemeinsamen Aktion in Nelson-Mandela-Strasse umgetauft. (Das war nicht von Dauer, heute 2023 heisst die Strasse Friederich-Dürrenmatt-Strasse). Dulcie Semptember schilderte bei diesen Begegnungen immer wieder auch den breiten Widerstand in den ländlichen Regionen. Streiks in der Stadt sind besser sichtbar als Streiks von LandarbeiterInnen

00:22:15 Bremer Chor "Die Zeitgenossen"

00:25:05 Dulcie September beschreibt, dass der wachsenden Widerstand die Rentabilität der ausländischen Investitionen schwächt und es für die grossen Firmen rentabler ist, sich zurück zu ziehen, das schafft auch ein würdiges Ansehen "weil gegen die Apartheid". Dass dabei auch die Pensionskassengelder abgezogen werden, wie das bei General Motors passierte, wird dann kaum so kommuniziert

00:27:18 Christoph Blocher, Parteipräsident der SVP Züri und Präsident der Arbeitsgemeinschaft südliches Afrika informiert regelmässig mit seinen Publikationen über SA. Im Zürcherboten dieser Woche veröffentlichen sie ein Interview mit Gaza Buthelesi von der Inkatha-Bewegung informiert Karin Ernst. GB gehört zu den wenigen Schwarzen Persönlickeiten, die gegen die Sanktionen Stellung nehmen. Seine Inkatha-Bewegung wird unterstützt vom Apartheidsregime. Todesschwadronen und Killerkommandos produzieren Tote und gleichzeitig Bilder für die Medien über Konflikte im schwarzen Widerstand gegen die Apartheid. Tenor im Zürcher Boten: Gewalt zwischen Schwarz und Weiss marginal im Vergleich zur Gewalt unter den Schwarzen. Die grossen Firmen bleiben, nur einige ziehen sich zurück und der Widerstand gegen die Apartheid wird begründet damit, dass dies verkappte Kommunisten und Gegner der Marktwirtschaft seien. Ganzseitige Goldwerbung im Tagi. Die südafrikanische Botschaft in Bern streut Werbung in den Kirchgemeinden der Schweiz und denunziert Allan Boesak und Desmond Tutu als Kryptokommunisten. Dagegen wehrt sich nun der Schweizerische Evangelische Kirchenbund in einem Aufruf

00:40:00 Song Juluka

00:43:05 Jingle zum Fliegen mit der SAA. Last Call, last flight to SA

00:46:44 Zusammenfassung der Antwort des Bundesamt für Zivilluftfahrt betreffend drittem Landerecht. SA subventionniert Flüge für weisse Einwanderer

00:51:03 Musik Instrumental Sun City

00:53:23 Migros will, dass die gemachten Interviews mit MitarbeiterInnen nicht ausgestrahlt werden

00:56:29 Hier ein authorisiertes Gespräch mit Ernst Gribi
01:02.07 Ende der Sendung

ZitationsvorschlagTonaufnahme: Radio LoRa, Zürich/F 1063-010
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