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Radio LoRa Anti-Apartheid-Sendung 'Karli Boykott' 31.08.1986: Boykottaktionen von OXFAM in Belgien und in Irland der zweijährige Verkaufstreik der Gewerkschaft IDATU gegen südafrikanische Konsumgüter


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 1063-002B
BestandF_1063 Nachlass Christoph Lindenmaier (1953-2009) [TON]
Bestandesbeschrieb

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen, Unikate (respektive Originalaufnahmen) und kommerzielle vertriebene Musikaufnahmen, die im Rahmen von Solidaritätskampagnen des Comité européen pour la défense des réfugiés et immigrés (C.E.D.R.I), der Fédération européenne des radios libres (FERL) und der Anti-Apartheid Kampagne von Radio LoRa frei zur Verfügung gestellt wurden. 2022 schenkte die Witwe Kathi-Hahn-Lindenmaier den Nachlass von Christoph Lindenmaier dem Schweizerischen Sozialarchiv. Im gleichen Jahr lancierte Hannes Lämmler, langjähriger Freund und Zeitzeuge, ein Memoriavprojekt für die Erhaltung und Erschliessung der Audios mit dem offiziellen Titel "Christoph Lindenmaier, Radio Pirat aus Leidenschaft: Alternative Medienprojekte und internationale Solidarität, Demokratie und Medien im Übergang von analog zu digital". Lämmler sorgte für die Erschliessung der Aufnahmen. Das Nachlassprojekt begleiteten ausserdem Thomas und Brigitte Busch-Windhab, Klaus Hinkeldein und Helmut Peissl.

Christoph Lindenmaier (1953-2009) war ein Schweizer Radiopionier. Er hinterlässt wichtige Dokumente (Audios, Photos, schriftliche Unterlagen) zur Geschichte der schweizerischen und europäischen Community Medien. Der Bestand enthält Radiosendungen,… — mehr...

Abstract002 B) Zweite LoRa-Sendung zur Anti-Apartheid Kampagne 1986 und 1987. Der Sendezyklus hiess vor dem offiziellen Kampagnenbeginn Mitte September 1986 'Karli Boykott' von Charles Boycott, dessen Namen zum englischen Verb to boycott, das heisst: 'in Verruf erklären' mutierte. In dieser Sendung werden internationale Erfahrungen zum Südafrikaboykott vorgestellt, z.B. Aktionsbeispiele aus Belgien und Irland, wo die Gewerkschaft IDATU während zwei Jahren den Streik des Verkaufspersonals gegen Produkte aus Südafrika begleitete.
Urheber
  1. Radio LoRa, Zürich
Objektträger
  1. Kompaktkassette
Detailinformation

00:00:00 Jingle der Sendung 'Karli Boykott'

00:01:23 CL erklärt wo das Wort Boykott herkommt. Sendungsübersicht Interview mit Jean Pierre Malmedier, Oxfam Brüssel danach mit Archibald Brandon und Kathy O'Relly IDATU Gewerkschaft Irland

00:05:26 Lied Serge Utge Royo

00:06:49 Beginn Interview Caddies, Kleberaktionen 'Danger Apartheid' gegen Äpfelverkauf Granny Smith aus Südafrika

00:11:02 Theaterszenen vor dem Laden. Wutausbruch gegenüber der eigenen Frau, dass sie Granny Smith Äpfel kauft. Oder Verkäuferinnen machten mit und verlangten bei südafrikanischen Produkten den doppelten Preis: Erste Hälfte für die Ware und zweite Hälfte für Kosten der Beerdigung eines vom Apartheid Regime getöteten Schwarzen

00:16:19 Serge Utge Royo Chanson de la nouvelle esperance

00:19:47 Zweiter Teil Interview mit JP Malmedier Was von Coop in der CH noch verkauft wird in Belgien in vielen Warenhäusern nicht mehr angeboten

00:23:22 Aktion gegen den Verkauf der SA Währung Krügerrand und Werbeprospekte dafür. Haben sie eingesammelt und öffentlich verbrannt

00:25:09 öffentliche Kerzenaktion als Gedenkveranstaltung für SOWETO. Kerzenhaltende Personen stellen sich so auf, dass die Schrift 'NO APARTHEID' lesbar wird

00:26:47 Serge Ute Royo, Tout le sang du monde

00:30:47 Kommentar HL und CL. Ankündigung Archibald Brandon, IDATU Gewerkschaft des irischen Verkaufspersonals

00:30:10 Bremer Zeitgenossen CHOR unter der Leitung von James Philips (SA)

00:35:23 Interview Archibald Brandon IDATU, drittgrösste Gewerkschaft Irlands mit rund 20'000 Mitgliedern (Laden, Büro und wenigen IndustriearbeiterInnen) Widerstand gegen Unterdrückung hier und in Solidarität in der Dritten Welt. 1984 Gewerkschaftsvollversammlung beschliesst Boykott südafrikanischer Produkte. Breite Öffentlichkeit erreicht die Boykottaktion dank aktivem zwei Jahre dauerndem Streik bei Dunnes Grocery Stores. Andere Gewerkschaften blieben vorsichtig zurückhaltend. Vereinzelt gab es Angestellte der Post, die sich weigerten Werbeprospekte für Südafrika zu verteilen. Die irische Regierung hat sich für einen Boykott landwirtschaftlicher Produkte ausgesprochen. Englische Gewerkschaften solidarisieren sich mit dieser Aktion. Fast keinen Kontakt mit europäischen und amerikanischen Gewerkschaften. Wenig Zusammenarbeit und zum Teil gespannte Beziehungen zu einzelnen Gewerkschaften. IDATU garantiert ihren Mitgliedern Hilfe, wenn sich UnternehmerInnen gegen die Anti-Apartheid Aktionen ihrer Mitglieder stellen. Dadurch ist viel in Bewegung gekommen. Die Streikenden bereuen die letzten zwei Jahre überhaupt nicht.

00:43:52 Francis Bebey, 'Nelson Mandela we pray for you, Steve Biko, my brother, we remember you'

00:46:56 Kathy O'Relly arbeitet im Dunnes Supermarket in Dublin, in diesem Laden hat die Boykottaktion angefangen. Sie informierten am 17. Juli 1984 nach dem Gewerkschaftsbeschluss die Direktion des Supermarktes, dass sie fortan alle Produkte aus Südafrika boykottieren werden. Gute Beschreibung der verschiedenen Massnahmen der Unternehmensführung gegen die Gewerkschaft und wie der Streik ausgelöst wurde. Briefe an Regierungsmitglieder, die sich gegen die Apartheid stellten. Begegnung im September 1984 mit Desmond Tutu, der auf dem Weg war, den Friedensnobelpreis abzuholen. Tutu lud die VerkäuferInnen zu einem Besuch nach Südafrika ein. Die Streikenden sammelten öffentlich Geld für diese Reise. Am 9. Juli 1985, die 11 streikten immer noch, hatten sie genügend Geld gesammelt um als Delegation Desmond Tutu in Südafrika zu besuchen. Britisch Airways wollten zuerst Delegation nicht nach Südafrika fliegen. Nach Ankunft in Südafrika wurde die Delegation gleich festgenommen und nach acht Stunden Haft in einen Rückflug gezwungen. Sie führten den Streik bis Dezember 1985 weiter. Die Regierug bat die Streikenden den Steik bis März 1986 zu unterbrechen damit sie Zeit habe, über Sanktionen gegenüber Südafrika zu beraten.

00:56:56 Ab Januar 1987 durften keine südafrikanischen landwirtschaftlichen Produkte mehr in Irland verkauft werden. Schluss fehlt

01:02:21 Ende der Sendung

ZitationsvorschlagTonaufnahme: Radio LoRa, Zürich/F 1063-002B
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