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Interview mit Wellenhexen, 29.02.2016, Radio Stadtfilter (Winterthur)


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SignaturF 1054-001
BestandF_1054 Interview Piratenradio (Wellenhexen)
Bestandesbeschrieb

Das ausführliche Gespräch mit den beiden Wellenhexen-Beteiligten gibt Auskunft über viele Aspekte des feministischen Piratenradiosenders: interne Organisation (Aufteilung Technik und Redaktion), Intention des Radiomachens, Vernetzung in der Frauenbewegung, praktischer Ablauf einer Sendung, Auswahl der Themen. Der zweite Teil des Gesprächs dreht sich um den zeitgenössischen Kontext, in dem die Wellenhexen-Sendungen entstanden: Theorie- und Klassenfragen, medialer Kontext, Partikularisierung der linken Szene, Strömungen in der Frauenbewegung. – Am Gespräch beteiligt sind je eine Vertreterin der Technik- und der Redaktionsgruppe der Wellenhexen (Ruth und Fernanda), Manfred Jurgovsky (Dozent PH Zug), Adrian Scherrer (Medienhistoriker) und Ruedi Müller (Memoriav). Es fand am 29.02.2016 in den Räumen von Radio Stadtfilter in Winterthur statt.

Das ausführliche Gespräch mit den beiden Wellenhexen-Beteiligten gibt Auskunft über viele Aspekte des feministischen Piratenradiosenders: interne Organisation (Aufteilung Technik und Redaktion), Intention des Radiomachens, Vernetzung in der… — mehr...

AbstractDas ausführliche Gespräch mit den beiden Wellenhexen-Beteiligten gibt Auskunft über viele Aspekte des feministischen Piratenradiosenders: interne Organisation (Aufteilung Technik und Redaktion), Intention des Radiomachens, Vernetzung in der Frauenbewegung, praktischer Ablauf einer Sendung, Auswahl der Themen. Der zweite Teil des Gesprächs dreht sich um den zeitgenössischen Kontext, in dem die Wellenhexen-Sendungen entstanden: Theorie- und Klassenfragen, medialer Kontext, Partikularisierung der linken Szene, Strömungen in der Frauenbewegung. – Am Gespräch beteiligt sind je eine Vertreterin der Technik- und der Redaktionsgruppe der Wellenhexen (Ruth und Fernanda), Manfred Jurgovsky (Dozent PH Zug), Adrian Scherrer (Medienhistoriker) und Ruedi Müller (Memoriav). Es fand am 29.02.2016 in den Räumen von Radio Stadtfilter in Winterthur statt.
Urheber
  1. Jurgovsky, Manfred
Copyright
Schlagwörter
  1. Medien und Kommunikation
  2. Kommunikation
  3. Kommunikationsmittel
  4. Massenmedium
  5. Radio
  1. politischer Rahmen
  2. politisches Leben (allgemein)
  3. politische Bewegung
  4. Frauenbewegung
  1. politischer Rahmen
  2. politisches Leben (allgemein)
  3. politische Bewegung
  4. Jugendbewegung
  1. soziale Fragen
  2. Raumplanung und Wohnungswesen
  3. Wohnungspolitik
  4. Wohnungsbedarf
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1971-1980
Verleger
  1. Radio Stadtfilter: Winterthur
Objektträger
  1. Tonaufnahme
  2. digitale Tonaufnahme
  3. WAV
Sprache
  1. deutsch
  1. schweizerdeutsch
Detailinformation

00:00:00 Ursprung der Wellenhexen-Aktivität: Radio als Möglichkeit, eigene Inhalte zu verbreiten

00:02:15 Wer stand personell dahinter? Geflecht verschiedener sozialer Gruppen und alternativer Wohn- und Kulturformen; Vorbilder: italienische Radiogruppen

00:05:12 Forderung: Lohn für Hausarbeit

00:07:35 Medientypen Flugblatt und Radio; wie hat man sich ins Medium Radio und Radiomachen (technische Aspekte) eingearbeitet? Equipment in Italien gekauft

00:10:14 Sendungsaufnahme und -produktion; Sendungsinhalte (Frauenbewegung)

00:14:02 Kauf eines fertigen Senders in Italien; dort gab es auch eine aktive Piratenszene; Einfuhr war illegal

00:15:21 Wahl der Frequenz auf dem FM-Band; Sendungsdauer pro Station nur 10 Minuten (wegen Ortungsgefahr); es gab insgesamt 2 Frequenzen; man sendete auf einer freien Frequenz

00:17:48 Organisation der Gruppe: Sendungsproduktion und -Emission strikt getrennt! Die Redaktion war grundsätzlich offen für jede Frau

00:20:58 Staatsschutz kam den Wellenhexen nie auf die Schliche

00:21:41 Redakteurinnen kamen vor allem aus der Frauenbewegung; Polizei war kulturell nicht auf der Höhe; Frauenzentrum an der Lavaterstrasse war eines der informellen Zentren für den Austausch

00:25:11 Wurden Sendungen auch über andere Kanäle verbreitet? Wellenhexen war Pionierinnen; Nachfolger: Schwarzi Chatz; Selbstverständnis der Radiomacherinnen als Kollektiv (nicht als Individuen)

00:28:51 Doppelleben als Ärztin und als militante Radiomacherin

00:29:41 4 Frauen (u.a. Ruth) in der Technik; 2 Frauen in der Redaktion (u.a. Fernanda)

00:30:53 Senderhythmus zu Beginn wöchentlich; nachher nicht mehr häufig; Sendungen sind vorhanden 1976-1979

00:32:55 80er Jugendbewegung war eine Art neue Generation; das war das Ende der Wellenhexen als Radiopiratinnen; politisches und/oder soziales Engagement ging weiter; Fernanda z.B. engagierte sich in der autonomen Sanität, die sich um Jugendliche kümmerte, die sich während Auseinandersetzungen mit der Polizei verletzten

00:35:08 Einfluss Freejazz und Lesbenbewegung auf die Wellenhexen

00:36:14 Finanzierung des Equipments: alles aus der eigenen Tasche

00:37:26 Peter Käppeli (Betreiber Radio Atlantis) Peilsender der PTT; Verfolgung z.T. auch mit Helikopter; Verlust eines Senders

00:41:26 Bewegungsradios: Technik war sehr viel leichter und mobiler

00:43:20 Wellenhexen waren mit dem Equipment immer zu Fuss unterwegs; dann wurde man einem vereinbarten Treffpunkt abgehört

00:44:37 Rolle von Peter Käppeli

00:45:29 Sende-Realität; Normalität und Hektik (im Fall wenn der Helikopter auftaucht)

00:48:31 Wahl der Standorte zum Senden (z.B. Albis-Höhronen); Kommunikation mit Walkie-Talkies

00:50:57 Wahl der Themen

00:52:44 Produktionsdauer (2 bis 3 Abende)

00:53:13 Aufhebung der strikten Trennung zwischen Produktion und Technik (ca. 1978)

00:54:30 Reichweite: keine Ahnung!

00:57:59 Ende der Wellenhexen 1979

00:59:05 Medienpolitische Aspekte der Radiopiraterie?

01:00:50 Gab es irgendwelche Kontakte mit der SRG?

01:02:10 Abhöraktionen

01:03:30 Fraktionen und Strömungen in der Frauenbewegung

01:08:44 Klandestinität in der Radiopiraterie

01:11:28 Ende Teil 1

01:11:40 Wellenhexen: Publikationen im «Zeitdienst»; es gab die Möglichkeit, Tonbandkassetten einzuschicken (offenbar nie genutzt)

01:14:34 wieviele Sendungen gab es insgesamt? Mindestens 12, maximal 20; Grösse der Redaktionsgruppe (2) und der Technik (4): im Verlauf der drei Produktionsjahre ca. 30 beteiligte Frauen

01:16:45 Themen: Frauenbewegung (u.a. auch FBB), Lesbengruppen; Themen der zeitgenössischen Frauenbewegung

01:19:39 Gegenöffentlichkeit in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre; Verhältnis zu den Gewerkschaften; Kampfbegriffe «Klasse» und «Klassenbewusstsein»

01:24:09 Rolle der Ereignisse von 1968 und Kontakte zu ausländischen Arbeitskräften

01:26:40 Häuserbesetzungen: Venedigstrasse, Hegibachstrasse, Rebhügel

01:29:07 Klassenbewusstsein (nach 1968), Frauenbewegung, ausserparlamentarische Linke, Militanz

01:33:29 bürgerliche und progressive Frauenbewegung

01:35:37 Klassenfrage, Klassenkampf, internationale Netzwerke

01:38:32 Aktueller Stellenwert der Klassenfrage

01:42:17 aktuelle Situation der Medien; Vernetzung progressiver Gruppen in Zürich

01:44:45 Stellenwert der Wellenhexen in der damaligen Medienlandschaft

01:47:07 Medialer Kontext der 1970er Jahre (linke Presse, Telefonzytig, Quartierzeitungen)

01:49:04 politische Partikularisierung in den 1970er Jahren

01:52:25 Positionierung der Wellenhexen im Feld von sozialen Bewegungen und politischen Gruppierungen

01:56:12 «Das Private ist politisch»

02:03:20 Rolle des Biographischen im Zusammenhang mit politischen Bewegungen im Verlauf der Zeit

02:09:12 Wie werden Themen öffentlich gemacht? Wie generiert man einen öffentlichen Diskurs? Frauenbewegungsthemen in den 1970er Jahren (Medizin, Familienrecht, Familienplanung, Kinderbetreuung)

02:15:00 Diskussionskultur in der Frauenbewegung war tabulos!

02:17:35 es soll nicht fotografiert werden!

02:17:55 Wohnformen

02:20:00 Wellenhexen als peripheres Phänomen neben vielen anderen

02:23:00 Frauenambulatorium

02:24:05 Spaltungen in der Frauenbewegung

02:25:04 Ende der Wellenhexen

02:26:15 Fazit (Wellenhexen: «Erfolgsstory auf low level»)

02:34:55 Ende

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