Sepp Odermatt, Landwirt, Diegisbalm / Josef Maria Odermatt, Eisenplastiker
00:00:00 Sepp Odermatt: …
00:00:12 FMM: Fortschritt, Grenze von Wohlstand? Verantwortung
00:02:50 Sepp: Ja, diese Fortschritte haben halt natürlich öpen einisch, meint man fast eine Grenze. Aber wenn man vor 10, 20 Jahren gesagt hätte, dass sich die Hälfte oder zumindest einen grossen Teil vergiftet an allerlei Freitagen. Da denkt man sich auch, wo kommt das denn hin. Da fragt man sich auch. Das hat man vor 20 Jahren auch nicht gedacht, dass das so kommt, dass in allen WC all Pott einer hingeht. Das ist etwas Ähnliches. Die Menschheit lebt, dass sie sich bis zu Letzt selbst eh kaputt macht. Das ist eine Möglichkeit. Es gibt einfach nichts Anderes, wie diese Technologie. Wenn man sagt, es verbessert es sie zu bauen, wenn es aber nicht immer andere hätte, die das Gegenteil machen. Sagen wir eine Swiss Air Flieger oder eine andere Fluggesellschaft, die kann super technisch eingerichtet sein, aber dann kommt einer und legt eine kleine Bombe. Das ist eben eine Erscheinung verschiedener Tatsachen, wo man mit leben muss und ich glaube einfach, es gibt mittlerweile mehr Studierte und Ingenieure. Man kann immer mehr verbessern – dies und jenes – und da glaube ich auch an die Zukunft. Das ist eine sichere Sache.
Sepp: Heute ist die Technologie gross und sie kann nur verbessert werden. Was hat man vor 30,40 Jahren gedacht, was kommen könnte, was heute hier ist. Da hat kein Mensch daran gedacht. Ich glaube einfach in der Zukunft, da wird was erfunden, dass wieder besser ist.
00:05:06 Sepp: Ich glaube an die Zukunft. Es ist immer wieder gegangen. Früher hat es auch Probleme gegeben und die hat man bewältigt. Ich glaube einfach, dass es geht.
00:05:20 Diskussion darüber wie Sabotage etc. selbst bei der besten Technologie verheerende Folgen haben können (Beispiel mit Flugzeug oder wie die Leute im Fussballstadium aufeinander herumtrampeln).
00:07:07 FMM: Hochkulturen und deren Zusammenbruch; nahe Zukunft scheint politisch problematisch. Tendenz der Zeitbombe im atomaren Fortschritt, der global passiert; Schweiz sollte als Vorbild vorangehen
00:08:47 Sepp: Es hat immer solche Länder, wie die Ölländer, die haben immer das Geld und die Grossen sind dort hin. Das ist immer – das ist überall so. Dort wo die Grossen diktieren und viele arm sind, ist es immer ein Problem. Es sollten alle leben können. Das wird ein ewiges Problem sein. Wenn es ein paar Mächtige gibt, dann werden diese die armen «austuigen». Und eines Tages werden sie ein bisschen schlauer und dann beginnen sie zu rebellieren und das Geld machen sie natürlich allerlei, wenn sie… Wenn sie in einem Flieger eine ganze Gruppe schicken, dann ist das egal wo sie hingeht, denen gibt es einfach einen Haufen. Und in diesen Ländern unten gibt es jene, die sind mause arm und wenn sie diese schicken, um etwas für Geld zu machen, dann machen die alles. Es hat eben viele arme da und die sind auch nicht immer zufrieden und die rebellieren dann gegen die Grossen und dann gibt es auch Probleme. Ich will natürlich sagen, sobald dass sie – wir haben ja viele Entwicklungshilfe etc. – ja, denn kommt es ihnen in den Sinn, dass man es besser haben könnte und nachher kommt der Wohlstand und das gibt auch wieder Probleme. Das wird immer ein Problem werden.
Beispiel über Waldrodungen in Brasilien
00:10:55 Sepp: Jeder Staat hat seine Probleme. Wir sind in der Schweiz – es ist ein Wohlstandstaat – aber auch wir haben Probleme. Und wenn es ganz arme Ländern sind, dann haben sie auch Probleme. Und Probleme wird es immer geben, die können wir nie aus der Welt schaffen. Auch wenn die Technologisierung nur so gross ist, so grösser sind die Probleme. Das sieht man ja jetzt hier. Früher hatte man das alle nicht, diese Probleme und heute hat man viele Probleme und das werden sie in 50 Jahren mit dieser Technologie auch noch haben. Das kann man nicht aus der Welt schaffen. Da kann jede Regierung noch so fortschrittlich sein und die anderen können sagen – z. B. eine Landsgemeinde – da wird es auch eine Opposition geben. Es ist natürlich auch Schade, die Regierung kann heute machen was sie will, es gibt jene, die immer dagegen ziehen; immer ist alles «Lätsch». Ich sage nicht, dass die Regierung alles richtigmacht, aber gerade alles «Lätsch» ist es auch nicht.
00:11:49 FMM: Unzumutbar in einer so dicht besiedelten Gegend einen solchen Plan auszuführen
00:11:29 Sepp: Das habe ich zu Beginn gesagt. Es ist schade um jeden Meter Land, wo hier in diesem schönen Gebiet gebraucht wird oder kaputtgeht – und hier ist dicht besiedelt. Dieses Problem hätte überhaupt nie hier hinkommen, sondern das hätte sollen in ein abgelegenes Gebiet, wo es leerstein hat. Solche Gebirge gibt es Mengen, ich bin nicht in der ganzen Schweiz gewesen leider, aber solche Gebirge hat es sicher noch – vielleicht eine Alp. Dann wäre kein Land kaputtgegangen und das Risiko wäre auch nicht gerade neben der Haustüre. Das hätte ich geschaut anders zu lösen.
00:13:13 FMM: «Strom ist das ganze Leben». Ist das für dich auch so?
00:13:20 Sepp: Ich habe den Strom noch nicht so lange. Den haben wir erst 26 Jahre. Also mich macht es jedes Mal verrückt, wenn so ein super Katalog kommt, wo alle Apparate drinnen sind, wo ich auch keine Ahnung habe, für was sie sind. Es gibt ja so unheimlich viele Sachen, ich könnte es ja aufzählen, aber das hat keinen grossen Wert. Da wird propagiert für jedes «Behbehli» für jedes Schlafzimmer rein für die Haare auch allerlei und für das WC auch alle möglichen Apparate angeboten, alles kann man verkaufen und die Fabriken werden auch gelebt haben, aber ich finde das einen kleinen Wahnsinn. Es wird immer nach dem besseren gesucht, nach mehr gesucht, nach noch einer elektrischen Maschine, nach allerlei – man sollte mal öpis von Hand machen
00:14:11 FMM: Also ist Strom doch nicht das ganze Leben?
00:14:13 Sepp: Nein das ist es nicht. Weil wir zu wenig haben, ist es nicht das ganze Leben. Das wird noch das grössere Problem. Wir haben nun bereits ein paar Sachen gesagt. Immer mehr.
Beispiel wie nun auch in Wolfenschiessen alle Strom im Haus haben und alle bereits mit 18 ausziehen wollen und dann eine eigene Unterkunft mit Strom brauchen. Früher hat man mit 14, 15 Leuten auf demselben Platz gewohnt und ohne Strom.
00:15:06 Sepp: Und die Grossen machen natürlich ein Geschäft. Die suchen nach etwas, was sie verkaufen und produzieren können – das ist mir klar. Aber man sollte nicht immer mehr erfinden und nach Wegen schauen, um noch mehr zu brauchen.
00:15:30 FMM: Was für eine Rolle spielt Geld in der Elektrobranche bzw. die Rolle der Elektrisch/Ölscheiche
00:16:11 Sepp: Wiederholung/Ausführung von dem bereits gesagten über die Ölscheiche
00:16:52 FMM: Sind die Kataloge nicht aber ähnlich? Einerseits will man Strom sparen, andererseits werden unzählige Elektroapparate produziert. Dann ist es doch einfach ein Geschäft und nicht nur Wohlstand
00:17:17 Sepp: Ja, da leben eine Menge davon. Jeder tut natürlich seine Intelligenz nutzen, indem er eine Maschine erfindet oder einen Apparat, da macht er natürlich ein Geschäft. Da ist jeder so. Jeder will Zukunft und will ein Geschäft machen – da schaut man nicht mehr auf die Natur. Wenn es um das Geld geht, da fehlt es gleich ein bisschen. Da schaut jeder auf seine Sachen und da kann man auch eine Maschine erfinden, die heute nicht existiert. Das ist die Zukunft. Da wird gross produziert – hin und her geht’s. Nichts fragt man sich, sondern man macht einfach sein Geschäft. Man schaut nicht auf die Umwelt. Der Sack muss stimmen.
00:18:01 Geplänkel über Reden vor vielen Leuten; Unterschied aufwachsen Stadt/Land; was ist wichtig? Andere Ansichten
00:22:20 FMM: Es ist falsch, dass die Betroffenen etc. der NAGRA-Geschichte als Urheber der Spaltung in der Gemeinde anschaut. Der Bundesrat hat das veranlasst, indem er nicht über die sozialen Folgen eines Endlagers Gedanken gemacht hat.
00:23:37 Sepp: Ja, das ist schon so. Die direkte Betroffenen – das ist ein Problem. Da wird einfach darauf losgemacht. Und die wollen natürlich damit fertig werden und wollen das durchbringen… Im Dorf gibt es natürlich schon ein bisschen – würde ich sagen – Unfrieden, die wo sich darauf versteifen. Und nachher muss man ja trotzdem wieder nebeneinander sein. Und das ist einfach Schade. Ich meine jeder hat seine Meinung und man hat auch schon Meinungen gehabt, die man nicht hat gelten lassen. Der eine kann es gut verkraften, der andere wird halt mit dem Problem nicht fertig. Aber sie denken, man würde auch im Alter wohl stillen und die frische Generation hat neue Ideen.
Sepp: Das ist einfach so – der Werdegang vom Leben. Wenn es geht, dann kann einer immer in seinem Leben seine Meinung haben und dann stirbt er eines Tages und der Junge hat eine andere Meinung. Und so geht es und es geht auch so immer weiter.
00:25:30 Ende Sepp Odermatt
00:25:45 Aufnahme Seilbahn & Tal
2. Version mit fahrender Gondel im Hintergrund
Berghütte mit Berg im Hintergrund
3. Version wieder mit Gondel (rot), die nun über die Hütte drüber fährt
00:28:07 Wieder zweite Version mit Schwenk in Himmel
Wiederholung dieser Einstellung
Hütte von unten und Schwenk nach links
Schwenk von aus Taleinstellung an die Hauswand
00:30:33 Ende Szenerieaufnahmen
00:31:00 Feuer Esse, Hammer und Amboss
00:31:30 Josef Maria Odermatt:
Nach dem Umfall in Tschernobyl hat das mich so beschäftigt, dass ich eine Arbeit machen musste, Ich machte dann diese drei Särglein. Da konnte ich mich abreagieren. Aber das Problem ist noch nicht gelöst, trotz dieser Arbeit. Man muss weiterkämpfen.
Feuer, Arbeit mit Metall
00:33:30 Wiederholung.
00:35:02 Ende V-33