Niederberger Sepp und Bernadette, Landwirte, Ober Ey (auch Hinter Ey), Wolfenschiessen (Beat Zumbühl: Vater von Bernadette)
00:00:00 FMM: wie habt ihr von dem Nagra Projekt vernommen:
00:01:42 Sie: Es ist einmal ein "Blättli" gekommen, so ein gelbes uns sie (weist auf Sepp) waren z'Holz gewesen im Brand oben und dann hat es eben geheissen, die Nagra komme in den Wellenberg. Dann haben wir immer über das geredet, der Schwager und die Schwester sind auch noch dort oben gewesen und haben geholfen. Dann haben wir zueinander gesagt, dann können sie ja denn im Tobel vorne hinein, und immer so. Und dann, –es ist ja denn nicht so lange gegangen, haben wir dann gewusst, dass sie da hinten hinein gehen. Da hat es uns also schon "Einen gegeben"! Und wo wir dann gewusst haben, wieviel Land es uns wegnimmt, hat es uns schon unsinnig getroffen und dann haben wir dann schon hie-und-da schlaflose Nächte gehabt.
FMM: Wie war das in der Familie, wart ihr allein?
00:02:43 Sie: Wir sind eigentlich schon allein gewesen
ER: ja ja
Sie: zuerst, bis es dann einisch die "Brugg'', äh, diese «Gruppe» gegeben hat.
ER: jaja mein Bruder hat mir auch geholfen, das muss ich sagen, und dann ist die Gruppe auch gekommen und haben uns so ä chli – in die Versammlungen mitgenommen. Sie hab auch gesagt, wir sollen in den Verein kommen, aber das haben wir auch wieder nicht wollen. Und jetzt, – was soll man da noch sagen, was?
FMM: ... Wird auf euch Druck ausgeübt? Einschüchterung
00:06:15 Sie: Also es ist eigentlich schon so, jetzt hat es sich wieder beruhigt, aber eine Zeitlang ist es schon so gewesen. Oder dann haben die Leute, die einen Leute haben gesagt was wollt ihr da hinten, die einen sagen, die sollen doch kommen und die andern sagen: nein das gibts ja nicht, oder. Aber in letzter Zeit hat es sich normalisiert, wieder. Aber eben, wenn sie immer wieder kommen und etwas wollen.
Er: Auch wenn wir in diesen Wirtschaften noch sind, wir sagen eigentlich nicht so… wir tun nicht so ausrufen, oder, das können wir nicht, wir tun das eigentlich so verfolgen, oder, was sie so reden, und dann können wir wieder etwa selber weitersehen. Sonst, da kommt man nicht weit, wenn man von dem anfängt zu reden, das ist nicht so gut. Und, es gibt ja schon solche, die sind dafür, und viele andere sind dagegen. (Schweigen)
FMM: Hat sich das seelische Wohlsein verändert?
00:11:30 Er: Ja, so, da kann man schon sagen, gesundheitlich hat uns das nicht gutgetan. Vorher hat man sich gar nicht so bekümmert, wenn das noch im Radio gekommen ist über die Nagra, diese Stelle ist ja schon lange. Und wo es geheissen hat, im Wellenberg wolle sie das auch machen, dann hat man das immer verfolgt, wenn wieder etwas gekommen ist von dem. Also das muss ich selber sagen, das ist schon etwas anderes als… – und jetzt, jetzt sind wir ja sowieso immer – ja, ist es einfach. Zum Glück ist jeweils wieder eine ruhigere Phase drinnen, oder, und sonst das wäre ja – (Kopfschütteln) – es ist ja auch nicht mehr schön so, wenn man mit dem Druck herum muss… oder mir der Last, oder, ich weiss auch nicht, wie man das ausdrücken kann.
00:12:36 FMM: Geht es Ihnen auch so:
Sie: Ja, (lacht) Es ist schon auch so!
Er: Es (sie) hat es dann noch mehr mit dem Schlaf, ja es (sie) kann nicht einschlafen, oder es bedrückt "ihns" und – es ist wahr.
Sie: da haben wir wieder einen "Schutz" Ruh und plötzlich kommen die wieder, und wollen etwas "Dümma Cheibs".
Er: Es ist auch manchmal – auch von der Arbeitsgruppe hat es das manchmal auch gegeben, dass wir gesagt haben, dass wir auch wirklich studiert haben: ja, müssen sie jetzt wieder – auch von dem her – die haben auch verschiedene Ansichten. Wenn wir mit dem schon Probleme haben, haben wir nicht gedacht, dass wir zu denen in den Verein kommen. Sie haben es schon gewünscht, aber es ist jetzt glaube ich besser, und es ist uns wohler, irgendwie.
Es hat ja solche gegeben, dass sie aus dieser Gruppe aussteigen mussten, weil sie nicht mehr konnten, dann sind sie auch wieder dazugekommen.
FMM: Aus was für Gründen?
Er: Ja irgendwie …?
Sie: Aus seelischen Gründen!
Er: Auch aus seelischen, ja genau!
Sie: Oder die haben zu fest studiert, "a dem umä"!
Er: "a dem umä!" Das ist also wahr!
Sie: Wenn man durch die Nacht nicht mehr schlafen kann, so drei vier Tage hintereinander, so denkt man, nein, also jetzt, schaue ich lieber auf die Gesundheit als auf das!
00:14:11 Er: … "ä chli" abschalten kann!
FMM: Denken die Nagra Leute an solche Aspekte?
Er: Jaa (Kopfschütteln) sie wollen schon helfen, aber ich weiss nicht, ob sie helfen können? Dieser Druck…
FMM: Und Jetz kommen wir Filmer noch!
00:15:50 Sepp und Bernadette hören in Grossaufnahme zu:
FMM: Was soll man mit den AKW's machen?
Sie: (lacht) Abstellen! Wir können wirklich nicht mehr so viel brauchen, oder. Es geht manches auch ohne oder z.Bsp. auch beim Kochen. Man kann mit dem kombinierten Kochherd auch kochen.
ER: Holzware genug da.
Sie: Aber äbä!
Er: Es geht ringer…
Sie: …wenn man nur andrehen kann.
Er: Als so ein "Schutz" dem Holz nachlaufen.
FMM: Milch wird ja auch kontingentiert, warum nicht auch der Strom?
00:17:27 Er: Mit Kontingent ist auch nicht jeder zufrieden.
(Sepp schüttelt ungläubig, nach Gedanken suchend herum. Sepp hört mit tragisch-interessantem Gesicht zu!!!)
Wieder schwenk auf Bernadette.
00:19:40 FMM: Habt ihr auch über den Sinn des Films nachgedacht?
Er: Das haben wir schon auch nachgedacht.
Sie: Das ist sicher gut.
Er: Dass es kann Wirkungen haben. Wenn jetzt einer dafür ist, in dieser ganzen Sache, und dann einer kommt und immer jammert, der sagt dann schon: schau jetzt dort, und so. Das glaube ich schon, dass es solche gibt, und dann gibt es wieder andere die sagen: Ja, das ist wirklich ein armer Cheib, oder so. Aber es gibt es. Es gibt solche. Da sieht man ja noch manchen Film… lacht ...
00:24:07 Ende V 29-Niederberger