Zumbühl Toni, Landwirt, vom Unterst Gerenmattli
und
Hess Toni, Landwirt, Schürmatt
(Frau: Margrit Hess, Sohn: Robert, Tochter: Heidi)
00:02:42 Zumbühl: Ja, ich bin der Zumbühl Toni vom untern Gerenmattli, und eben mich betrifft das da hier von der Nagra, dass sie dort drüben seismische Sprengungen machen möchten, auf der Liegenschaft Schwand, und ich habe eben Bedenken deswegen, weil es Lehmboden ist, ganz nass, zum Teil direkt sumpfig. Oben haben wir etwa 70 - 80 cm Rieselboden. Das Wasser, das verzieht es bis auf eine Lehmschicht hinab, und unsere Befürchtungen ist einfach, wenn die seismischen Sprengungen ausgeführt werden, dass es das Zeug in Bewegung setzt, dass wir mit weiteren Erdrutschen rechnen müssen.
00:03:27 Fredi: Wo?
00:03:32 Zumbühl: Von da, das ist so der mittelste Teil, das ist praktisch alles meine Liegenschaft. Das sind das ganze samt Wald sind es 12 ha.
00:03:44 Fredi: Und ist das Ried, wie wird es bewirtschaftet?
00:03:49 Zumbühl: Das wird im Jahr einmal im Herbst wird das bewirtschaftet. Das Magerheu, das wird zwischen Juni und bis Ende August in der Zeit nutzt man das Magerheu. Das ist einfach, man nimmt einmal einen Schnitt.
00:04:09 Fredi:
00:04:15 Hess: Ich bin der Hess Toni von der Schürmatt, ich habe eben auch da drüben unter dem seinen zu, habe ich da einen Bitz Land, und ich befürchte das eben auch sehr, was er sagt, wenn das versaut wird, oder. Es ist nicht interessant, wenn man hier von der Kirche aus schaut, wenn das einmal hinaus müsste, was man da einen Graben hätte, ich sehe das nicht, das ist einfach Wahnsinn, wenn man da sprengen will.
00:04:51 Fredi: Was ist die Gefahr?
00:05:22 Hess: Es wird einfach eine Linie, einfach all 20m wird gebohrt, 2m tief, oder. Und da drüben eben unter einem Meter ist vielleicht dann eben der Lehmboden. Und dann kann das drin unten, das gibt doch dann eben eine Verdrängung am Boden und dann kommt das Wasser dort hinab, das kann sonst nicht fliehen. Wenn dann eine Lockerung ist, das kann wie ein See so, und das kann nach Jahren kann das vielleicht, es ist eben ein Anfang, wo es es dann eben geben kann, dass es eine «Rüfe» auslösen kann.
00:05:56 Fredi: Nagra … Umgang?
00:06:08 Hess: Ich habe es ihnen schon gesagt, und auch dem Nagra Chef da selber, oder, habe ich geredet, dass er gesagt hat: Ja das ist sowieso Rutschgebiet, oder, zuerst hat er gesagt, sie würden alles 100%ig wieder in Ordnung tun, wenn es Schäden gäbe. Danach sagte ich: Ja, aber das wolle ich dann schriftlich. Dann hat er gesagt: Ja, aber es ist ja sowieso Rutschgebiet. Und danach, ich stelle mir vor, dass sie uns danach einfach herablassen und sagen: Es wäre ja sowieso abgefahren. Aber es ist immerhin, wenn man noch dazu hilft. Ein Normaler darf das ja nicht machen, einfach da sprengen gehen. Auf der einen Seite wollen sie ja ein Naturschutzgebiet, ich bin nicht ein Grüner, aber eh, ich meine «e chli» wie es ist, sollte man es glich noch sein lassen.
00:07:00 Fredi: Bauern haben 20 kg Sprengstoff?
00:07:15 Zumbühl: Das stimmt also auf keinen Fall, das ist ja sogar heutigen Tags verboten. Und der Sprengstoff nützt mir überhaupt gar nichts, wenn ich ihn nicht anwenden darf, es darf ja jemand nur noch mit einem Sprengbrevet sprengen, der den Ausweis hat, und. die sind heute sehr streng. Und ich glaube es nicht, dass einer hier … kleinere Mengen vielleicht, vielleicht von einem Kilo zwei, dass das der eine oder andere hat, aber solche Mengen glaube ich nicht, denn einer der den Ausweis hat. bekommt nämlich aufs Mal gar nicht viel mehr.
Fredi: Bösartige Unterstellung?
00:07:49 Zumbühl: Ja. ja, ich glaube es nämlich gar nicht, dass man so viel herum hätte, das ist unmöglich.
00:07:59 Hess: Man müsste schauen, ob man alles in allem 20 kg zusammenbrächte, ich glaube es nicht. Also ich, stell Dir vor, das gibt es doch nicht.
00:08:09 Zumbühl: Bekommen tut man heute keinen Sprengstoff. Bei einem Baumeister könnte man vielleicht beziehen. Passiert etwas, dann ist er der Haftende, dann wird nachgeforscht, dann heisst es, bei der Baustelle so und so hat er Sprengstoff bezogen, und nachher wird der dort gestraft. Das ist nämlich schwer verboten. Und heute hütet sich jeder Baumeister, einem Privaten an einem Ort Sprengstoff zu geben.
00:08:32 Fredi: Wie wehrt Ihr Euch?
00:08:40 Zumbühl: Die seismischen Sprengungen? ich sage einfach nein.
00:08:48 Hess: Ich lasse sie einfach nicht, Ich habe es dem Herrn auch gesagt, also ich lasse mich nicht sprengen, und vielleicht der daneben auch nicht. Im Volksblatt hat es ja geheissen, dann gäbe es vielleicht auf dem Papier einen weissen Tätsch.
00:09:04 Fredi: Auf welchem Papier?
00:09:10 Hess: Bei den Resultaten dänk.
Fredi: Drohen sie nicht mit Enteignung?
00:09:33 Zumbühl: Also für das Endlager dort hiess es das. Hier hätte ich jetzt noch nichts sagen können mit dem Enteignen. Es wurde schon etwa gesagt, eben für das Endlager, falls es wirklich bewilligt würde vom Bund oder so, und die Bauern auch dann nicht wollten, dass man sie einfach enteignen könne. Aber ich glaube noch nicht, dass es so flink geht. Es sind ja hier Innerschweizer, und ich habe das Gefühl, oder ich hoffe es sogar, dass der eine oder andere dann richtig die Stange hinhält. Nämlich früher verreisten wir mit den Vögten, es wird «undereinisch» wieder so weit kommen, dass wir wieder mit ihnen gehen müssen.
00:10:10 Fredi: Und Ihr seid entschlossen dazu?
Zumbühl: Ja eindeutig. Man sollte nicht mit Gewalt müssen, das ist eigentlich nicht angebracht, aber wenn sie uns herausfordern, direkt, ich habe das Gefühl, etwas muss man ja machen, jeder.
00:10:32 Fredi: Wehrt ihr Euch auch gegen das Endlager?
00:10:59 Zumbühl: Teils ist es schon auch mit, dass wir das Endlager ja nicht wollen. Wir haben ja nichts von diesem Dreck produziert. Es ist ja nicht von uns, das Zeug. Und wir brauchen auch gar kein Atom hier, es geht ganz gut sonst. Und der Atomabfall, den es eigentlich gibt aus Spitälern und Krankenhäusern, der wäre noch zu versorgen, wo man nicht so etwas machen müsste. Und man will ja die Sondier Bohrung und den Stollen grad alles miteinander anfangen, und ich habe das Gefühl, wenn man den kleinen Finger gibt, kommt man um die ganze Hand. Und man ist mit diesen Herren, wir haben das jetzt gemerkt, man ist nicht immer wahrheitsgetreu angeredet worden. Es wird immer noch ziemlich Ware verschwiegen. Sie haben nämlich ganz andere Gedanken, als dass sie uns preisgeben.
00:11:50 Fredi: Beispiel?
00:11:54 Zumbühl: Ja ein Beispiel, man weiss jetzt von anderen Orten, dass sie ihnen Sachen versprochen haben, und dadurch ist das Volk einfach total misstrauisch. Es ist auch bei der eigenen Regierung, es wird ja nicht gesagt, was hintendurch gemacht worden ist.
00:12:14 Fredi: Ist die Regierung noch Vertretung des Volkes?
00:12:39 Zumbühl: Man hat keinen Glauben mehr, man hat doch gemeint, man habe einmal … Ein jeder, der in ein Parlament hinein gewählt wird, denkt man immer, man habe den besten Mann. Und mich dünkt es, sobald als einer sein Ziel erreicht habe, ändert er seine Meinung. Das ist vielfach so. Es ist grad innerhalb des Gemeinderates ist das noch so. Bis sie im Gemeinderat sind, vertreten sie die Meinung des Volkes, der Gemeinde, und dann nachher haben sie ihre eigene Meinung, hören sie gar nicht mehr auf das Volk. Und das finde ich e chli schad.
00:13:18 Zumbuhl: Ja sicher, es ist schon, ich weiss nicht, wie ich das jetzt sagen soll, wir hatten vorher da wegen diesem Abfall, oder. Etwas machen muss man ja, da bin ich einig, und ich meine einfach, das sollte man an einem Ort versorgen können, wo nicht Leute drauf oben leben. Dass etwas gehen muss, ist ja dänk schon klar, aber das stelle ich mir nicht vor, dass sie so etwas machen. wo Leute leben. diese Ware darunter reinbeigen. Oder, was ich weiss, gibt das Strahlungen, und in 1000 Jahren werden sie erst auf die Hälfte abgebaut, das ist etwas Unendliches, ich weiss nicht. Bei denen kannst du nachher nur den Grabstein filmen, die stehen ja dann nicht Rechenschaft, wenn das drin ist.
00:14:19 Fredi: Verantwortung für 1000 Jahre?
00:15:04 Zumbühl: Ja ich habe das Gefühl, Anno dazumal und heute, das wäre jetzt ein riesiger Unterschied. Heute würde man sagen, die hätten anno dazumal gesponnen, die hätten nicht weit gedacht, die hätten nicht für die nachfolgende Generation gedacht. Und ich stelle mir vor, das ist genau dasselbe heute. Vielleicht bis in ein paar Generationen später werden die genau das gleiche sagen, die haben nicht weit gedacht.
00:15:33 Fredi: Ist Widerstand Verantwortung übernehmen für künftige Generationen?
00:15:43 Zumbühl: Sicher, sicher, man sollte nämlich für die späteren Generationen sollte man e chli weitblickend denken. Und hier, ich weiss selber nicht, wenn hier sagen wir jetzt ein Endlager sein sollte. Mit dem Müll müssen sie jetzt alles durch ein Tal nach hinten kommen. links und rechts ist alles bewohnt. Es denkt aber kein Mensch, es könnte mal einen Unfall geben auf der Strecke. Ja wie weit wäre das hier, es wäre genau in einem Talkessel innen, sagen wir mal von Hergiswil bis Richtung Engelberg, das täte nicht so schnell verflüchtigen, je nach dem Wind, könnte es dann grad auch ein ganzes Tal ausrotten. Man muss mit dem auch rechnen, man kann nicht das Gefühl haben, es sei ungeschoren. Es heisst, man komme mit der Bahn. Es gibt heute auch Bahnunfälle, die nicht sein müssten, oder eben über die Strasse auch. Und dann kommen sie noch durch dicht besiedelte Ortschaften hindurch, hier mit dem, also ich finde, das ist auch ein bisschen ein Risiko. Da sollte man schon e chli weitblickender sein.
00:16:49 Fredi: Wieso kippen die Regierungsleute um? Sachzwange?
00:17:34 Zumbühl: Ja, zum Teil, habe ich das Gefühl, spielt bei diesen Herren auch noch ein wenig das Geld eine Rolle. Sie wollen den Ast erklimmen hier, zuoberst hinaufkommen, es ist ihnen wegem Geld. Bis sie so weit sind, müssen sie ja dem Volk, was das will, geben sie ihm recht, bis sie oben sind, nachher bilden sie dann ihre Meinung selber. Nachher stehen sie nicht mehr zum Volk, wie sie sollten, und das drückt mich eben ein wenig. Wir haben ja unsere Vertreter, die eine Gemeinde vertreten sollten oder einen Kanton. Die sollten dort die Leute vertreten, ich würde sagen, die Kantonsbehörde, die sollte die vertreten bis nach Bern hinauf, sie bilden aber nur ihre Meinung, und fragen das Volk nicht. Und wenn das Volk z.Bsp. an der letzten Landsgemeinde wurde das abgelehnt, und grad mit der Handumdrehung haben sie wieder das Gegenteil mit den Berner Herren dahergemacht. Und das finde ich nicht, da muss man das Zutrauen total verlieren.
00:18:38 Fredi: Gibt es da Abhängigkeiten?
00:19:10 Also glücklicherweise ist nur der Gemeinderat praktisch zusammenhaft, und das Volk ist wieder einer Meinung. Das ist anfangs, kann man sagen, das grosse Glück. Es hat ein paar Unternehmer oder so, die das Gefühl haben, sie konnten vielleicht noch einmal etwas profitieren, wenn hier gebaut wird.
00:19:33 Es ist einfach schade, in einer Gemeinde drin, es gibt doch einfach eine Spaltung in einer Gemeinde. Die gewissen sind schon dabei, oder, das ist nicht gut, gar nicht.
00:19:47 Fredi: Gibt es in der Schweiz zwei Welten?
00:21:42 Zumbühl: Ich jetzt zwar eigentlich nicht so, über das hier
00:21:50 Hess: Gedanken macht man sich sicher schon, es wird schon übertrieben alles. Wenn man eigentlich das anschaut, die letzten 20 Jahre und vorher, nur das, das ist nicht lange, 20 Jahre gegen vorher, und dieser Fortschritt, diese Wissenschaft und Technik, die macht halt zuletzt die Welt kaputt, das schon ganz sicher. Der Komfort und alles, das ist, es wird zum Abgrund.
00:22:27 Ihr habt intakte Welt?
00:22:38 Hess: Man hat nicht so den Kontakt noch, ein wenig mehr Freies da oben, aber doch, du musst es, du siehst es doch, es geht immer vorwärts, und immer, man tut dazu, oder.
00:22:51 Fredi: Fortschritt hat auch Vorteile?
00:23:05 Hess: Es ist einfach der Wohlstand, löst das aus, oder. von dort her kommt das, jeder will es schön haben und gut leben, oder. Und wenn man das einmal … zurückstecken ist nicht so ring. Wenn du es einmal erlebt hast, schön, in der Ordnung, keine Widerstände mehr hast im Leben, die haben, was sie wollen, oder. Und wenn man ja selber gern neuzeitlich ist, oder. Aber es ist einfach, es führt einfach zu weit. Es geht nur, wenn du dann anfängst zu verzichten, oder.
00:23:51 Fredi: Habt ihr auch das Gefühl, man lebe in einer gefährlichen Umbruchzeit?
00:23:56 Zumbühl: Das stimmt schon, das stimmt eindeutig. Man sollt e vorsichtig sein, wie we1~ man es jetzt anfangs treibt, also das ist eindeutig so. 22 48 Fredi: Geht Ihr an die Landsgemeinde?
00:25:10 Zumbühl: Also ich gehe schon an die Landsgemeinde, immer. Das ist mir ein wichtiges Anliegen, schliesslich werden ja an der Landsgemeinde Kantonsgeschäfte da erledigt, wo in anderen Kantonen geht ja alles nur per Stimmzettel, und hier hat man wenigstens noch eine öffentliche, eine freie Meinung. Nur reden gehe ich nicht, ich bin kein Redner, aber man kann sich die Meinung machen, was andere dort reden. Dann tut man sich so eine Meinung machen, und kann dann auch stimmen, dem was man für gut findet.
00:25:44 Fredi: Könnte die Regierung weggewählt werden?
00:25:56 Zumbühl: Es wäre grad gar nicht ausgeschlossen, wo etwas so nicht auch noch zustande käme, wenn die ganze Bevölkerung nicht einverstanden ist mit der Meinung, die die Regierung hat, jetzt dann müsste mann etwas anderes auch machen. Nur muss ich jetzt auch noch sagen, was am Bannalpwerk anno dazumal passiert ist, heute käme es ganz sicher nicht mehr. Nur wegem Wasserfall, wurde da … Anno dazumal galt er als einer der schönsten Wasserfälle der Schweiz, und heute würde jetzt nur noch, heute hätten wir jetzt eben die vom Heimatschutz und die Grünen, wo sich jetzt mit Händen und Füssen wehren würden. Der käme jetzt nicht mehr, obwohl für den Kanton war das ja hier ein riesiges Geschäft. Von dort tun wir auch heute eigentlich noch gut profitieren.
00:26:45 Und es wäre auch die Möglichkeit, wenn wir Mühe haben mit der Energie, z. Bsp. die Maschinen, wenn die jetzt neuzeitlicher gebaut würden, z. Bsp. die Maschinen, die jetzt hier in Nidwalden sind, also hier in der Kraftwerkzentrale Oberrickenbach, und das in Wolfenschiessen, da haben sie jetzt die Maschinen umgebaut, da können sie einem schönen Rest mehr Strom produzieren, seit die umgebaut sind. Und es sei noch ein riesiger Haufen Werke in der Schweiz drin, die sie noch gar nicht gemacht haben. Und wenn die jetzt alle ein wenig umgebaut würden, dann müssten wir gar nicht so Angst haben. Und ich glaube immer, wir brauchten schon einem Rest weniger Strom, wenn man nur so an einem Abend schaut manchmal, die Beleuchtungen, die unnützen Reklamen Beleuchtungen, so etwas, brauchte es eigentlich gar nicht.
00:27:39 Fredi: Sind Sie grün?
00:28:18 Hess: Ein Bauer ist selten grün!
Fredi: Was sind dann das für Leute?
00:28:24 Hess: Ich weiss auch nicht, die haben nicht die gleiche Meinung wie ein Bauer. Irgend einfach etwas, wo sie grübeln können, ich weiss jetzt nicht, wie ich das sagen muss, wie jetzt ein Bitz Ried, oder, das sollte für sie schöner sein, wenn das bliebe, drainieren (entwässern) darfst du ja nicht mehr. Und ich weiss nicht, wieso die das machen, die Kröten und das Zeug, jedenfalls hier kann es gliich leben, wenn die Riete nicht sind …
00:29:07 Fredi: Leidet ihr unter den Naturschutzvereinigungen?
00:29:21 Hess: Ja es ist ja, das wegen dem Güllen auch, dort habe ich auch Verständnis, es gibt auch solche unter denen, oder, die das übertreiben, und dann müssen alle andern auch drunter leiden, oder. Wenn einer dumm tut, dann sagen alle: die Grünen oder. Oder irgendeinen Weg oder so, das tun sie eben auch, wie jetzt manchmal Strassen, auch Waldstrassen, das fechten sie auch an, oder, dass es das nicht geben sollte, und ich weiss nicht, es ist auch nicht ganz richtig gedacht, oder. Man muss doch die Erschliessungsstrassen haben im Wald, dass man den Wald pflegen kann, das dünkt mich einfach, das muss sein. Oder, man muss ja machen, dass man es noch bewirtschaften kann, sonst rentiert es ja gar nicht, oder.
00:30:21 Fredi: Kommt die Nagra auf den Wellenberg, weil es politisch am ringsten ist?
00:31:13 Zumbühl: Es kostet sie am allerwenigsten hier, es ist an einer Kantonsstrasse zu grad, das Endlager, das sie machen wollen, an der Bahnlinie an. also es kostet am allerwenigsten, gegen sagen wir jetzt einmal Graubünden. Da sagte einer der Nagra, das letzte Jahr: Geld spiele keine Rolle, aber sie hätten für über 20 km eine Zufahrtsstrasse dorthin zu machen, und zwar nur für das Projekt. Und hier wären sie grad im Zentrum drin. Aber ich kann mir das jetzt nicht erklären, warum man dann, im Zentrum sind ja die Leute, warum dass man dann bei den Leuten zu, das grad macht, und am andern Ort. ich sage nicht, das müsse in Graubünden sein, aber dort wäre es weit abgelegen, und zwar auf einem Hochplateau. Und wenn schon Geld keine Rolle spielt, soll man auch an solchen Orten schauen. Und geologisch wäre es scheints am idealsten dort. aber hier wäre es ein wenig billiger.
00:32:10 Drum ist man dänk auf der Meinung. und ich stelle mir immer vor, da würde ja Ware versorgt, die wir nicht kontrollieren könnten. Es heisst schon, wir hätten derer eigener Leute im Kanton drin, aber mit Geld lässt sich heute vieles machen. Dann sieht dann einer etwa nicht, was auf der Kiste angeschrieben ist, die verreisen muss. Und das ist ein Problem … wo ich das Gefühl habe, da verreise Ware, wovon wir nie wissen.
00:32:45 Fredi: Wir müssten doch Vertrauen haben?
00:33:04 Zumbühl: Das stimmt, man sollte Vertrauen haben, aber man sollte zwischenhinein auch nicht wieder angeschwindelt werden, in dem Moment geht wieder das Vertrauen zurück.
00:33:20 Fredi: Gibt es noch etwas?
00:33:40 Zumbühl: Moralisch gut fassen muss man sich auf das hier, vorab nehmen, ich habe das Gefühl, das ist am besten. Vorab nehmen, und dann nachher, es zeigt sich vorzu, wenn es so weit ist, dann kann man auch wieder die Meinung sagen. Ich hoffe, man könne mit den Herren reden! Ich hoffe nur das, sie haben Verständnis!
00:34:05 Fredi: Widerstand hat sich gelohnt?
Zumbühl: Sicher, das ist gut!
00:34:17 Hess: Das ist sicher gut, dass der Widerstand gekommen ist, sonst …, wir haben ja auch das Recht, uns zu wehren, oder, wir müssen darauf oben leben, und es ist nicht wegen uns, es ist einmal wegen den Jungen, das ist …, ich sehe da an eine Wand, wenn das kommen müsste.
00:34:38 Fredi: Was heisst das?
00:34:42 Hess: Weil es sich das erst in 1000 Jahren um die Hälfte abbaut, oder, und die Strahlen, die bestehen, oder. Das ist irgendwie etwas wie eine Wasserader, so wie ich informiert bin. Wenn du darauf oben lebst, du hältst es ja auch nicht aus auf einer Wasserader oben, wenn du Jahr aus, Jahr ein, oder?
00:35:07 Fredi: Was ist die Gefahr des Felssturzes?
00:35:40 Hess: Ja, wir haben da das Gefühl gehabt, wenn da der Stollen gemacht wird, dann wird da gesprengt drin, und das gibt immer eine Erschütterung. Es ist einfach eine lange Sache, bis der Stollen gemacht ist, und das tut dann eben lang, oder, wenn es dann angestrengt wird.
00:36:03 Fredi: Welcher Berg?
00:36:14 Hess: Der ist gerade oberhalb der Liegenschaft Schürmatt und Hofstatt, und so gross wie zwei, drei Häuschen ist der, so gross, wo gelöst ist. Oben ist ein Spalt, so etwa 2m oben, öppen richtig wäre, wenn der öppen gemessen würde, da ist nie nichts gemacht worden. Und wenn der kommt, da kommt dann schon Ware, von oben herunter.
00:36:44 Fredi: Wäre das Haus bedroht?
00:36:50 Hess: Ja darunter zu ist eben der Bach, oder, und davor ist der Stausee, wenn der Sturz wäre, dann könnte es dann den Bach momentan vermachen, oder, und das könnte also schon schlimme Folgen haben.
00:37:08 Fredi: Ist der Berg brüchig?
00:37:13 Zumbühl: Total. Total brüchig ist der. Der ist ja, wenn man ihn anschaut, ist ja der total wie zusammengestossen. Und da hält nichts aneinander. Und da sind ja verschiedene Farben Gestein, das sind die verschiedenen Schichten, die hier sind, und das ist gar nicht kompakt. Und wenn da ein wenig Regenwetter ist, nachher fallen da Steine hinunter. Man kann drüben schauen gehen, unten dem Felsen entlang, kein normaler Baum ist, der nicht angeschlagen ist von diesen Steinen. Und doch sollte man den Wald als Schutzwald auch noch sein lassen können. Und ich stelle mir vor, wenn dann hier dieser grosse Stein hier oben durchkommt, der eben doch ziemlich gross ist, den Bach staut, nachher ist in Wolfenschiessen, eventuell, was man ja nie hoffen tut, waren dann eben die Liegenschaften hinten durch, wären dann alle in Gefahr, wenn dann hier so ein Sturzbach hinab müsste, mit Schutt und Material. Man müsste ja da vorne den Staudamm aufmachen, eventuell täte es sich automatisch sonst an einem Ort auf, und das gibt gewöhnlich einen unseligen Haufen Material.
00:38:22 Fredi: Wo ist der genau?
00:38:43 Zumbühl: Praktisch ganz rechts, der Stein, er hat ein paar kahle Tannen, man sieht von hier aus, angerissen hinten hinunter, von rechts nach links hinten ist es ein kleines Tannenwäldchen. Und rechts drunter ist gelber Fels, und darauf oben steht der, und der ist noch so schräg angeschnitten. Und wenn der herunterfällt, der hat nicht lange, der ist dann schnell drunten. Und herwärts sieht man, ist alles «abgebrosmet» (abgebröckelt). Da kommen vielleicht von 10, 20 m3 Stein, das ist ganz locker, das Zeug, da drüben. Hauptsächlich im Frühling, wo der Frost noch ein wenig schafft, und der ist ja nicht …, also der zieht das Wasser an, der ist so zerrissen, wo das Wasser hinein kann, und dann kann der Frost noch schaffen, und somit ist eben die Gefahr auch noch grösser, dass da etwas passiert.
00:39:43 Fredi: Ihr habt doch eine Begehung gehabt?
00:39:53 Hess: Sie getrauten sich nicht zu wohnen, darunter zu.
00:39:55 Zumbühl: Sie durften gar nicht schauen gehen, sie kamen nicht dazu, sie hatten zu wenig gute Schuhe an. Wir wären gewillt gewesen, mit ihnen auf Umwegen dazu zu gehen, aber sie hatten zu wenig gute Schuhe an, sie konnten gar nicht … Dann war es noch bald einmal gut, sie würden es kapieren, was wir sagen wollten.
00:40:18 Hess: Abseilen lassen wollten sie sich nicht. (Gelächter)
00:40:22 Fredi: Wer war das?
00:40:33 Zumbühl: Drei Herren vom Bundesamt, und drei Herren waren es von der Nagra. Je ein Rechtsanwalt, einer vom Bundesamt, einer von der Nagra, und die andern waren sonst bei der Nagra angestellt, oder zwei von der Nagra und zwei vom Bundesamt. Mit Namen könnte ich sie nicht einmal nennen. Aber auf alle Fälle war je ein Rechtsanwalt dabei, und von der Nagra ein Geologe, der dabei war. Und der ist den ganzen Sommer hier im Gebiet herumgelaufen. Ich weiss nur, er hat zuletzt im Grat oben dann noch so gesagt, was er so vernommen habe, das habe er alles schon lange gewusst.
00:41:11 Fredi:
00:41:14 Zumbühl: Ja, er wollte eben dann nicht darauf eingehen, was wir hier gesagt haben, er wollte das einfach nicht glaubwürdig machen. Und wir wissen doch ganz sicher, wenn wir in diesem Gebiet schon wohnen, wir wissen ja, wie sich das Gebiet verändert immer, ich war vorher mal drüben gewesen, ich konnte ihnen sagen, innert drei Wochen, verschiedene Orte, wie sich der Boden verändert hatte. Am einten Ort hatte er sich gesenkt, am andern Ort ist er wieder gekommen, obwärts. Wenn da einige Tage wüst sind, dann kommt es darauf an, wie der Mondwechsel ist, wenn er abnehmend ist, ist die grössere Gefahr, dass hier dann ein Rutsch heraus geht.
00:41:57 Fredi: Das ist eine Beobachtung?
00:42:05 Zumbühl: Ja, das ist nicht nur von mir allein, von andern auch, die das so beobachten konnten.
00:42:12 Fredi: Hatten die eine Stadtausrüstung?
00:42:20 Zumbühl: Es regnete eben leider noch, an jenem Tag. Wir waren einige umliegende hier von unserer Gemeinde, es waren von Wolfenschiessen, und eben diese Herren von der Nagra und vom Bundesamt. Leichte Wanderschuhe waren es!
00:42:58 Die drei Herren total
00:44:36 Portraits der beiden Bauern
00:46:40 Berg mit Zeige-Arm
00:48:38 Fredi:
00:48:54 Hess: Ja, grad darunter sind ja wir, oder, und der Nachbar, der wäre dann eigentlich noch näher. Und wenn diese Masse kommt, dann geht dann schon einmal etwas, dann lachen wir dann schon. Aber man muss immer das bessere hoffen, er bleibe oben. Aber man sollte nichts dran machen!
00:49:17 Fredi: Was sagte die Nagra auf diese Befürchtungen?
00:49:31 Hess: Ja, gesagt wurde, da werde nur «gediggert», nicht gesprengt, das haben sie dann gesagt, ich weiss es nicht, bei einem Stollen, habe ich gemeint, da werde immer gesprengt.
00:49:44 Fredi: Was ist das, «diggern»?
00:49:52 Hess: Abspitzen, oder, ja fräsen kaum, ich kenne nur das Heraussprengen.
00:50:00 Zumbühl: Aussen an einem Bagger, der Bagger hat aussen, sagen wir, wenn wir ihn hier sehen einen Löffel, und dann nachher nimmt man den Löffel weg, und dann ist sagen wir so ein dicker Meissel, etwa so ein langer. Und dann nachher können sie ansetzen, und nachher müssen sie noch das Gewicht vorne am Bagger, je nach dem, können sie andrücken, und das gibt eine Vibration, der hämmert kurz, und der hat eine unheimliche keiben Gewalt, hat das do… (Einfamilienhäuser etc) Es ist ein wenig eine mühsame Sache, ein unheimlicher keiben Lärm, das ist einfach, das tönt so grell, da kann man ja nur mit Ohrenschutz kann man dort dabei arbeiten.
00:51:14 Familie Hess
00:54:40 Bauernhaus und Landschaft
00:56:59 Liegenschaft
Aufnahmen Ried
00:57:59 Ende V 27