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Band Nr. V26, Video-Protokoll: "Der Grüne Berg", Klara Zumbühl (Tochter von Beat Zumbühl): Verkäuferin (1990, Fredi Murer)


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SignaturF 9103-26
BestandF_9103 Dokumentation DER GRÜNE BERG [VIDEO]
Bestandesbeschrieb

Die Nationale Genossenschaft zur Beseitigung radioaktiver Abfälle (NAGRA) plante Ende der 1980er im "Wellenberg" bei Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden ein Endlager. Fredi M. Murer dokumentierte in seinem Film "Der grüne Berg" (1990) den Widerstand der Bevölkerung und die politischen Aushandlungsprozesse. Der Film wurde 2025 digitalisiert und restauriert. In diesem Zusammenhang wurde auch das S-VHS-Kassetten vorhandene Rohmaterial der Interviews digitalisiert. Der Bestand Dokumentation DER GRÜNE BERG umfasst 57 Interviews, die Fredi M. Murer 1989 und 1990 mit der betroffenen Bevölkerung, Vertretern der NAGRA, Widerstandsgruppen, Politiker:innen und Wissenschaftler:innen führte. Das Material wurde im Rahmen eines Memoriav-Projekts und der Unterstützung des Kantons Nidwalden (Amt für Kultur) digitalisiert. Als Basis für die Erschliessung dienten schreibmaschinengeschriebene Transkripte von 1990 (oft ins Hochdeutsche übertragene Wortprotokolle), die orginal wiedergegeben werden. Zur besseren Orientierung im digitalen File wurden sie mit Timecodes versehen und mit einem Abstract ergänzt.

Die Nationale Genossenschaft zur Beseitigung radioaktiver Abfälle (NAGRA) plante Ende der 1980er im "Wellenberg" bei Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden ein Endlager. Fredi M. Murer dokumentierte in seinem Film "Der grüne Berg" (1990) den Widerstand… — mehr...

AbstractKlara Zumbühl arbeitet in Wolfenschiessen in einer Bäckerei und wohnt im Elternhaus. Die Nachricht vom geplanten Endlager löste bei ihr zunächst Ohnmacht und Angst aus: Sie fühlte sich allein gelassen, obwohl sie intensiv mit Freunden sowie Familie sprach und empfand völlige Hilflosigkeit. Später erkannte sie, dass die Debatte wichtig ist, um gesellschaftliches Umdenken zu bewirken. Im Dorf herrsche Scheu, öffentlich zu sprechen; viele verdrängten das Thema oder fürchteten gesellschaftlichen Druck.
Für Klara besteht die dringende Notwendigkeit, Atomkraft und Abfallproduktion an sich zu stoppen, anstatt Zwischenlager in den Bergen zu errichten. Sie sieht die Natur als Lebensgrundlage, die nicht zerstört werden darf, und versteht den atomaren Abfall als eigenproduzierten «Dreck», den man in die Natur bringt. Die Nähe der Bohrstellen empfindet sie als Fremdkörper im vertrauten Lebensraum.
Klara plädiert für eine grundlegende Reduktion von Konsum und Energiebedarf, um Ressourcen zu schonen. Sie betont die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen und die Ungewissheit betreffend langfristiger Risiken. Wäre sie in der Regierung, würde sie auf erneuerbare Energien wie Wasser, Sonne und Wind setzen.
In ihrem Austausch mit anderen bzw. ihrer Opposition hat sie einerseits gelernt, wie man solche Diskussionen mit Andersdenkenden führt, aber auch andererseits erfahren, wie die eigene Opposition auf Emotionen reduziert wird. Sie verlangt deswegen respektvolle Austauschbereitschaft (im Dorf und darüber hinaus) trotz hoher Emotionalität.
Im persönlichen Umfeld spüre sie Unsicherheit und Zurückhaltung, da viele nicht offen darüber sprechen (wollen). Deswegen hofft sie auf einen empathischen Dialog, in dem Ängste ernst genommen werden und es zu einem grundlegenden Umdenken in der Bevölkerung und der Regierung kommt.
Urheber
  1. Murer, Fredi M.
Copyright
Schlagwörter
  1. Umwelt
  2. Umweltpolitik (allgemein)
  3. Abfallwirtschaft
  4. Abfalllagerung
  5. Lagerung radioaktiver Abfälle
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
  3. Nidwalden
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1981-1990
  5. 1989
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1981-1990
  5. 1990
Verleger
  1. Murer, Fredi M.
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
  3. S-VHS
Sprache
  1. schweizerdeutsch
Detailinformation
Klara (Kläri) Zumbühl, Verkäuferin in Bäckerei, Langacher, Wolfenschiessen-Dörfli.
(Tochter von Beat Zumbühl mit Geissli)

00:01:24 Wer bist Du?

00:03:36 Also ich heisse Klara Zumbühl und bin 29-i und schaffe in Wolfenschiessen in einer Bäckerei. Und wohnen tu ich noch daheim. Im Langacker, das gehört zu Wolfenschiessen.

FMM: Wie ist die erste Erinnerung an die Nachricht?

Es ist im Moment Ohnmacht gewesen, also man ist "verchlipft", dass es überhaupt da "hinderä" kommt, ja dass man einfach das Gefühlt hat – ja das kann man nicht so sagen. Im Moment ist man einfach erschrocken, oder, man hat einfach gesagt: Nein, da hinten nicht. Es ist - ja man hat Angst gehabt es ist auch etwas Fremdes, es ist ...

FMM:

00:05:24 Nein, man hat das Gefühl gehabt, man ist einfach allein… und ja wir haben das Gefühl gehabt, es hilft uns überhaupt niemand und - automatisch hat man viel miteinander geredet, wir haben viele Gespräche gehabt und wir haben einfach das Gefühl gehabt, wir können nichts machen was die andern uns sagen, das müssen wir ertragen.
Nein ich habe gesagt: Nein das gibt es nicht, das darf doch nicht sein, da "hinderä" in unsere Gegend und da ist alles noch schon, ja, dass es einfach da "hinderä" kommt, dass wir das müssen. Und doch habe ich später gefunden, es ist sicher auch gut, dass es hierherkommt, also gut einfach vom menschlichen her, dass wir aufgerüttelt werden, eine Entwicklung durchmachen mussten für da hinten, dass das einfach auch gut ist. Dass das Thema… dass das schlecht ist, das weiter zu produzieren, oder. Dass wir wirklich an einem anderen Ort anfangen müssen, und zwar an einem Grund anfangen, mit dem aufzuhören, oder, dass wir es nicht versorgen dürfen, zuerst ein Loch finden und einfach weitermachen, sondern wirklich, dass man das wirklich nicht mehr machen darf.

00:07:34 Schon mehr, um uns aufzurütteln, was wir eigentlich machen, dass wir das wirklich nicht mehr machen dürfen. Es ist eigentlich Dreck, es ist traurig, wenn wir Dreck versorgen müssen den wir produzieren. Und einfach gegenüber der Natur, das ist einfach das grösste für mich, Natur ist Leben und Leben zerstört man nicht. Und sie gibt uns ja alles, sie gibt uns so viel zum Leben und mehr brauchten wir nicht. Und wir machen etwas, wo wir versorgen müssen…
Zuerst aufhören mit dem Weiterproduzieren, mit dem Atom mit dem Atomkraftwerk. Wirklich zuerst müssen wir das lösen, bevor wir das Problem lösen mit dem Abfall, jetzt. Und jetzt können wir es ja noch lösen, man hat gewusst, dass das einmal kommt. Es ist ja nicht mehr als Recht, dass wir es haben und es nicht einfach herausschort…
Aber da müssen wir wirklich jetzt sagen, darum ist es auch da "inä cho", und sagen: Hört, jetzt ist der Zeitpunkt da, jetzt müssen wir das Problem an einem anderen Ort lösen, nicht zuerst wieder Löcher finden, um es zu versorgen, sondern löst, dass wir einfach nicht mehr produzieren, es ist einfach verantwortungslos. Wir haben überhaupt keine Ahnung, was das für Risiken mit sich bringt, das wissen wir ja alles nicht.
Wo steht Klara?
Ja ich kann das nicht mehr befürworten, ich meine es schon so viel passiert. Und ich frage mich wirklich, was muss noch passieren, um das wirklich zu glauben, dass wir wirklich nicht mehr so weitermachen dürfen.

FMM: Gibt es ein Schlüsselerlebnis?

00:10:54 Es ist einfach die Natur, es wird einfach alles verbetoniert und verbaut und es ist einfach Leben und Leben zerstört man einfach nicht. Und es ist wieder ein Fremdkörper in etwas drinnen, es wird in den Berg hineingesetzt- und es ist ja wie ein Fremdkörper, -es tut mir ja auch weh, wenn man mir etwas, oder... die Natur ist Leben und mehr als alles andere, oder. Von dem leben wir ja auch. Und sie gibt uns alles, Wasser, die Grundlagen und…

00:12:41 Ja sicher, einfach schon retour. Wir müssen uns wirklich einmal einschränken, probieren, einzuschränken. Das würde sicher niemandem schaden mit weniger haben. Also, weniger haben erreichen wir vielleicht mehr als mit einem Haufen materiellem, es geht ja wirklich auch um das Materielle. Je mehr dass wir haben, je mehr wollen wir noch. Wir müssen uns schon sagen, was wir verlieren, an uns selber, wenn wir uns noch mehr kaufen und noch mehr haben und wir werden einfach überfordert mit allem zusammen und haben keine Ruhe mehr, in uns drinnen ja auch nicht. Wir können nicht mehr hören. Und vieles, was uns die Natur auch gäbe, hören wir ja nicht mehr.

FMM: Gefühle, ist das für dich auch ein Schimpfwort?

00:13:46 Nein, nein, wenn wir so weit sind, dass wir das nicht mehr haben dürfen, dann weiss ich auch nicht. Gefühle haben, - ich glaube wir sind Menschen und nicht irgendeine Maschine und…

Also schon wieder, wie gesagt, der Eingriff in die Natur. Da hinten ist noch alles intakt und es bringt uns so viel mehr, wir wissen ja gar nicht, was das uns alles noch mehr bringt. Und auch für später, für die Zukunft, ich meine wir leben jetzt, und uns geht es gut und ich habe das Gefühl, wir müssen für die, die nach uns kommen, wirklich auch noch etwas hinterlassen. Und wir haben heute noch Freude an all dem, am Wald und allem, ich habe das Gefühl, wir hinterlassen etwas, das ist ja geprägt, weiss Gott auf wie lange hinaus. Das können wir gar nicht ermessen, oder.
Ich weiss nicht, ob diese Verantwortung - ich weiss auch nicht.

FMM: Verantwortung für 1’000 Jahre?

00:16:02 Verantwortung für 1’000 Jahre? Nein das kann man nicht. Wir haben ja nichts in den Händen, man kann überhaupt nichts sagen, was ist in 100 Jahren, was ist in 50 Jahren, das können wir überhaupt nicht sagen. Also sich selber einschränken. Jedes muss anfangen, dass wir wirklich nicht mehr so viel Strom brauchen etc.

00:22:06 Verhältnis im Dorf und Familie verändert?

Ich weiss nicht, ob ich dazu etwas sagen soll. Es ist so schwierig, irgendwie, das zu formulieren. Es ist gar nicht so einfach. Wir sind irgendwie doch auch wieder verschieden, oder. Ich schaue das wieder ganz anders an als wieder sie. (Schwester) Es ist also ganz schwierig… Sicher probiert man sich zu helfen, oder. Man redet miteinander und… Es ist auch nicht dasselbe; sie verlieren Land und das ist ihr Besitz. Ich verliere ja eigentlich nichts und ich wehre mich ja trotzdem. Oder ich kann ja gehen, ich muss ja nicht da leben. Ich kann ja hinaus, aber… und für sie ist das schon anders, es ist einfach schon, - mich bewegt jetzt einfach etwas anderes da mitzumachen. Man redet sicher miteinander und hilft einander das ist schon klar, aber es ist etwas anders

FMM: Eingriff in die Gemeinde, was sind die Folgen?

00:24:08 Also, irgendwie gespürt hat man das eigentlich nicht so. Man hat einfach gemerkt, wenn man mit jemandem geredet hat oder darauf angesprochen hat, hat man das Gefühl gehabt: Ja, jetzt will ich davon nichts wissen und wenn es kommt, so kommt es "einewäg" und… Und viele haben gar nicht darüber gesprochen. Es ist auch irgendwie schon auch eine Angst da. Wir kennen alle einander gut und es ist schon auch eine Unsicherheit da: darf ich das jetzt sagen, und ...

FMM: Redest du die Leute an?

00:24:57 Also ich spreche sie nicht an. Also im Dorf sowieso nicht. Man redet ja gar nicht im Dorf. In unserem Geschäft, also redet man eigentlich selten über das, und jemand, der vielleicht weiss, dass ich dagegen bin, wird schon darüber geredet. Man wird vielleicht gefragt, aber sonst, Nein.

FMM: Es ist zwar in den Köpfen?

00:25:30 Ja es ist schon "umä". Aber man verdrängt es irgendwie man hat das Gefühl, es komme noch früh genug, oder… und dabei sollte man sich jetzt damit auseinandersetzen und dabei sollte man jetzt miteinander reden. Es würde manchem ringer gehen, wenn man miteinander reden könnte. Wir probieren die andern auch zu verstehen. Mir geht es manchmal auch nicht gut…

00:27:34 … ob es um das Materielle geht, dass es uns etwas bring. Klar bringt es uns etwas, aber das ist jetzt im Moment, und irgendeinisch ist das Geld auch fort, oder ja es bringt sicher Geld, klar, aber irgeneinisch ist das Geld auch fort und die Ware ist drinnen und wir wissen wirklich nicht, was das uns danach bringt. Wir sagen jetzt zu dem Ja. Aber vielleicht bringt es uns noch viel anderes.

Ich möchte nicht sagen, dass wir es nicht wollen… dass es nicht versorgt werden muss, sondern, dass wir nicht mehr weiters machen, oder.
Und einfach vor allem schon da hinten ist es einfach so nahe bei den Leuten, das ist einfach praktisch vor der Haustür. Auch während dem Verkehr, während dem Schaffen das ist wirklich so nahe. Das ist einfach schon etwas, wo in der Schweiz drinnen ist alles so bevölkert und dicht besiedelt…
… aufrütteln, sonst machen wir weiters etc. déja-vue… es geht wirklich um das.
Ich meine es ist mir auch klar, dass man das versorgen muss, und sauber versorgen, aber einfach wirklich etwas finden, dass man das nicht mehr weiter macht. Es ist doch jetzt noch Zeit da, um das zu kehren.

FMM: Was würdest Du der Regierung raten?

00:30:54 Also wenn ich da drin wäre. Also sicher einmal fertig Atomstrom, das ist klar. Mit Wasser und es gibt wirklich Energien, wo man kann, wo man brauchen könnte: Wasser, Sonne oder Wind oder es gibt sicher Möglichkeiten, wir haben ja sonst auch für alles Möglichkeiten, es ist ja machbar und wieso ist das nicht machbar?

FMM: Was ist deine Haltung

00:32:21 Es hat einen aufgerüttelt. Man hat gesehen, wie weit herum, dass nichts mehr wächst, zerstört ist… Wenn man sich vorstellt, da hinten, wenn so etwas passieren würde, das kann man sich ja gar nicht denken, wenn so etwas passieren würde. Eben ich sage: Muss dann wirklich so etwas passieren, bis wir es wirklich glauben?

Ich probiere jeden Menschen zu verstehen, so wie er ist. Und ich muss das auch akzeptieren, so wie sie sind. Ich kann ja diese Leute nicht kehren und das verlange ich auch von den anderen Leuten, dass ich verstanden werde, dass ich auch Angst habe. Und ich habe auch Angst. Ich meine für nach vorn zu schauen, in die Zukunft zu schauen, wenn das so weitergeht.
Und ich habe z.B. auch einer erlebt, als wir eine Begehung haten, und wo mir einer gesagt hat, - ja ich haben einfach gefragt- und dann hat er zu mir gesagt: Hei sie haben auch noch Angst! Ich habe dann nichts mehr gesagt, aber es hat mich so lange beschäftigt. Wieso darf ich nicht mehr Angst haben, wie weit sind wir eigentlich, sind wir wirklich so weit, dass wir nicht mehr mal Angst haben dürfen. Angst, ich glaube jeder Mensch hat auf seine Art einmal Angst. Und eben, man seine Gefühle und, wenn man das nicht mehr darf, das hat mir also schon recht zu denken gegeben…
Man hat soviel lernen müssen. Man ist plötzlich dagestanden und hat sich wehren müssen und an die Öffentlichkeit, ich meine, das braucht einfach seine Zeit.

FMM: War das ein Nagramensch?
Ja es ist ein Nagramensch gewesen.

00:37:44 … man hat eigentlich schon auch das Gefühl gehabt, man kommt nicht an diese Leute heran. Man sich ja auch nicht getraut, oder. Man traut sich wirklich nicht, wir haben oft Angst gehabt, selber etwas zu sagen. Weil man hat das Gefühl gehabt, die sind sowieso viel mächtiger als wir. Was sind wir schon, oder. Oder im Auftreten schon.

FMM: Vertrauen in den Gemeinderat?

Habe ich bis jetzt noch nie gehabt. Es ist eigentlich komisch, dass gerade alle die gleiche Meinung haben. Ich meine, ich sehe das in unserer Familie, wir sind… es hat doch jedes seine eigene Meinung

Ja Wünsche hätte ich schon. Dass eben umgedacht würde, denn sie haben ja die Macht, sie sind an der Spitze, etwas zu machen.

Also ich persönlich wäre schon bereit, viel mehr einzustecken. Ich weiss, dass ich mit viel weniger leben könnte. Also mit materiellem, mit ganz wenig ... und ich wäre auch bereit dazu. Wirklich nur noch mit dem, was ich wirklich nötig habe. Ja mit der Natur, sie gäbe mir ja das, was ich brauche und vielleicht mit Menschen auch.
Manchmal möchte man richtig aussteigen, aber es ist eben auch keine Lösung, das Aussteigen, oder. Irgendwohin, wir müssen ja die Probleme löse, wie sie da sind. Darum gehöre ich vielleicht da hin und muss probieren, sei so zu lösen.

Wir können ja ohne Bauern gar nicht leben. Wir hoffen wirklich nicht, dass es noch so weit kommt. Dass es wirklich Bauern nicht mehr gibt.
Für mich ist das einfach noch etwas, wenn eine Kuh kalbert, oder wenn die Mutter Hühner unterlegt, eine Glugger unterlegt, das ist für mich noch etwas, das ist für mich Leben. Für das möchte ich mich einsetzen.

00:54:54 Es ist vielleicht einfacher zu dem vielleicht sagen: Ja, als sich damit auseinanderzusetzen. Es ist schon einfacher gegen - eh, mit dem Strom zu schwimmen, oder. Ich muss mich auseinanderzusetzen und es ist so schwer, es ist ein schweres Gebiet und ich habe oft schon gedacht: jetzt werfe ich alles hin, was will ich denn? Und doch denke ich immer, jetzt ist der Zeitpunkt da, jetzt musst du dich wehren.
Lernen einsetzen und probieren Lösungen zu finden und vielleicht sollten wir das auch für die Befürworter, dass sie das auch machen sollten, viel mehr über dieses nachdenken. Es ist eben eine Entwicklung. Es ist hierhergekommen, um uns aufzurütteln.

00:56:25 Und vor allem, man schaut ja in die Zukunft. Es hat Kinder und man möchte für die auch schauen, dass sie ... Und dann muss man darüber nachdenken und nicht hinausschieben.
Ja sie werden es sicher gut machen, aber es ist einfach im Grund. Ich habe das Gefühl, dass wir einfach umdenken müssen. Dass wir sagen müssen: Hört, jetzt kommt das da 'hinderä", und ihr habt so viel Dreck und wir müssen das versorgen, - müssen wir nicht an einem anderen Ort anfangen? Ich glaube, jetzt können wir das nicht flicken. Dass man das nicht einsieht, das begreife ich manchmal schon auch nicht.

FMM: ist Strom das ganze Leben?

00:57:29 Lacht… Nein Strom ist nicht das ganz Leben für mich. Ich glaube, ich persönlich könnte glaub - ich könnte nicht sagen, ganz ohne Strom zu sein, doch ich könnte, wenn es sein müsste, wirklich sein müsste, sicher ohne Strom leben.

Also je, eigentlich schon.
Ich habe zu spüren bekommen: Macht. Es ist Macht da, oder es wird etwas ausgeübt, wir sagen es genauso, jetzig machen wir das so und wir haben irgendwie schon wenig zu sagen. Macht, es ist einfach, doch es ist Macht, ich meine was wir sagen, wir werden viel ausgelacht, oder man sagt, ihr seid sowieso grün angehaucht und irgendwie… Und er hat ja auch gesagt, der Regierungsrat hat einmal gesagt, da seien zu grosse Emotionen, sie müssten, die die Kompetenz hätten, über so etwas entscheiden. Aber ich weiss nicht, sind die wirklich kompetent. Sie reden ja auch nicht mit uns, was wir für Anliegen haben und wie wir das Anschauen.
(Klara verneint Wut und Zorn, aber bejaht Niedergeschlagenheit. Sie hasse niemanden. Sie mag es auch nicht gehasst zu werden.)

01:02:08 Ende V 26

ZitationsvorschlagVideo: Murer, Fredi M./F 9103-26
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