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Band Nr. V25-1, Video-Protokoll: "Der Grüne Berg", Bruno Leuthold: Landammann Nidwalden und Schlosser (1990, Fredi Murer) Band Nr. V25-2, Video-Protokoll: "Der Grüne Berg", Hans-Peter Käslin: Regierungsrat Kanton Nidwalden (1990, Fredi Murer) Band Nr. V25-3, Video-Protokoll: "Der Grüne Berg", Sepp Odermatt: Landwirt Diegisbalm (1990, Fredi Murer)


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 9103-25
BestandF_9103 Dokumentation DER GRÜNE BERG [VIDEO]
Bestandesbeschrieb

Die Nationale Genossenschaft zur Beseitigung radioaktiver Abfälle (NAGRA) plante Ende der 1980er im "Wellenberg" bei Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden ein Endlager. Fredi M. Murer dokumentierte in seinem Film "Der grüne Berg" (1990) den Widerstand der Bevölkerung und die politischen Aushandlungsprozesse. Der Film wurde 2025 digitalisiert und restauriert. In diesem Zusammenhang wurde auch das S-VHS-Kassetten vorhandene Rohmaterial der Interviews digitalisiert. Der Bestand Dokumentation DER GRÜNE BERG umfasst 57 Interviews, die Fredi M. Murer 1989 und 1990 mit der betroffenen Bevölkerung, Vertretern der NAGRA, Widerstandsgruppen, Politiker:innen und Wissenschaftler:innen führte. Das Material wurde im Rahmen eines Memoriav-Projekts und der Unterstützung des Kantons Nidwalden (Amt für Kultur) digitalisiert. Als Basis für die Erschliessung dienten schreibmaschinengeschriebene Transkripte von 1990 (oft ins Hochdeutsche übertragene Wortprotokolle), die orginal wiedergegeben werden. Zur besseren Orientierung im digitalen File wurden sie mit Timecodes versehen und mit einem Abstract ergänzt.

Die Nationale Genossenschaft zur Beseitigung radioaktiver Abfälle (NAGRA) plante Ende der 1980er im "Wellenberg" bei Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden ein Endlager. Fredi M. Murer dokumentierte in seinem Film "Der grüne Berg" (1990) den Widerstand… — mehr...

AbstractDr. Hans-Peter Käslin aus Beckenried ist seit 1978 als Regierungsrat tätig und leitet das Land- und Forstwirtschaftsdepartement. Er entstammt einer seit 1637 nachgewiesenen Bauernfamilie, die den Betrieb Bächli bewirtschaftet. Dieser gliedert sich in einen 2 ha großen Talbetrieb, 2,5 ha Pachtland, ein 6 ha großes Maiensäss sowie eine Alp mit etwa 25 Kühen. Seine Frau kommt aus Brienz und war Lehrerin. Sie haben die vier Kinder.
Käslins politische Karriere begann nach Abschluss der Landwirtschaftsschule im Gemeinderat und als Gemeindepräsident (jeweils sechs Jahre) und führte über den Nidwaldner Landrat bis 1978 in die Regierung.
Er setzt sich für eine moderne Landwirtschaft ein. Dabei betont er, dass ökologische Diskussionen nicht in einen alleinigen Rückblick auf frühere Praktiken verfallen dürfen, da sonst qualifizierter Nachwuchs abwandert.
Sein Appell gilt einem ganzheitlichen Denken Als Beispiel: Infrastrukturprojekte wie Radwege, Fusswege oder Strassen sollten nicht gegeneinander ausgespielt, sondern in einen Gesamtzusammenhang gestellt werden.
Urheber
  1. Murer, Fredi M.
Copyright
Schlagwörter
  1. Umwelt
  2. Umweltpolitik (allgemein)
  3. Abfallwirtschaft
  4. Abfalllagerung
  5. Lagerung radioaktiver Abfälle
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
  3. Nidwalden
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1981-1990
  5. 1989
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1981-1990
  5. 1990
Verleger
  1. Murer, Fredi M.
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
  3. S-VHS
Sprache
  1. schweizerdeutsch
Detailinformation
Leuthold Bruno, Landammann, Schlosserei, Stans

00:01:13 Bilder aus der Schmiede

00:05:53 Also in dieser Werkstatt drin habe ich den Schlosserberuf gelernt, und nachher eine Zusatzlehre gemacht als Schmied, in dieser Schmiede drin, die jetzt eigentlich schon seit Generationen der gleichen Familie gehört.
Mein Grossvater kam vor gut 100 Jahren da von Zürich nach Stans als fahrender Gesell, und offenbar hat es ihm so gut gefallen, dass er die Tochter des Meisters nachher geheiratet hat und 16 Kinder nachher auf die Welt gesetzt hat. Und von denen haben eine ganze Reihe nachher diesen Beruf gelernt, und ich bin jetzt bereits die dritte Generation von denen und, wenn ich die Schwiegereltern des Grossvaters, die hiesige waren, Blättler, miteinbeziehe, so ist diese Schmiede jetzt so in der 7. oder 8. Generation. Und das ist auch unsere Verbindung eigentlich zu Nidwalden.

00:07:00 Von da aus konnte man dann natürlich Fachschulen besuchen, ich bin zuerst an die Kunstgewerbeschule nach Luzern, und nachher an die damalige Schlosserfachschule nach Basel, die heute zentrale Technikerschule heisst, und machte dort dann das Meisterdiplom, und bin dann so wieder zurückgekommen. Man hat dann mit der Zeit den Betrieb ein wenig erweitert, und hat vor allen Dingen auch das Arbeitsfeld den Veränderungen der Zeit entsprechend auch anpassen müssen, aber wir sind stolz drauf, dass wir heute diese Schmiede noch aufrechterhalten können, es ist noch die einzige im Kanton, wo noch Rosse beschlagen werden, und wir sind auch stolz drauf, dass wir eine gute Mannschaft haben hier drinnen, die auf ihren Beruf ebenfalls stolz sind und die bereit sind, diesen Beruf auch jungen Leuten weiterzugeben. Wir stellen auch immer wieder mit grosser Freude fest, dass es junge Leute gibt, die bereit sind, in diesen Beruf einzusteigen. Und es ist ja tatsächlich etwas Wunderbares von einem Handwerk. Wenn man sieht, was sich da drinnen alles gestalten lässt, und in Tat und Wahrheit ist das auch ein wenig mein Hobby, dass wir auch noch ein wenig gestalterische Arbeit machen dürfen. Schöne Gitter, schöne Geländer, Grabkreuze, Aushängeschilder und was es etwa alles noch so gibt. Ich betreue das persönlich selber mit diesen Leuten der Werkstatt und wir haben sehr sehr Freude, auch an all diesem, was wir hier arbeiten dürfen.

00:08:47 Bilder der Schmiede

00:10:38 Unterbruch, zuhause

00:11:38 Also mein Name ist Bruno Leuthold, ich bin jetzt grad zur Zeit noch Landamman vom Kanton Nidwalden, allerdings nicht mehr lange. Nächsten Sonntag haben wir Landsgemeinde, und dann findet, wenn nicht etwas besonderes passiert, der übliche Wechsel zwischen Landammann und Statthalter statt, der jedes Jahr ja stattfindet. Ich bin da jetzt bei mir zuhause in der Stube. Ich habe gern meine Umgebung, lebe mit meiner Frau glücklich in diesen Räumen da in der Schmiedgasse, in einer der schönsten Gassen auf der Welt, sage ich jeweils, und gebe ihnen gerne ein wenig Auskunft über das, was ich jetzt zur Hauptsache noch tue, nebst dem Beruf, und das ist politisieren.

00:12:35 Ich habe anno 1955 den Anfang gemacht, indem ich damals in den Gemeinderat gewählt wurde, war dann nachher noch Gemeindepräsident von Stans, bin zur gleichen Zeit auch noch in den Landrat des Kantons Nidwalden gewählt worden, und bin dann anno 1970 in die Regierung hineingekommen. Heute betreue ich seit 16 Jahren jetzt schon das Baudepartement, bin also Baudirektor, vorher musste ich noch 4 Jahre lang das Justizdepartement führen, weil offenbar niemand anderes grad bereit war, das zu machen. Das wäre jetzt die erste Zäsur.

00:13:24 Nebst dem habe ich eine sehr starke Neigung für alles, was im weitesten Sinn mit Kultur zu tun hat, so mache ich auch mit in zwei kulturellen Stiftungen im Kanton. Das ist einerseits die Höflistiftung, die seinerzeit die wunderbare Liegenschaft Höfli hier in Stans erworben hat, ein baufälliges Gebäude, das in Stand gestellt hat und jetzt der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Die andere Stiftung ist die Schindler-Kultur-Stiftung, die ich zurzeit noch präsidiere, die eine rege kulturelle Tätigkeit entfaltet, allerdings nur auf dem Gebiet vom Kanton Nidwalden. Nebst dem pflege ich, ich sage jeweils, die drei grossen Theken, das eine ist die Bibliothek, wie sie da in meiner Umgebung sehen, das zweite ist die Diskothek, also Schallplattensammlung, und das dritte ist eine Vinothek. In der Bibliothek bin ich eigentlich recht stolz auf zwei besondere Gebiete, die ich eigentlich seit Jahren schon mit einer besonderen Liebe pflege. Das ist der Bruder Klaus, da habe ich ungefähr 250 Titel, und das zweite ist Winkelried und Sempach, da habe ich also auch eine ganz schöne Anzahl von sehr interessanten Werken darüber.

00:45:04 Man rühmt mir auch meinen Weinkeller, ich wurde schon gefragt, was wohl meine Freunde an mir am meisten schätzten, und da sagte ich den Weinkeller. ich habe auch sehr gerne Musik, ich musiziere selber noch ein wenig, und weil ich eben nicht soviel dazukomme, dann tue ich eben mehr hören, und deshalb habe ich eine sehr gute Schallplattensammlung. Ich glaube das wäre die zweite und jetzt käme noch ein Drittes:

00:14:32 Das sind weitere Liebhabereien, die ich zum Teil fast leidenschaftlich betreibe. Ich denke ganz besonders ans Wandern, das ist also meine ganz besondere Freude und meine ganz grosse Liebe. Ich gehe jeden Moment, wo mir die Möglichkeit gegeben ist, gehe ich in die Natur hinaus, und am liebsten auch ein wenig in die Höhe, und fühle mich da wirklich am wohlsten. Und dann habe ich sonst noch etwas als Ausgleich für den grauen Alltag, und das ist das Kochen. Ich stehe sehr gern in der Küche, und meine Frau ist darüber natürlich nicht unglücklich, wenn sie an den Tisch sitzen kann anstatt umgekehrt, und das mache ich also auch, soviel ich Gelegenheit dazu habe.

00:16:18 Fredi: Wunsch für den Kanton Nidwalden?

00:18:49 Wir stehen ja zur Zeit in einem ungeheuren Spannungsfeld, nicht nur wir, die ganze Welt steht in einem ungeheuren Spannungsfeld, und ich glaube, die Sorge, die erste Sorge gilt doch unserer Umwelt ganz allgemein. Wir müssen ganz sicher uns anstrengen in Zukunft wie noch nie, dass wir das, was in den letzten Jahren kaputt gegangen ist, wieder in Ordnung kommt. Ich meine aber auch eine zweite Sorge, die mich ab und zu ein wenig bedrückt, das ist, dass wir unsere kulturelle Eigenständigkeit im Kanton drin behalten und beibehalten können. Auch da stellt man einfach einen gewissen Aufweichungsprozess und Auflösungsprozess fest, und ich glaube, es ist in der Verantwortung von allen, die hier leben, dass wir dazu Sorge haben. Und der dritte Bereich, das ist unsere politische Kultur, dass wir dazu Sorge haben. Auch die macht mir zu schaffen in der letzten Zeit, und ich möchte es den Nidwaldnern gönnen, dass sie diese drei Bereiche fest in den Griff bekommen in der Zukunft. Dann glaube ich, wird Nidwalden über Jahrhunderte das bleiben, was man heute so schätzt an ihm.

00:18:17 Fredi: Bruder Klaus?

00:18:49 Je mehr man sich mit dieser faszinierenden Persönlichkeit Bruder Klaus befasst, je mehr und je stärker wird man eingefangen von der Ausstrahlung und der Stärke dieser Persönlichkeit, die heute Jahrhunderte später an Bedeutung zunehmend gewinnt. Das ist meine felsenfeste Überzeugung. Und wenn ich denke, wie grad auf dem Gebiet des Schrifttums, heute das Bild des Bruder Klaus wieder frisch dargeboten wird, so geht das offensichtlich nicht nur mir so, sondern geht das vielen andern ebenfalls gleich. Wir haben von Nidwalden aus insofern eine spezielle Beziehung zum Bruder Klaus, weil seine Mutter ja, eine Nidwaldnerin war einerseits, und weil eine seiner ganz grossen Taten, das war ja die Friedensstift… die Stiftung des Friedens beim Stanser Verkommnis im Jahr 1984, und diese beiden Sachen bedeuteten für mich auch der Einstieg in das Gebiet, ich sage dem die ganze Welt des Bruders Klaus, ein wenig einzudringen, und für mich ist er also ein grossartiges Vorbild, von dem ich meine, dass es nachahmenswert ist. Mit unsern grossen Schwächen, die wir haben, müssen wir ja Vorbilder haben, und er ist für mich eines, an das ich mich fast tagtäglich daran erinnere.

00:20:30 Bilder der Wohnung

00:25:41 Bilder von Stans

00:33:40 Ende V 25-Leuthold


Käslin Hans-Peter, Regierungsrat, Beckenried

00:35:15 Also ich heisse Käslin Hans Peter von Beckenried und bin seit anno 1978 in der Regierung. Ich habe das Land- und Forstwirtschaftsdepartement, das sind zwei sehr interessante Aufgaben. Unsere Familie Käslin ist schon seit längerer Zeit auf der Liegenschaft Bächli. Nachgewiesen ist es seit 1637, und jetzt bewirtschaftet der Junior die Liegenschaft, hat sie in Pacht übernommen. Die Liegenschaft ist ein typischer Beckenrieder Betrieb mit einem kleinen Talbetrieb, 2 ha. plus 2,5 ha Pachtland, dann ein Berg- oder Maiensäss mit rund 6 ha und mit einem zusammen eine Alp, die rund 25 Kuhschwere hat. Meine Familie, meine Frau kommt von Brienz, war in Beckenried Lehrerin. Wir haben drei Buben und ein Mädchen.

00:36:22 Fredi: Nebenberufliche Beschäftigung?

00:36:43 Ich hatte Interesse an der Landwirtschaft, machte die landwirtschaftliche Schule, hatte aber auch Interesse am öffentlichen Leben. So kam man bald als Vertreter der Landwirtschaft in die Behörden, Gemeinderat 6 Jahre, nachher noch 6 Jahre Gemeindepräsident, nachher in den Landrat hinein, und dann kam man am richtigen Ort im richtigen Moment 1978 in die Regierung hinein. Je nachdem, wie man es beurteilen will.

00:39:10 Fredi: Wunsch?

00:37:36 Ja, vor allem wenn ich mit der Landwirtschaft anfange, man redet heute von der Ökologie, Umweltfrieden, das finde ich, ist wichtig und interessant, aber man versteht besonders bei gewissen Leuten, meint man, man müsse zurückbuchstabieren, man müsse 40, 50 Jahre zurückgehen, und da sehe ich das Problem für die jungen Bauern. Die werden ausgebildet, sehen keine Entwicklung mehr, wie in anderen Berufen, und da sehe ich die Gefahr, dass die Möglichkeit bestehen konnte, dass unsere Jungen, gute Leute, abwandern würden, und das wäre schade im Interesse der Landwirtschaft und im Interesse des Kantons.

00:38:11 Allgemein ist das Problem, müsste man vielleicht noch sagen, man sollte nicht nur das Problem einseitig anschauen, sondern sollte es gesamtheitlich anschauen und es ins Gesamte hineinstellen, so fände man vielleicht eine Lösung, aber man schaut einen Radweg, die andern wollen einen Fussweg, die anderen wollen eine Autobahn, die andern wollen eine Autostrasse, nicht, das ist ein Beispiel. Man könnte die vermehren.

Fredi: Ganzheitliches Denken?

Ganzheitliches Denken meinte ich, wo man einfach aufeinander Rücksicht nehmen und gegenseitig ein bisschen schauen muss, was ist möglich.

00:38:50 Bilder vom Hof

00:44:43 Ende V 25 - Käslin


Sepp Odermatt, Landwirt, Diegisbalm

00:48:27 Ich bin der Odermatt Sepp von Diegisbalm, der Wellenberg, der ist grad vis a vis, den sehe ich jeden Tag, wie selten einer der andern Regierungsherren. Und meine Meinung ist, es ist ein wenig schade, man sollte einen anderen Ort, wo es kein Land brauchen würde, es ist einfach ein wenig schade um das Land für die Zufahrten etc. Auf der anderen Seite ist meine Meinung, dass man das Problem lösen sollte, in der Schweiz drin. Überall wird studiert, wie man es verwehren könnte, von diesem Gegner, das kann ich nicht verstehen. Das ist keine Lösung. Man sollte eine Lösung finden. Das wäre intelligent, wenn man eine Lösung finden würde. Und wenn es jetzt halt da ist, es muss denk sein, irgend in der Schweiz drin. An ein Ort muss der Güsel hin, und wenn es kein anderer Weg gibt, in Gottes Namen, Angst hätte ich keine wegen diesem Gift hier, das liegt jetzt schon irgendwo rum, und vergiftet ist schon ganz viel. Da sagt kein Mensch etwas, aber da haben sie jetzt Angst, ich hätte jedenfalls keinen Kummer. Die werden wohl vorderhand schauen, dafür sind sie ja da und ein Haufen ist das da, die daran arbeiten. Da hätte ich keinen Kummer. Das Problem muss einfach gelöst sein, mit ins Ausland raus tun, da ... und jeder ein Haufen Geld her, das ist auch nicht gerade gescheit.

00:49:44 FMM: Zwiespalt zwischen der Regierung und der Bevölkerung?

00:50:20 Ja, das haben wir da ... das war an der Landsgemeinde. Das wissen wir, dass die Regierung eher dafür ist, und die Gegner konnten natürlich einen Haufen aufwiegeln, da die Jungen, Sonst gehen sie nie an die Landsgemeinde, aber da kamen sie. Die Jungen sicher tun sie zur Umwelt eher mehr schauen, aber sie sollten einmal mit dem guten Beispiel voran und nicht immer demonstrieren und herumlaufen. Sie sollten einmal ... Der Strom muss von irgendwo herkommen. Und dann muss man das Problem eben lösen. Es wäre am Ende gescheiter gewesen, anstatt um das Ding herumzulaufen, sie wären in den Wald hinauf Holz zusammenlesen gegangen, und hätten ... irgendwie Energie sparen und so schauen. Aber da sind die Jungen kein Beispiel, die fahren mit dem Auto. Jeder wenn er 18 ist, hat er ein Auto und alles wird darauf losgekarrt und gefahren, aber machen tut keiner nichts. Und das ist eine Tatsache.

00:51:12 Das ist mit dem Holz ist das eine Katastrophe, wie Holz verfault, aber zusammennehmen täte keiner etv. ms. Weder einmal eine Stunde etwas gratis machen gehen oder knebeln gehen, das macht niemand. Und so gibts viele Probleme,
aber die Jungen, da waren sie an der Landsgemeinde, da waren sie stimmen, an jeder Hausecke ein Täfelchen angemacht und dagegen einfach, wir wollen der Regierung eins
auswischen. Das ist das Problem nicht gelöst. Sie sollen einmal etwas machen, das für die Sache, für die Zukunft etwas ist. Mit dem Wald könnte man noch viel machen, man
könnte Strom sparen. Und die neuen Maschinen, diese Apparate alles zusammen... die müssen ja nicht gerade alle zusammen konsumiert werden, man könnte einmal mit einfacheren Mitteln etwas machen, oder einmal ein bisschen zurückdenken als immer die ganze Zeit vorwärts.

00:51:58 Fredi: Es gibt auch ernstzunehmende Leute? Woher nimmst Du das Vertrauen?

00:53:45 Ja es ist so, in der Schweiz drin ist natürlich die Technik recht gross, und ich möchte auch sagen, sicher, aber es gibt halt immer wieder etwa ein menschliches Versagen, wie man dem sagt, also ich meine, 100%ig sicher, das möchte ich auch nicht gerade behaupten, es ist einmal noch schnell etwas passiert, und man hat das gesehen in Basel in dieser Chemiehalle da, das ist alles ist technisch gut eingerichtet, und plötzlich passiert halt trotzdem etwas. Aber wenn man so rechnen würde, dann musste man ja überhaupt nichts chemisches technisches erfinden, das gibt immer etwa wieder Probleme, und da können sich noch viel Studierte können da noch weiter studieren. Das Problem wird man nie ganz richtig lösen können. Und ich meine, wenn sie da mit dem Strom oder einem Atomwerk in der Schweiz innen möchten sie keins mehr, oder möglichst wenige, wenn sie danach von Frankreich, nahe an der Grenze den Strom beziehen müssen, die sind also wirklich auch nahe, wenn so eines in die Luft fliegt, dort draussen hätte ich also noch viel weniger Vertrauen, als jetzt in der Schweiz. Und dann nachher sind wir auch vergiftet.

00:54:58 Die Probleme werden halt mit der Technologie, die wir haben, werden wir halt in Gottes Namen mit dem leben müssen, irgendwie. Es gäbe noch andere Wege, aber dann kann ich diese Naturschützer auch nicht immer unbedingt verstehen, man wollte dies und jenes Kraftwerk wäre geplant, das mit Wasser noch ginge, aber da sind sie einfach auch dagegen. Mich nimmt es ja schon beim Teufel wunder, woher sie den Strom in Zukunft oder weitlebig, die Jungen wollen studieren, wo sie ihn hernehmen wollen. Irgend an einem Ort müssen wir halt ein Opfer bringen. Sonst müssen wir eben mit der Technologie ein wenig zurück, dann geht es dann. Dann muss man dann halt wieder ein wenig zu Fuss gehen, irgend das Problem, das hängt alles ein wenig zusammen, das ist ein Teufelskreis. Aber ich möchte schon sagen, wir müssen eher wieder zurück sträuben als immer etwas Neues erfinden. Etwas Neues können sie erfinden mit der Sonnenenergie, da wäre noch viel drin, da gibt es noch manche Möglichkeit oder mit dem Wind, das "deutet?" natürlich nicht viel, aber wenn man da immer studiert... wie sie das Gegenteil der Sicherheit auf der andern Seite studieren, dann gäbe es auch noch kleine Lösungen. Ich meine, das Problem ist nicht unbedingt gelöst mit der Sonne allein, das braucht gar viel Strom. Wenn man rechnet, das Panalp-Werk, das so umstritten war, und eine solche Volksmeinung war, anno 1934, und heute reicht das, s o habe ich es sagen gehört, für den Seelisbergtunnel und den Länderpark. Dann ist das Problem beim Eich schwierig zu lösen, wenn das nicht für mehr... Damals meinte man, es sei eine grosse Sache und heute ist es wirklich nicht mehr viel für den Strom, den wir nur in Nidwalden innen brauchen.

00:56:37 Fredi: Du hast überraschend viel Verständnis für die modernen Sachen?

00:57:2 32 ist so, ich war halt immer ein wenig so, ein wenig weitsichtig und so. Ich meine, ich musste noch..., man lebt in einfachen Verhältnissen, aber eben mit der Zeit modernisiert sich alles. Ich habe auch ein Bähnchen heute, das läuft auch am Strom, und ich bin froh, dass das läuft. Und man muss einfach in die Zukunft muss man einfach ein wenig denken, man kann nicht das Rad einfach retoursträuben, aber man muss eben einfach mit dieser Technologie, wie ich vorher schon sagte, das gibt auch nannehmlichkeiten.
Die Flieger die rumfliegen, die Swissair und alles das, das ist alles ein Fortschritt, und es hat halt seine Nachteile, und wir müssen halt in Gottes Namen mit diesen Nachteilen auch öppen fertig werden oder auskommen. Das können wir nicht anders ändern, und man muss immer schauen, das Beste zu machen aus allem, aus dem Einfachen und aus dem Grassen, nicht? Aber eben, die Gegensätze werden manchmal zu gross, und dann bekommen sie Konflikte.

00:58:46 Ende V 23-Odermatt

ZitationsvorschlagVideo: Murer, Fredi M./F 9103-25
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