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Band Nr. V18, Video-Protokoll: "Der Grüne Berg", Familie Joller: Landwirte Wilersdörfli, Teil 2 (1990, Fredi Murer)


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 9103-18
BestandF_9103 Dokumentation DER GRÜNE BERG [VIDEO]
Bestandesbeschrieb

Die Nationale Genossenschaft zur Beseitigung radioaktiver Abfälle (NAGRA) plante Ende der 1980er im "Wellenberg" bei Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden ein Endlager. Fredi M. Murer dokumentierte in seinem Film "Der grüne Berg" (1990) den Widerstand der Bevölkerung und die politischen Aushandlungsprozesse. Der Film wurde 2025 digitalisiert und restauriert. In diesem Zusammenhang wurde auch das S-VHS-Kassetten vorhandene Rohmaterial der Interviews digitalisiert. Der Bestand Dokumentation DER GRÜNE BERG umfasst 57 Interviews, die Fredi M. Murer 1989 und 1990 mit der betroffenen Bevölkerung, Vertretern der NAGRA, Widerstandsgruppen, Politiker:innen und Wissenschaftler:innen führte. Das Material wurde im Rahmen eines Memoriav-Projekts und der Unterstützung des Kantons Nidwalden (Amt für Kultur) digitalisiert. Als Basis für die Erschliessung dienten schreibmaschinengeschriebene Transkripte von 1990 (oft ins Hochdeutsche übertragene Wortprotokolle), die orginal wiedergegeben werden. Zur besseren Orientierung im digitalen File wurden sie mit Timecodes versehen und mit einem Abstract ergänzt.

Die Nationale Genossenschaft zur Beseitigung radioaktiver Abfälle (NAGRA) plante Ende der 1980er im "Wellenberg" bei Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden ein Endlager. Fredi M. Murer dokumentierte in seinem Film "Der grüne Berg" (1990) den Widerstand… — mehr...

AbstractTeil 2 des Interviews mit der Familie Joller: Zur Sprache kommen Themen wie der Einfluss der Bohrungen auf die Wohnsituation der Familie, die Bohrvorhaben der NAGRA am Wellenberg oder der generelle Einfluss der atomaren Endlager-Thematik auf das übliche Leben der Familie.
Für den ersten Teil des Gesprächs siehe das Videomaterial in Sozarch_F_9103-17.
Urheber
  1. Murer, Fredi M.
Copyright
Schlagwörter
  1. Umwelt
  2. Umweltpolitik (allgemein)
  3. Abfallwirtschaft
  4. Abfalllagerung
  5. Lagerung radioaktiver Abfälle
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
  3. Nidwalden
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1981-1990
  5. 1989
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1981-1990
  5. 1990
Verleger
  1. Murer, Fredi M.
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
  3. S-VHS
Sprache
  1. schweizerdeutsch
Detailinformation
Joller Josef und Sonja, Bauernfamilie, Wilersdörfli

00:00:00 Josef: Es ist ein schönes Gebiet,

00:00:23 FMM: Einsprache erhoben wegen Wohnsituation?

00:00:45 Josef: Ich habe bei der NAGRA eine Einsprache erhoben, weil es beim Nachbar einen Bohrplatz gibt. Hier geht die Strasse 20m am Haus vorbei. Wie läuft dann der Privatverkehr mit einem LKW? Wegen dem Lärm? Wegen dem «Kappeli»? Dann habe ich Einsprache erhoben.

FMM: …

Josef: Zuerst haben gewisse gesagt, dass die den Zettel gar nicht lesen würden, denn würden sie vernichten. Aber nachher war es tiptop. Mich hat einer angerufen und wir haben ganz amtig verhandelt. Da will ich auch sagen, dass es bis jetzt – wenn sie das halten was sie versprochen haben – alles schriftlich – dann kann man zufrieden sein. Man muss zufrieden sein.

00:02:03 Josef: [Erzählt wie NAGRA plötzlich nur noch 400m anstatt 1000m tief bohren wollen]

00:03:01 Josef: Es ist ja schon richtig, dass sie weniger machen, für uns, aber etwas ist ja dann auch nicht ganz richtig.

00:03:13 FMM: gedenkt dies direkt NAGRA zu fragen

00:04:20 Josef: Direkt dagegen kann man ja nicht sein, weil man ja eben… aber dass es in der Schweiz nicht viel bessere Plätz zur Verfügung hat… Wieso kann man es nicht an einem Ort, der weiter oben und weniger bewohnt ist, aber das kostet die NAGRA eben viel mehr. Weil sie mit der Ware nach oben müssen und hier müssen sie nur nach hinten und rein. Die Strasse ist und die Bahn ist auch daneben. Sie haben ja alles und was wollen sie noch mehr. Darum sind sie auch interessiert hier. Sie haben alles.

00:05:27 FMM: Hat sich bei euch was verändert? Ihr müsstet euch sonst nicht damit befassen

00:05:43 Josef: Sicher nicht… Mir haben am meisten gemacht, wenn man mit einem diskutiert – angenommen von den Behörden, einfach einen der in diesem Ort drinnen ist – da konnte man mit denen diskutieren und die waren voll überzeugt, es könne nichts passieren. Und da habe ich dem auch gesagt: Für das er in den Behörden ist und ich nur ein hundsgemeiner Bauer könnte ich etwa gleich viel sagen. Dann wurde er sauer, aber ich kann genau gleich viel sagen. Er kann doch nicht mit solcher Überzeugung sagen, dass nichts passieren könnte.

00:06:53 FMM: Und dann heisst es menschliches Versagen, dabei ist nur ein Einzelner Schuld daran.

00:07:02 Josef: Und darunter leiden müssen dann die, die hier wohnen. Sicher nicht sie. Sie müssen nicht darunter leiden, sie haben ihr Werk verbracht und leben in einer Gegend, wo sie eben das Geld brauchen.

00:07:45 FMM: Ausführung, dass er es wichtig findet, dass Leute den Mut haben, über Dinge zu sprechen. Repressionen müssen verhindert werden. «Wie in der dritten Welt»

00:09:01 Sonja: [Ausführung über teils doppelmoralisches Verhalten unter lautstarken Gegner]. «Du kannst doch nicht Gegner sein und tuen wie verrückte und dann danach so etwas machen, wo jeder Mensch sieht – mitten im Dorf.»

00:10:36 FMM: Langfristig denkbar, dass der Boden umgezont wird in Bauland, wenn die Bauern alle gehen

00:11:47 reden über die Alpensegler etc.

00:13:56 Ton wird ausgeschaltet

00:14:32 Ende V-18

ZitationsvorschlagVideo: Murer, Fredi M./F 9103-18
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