Familie Mathis, Eltern und Brüder, Bergli
Maria Mathis: Grossmutter
Walter Mathis: Grossvater
Paul: Sohn von M+W, Kariertes Hemd
Hans: Sohn von M+W, Blaus Hemd
Josef (Sepp): Sohn von M+W, Junger Vater
Jolanda: Junge Mutter, Schwiegertochter
Bub: Seppi
Baby: Rita
Pater: Bernhard (Bruder von Walter M.)
00:01:08 FMM: Erste Erinnerungen an die Endlagerthematik?
00:02:38 Grossvater (Gv): Das ist doch die Zeit gewesen, wo in Russland dieser Unfall passiert ist.
Jolanda: Tschernobyl
Gv: und das hat einem schon nicht gefallen. Die haben nicht alles gesagt, was wahr ist dort, aber da hat man genug vernommen, dass es nicht gut ist, wo einem gar nicht gefallen hat.
Jol: Ja, zuerst wo man das hörte, hat man Angst gehabt, -wie soll ich sagen-, so nah, es ist einfach wahnsinnig nah. Und wo es vorher an einem anderen Ort war, Kt. Uri oder so, hat man gedacht, es ist ja weit weg, es trifft einen nicht, man denkt genau gleich wie andere auch. Da hat man das Gefühl, es gehe einen nichts an, erst wenn du selber wirklich vor die Tatsache gestellt wirst, dass du das selber vor die Nase gestellt bekommst, dann fängst du erst, ja, an zu überlegen, was das heisst. Man hat einfach mehr Angst wegen den Kindern.
(Schwenk: von Jol. auf Grosi mit dem Säugling im Arm)
Ich meine, wenn etwas passiert, passiert mir vermutlich nichts, da bin ich älter und dann kommt es vielleicht nicht mehr darauf an, aber die Kinder und einmal die Kindeskinder, wir machen vielleicht ihre Welt einmal kaputt.
(Schwenk: zurück auf Jolanda)
Und wenn man nicht dazu steht und nicht besser dazu schaut -ja- dann ist dann einmal plötzlich fertig und das finde ich schade. Ich finde das einfache "artig", da sagt man immer man müsse die Natur schützen und dann geht man in ein solches Gebiet, wo wirklich schöne Natur ist, so etwas "ga" machen. Gut, äusserlich sieht man nicht viel, aber es ist doch ein grosser Eingriff und das Begreife ich irgendwie nicht. Handkehrum, wenn irgendwo ein Bach verbaut werden sollte, um das Wasser zu nutzen, dann kommen die Naturschützer und alle und haben etwas dagegen, aber so sagt niemand nichts! Da hört man eigentlich in der Presse gar nichts.
(Dreier: Sie, Seppi, Er)
FMM: Wo von hier aus kommt das Endlager?
00:04:58 Jol: Ja hier direkt unter dem Heimet.
Gv: Gerade unter uns hier.
Jol: Mehr oder weniger geht das unter uns durch.
Gv: Wir hocken "schier" auf diesem Loch oben, (lacht) wenn das einmal zusammenfällt, fallen wir alle hinunter.
Gm (Grossmutter): (sagt etwas unverständlich, dass die falschen ins Loch fallen würden. Die da müssten leiden und die andern hätten den grossen Nutzen.)
Gv: Jetzt ist noch alles ruhig hier, aber da kommt dann eine Zeit, wo etwas geht, wenn sie das machen.
Jol: Und ganz sicher, wenn einmal diese Lastwagen kommen, da geht dann schon einmal etwas auf der Strasse.
Gv: Das vibriert sicher hier im Haus drinnen, wenn sie bohren, "drunderzuächä".
00:05:58 FMM: Habt ihr eine Einsprache gemacht?
Jol: Also wir haben einfach beanstandet wegen den Kindern. In 5, 6 Jahren geht der Seppi in den Kindergarten und in die Schule und dann muss man sie nach vorn bringen und dieser Verkehr und man weiss, wie Kinder unberechenbar sind. Und diese Strasse ist jetzt schon lebendig genug von den Autos, die nach Engelberg fahren, in Skiferien … oder sonst. Das ist jetzt schon eine grosse Belastung, geschweige denn, wenn dann noch die Lastwagen kommen.
Und ich glaube einfach nicht, dass da - ja, jedem Menschen kann irgendwann einen Fehler unterlaufen, und dass diese Fässer, den Sondermüll wirklich hierhergebracht wird, das glaube ich nicht. Da kann so schnell einen Unfall passieren und dann haben wir dieses Gift auf der Strasse.
00:06:44 Oder sagen wir das Grundwasser, ich meine wir haben das Wasser auch vom Berg, das kann genauso gut verseucht sein und wir trinken davon und wir wissen gar nichts. Wie sollen wir das merken, dass das radioaktiv ist? Und die "Wissenschaftler" sagen schon nichts. Da glaube ich nie, dass sie die Wahrheit sagen. Das ist immer ä so.
Gv: Das ist eben schlimm, dass man nicht glauben kannst, was sie sagen.
Jol: Da sagt jeder, es sei ungefährlich.
Gm: Wem kannst du noch glauben heute?
FMM: Wie steht es mit dem Glauben an die Wissenschaft?
00:08:13 Gv: Ja das ist eben dafür und "derwider". Wir kennen uns da nicht so gut aus. Wir kennen nur die Natur gut und was das die Wissenschaft ist … (nachdenklich) ...
Paul: das sind einfach gekaufte Leute, dünkts mich. Man kann ja jeden, wo etwas erforschen muss oder so, und eben bezahlt wird von der Firma, dann sagt der natürlich das, was die Firma ihm vorschreibt was er sagen muss. Und dann kommt es natürlich nicht darauf an, was dieser festgestellt hat im Boden drinnen, der sagt dann, das, was er den Auftrag hat, das dürfe er sagen und der muss ja das sagen, weil er von denen lebt. Und wenn er nicht die Wahrheit sagt, das wo sie ihm sagen, dass er sagen müsse, dann wird er gerade gespickt, oder er wird sonst irgendwie mies hingestellt, dass er fast nicht mehr leben kann, schier.
Entweder macht er so, wie sie ihm sagen, oder sonst lässt er es sein, hat er nicht mehr zu leben. Das ist noch vielfach so heut, darum kann man nicht mehr glauben, weil die Wirtschaft die zählt einfach, der Fortschritt der zählt. -Da haben sie jetzt auch…- Es gäbe schon Alternativen gegen den Strom, aber es gibt nichts billigeres momentan als der Atomstrom, darum wird er gemacht.
Aber etwas «gäbigeres» wo weniger schaden täte an der Natur, wo "ä chli" mehr kostet eben, da tut sich nicht mancher dafür einsetzen. Da wird, das wir produziert wo schadet und wo billig ist. Nur weil es niemand bezahlen will und weil es Leute gibt, die denken, die Wirtschaft muss leben, der Fortschritt muss das sein. Aber an die Menschheit denken, sich "nachädanä" nicht mehr. Wenn sie jeden Tag zu essen haben und zufrieden sind und ihnen gut geht, -viele wissen ja bloss noch, woher dass es kommt, das Essen, und wachsen tut es schliesslich auf dem Boden, wo wir immer wieder verunehren und kaputtmachen. Und wenn einmal diese Sache, wo sie da unten hinein tun, herauskommt, durch einen Unfall oder so, da wächst da natürlich weitherum nicht mehr viel und dann betrifft es nicht nur Wofenschiessen, dann betrifft es die ganze CH. Eigentlich schier das ganze Land, die ganze Welt schlussendlich.
00:10:21 FMM: Verantwortung gegenüber künftigen Generationen?
Gv: Die Urväter haben uns eine gute Natur hinterlassen und in dem Jahrhundert, wo wir jetzt leben, muss es das so gehen, dass jetzt das kaputtgeht, alles. Die ist vielfach, "ordili" nicht mehr so gut wie vor 50 Jahren und das sollte nicht mehr so weiter gehe, das ist schade, das ist gar nicht gut.
Paul: Die Verantwortung tragen tun eigentlich jetzt die älteren, also ja, die sind verantwortlich für das wo gemacht wird, die ältere Generation. Junge, sieht man selten, dass die etwas dazu sagen haben, die werden gar nicht gefragt. Das sind so die 40-, 50- bis 60-jährigen, die wo etwas zu sagen haben in den oberen Schichten. Die sagen was gemacht wird, aber die junge Generation, die weiss was passieren kann) und wo Verantwortung haben auf die noch jüngeren, die fragen sie gar nicht, die haben nichts zu sagen. Das sind meistens diese Gegner, aber die kommen gar nicht auf, weil sie die die nicht fragen. Die wo etwas zu sagen haben sind meistens ältere Leute, die wo sich hinaufgeschafft haben, wo jetzt oben dran sind und eigentlich sagen können was läuft. Und die sagen so wird es gemacht und fertig. Wegen der Verantwortung "luegit diä" gar nicht lang "umä". Was kümmert sie das, sie können ja denken: Ja, mich betrifft es nicht mehr, wenn einmal etwas passiert. Sie denken heute nicht mehr so weit.
Gv: Aber das ist schon gar nicht recht, wenn jemand so denkt.
FMM: Ist die technische Welt eine Männerwelt?
00:13:31 Jol: Das ist es glaube ich schon. Mich dünkt es, die Frauen haben mehr gegen die Technik, weil wie soll ich sagen, wir haben vielleicht die bessere, die intensivere Beziehung zu Kindern, oder. Man hat sie getragen und zur Welt gebracht und das ist eine ganz andere Bindung. Dass man viel mehr Angst hat als vorher, vorher habe ich nicht so Angst gehabt, aber dann tut man sich schon manchmal überlegen: In was für eine Welt hast du jetzt dein Kind gesetzt? Und doch darf man ja nicht weiter darum-herumstudieren sonst müsste man keine Kinder mehr haben. Aber man hat schon die Hoffnung und denkt, die Leute sollte endlich gescheiter werden und besser dazu schauen. (Seppi hält ein kleiner Monolog) Ja ich meine, wenn der Seppi einisch, ja sagen wir 30 ist und uns fragt: Warum habt ihr nicht besser geschaut, ja was wollen wir sagen? Ja? Mit was für einer Entschuldigung wollen wir uns da rechtfertigen, was wir jetzt gemacht haben? Und ich meine, wenn man Fehler macht, muss man dazu stehen und dann soll man es besser machen.
FMM: Demokratie, Mitspracherecht?
00:15:25 Gv: Das ist eben schon so, wenn halt eine Minderheit diese Einsprache hat, oder macht, ist eben ganz schwierig, dass der Bundesrat auf diese Minderheit schaut.
Jol: Also ich möchte sagen: Eine Minderheit wo nicht reich ist, ja!
Wir sind eigentlich, ja, einfache Leute. Mich dünkt es einfach, sagen wir, die Gemeinde hat ihr Interesse wegen dem Geld, sie bekommt ein rechtes Geld, das ist begreiflich, aber mich dünkt, was ist dann wichtiger: das Geld oder die Natur. Das Geld, mit der Zeit geht gleich auch verloren und was zurückbleibt ist vielleicht ein ganz Gefährliches - ja eine Zeitbombe, wo man drauf sitzt.
00:16:14 Paul: Ja absolut!
Bruder 2: Ich hätte mehr bedenken, wenn jetzt einmal das Loch fertig ist und diese Ware hineingetan wird, dann ist vielleicht schon die junge Generation wieder dran. Und das ist ja nicht so sicher, dass die Jungen eine so gefährliche Arbeit machen wollen. Und dann, wer will dann noch in dieses Loch hinein, wenn die Alten fort sind oder gestorben sind und das die Jungen nicht mehr machen wollen. Das ist immer auch eine Frage! Früher war es immer eine Frage, wenn ein Bauer Land hatte, ein Heimet, ob dann der Junge weiterschaffe darauf, sonst kann er ja auch nicht mehr existieren, wenn er nichts mehr darauf macht. Und ich habe das Gefühl, das geht hier genau gleich beim Stollen, bei dieser gefährlichen Ware. Ich täte mich auch nicht zur Verfügung zu stellen an einem solchen Ort zu schaffen, das wäre mir zu riskant.
Paul: Ja eben, genau. Und aus diesem Grund, wenn sich niemand freiwillig meldet, das zu machen, dann werden da unten solche hineingestellt, wo vorne und hinten nichts verstehen. Und dann passiert etwas! Wenn dort Arbeiter hineinkommen, welche die Aufsicht haben sollten und eben nichts verstehen. Dann muss es passieren, dass einmal einer einen Fehler macht und dann ist es schon, dann ist der Schlamassel da.
Gv: Das sind eben gefährliche Fehler, wo dann da passieren.
Paul: Dann kann es niemand mehr beheben, das siehst du ja heute.
Gv: Das ist nicht das gleiche, weil wenn ein Mistwagen "umtrolet". (Gelächter)
Hans: In diesem Stollen drin gibt es ja auch eine Entlüftung, also einen Luftkanal und wenn einmal r.a. Ware austritt, das merkt ja niemand, was da zum Luftkanal herauskommt. Das kann schon lange herausgekommen sein und es merkt niemand, bis einen Haufen draussen ist und dann ist es schon zu spät. Auch wenn im Loch drinnen etwas passiert, noch! Und das ist ja lange im Freien bis das da hinten ist und die Transporte, - das sieht man ja heute mit diesen Schiffen mit diesen Ölunfällen, das kann es hier auch einmal geben.
Und das ist einfach ein Risiko. Ich meinte, die Ware, wenn sie sie schon machen wollen und Atomkraftwerke betreiben, dann sollen sie die Ware dort verlochen, wo sie es betreiben, einfach möglichst tief hinunter. Aber das wollen sie auch wieder nicht.
00:18:41 Paul: Nein, gar nicht mehr produzieren, ist doch das Beste! Ich meine: Was schreiben sie uns vor?! Wir sind jetzt Bauern, was schreiben sie uns vor, der Bundesrat, die kontingentieren uns die Milch. Sie schreiben uns vor: so und so viel produziert ihr und nicht mehr. Ich meine: Was tut ein Kraftwerk produzieren? Abfall! - das ist auch eine Produktion: Radioaktiver Abfall. Und wenn da der Bundesrat - der könnte gut auch sagen: Halt! es ist zu viel produziert es ist kein Absatz mehr da, niemand will ihn; nichts mehr produzieren, fertig. Mit uns macht er es so. Er sagt, wenn zu viel Milch da ist, jetzt produziert ihr kein Liter mehr, jetzt ist fertig. Und wenn er das mit dem Atomkraftwerk machen würde, - die produzieren schliesslich auch Abfall, das ist ja ein Produkt, wo jemand produzier, dann soll er doch nicht mehr produzieren, wenn die Nachfrage nicht mehr da ist, das wegzutun. Es will es ja niemand, weil niemand eine Lösung dafür hat. Da meinte ich, sollte man auch "ä chli" die Demokratie walten lassen. "Wie du mir, so ich dir", wenn wir nicht mehr produzieren dürfen, sollen die auch nicht mehr mehr und gleich noch das grosse Geld machen.
00:19:43 Jol: …die Wirtschaft steckt dahinter. Ich habe einfach das Gefühl, diese Bundesräte werden von der Wirtschaft, ja, befohlen: Nicht die Bundesräte tun entscheiden, sondern die Wirtschaft. Das sind die Obersten der Schweiz! Was die Industrie sagt, das machen auch die Bundesräte. Der Bundesrat tut nicht im Interesse des Volkes schaffen, ganz sicher nicht. Das habe ich jetzt noch nie erlebt, dass der Bundesrat fürs Volk entscheidet. Ich meine, wenn man es ganz krass ausdrücken will, haben wir genau wie vor sechs, siebenhundert Jahren Zustände, wie Vögte.
Gv: Jaa!
Jol: Nur sind die Vögte jetzt die Industrie!
Bruder 2: Der Zustand ist nur dadurch so gekommen, weil heute regiert einfach das Geld, sonst gar nichts mehr, nur noch das Geld, was Geld bringt, das wird einfach gemacht. Das andere wird einfach nicht mehr - die Natur wird nicht mehr beachtet, wenn das Geld im Spiel ist.
Gm: Überhaupt nicht!
Hans: Da wird Land überbauen, ist gleich wo. Aber das Geld …
Gm: Das siehst du auch am Fernsehen. Da bringen sich auch was hinten und vorne keinen Spitz hat. Da kommt zuerst eine, wo drei- viermal geschieden ist und alles zusammenschlägt und solche bringen sie am Fernsehen und werden berühmt.
FMM: Vertritt der Gemeinderat die Bevölkerungsmehrheit?
Jol: Ich persönlich habe den Eindruck, dass der GR eher die Nagra vertritt.
Gv: Was man merk ist, dass der GR eher auf die Seite vom Geld einnehmen geht, als für die Bauern wo Land geben müssen.
GM: Geldgierig sind sie. Wirrwarr-Gerede.
Paul: Wenn sie denken können, ja das gibt wieder Arbeit für 20 Jahre, feste Arbeit, dann ist ja logisch, dass sie sich für das entscheiden müssen, für die Bevölkerung, die da hinten ist, für die wo Arbeit suchen das ist ja logisch.
Gv: Die hätten doch schon Arbeit, die könnten ja Stauden hauen (Gelächter) einige und dann in den Öfen verbrennen.
FMM: Ist mit Enteignung gedroht worden?
00:24:25 Jol: Also ich glaube, im entferntesten Sinne könnte es gut möglich sein.
Paul: Ja das wird dann so weit kommen, wenn so ein Herr Bundesrat Ogi sagt, er könne eine Gemeinde dazu zwingen, dann kommt ganz sicher die Enteignung, das ist doch ganz klar. Ohne zu zwingen kannst du auch nicht enteignen. Du musst ja, wen ich sage: «Ich zwinge Dich», dann musst du ja Land haben, um das zu machen und das Land, wo sie das machen wollen, da ist ein Eigentümer drauf und dem müssen sie es wegnehmen, dann ist die Enteignung schon da! Da muss man gar nicht weit suchen, da ist der Fall schon klar.
Hans: Bei Korporationen, ist das sicher einfacher zu machen, weil das ja nicht Privateigentum ist. Und diese Korporationen haben auch noch anderweitig Geschäfte, wo sie auch Geld brauchen, und ihnen bringt das ja Geld ein.
Gv: In den Korporationen ist nicht einer allein, das gehört einigen und dadurch sind die Chancen kleiner, dass sie "vertha" mögen …
Hans: In den Korporationen hat es meistens auch solche, die dafür, da hat es auch beiderlei drinnen … mehrheitlich keine Bauern ... nur noch fürs Geld interessiert ...
00:26:48 Wie reagiert das Vieh auf solche Bauerein?
Josef: Ja auf alle Fälle werden die auch beeinflusst von diesem Lärm und den Erschütterungen ...
GV: wenn dann die Sente von Arni kommt, kehren sie denn wieder …
FMM: Was war der Grund der Einsprache, Lärm?
00:27:18 Jol: Es ist halt schon so, es gibt keine Bausteller ohne Lärm, und ist ja eine Baustelle Tag und Nacht, das ist ja 24 Std.-Betrieb und das muss man sich einmal vorstellen und wir sind auf der Anhöhe, das hört man ja sowieso besser (Männerzustimmung) und ich meine, es soll einmal einer hier hinaufkommen, um zu hören wie gut man die Autos hört und der Zug und wir sind jetzt doch ein Stück weg von der Strasse, verschwiegen von der Baustelle.
Gv: Jaja es ist "ghöriger" weil es gerade dahinschlägt.
Jol: Der Schall schlägt es hier zurück, weil es so "gredi obsi" geht.
FMM: Hat die Nagra die Situation da oben angeschaut?
00:28:14 Jol: Also wir haben gesagt, dass sie hier schauen können.
Gv: Die sind eben nur in der Ebene schauen gegangen, stotzig hinauf sind sie nicht.
Jol: Man hat an so Versammlungen gehen können und wir haben gesagt, sie sollen schauen kommen, aber sie haben gar kein Interesse, im Prinzip.
00:28:39 FMM: Sie haben nie persönlich mit der Nagra gesprochen?
Jol: Also ganz persönlich nicht. Nur auf einer Versammlung haben sie da gesagt um was es geht und so, und da hat man sein Anliegen vorlegen können, und alles was man gesagt hat vor was man Angst hat, konnten sie mit irgendetwas wieder abspeisen, man ist sich also vorgekommen wie ein Trottel, also wirklich. (Männergemurmel: einfache Leute) und sie haben einem hingestellt, als ob man ein Bauerntrottel ist, und schauen einem auch für das an! Die haben das Gefühl: wir haben ja sowieso kein Grips im Kopf. (Männergemurmel) Weil man einfach ist! Die wo etwas zu sagen gehabt hätten, die haben nicht getraut, weil gegen diese Herren haben sie sagen können, was sie wollten, die haben immer etwas gewusst, mit Namen wo niemand verstanden hat und niemand gewusst hat, was es heisst, da kanns tu nicht mehr diskutieren, wenn du nicht weisst wie der redet. (lacht)
Jol: Man hätte ein Lexikon mitnehmen müssen, um nachzuschlagen, was das für ein Wort wieder war.
Gv: Was das bedeuten könnte. Das ist halt mit dieser Wissenschaft, das ist halt fertig mit dieser Wissenschaft
Hans: Ich bin auch gewesen, and dieser Versammlung, aber ich habe nichts daraus entnehmen können. Da haben sie einem vormachen wollen das die Ware nicht gefährlich sei, die sie da hinein täten, es sei nur mittelstarke radioaktive Abfälle Aber da kann oder geht da unten keiner schauen, wenn sie mit diesen Fässer kommen, was da für Ware drinnen ist.
Da kann auch hochgiftige Ware drin sein, das merkt niemand, das geht ins gleiche Loch hinein. Von dort her kann man diesen Leuten schon nicht trauen. Weil es kann es ja niemand kontrollieren, als diejenigen wo es hineintun. Das ist das Problem.
00:30:25 Paul: Dieser da, der das kontrollieren muss, ist dann bezahlt, der ist von der Nagra bezahlt. Und auch der sagt das was die von ihm verlangen, etwas anderes sagt dann der nicht
Gv: Es hat noch mancher ein grosser Lohn und verdient ihn nicht. (herzliches Lachen)
Paul: Ja es hat doch jeder angst um seinen Posten es ist ja schon so, überall die angestellt sind, die dürfen die Wahrheit nicht mehr sagen, weil wenn das auskommt, was sie denken würden, wenn sie das sagen würden, dann könnten sie morgen schon zusammenpacken am Arbeitsplatz und heimgehen.
Darum sagt es ja niemand, die Wahrheit kommt nicht aus, - denken würde es mancher-, ganz bestimmt, da bin ich überzeugt, aber sagen tut es niemand, so wie es ist, weil sie es nicht sagen dürfen.
FMM: Verantwortung wird den Wissenschaftlern abgeschoben, wie entkommt man diesem Teufelskreis?
00:31:25 Jol: Ich glaube schon, indem man keine Atomkraftwerke mehr bauen würde und wenn man einmal sparsamer umgehen würde mit dem Elrktrisch … ja da würde man schon etwas machen können und statt, dass die "Wissenschaftler" befehlen könne, wie und was machen, könnte man einmal aufs Volk hören. Ich glaubte, wenn man wirklich das machen würde, was das Volk will, wäre der grösste Teil dagegen; gegen die Sondier Bohrungen und gegen den Abfall.
Hans: Ja ich würde jetzt sagen, wenn es zu wenig Strom gibt, "einisch", müsste man halt einfach einmal "diä" Strom - rationalisieren, dass jeder einfach nur ein gewisses Strom beziehen darf, dann täten die Leute schon sparen lernen, aber so, wenn du nur anschalten kannst und die Steckdose einstecken, das gibt kein Grund zum Sparen, nie. Das Problem ist nie gelöst mit dem. Heute geht das in unserer Demokratie nur: mit jemand zwingen. Dann geht es, freiwillig verzichtet heute keiner mehr auf den Luxus, den er hat.
(FMM …)
Aber wenn er eingeschränkt ist, dann müssen sie verzichten.
FMM: Es gibt ja die Parallele zur Milchkontingentierung!
Paul: Jawohl, die Kleien, die es vielleicht freiwillig gemacht haben, die leiden jetzt darunter. Es gibt schon solche, die es freiwillig vorher schon gemacht haben, aber die leiden jetzt.
Gv: Jaja die leiden jetzt mehr, als diejenigen die drauflosgemolken haben und viel Milch gehabt haben, immer, die haben jetzt ein Vorteil und die Bauern die darauf geschaut haben, mit wenig durchzukommen und das Vieh nicht zu forcieren, die müssen jetzt darunter leiden. Denen ist jetzt haargenau das abgeknüpft, was sie noch verdienen könnten.
FMM: Ihr könntet doch zHv Bundesrat Ogi ein Stromkontingentierungskonzept entwerfen.
Paul: Nicht ein Stromkontingent … ja, in Gewissen Sinne schon, aber ein Atommüll-Kontingentierungsgesetz (Mu: jaja)
Oder: Angebot und Nachfrage, jetzt - mir ist niemand bekannt wo sagt, wo gerne Atommüll hat, wo das Problem gelöst hat, ist mir niemand bekannt. In dem Fall ist doch keine Nachfrage für diesen Atommüll, dann sollen sie doch auch keiner mehr produzieren (Off-Gelächter) das verstehe ich einfach nicht, da ist niemand mächtig für das zu machen, dass da nichts mehr produziert wird. Aber, nimm jetzt, … nimm nur die Sommerzeit, das ist europäisch geregelt. Das klappt auf die Sekunde genau, genau wie die Uhrzeit, eine Stunde zurückgeschoben, da sind sich alle einig. Aber Atommüll! zu sagen: Halt, fertig, ist keine Nachfrage mehr, Ende, das klappt nicht, das bringt niemand fertig. Aber so eine Spinnerei wie die Sommerzeit, das bringen sie fertig, samt der Schweiz, ganz Europa, da wird auf die Sekunde genau …
Hans: Trotz es das CH-Volk noch abgelehnt hat …
Gv: Die Kühe schlafen «allig» noch eine Stunde länger …
Paul: Das ist die Natur, das ist wieder "Natuir" da kannst du nichts machen ...
Gm: Das stimmt ja schon, die machen ja gleich was sie wollen (Off-Zustimmung) die machen immer was sie wollen, da kann man sagen und reden, das nützt ja nichts, die machen was sie wollen.
Paul: Man kann ja einmal die Bahn 2000 nehmen: Da machen sie so ein Theater um die "Bahn 2000" und stellen wieder Lokomotiven hin, dass es "chlepft und tätscht", aber woher dass sie den Strom nehmen, um diese Loks zu betreiben, fragt niemand, der kommt ja schlussendlich aus Atomkraftwerken. Da müssen sie mir doch nicht erzählen, das sei "die Lösung". Schliesslich produziert die "Bahn 2000" Atommüll, in meinen Augen. Wenn es das nicht wäre, hätten wir mehr als genug Strom, da bräuchten wir keine AKW mehr. Aber so ist es, diese Bahn 2000, die braucht Strom, und auch die Computer brauchen Strom, alle diese Arbeitsplätze wegrationalisieren, das braucht Strom und das kommt alles aus Atom AKW, etwas anderes können sie ja gar nicht machen. Da sollen sie doch gar nicht kommen und sagen: "Das ist die Lösung", eine saubere Sache, diese Bahn. Dann sollen diejenigen Gegner, die dafür sind für die Bahn, dann sollen die einmal überlegen: Woher kommt der Strom? Da würde noch mancher anders denken, nachher; und nicht alle die Hände offen haben, wenn die Bahn 2000 kommt. Von dem her gesehen ist ein Auto noch bald einmal gesünder und sicherer als diese Atom-Strom-Bahn-2000.
Gm: sagt Unverständliches
00:36:00 Paul: "suiber", das Wort SAUBER sagt bis zuletzt das Dreckigste aus, was passieren kann auf dieser Welt. Etwas Schlimmeres kann es schier nicht geben als eine radioaktive Verseuchung.
(Gv: jäjaaa!) Da ist die Menschheit nicht gewachsen gegen das, das weiss einer, wo nicht viel versteht.
Gm: ... Tierli und alles geht kapput.
Bruder 1: ja das siehst du ja, was bis jetzt alles passiert ist.
00:36:29 … (Tischgemurmel) Das Produkt Strom ist schon sauber, aber der Abfall, der ist…, von dem redet niemand. Der ist dreckig und wahnsinnig dreckig. Kein Dreck auf der Welt ist so schlimm wie der Atommüll.
Hans: Der ist eben nicht dreckig, den sieht man nicht mal, das ist so eine saubere Gefahr. (Gelächter)
Bruder 1: Eben, was du nicht siehst, ist schlimmer.
00:36:48 Jol: … (überlagernd) (wenn sie) … die Wahrheit gesagt hätten, was macht man mit dem Atomdreck, von diesen Atomkraftwerken, da hätte "mängs" nicht dafür gestimmt. Aber damals hat es geheissen, es sei eine saubere Lösung. Das hat das Volk geglaubt. Und jetzt hat man den Abfall und von dem haben sie gar nie geredet und jetzt hat man ihn und jetzt sollte man schnell an Orten Löcher machen und "ga" verstecken.
00:37:15 Paul: jaja jetzt muss er hinein, irgendwo, der Dreck, er kommt zurück, der Dreck wo exportiert worden ist für teures Geld, der kommt jetzt wieder zurück. Den muss die Schweiz irgendwo verlochen und für den haben sie keinen Platz und wenn die einmal da unten einen Stollen haben, wo sie hinein können, -da lassen sie schon niemand … jemand anders kommt da nicht hinein, der dann sagt: Halt, der Stollen eignet sich nicht. Der Dreck muss dann hinein, ganz bestimmt. Jetzt sind sie nämlich unter Druck, jetzt muss das rassig vorwärts gehen. Sie suchen ein Loch, wo sie hineinkönnen und dann ist gut, dann wird das abgesperrt und da kommt gar niemanden mehr dazu, ausser die, die etwas zu sagen haben von der Nagra, und die sagen dann: "Momoll das isch guät", hinein mit der Ware. Und dann kommt dann noch mehr. Da machen sie wieder Geld mit dem Atommüll. Da gehen sie ins Ausland hinaus und sagen: Du wir haben ein Loch, kommt mit dieser Ware: hinein!
Gm: jaja, die nehmen das Geld dann schon.
Paul: So geht es dann, ganz bestimmt.
Gm: Geldgierige Ware hat es genug herum.
Paul: Das ist schier zu glauben, dass es sich eignen wird, weil das muss sich ja "schier" eignen, weil, sie wissen es ja schon, dass es sich eignen muss. Etwas anderes können sie sich ja gar nicht mehr leisten. Jetz daher, wo wollen sie den jetzt noch anfangen, da werden sie ja ... der Termin wo ihnen gesetzt worden ist, den Überschreiten sie ja zehn Mal, wenn sie jetzt bei diesen Löchern nicht vorwärts machen, wo sie angefangen haben, das leuchtet doch jedem ein. Darum sollten sie komplett aufhören, nicht mehr produzieren solche Ware. Es hat gar keinen Wert.
FMM: Obwohl sie sagen es sei kein Präjudiz?
Paul: Jaja, wenn man genug Zeit hätte, ginge das schon, aber sie haben nicht mehr genug Zeit, wo wollen sie denn hin? Sie können doch diese Ware Jahrzehnte lang öffentlich lagern an einem Ort. Das geht ja nicht, das ist unmöglich.
Hans: Ich habe das Gefühl, ein sicheres Endlager in der Schweiz, gibt es "ä keis".
Jol: Es gibt vielleicht auf der ganzen Welt kein sicheres.
Hans: Ja, diese Welt ist so durchtränkt mit Adern, Wasseradern, das ist etwa das gleich wie ein Mensch, der hat auch "ä huifä Adirli" und da kannst du nicht an einem Ort "ga" Gift hineinsetzen (Off:ja ja) das ist unmöglich.
Gv: Wenn man in einen Finger haut, so blutet er doch.
Paul: oder dort Gift hineinlassen, dann liegst du dann bald ab. (Gelächter) Das ist etwa das gleiche wie die Welt, an-und-für-sich, das ist ein Baustein. Wenn es an einem Ort "pöläd'' (kracht), dann leidet die ganze Sache darunter.
Gv: Jaja, es ist schon so, wirklich so
Gm: Die Leute sollten einfacher durch. Die Besseren sollten auch schauen ...
Gv: Nicht nur die Besseren. Die Einfachen, die gemeint haben, sie seien einfach, sind ach kompliziert heute. Sicher, viele, viele.
Gm: Man sollte wieder einmal alles von Hand machen ....
Gv: früher hat man etc. …das Wasser ins Haus getragen und von Hand gewaschen.
Gm: (Lachend) Jaja, jetzt sind alle fort, jetzt würde ich "säuft" mögen alles allein und von Hand zu waschen
Grossmutter erzählt von ihrer Kindheit (Grossvater und Grossmutter mit Kleinkind im Arm)
00:40:24 Gm: Oh je, das gäbe einen Lebenslauf ... da müsste ich da anfangen, wo ich aufgewachsen bin. Und so eine Not, wie wir in der Not aufgewachsen sind, gibt es heute nicht mehr. Nur schade, dass man keine Bilder hat, so eine Not wie wir gehabt haben zu unserer Zeit. Wir sind Vater und Mutter gewesen und 10 bis 12 Kinder. Im ganzen Haus und Heim hat Vater und Mamma eine Federdecke gehabt und eine Wolldecke die andern haben überhaupt nichts gehabt. Leintücher hatten wir eines, zwei gehabt, gerade für den Vater, die Mannen, sonst haben wir nichts gehabt, wir sind am Boden geschlafen in der Küche und in der Stube und haben dann wirklich kalt gehabt. Wir haben am Morgen den Schnee auf dem Kopf gehabt wenn es geguxst (Schneesturm) hat, so schlecht ist das Haus gemacht gewesen.
FMM: Da gibt es auch positives zu sagen zum Fortschritt.
Gm: Eben ja.
Gv: Das ist schon gut.
Gm: Ich wünschte es den Jungen nicht, dass sie so durchmüssten wie wir …
Gv: Für den Fortschritt bin ich auch zu haben. Der Fortschritt ist gut aber ohne Atommüll. Ja das ist gut. Für den Fortschritt bin ich immer auch zu haben, dass man etwas einrichten kann, was gut ist.
Gm: Das ist richtig, dass es vorwärts geht und den Jungen mag ich es gönnen, aber eben, sie sind nicht mehr zufrieden. Das wir noch zufriedener gewesen sind, wenn wir auf dem Boden schlafen mussten am Abend, als die, die heute alles haben was sie wollen.
FMM: Der Pfarrer kommt … die Tür hat geschletzt.
00:42:13 Gm: Früher ist nicht so viel geholfen worden wie heute geholfen wird. Das ist ja schön, wir spüren das ja auch enn geholfen wird.
Paul: Die, wo das Atomkraftwerk erfunden haben, die haben gar nichts gescheites erfunden.
GV: Die einzige Sorge ist eben der Atommüll.
Gm: Ja das ist …
Gv: Das ist die grösste Sorge, die wir haben, das ist wirklich wahr.
Bruder 1: Das ist eine grosse Sorge. (Gm: Jajaa!) Auf Jahrzehnte hinaus, wenn nicht auf Jahrhunderte hinaus: Jahrtausende.
Hans: Es ist eben eine Gefahr, wo niemand mehr etwas dagegen machen kann … (Bruder 2 und Bruder 1 im Bild, sie lachen zur Tür, (Der Tönler geht durchs Bild) Bruder 1: Gesprächspartner werden gesucht … (Pf: was wird gesucht?) Gesprächspartner, da kannst Du dich äussern) (Gelächter ringsum, Zoom öffnet sich, FMM redet drein) Pater setzt sich ins Bild: Pater, Bruder 1, Bruder 2 im Bild).
(Bild: Pater begrüsst Seppi, Bruder 1 und Bruder 2.
Im Off Gv: Pater was sagts du dann zu diesem Atomverfahren, wo sie da im Sinn haben. (Pater steht mit Stuhllehne in der Hand und lässt Seppi durch)
00:43:48 Pater Bernhard: Sie sollten eben weniger Strom brauchen. (Gelächter) (setzt sich lachend) nur immer schimpfen, dass man keinen Strom hat und danach mit diesen Sachen nicht weiss wohin, "hä".
Das ist ein ganz schwieriges Problem, da kann man nicht einfach sagen: Ja oder Nein. Das ist ganz ein schwieriges Problem, das ist ein Weltproblem, ist das, ein Weltproblem.
Gv: Wie da einen guten Ausweg finden, dass es nicht mehr weitergeht, wenn man doch schon sieht, dass man fehl geht.
Paul: Wir wissen den Ausweg schon.
Gm: Wir wissen ihn gut, oder wüssten ihn!
Paul: Aber es sind nicht alle bereit diesen Ausweg zu beschreiten.
Pater: Und der wäre?
Paul: Aufhören zu produzieren, es gibt gar keine andere Lösung … Heute ist die Wissenschaft so fortgeschritten und sie bringen es nicht fertig, diese Radioaktivität auf kurze Dauer unschädlich zu machen, sie bringen es nicht fertig. Die Wissenschaft ist so gross heute, die ist zum Bestaunen gross geworden, sie bringen es nicht fertig diese Ware zu vernichten, ohne dass es schadet, und das werden sie auch in Zukunft nicht fertigbringen, sonst würden sie es jetzt schon wissen, ganz bestimmt.
00:45:05 Pater: Da sieht man eben, dass der Mensch doch Grenzen hat.
(Paul: Ja dort sind sie.) Da sieht man einfach die Grenzen vom Menschen. Es ist hier in allen Belangen so, in der Gentechnologie ist die Wissenschaft so weit fortgeschritten, dass sie sagen mussten: Jetzt müssen wir aufhören und sonst gibt es eine Katastrophe. (Allgemeine Zustimmung).
00:45:28 Paul: Aber da könnten sei noch aufhören, da sind sie noch nicht so weit fortgeschritten wie beim Atom. Weil jetzt die Gegner schon da sind. Damals als das Atom aufgekommen ist, hat es noch nicht so viele Gegner herumgehabt.
00:45:38 Pater: Ich kann mich gut erinnern, wie man doch eine Freude gehabt hat, wo sie angefangen haben, das Atom für friedliche Zwecke zu nutzen, da haben wir gedacht, ja das ist jetzt wirklich die Zukunft von der Menschheit und dann kommt dieses Problem! Wo niemand gedacht hat. (Bruder 1: jaja) Niemand hat daran gedacht, ich weiss nicht, ob es damals schon jemand gewusst hat. Wahrscheinlich die wo die Wissenschaft betrieben haben, hätten es schon gewusst, aber die haben es nicht sagen wollen.
FMM: Weist auf Wissenschafter hin die gewarnt haben.
FMM: Leute, sterbliche Menschen übernehmen Verantwortung für tausende von Jahren?
00:47:35 Pater: Ich glaube das Wort Anmassung reicht nicht. Das ist eine teuflische «Hybris», ein «Hybris», also das heisst Hochmut. Der Hochmut vom Menschen wo heute auf allen Gebieten, nicht nur da, sich einfach äussert. Man anerkannt niemand mehr über sich, man glaubt einfach man sein autonom.
Paul: Ja. man könne alles. Man sei Herr und Meister über alles, das meint heute die Menschheit. Sie würden alles fertigbringen. Sie würden überall alles vernichten können und auch wieder machen, das meinen sie. Aber wenn etwas Kleines passiert, halten sie grad die Hände in die Luft, da wissen sie grad nicht mehr was machen. Erstens braucht es schon viel bis es überhaupt auskommt an einem Ort, weil jeder versucht die Massnahmen zu treffen. Das ersorgen alle, sie ersorgen, dass es irgendwie einen Aufruhr geben könnte oder sonst wie … und darum sagen sie es erst dann, wenn es zu spät ist. Dann kommt es aus, wenn etwas passiert ist, wenn niemand mehr etwas anderes kann als der Sache den Lauf lassen.
FMM: Schuld übernimmt ja trotzdem niemand …
Paul: Was brächte dann das der Menschheit, diese Verantwortung? Wegen dem … jä … ich kann jetzt auch einen Vergleich anstellen: Ich habe nichts mehr zu Essen. Ich muss hungern und einer hat ein paar Tage zuvor, er übernehme die Verantwortung dafür, dass ich zu Essen habe. Und derjenige hat jetzt auch nichts mehr, dann, was will denn dieser mir geben. Verantwortung, mit der habe ich nicht gefressen, wirklich nicht. Man kann es so vergleichen. Ich kann sagen, ich übernehme die Verantwortung für die Atomkraftwerke, aber passiert etwas? - was gibt denn der was. Derjenige allein kann diese nicht bekämpfen, diese Radioaktivität, die kann er nicht bekämpfen. Da wird das Wort vergessen, Verantwortung wird grad vergessen. Fragt gar niemand mehr danach, denn es gibt ja gar keinen Ausweg mehr. Das sieht man kommen. Mit Kleinigkeiten, die heute auf der Welt passieren, wird plötzlich die Menschheit ratlos, Kleinigkeiten. Seien es Chemieunfälle, ganz kleine. Es braucht Tage, bis sie diese Katastrophen wieder aufgeräumt haben, dass es einigermassen normal geht. Es braucht Tage. Und den sehen sie dann noch, diesen Dreck sehen sie dann noch, aber die Radioaktivität siehts Du nicht. Die kann dann noch herumschleichen, wo es ist, kaputtmachen wo es ist, das merkt lange, lange niemand. Und wenn sie es merken, ist es schon zu spät, kannst du nichts mehr machen.
00:50:38 FMM: Braucht es andere Wertmassstäbe?
00:51:18 Gv: Höheres Denken müsste manchmal auch noch wäge1
Gv: (sagt, 2 dass der Liebe Gott dem Menschen einen freien Willen gegeben habe, etc …) Es besteht eben die Befürchtung, dass es nicht gut herauskommt. Jetzt könnte man es noch bekämpfen, wenn alle mitschaffen täten, aber … (2)
00:52:20 Pater: Ich glaube, viel schöner könnte ich es eigentlich als Prieser auch nicht sagen, als es mein Bruder gesagt hat. Etwas Höheres denken, das ist genau das Anliegen wo ich jetzt mit dem Stall segnen eigentlich auch in uns hineinbringen möchte. Es ist nicht einfach eine Magie, wo wir jetzt dann vollführen, das magisch etwas gut gehen sollte, sondern es ist einfach ein Ausdruck von unserem Glauben, dass wir mit dem Herrgott verbunden sind und das wir mit seiner Hilfe und mit seiner Barmherzigkeit rechnen. Das ist der Zweck und der Sinn vom Priesterlichen Segen, wo vom gläubigen Volk noch gerne in Anspruch genommen wird. Man ruft den Priester, weil man weiss: Der Priestersegen hat eine besondere Kraft und der P. ist von Gott eingesetzt als ein Mensch, als ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, zusammen natürlich durch die Kraft von Jesus Christus, wo Mensch geworden ist und uns den Heilige Geist geschickt hat, dass wir im Heiligen Geist eben diese Kraft bekommen. Über die Schöpfung Herr zu sein. Dieser Schöpfungsauftrag ist da. Über die Schöpfung dürfen wir Herr sein, aber wir dürfen die Schöpfung nicht kaputt machen, wir dürfen sie nicht umbringen. sondern wir haben den Auftrag, sie, sie …
(Gv: zu bebauen!) zu bebauen und sie schöner zu machen, lebenswerter zu machen, dazu zu schauen.
Und wenn jetzt halt die Menschen so etwas herausgefunden haben, ich bin überzeugt mit Hilfe von den unterirdischen Mächten, den unter-menschlichen Mächten, da bin ich vielleicht ein wenig radikal, ich bin ganz klar Überzeugt, dass da in all diesen Schwierigkeiten, die wir heute haben, leicht gesagt, Schwierigkeit und Katastrophen, diesen Unmenschlichkeiten, Terrorismus, dass da nicht der Mensch alleine dahinter ist, sondern das sind diese Mächte, die von den Theologen, von gewissen, eben totgesagt werden, die teuflischen Mächte, wo der Prof. Haag leichten Herzens gesagt hat: Abschied vom Teufel hä, und das stimmt einfach nicht. Wenn man in die Welt hineinschaut, ist halt der Teufel da und dort da. Ganz sichtbar und ganz spürbar … Versuchung der Schlange …
Schwenk von Gm. mit Kind bis Pater)
00:56:54 Pater: Ja und eben auch teilweise diese Macht zu bannen ist der Priester auch geschickt, in der Kraft von Jesus Chr. und seinem Hl. Geist; und darum habe ich natürlich sofort Ja gesagt, wo mein Bruder im Namen vom Besitzer von diesen Heimet, wo beim Bebauen von diesem Heimwesen gesagt hat er hätte es gerne, wenn ich käme, um den Stall zu segnen. Ich denke wir werden das ganze Heimet, das ganze Heimet … (ein Gerede beginnt, bis Bruder 2 sagt:)
00:56:26 Hans: Es ist ein Rind am Kalbern.
Priester: "Die Pflicht ruft, hä. " .... (das Gerede geht weiter …)
Pater: Dazu braucht es halt auch den Segen.
00:56:58 Gv: Ohne Glück und Segen geht es halt einfach nicht.
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