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Band Nr. V7, Video-Protokoll: "Der Grüne Berg", Familie Christen-Odermatt: Landwirte Vorder Fallenbach (1990, Fredi Murer)


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 9103-07
BestandF_9103 Dokumentation DER GRÜNE BERG [VIDEO]
Bestandesbeschrieb

Die Nationale Genossenschaft zur Beseitigung radioaktiver Abfälle (NAGRA) plante Ende der 1980er im "Wellenberg" bei Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden ein Endlager. Fredi M. Murer dokumentierte in seinem Film "Der grüne Berg" (1990) den Widerstand der Bevölkerung und die politischen Aushandlungsprozesse. Der Film wurde 2025 digitalisiert und restauriert. In diesem Zusammenhang wurde auch das S-VHS-Kassetten vorhandene Rohmaterial der Interviews digitalisiert. Der Bestand Dokumentation DER GRÜNE BERG umfasst 57 Interviews, die Fredi M. Murer 1989 und 1990 mit der betroffenen Bevölkerung, Vertretern der NAGRA, Widerstandsgruppen, Politiker:innen und Wissenschaftler:innen führte. Das Material wurde im Rahmen eines Memoriav-Projekts und der Unterstützung des Kantons Nidwalden (Amt für Kultur) digitalisiert. Als Basis für die Erschliessung dienten schreibmaschinengeschriebene Transkripte von 1990 (oft ins Hochdeutsche übertragene Wortprotokolle), die orginal wiedergegeben werden. Zur besseren Orientierung im digitalen File wurden sie mit Timecodes versehen und mit einem Abstract ergänzt.

Die Nationale Genossenschaft zur Beseitigung radioaktiver Abfälle (NAGRA) plante Ende der 1980er im "Wellenberg" bei Wolfenschiessen im Kanton Nidwalden ein Endlager. Fredi M. Murer dokumentierte in seinem Film "Der grüne Berg" (1990) den Widerstand… — mehr...

AbstractBand V7 porträtiert Josef und Anita Christen (geb. Odermatt) auf dem 6 Hektar grossen Hof Vorderfallenbach, den die Familie seit 1875 bewirtschaftet. Grossvater Theodor Odermatt schildert die Hofgeschichte und gibt Einblick in den Betrieb aus acht bis zehn Grossvieheinheiten. Josef Christen als künftiger Nachfolger auf dem Hof benennt drei zentrale Sorgen: den erhöhten Lärmpegel durch den Bohrturm, mögliche Wasserversorgungsengpässe bei seismischen Untersuchungen und den gefährlichen Lastwagenverkehr auf dem Schulweg seiner Kinder Pirmin und Adrian. Die Bauzeit ist auf zehn Jahre festgelegt, eine Verlängerung für den Endlagerbetrieb bleibt aber offen. Die Familie sieht in der langfristigen Nutzung potenzieller Endlagerräume eine unklare Zukunft. Tochter und Schwiegertochter unterstützen die kritische Haltung und fordern entschiedene politische Teilhabe, gerade um die Zukunft der nächsten Generation zu sichern. Das Interview mit den Familienmitgliedern wird durch Portraits der Familienmitglieder und der Landschaft ergänzt.
Urheber
  1. Murer, Fredi M.
Copyright
Schlagwörter
  1. Umwelt
  2. Umweltpolitik (allgemein)
  3. Abfallwirtschaft
  4. Abfalllagerung
  5. Lagerung radioaktiver Abfälle
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
  3. Nidwalden
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1981-1990
  5. 1989
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1981-1990
  5. 1990
Verleger
  1. Murer, Fredi M.
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
  3. S-VHS
Sprache
  1. schweizerdeutsch
Detailinformation
Vorder Fallenbach, Landwirte
Junge Familie: Josef Christen (Schwiegersohn) und Anita Christen (-Odermatt)
Pirmin: Bub Links, helleres Haar
Adrian: Bub rechts, schmales Gesicht
Grossvater: Theodor Odermatt
Grossmutter: Klara Odermatt

00:01:14 2 Bilder des Heimet
Vater mit Enkeln, Kappe an und abziehen.
Vater und Schwiegersohn
Familenportrait

00:07:13 Vater Teodor Odermatt: Mein Grossvater hat das Heimet 1875 gekauft, ursprünglich waren es eigentlich zwei Heimet, das vordere und das hintere, die alten Namen waren auch anders. Es hiess nicht Vorderfallenbach, es hiess «Nehohstatt», und das andere heisst «Höchimatt». Und ein Heimet, das vordere konnten sie zwei Jahre später kaufen. Nachher haben sie das bewirtschaftet. Es war eine ziemlich grosse Familie. Da war mein Vater, der konnte das Heimet 1919 antreten. Er hat auch dann geheiratet, dann hat es wieder etwa sechs Kinder gegeben, zwei starben ein wenig früher, und nachher sind die Schwestern ausgezogen. Und ich bewirtschafte jetzt das seit Anno 1954. Jetzt wäre es dann bald so weit, dass ein Nachfolger käme, und das ist ja vorhanden. Wir haben hier etwa acht bis zehn Grossvieheinheiten. Es ist ungefähr 6 ha, das sollte eigentlich … nach den neuesten Vorstellungen ist es ein bisschen klein, da muss man fast noch etwas daneben arbeiten. Aber wenn man nicht zu grosse Ansprüche stellt, so bringt man trotzdem etwas heraus, sofern der EG-Anschluss nicht kommt, und alles über den Hauf en wirft .

00:09:06 FMM: Wellenberg? Eure Reaktion?

00:09:34 Schwiegersohn, Josef Christen: Der Theodor hat vorher gesagt, ich sei der Nachfolger und das ist die Frau, sie ist seine Tochter und ich bin der Schwiegersohn, wir haben anno 1981 geheiratet. Ich gehe jetzt im Moment noch voll arbeiten, wir werden später einmal das Heimet übernehmen. Das ist so vorgesehen. Und unsere Bedenken wegen der Nagra, warum wir Einsprache gemacht haben, ist erstens der Lärm. Weil wir hier leicht erhöht sind über dem Bohrturm. Bohrstandort, der Lärm steigt ja, logischerweise, und hinter uns ist noch ein Fels, der ihn wieder abschlagt.

00:10:14 Schwiegersohn: Das zweite Bedenken ist, dass wir am Ende der Wasserversorgung sind, und wir wahrscheinlich Schwierigkeiten haben werden wegem Wasser, wenn sie ziemlich viel Wasser nehmen, da drüben. Sie sagen zwar schon nicht, aber ich kann mir das nicht vorstellen. Sonst würden sie nicht so eine Kanalisation machen da vorne. Da sieht man die Durchmesser der Rohre, und darum haben wir einfache etwas Bedenken deswegen. Und auch wegen unserer Kinder die in die Schule müssen. Der Verkehr ist enorm gross nachher. Er ist jetzt schon gross, und nachher noch grösser, und wir haben einfach ein wenig Bedenken.

00:10:45 FMM: Bauzeit?

00:10:57 Schwiegersohn: Die Bauzeit geht glaube ich etwa 10 Jahre, so wie sie … es muss einfach innert 10 Jahren gemacht sein. Und was dann wieder weiter geht, da müssen sie wieder spezielle Gesuche stellen. 10 Jahre ist es also sicher, als dass es so weit geht.

00:11:13 FMM: Endlager?

00:11:18 Schwiegersohn: Ja, dann das wissen wir nicht genau. wie lange das geht, wie sich das dann entwickelt, das kommt dann drauf an, wieviel Platz die nachher drin haben für Material, das kann bis 50 Jahre gehen.

00:11:31 FMM: Verantwortung?

00:11:57 Schwiegersohn: Wir machen uns hauptsächlich Sorgen wegen der Kinder, wir leben jetzt mit dem auf, aber unsere Jungen werden einmal sagen: Herrgott Eltern, was habt ihr damals studiert? Wieso habt ihr da nicht mit Händen und Füssen gewehrt? Darum wehren wir uns ja. Eigentlich wehren wir uns, wie soll ich das sagen, vielleicht müssten wir nicht so Bedenken haben, gescheiter, man sehe schwärzer, als es dann schlussendlich ist. Unsere Kinder sollen uns nachher nicht einmal sagen kommen: Wieso habt ihr eigentlich damals nichts unternommen? Wenn wir uns wehren, und wenn es dann trotzdem nicht geht, dann geht es nicht.

FMM: Wendet sich an die Tochter.

00:12:55 Tochter: Ja eigentlich voll und ganz. Es ist eigentlich schon hauptsächlich wegen den Kindern, die Bedenken, die ich da habe, weil das ganze so unsicher ist. Man weiss eigentlich gar nicht, in was man sich da einlässt. Da kann jeder sagen … dort ist es jedenfalls auch gegangen. Man weiss einfach so wenig. Also dass sie sicher noch einmal da durchgehen und die Sicherheit ein wenig anschauen.

00:13:27 FMM: Man weiss zu wenig, um Verantwortung zu übernehmen?

00:13:37 Tochter von Christen: Ja, ja es muss irgendwie. Es sollte einfach einmal eine Lösung geben. Und man darf das einfach nicht überstürzen, man muss das einfach schon gut durchdenken und die beste Lösung schlussendlich suchen, oder.

00:14:03 Fredi: Wendet sich an Mutter.

00:14:15 Mutter: Ja, sicher. Die (Kinder) sollen auch ihr Recht haben, in ihrem Alter. Nicht dass man die (NAGRA) jetzt etwas bauen lässt. dass sie nachher …, dass es nicht mehr geht.

00:14:34 FMM: Gespräch mit Kindern über zaubern (Kinderbilder, Eltern, Katze)

00:18:35 Buben

00:21:59 Vater

00:22:22 Wasserfall

00:22:34 Ende V7

ZitationsvorschlagVideo: Murer, Fredi M./F 9103-07
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