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Interview von Marie-Antoinette Chiarenza und Daniel Hauser mit der Historikerin Elisabeth Joris (für die Ausstellung "Take Care: Art and Medicine, Wanderings through the history of illness and healing", Helmhaus Zürich, 2022)


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 9100-002
BestandF_9100 Dokumentation RELAX (chiarenza & hauser & co)
Bestandesbeschrieb

Der Bestand umfasst zwei Videos des Künstler:innenduos Marie-Antoinette Chiarenza und Daniel Hauser, die im Rahmen von Videoinstallationen an Ausstellungen öffentlich gezeigt wurden. 2017 entstand das Video "Einkommenslücke/Income Gap" mit der Ökonomin Mascha Madörin. 2022 das Video "Health Complex beyond Adeline Favre" mit der Historikerin Elisabeth Joris.

Der Bestand umfasst zwei Videos des Künstler:innenduos Marie-Antoinette Chiarenza und Daniel Hauser, die im Rahmen von Videoinstallationen an Ausstellungen öffentlich gezeigt wurden. 2017 entstand das Video "Einkommenslücke/Income Gap" mit… — mehr...

AbstractDas Interview «Health Complex beyond Adeline Favre» des Künstler:innenduos Marie-Antoinette Chiarenza und Daniel Hauser mit der Historikerin Elisabeth Joris aus dem Jahre 2022 wurde im Rahmen der Ausstellung «Take Care: Art and Medicine, Wanderings through the history of illness and healing» im selben Jahr im Kunsthaus Zürich öffentlich gezeigt. Joris gibt einen Einblick in das Leben der Hebamme Adeline Favre, in die Entstehung des modernen Berufs der Krankenpflegerin (in der Schweiz), in die Entkriminalisierung der Abtreibung in der Schweiz im 20. Jahrhundert, sowie in ihre eigenen Erfahrungen und Bemühen im Rahmen der Frauenbefreiungsbewegung während der 1970er und 1980er Jahre.
Urheber
  1. Relax Chiarenza & Hauser & Co.
Periode
  1. Neuzeit
  2. 21. Jh.
  3. 2001-2050
  4. 2021-2030
  5. 2022
Personen
  1. Joris, Elisabeth (1946-
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
  3. digitale Videoaufnahme
Sprache
  1. deutsch
Detailinformation

00:00:14 Vorstellung: Wer ist Adeline Favre? Erste ausgebildete Hebamme des Val d’Anniviers; hat bis zum Ende ihrer Berufsjahre in den 1970ern über 8000 Geburten begleitet

00:01:20 Bildinterpretation: Selbstinszenierung in der regionalen Tracht als «Hebamme vom Dorf» für den Weltkongress der Hebammen in Stockholm 1957; gleichzeitige Selbstdarstellung als zeitlose, alpine Frau («le figé»; Verbindung von Tradition und Mobilität der Moderne; Verbindung der traditionellen Hebammengeburt mit der Hygiene der Moderne)

00:03:15 Keine Stellungsnahme zur Abtreibung, aber auch keine Unterordnung, wenn es darum ging Frauen Tipps für die Verhütung zu geben (stellt sich aber gleichzeitig auch nicht gegen die verbreitete «Tradition» der «retirette»/des coitus interruptus gestellt)

00:04:04 1971: Manifest französischer Frauen, die eine Abtreibung vollzogen haben

00:04:27 Auch in der Schweiz kam es etwas gleichzeitig zur ersten solchen Initiative, die von Frauen lanciert war; verlangte: Entkriminalisierung der Abtreibung

00:04:54 1968 hatte Papst Paul VI alle Möglichkeiten der Kontrazeption verurteilt; trotzdem kauften die Frauen die Pille etc.

00:05:34 Diskussionen über die Entkriminalisierung der Abtreibung in der Schweiz vor 1971

00:06:08 Initiative von 1971: Der Weg vom Parlament bis zur Abstimmung 1977

00:06:54 Während dieser Zeit war Elisabeth Joris selbst aktiv in der Frauenbefreiungsbewegung tätig und wurde auch schwanger. Gleichzeitige Vermittlung der Abtreibung, während dem sie selbst schwanger war.

00:07:31 1977 Geburt des eigenen Kindes in der Schweizerischen Pflegerinnenanstalt; 1981 Geburt des zweiten Kindes zu Hause

00:08:36 Anfänge der Krankenpflege: Hintergrund des Militärs und gratis geleistete Arbeit von Nonnen für Kranke; Rotes Kreuz gründete 1899 deswegen eine Krankenpflegerinnenausbildungsschule in Bern zusammen mit dem Spital; gleichzeitig haben in Zürich der Schweizerische Gemeinnützige Frauenverein in Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Pflegerinnen die Schweizerischen Pflegerinnenanstalt gegründet

00:10:22 Trotzdem steht aber in den frühen Zeiten der Roten-Kreuz-Pflegerinnen (auch visuell) immer noch der Mann, der alles organisiert. Bei den Pflegerinnen der Schweizerischen Pflegerinnenanstalt sieht man wiederum mehr eine «Schwesternschaft» ohne Männer

00:11:43 Internationaler Kampf von Anna Riesen dafür, dass die Arbeit als solche und nicht nur als Dienst anerkannt wird und die Löhne erhöht sowie die Arbeitszeit limitiert werden sollten

00:12:38 2022: «Zeit» als zentrale Grösse in der Krankenpflege: Ausdifferenzierung, Erfassung, Berechnung etc. von Fallpauschalen ist nur möglich wegen der Digitalisierung. Aber alles, was nicht aufgelistet wird (wie zum Beispiel der Aufbau der Beziehung) wird nicht verrechnet und wird nicht entsprechend entlöhnt («Primat der Ökonomie»)

00:15:07 Damit die Pflege aus dieser Sackgasse herauskommt, braucht es Solidarität, aber auch eine Verschiebung weg vom Primat der Digitalisierung/des Managements hin zu den involvierten Personen, die diese Arbeit leisten

00:16:31 Ende

ZitationsvorschlagVideo: Relax Chiarenza & Hauser & Co./F 9100-002
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