00:00:10 Einblendung Balkengrafik mit Kommentar von Mascha Madörin über bezahlte und unbezahlte Arbeit und der Einkommensdifferenz zwischen Mann und Frau
00:00:23 Schnitt zur angepassten Skizze der Grafik von Mascha Madörin
00:00:43 «Mein erster Schock war, dass ich meinte, die ganze Gesellschaft – die ganze Wirtschaft – sei so aufgeteilt, wie bei den Männern, also 1/3 unbezahlt, 2/3 bezahlt. Ich dachte das sei gültig für die ganze Gesellschaft, also Frauen dazu gezählt. Aber ich hatte völlig verdrängt, wie viel unbezahlte Arbeit Frauen leisten. Und mein Schock war: ich wusste das eigentlich.»
00:01:38 Ihre Hauptfragen: Wie kommt das? Was beschreibt Ökonomietheorie? Weshalb habe ich ein so komisches Bild? Wann wurde im Studium von unbezahlter Arbeit geredet? Weshalb denke ich das?
00:02:27 es gab nie eine Ökonomietheorie für die Wirtschaft der ganzen Gesellschaft
00:02:50 Zentrales Problem: Man versucht nicht die Zeitökonomie einer Gesellschaft, sondern nur ihre Geldökonomie zu verstehen
00:03:05 Ihre Erfahrung beim Lesen der Financial Times («Zeitung der Weltwirtschafts-Elite»); Kopfweh, aber trotzdem informativ; sexistische Sprachregelung und Werbung
00:04:09 Während verschiedenen Finanzkrisen gab es immer wieder Grafiken, die die Ängste dazu darstellen: sehr männerlastig
00:06:17 Grafik und Erläuterung zu ihren grundlegenden ökonomischen Überlegungen; Akkumulationssektor; Sorge- und Versorgungswirtschaft («Care-Economy»), enthält auch unbezahlte Arbeit
00:07:48 Unbezahlte Hausarbeit = grösste Säule, grosses Thema der neuen Frauenbewegung
00:08:19 Genauere Erläuterungen zu den drei Sektoren der Care-Economy
00:09:28 Alle Statistiken zeigen nur einen Blickwinkel, sie haben spezifische Anfangsfragen und Standpunkte; alle bisherigen wirtschaftlichen Statistiken nahmen nur den Standpunkt des Privatunternehmers kombiniert mit dem Standpunkt des «Ernährermannes»; folglich waren Haushaltsausgaben nur Kosten und nicht Betriebsausgaben, die es ermöglich zu arbeiten
00:10:23 «Also was Kosten sind und was Leistungen sind, das ist nach sehr alten patriarchalen Mustern organisiert – bis heute»
00:10:34 Man kann nicht über Wirtschaft im Gesamten reden, sondern man muss sagen, worüber man genau redet
00:11:15 «Krise der Care-Economy»
00:11:58 es gibt nicht DIE Ökonomietheorie und auch nicht DIE Wirtschaft; alles ist abhängig von der Perspektive und was gefragt wird; folglich gibt es eben auch nicht DIE feministische Ökonomie, weswegen zu klären ist, was die Frauenbewegung genau will
00:12:45 Perspektive aus der Sicht der Care-Economy ist theoretisch-analytisch bisher zu wenig entwickelt
00:13:08 «Geldwirtschaft für Frauen», zwei Ausgangsgrafiken
00:13:46 Ein Grundproblem: Wenn über Ökonomie, Statistiken, BIP etc. geredet wird, dann meist nur über die Bruttowertschöpfung (Lohnkosten + Gewinn + Abschreibungen + Steuern) jeder Branche, und dies zeigt eine andere Balkenkontur als die erste Ausgangsgrafik der un/bezahlten Arbeit von Mann und Frau; Geldwirtschaft gegen Realwirtschaft
00:15:22 Mainstream-Ökonomie besagt meistens, dass die Bruttowertschöpfung (zweite Ausgangsgrafik) repräsentativ ist für die erste Ausgangsgrafik der un/bezahlten Arbeit von Mann und Frau
00:15:52 Nichtthematisierung der unbezahlten Arbeit in der Geldwirtschaft; Hochrechnungen vom Bundesamt für Statistik und anderen schätzen den Wert der unbezahlten Arbeit
00:16:50 Grafik für den Anteil der unbezahlten Arbeiten von Haushalten und deren Bruttowertschöpfung in der gesamten Wirtschaft
00:17:38 Auswirkungen von Krisen auf die Haushalte, Zeit-Ökonomie und Geldökonomie; wo wird gespart in der Care-Economy während Krisen und wen es betrifft
00:19:45 Statistik der Eurostat zur Einkommenslücke bei Frauen; Frauen in der Schweiz verfügen über insgesamt 108 Mia. CHF weniger pro Jahr als Männer, davon sind 80 Mia. CHF unbezahlte Arbeit und 28 Mia. CHF Lohnunterschiede
00:22:00 Zahlen von Schweden in dieser Statistik zeigen ein sehr limitiertes Fortschrittpotenzial, eine grosse Lücke bleibt bestehen; Forderung nach bezahlter Hausarbeit in der Frauenbewegung wird wieder eine diskutierbare politische Forderung
00:22:50 Ende