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Interview von Marie-Antoinette Chiarenza und Daniel Hauser mit der Ökonomin Mascha Madörin (für die Ausstellung: "Einkommenslücke/Income Gap", Helmhaus Zürich, 2017)


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SignaturF 9100-001
BestandF_9100 Dokumentation RELAX (chiarenza & hauser & co)
Bestandesbeschrieb

Der Bestand umfasst zwei Videos des Künstler:innenduos Marie-Antoinette Chiarenza und Daniel Hauser, die im Rahmen von Videoinstallationen an Ausstellungen öffentlich gezeigt wurden. 2017 entstand das Video "Einkommenslücke/Income Gap" mit der Ökonomin Mascha Madörin. 2022 das Video "Health Complex beyond Adeline Favre" mit der Historikerin Elisabeth Joris.

Der Bestand umfasst zwei Videos des Künstler:innenduos Marie-Antoinette Chiarenza und Daniel Hauser, die im Rahmen von Videoinstallationen an Ausstellungen öffentlich gezeigt wurden. 2017 entstand das Video "Einkommenslücke/Income Gap" mit… — mehr...

AbstractDas Interview «Einkommenslücke/Income Gap» des Künstler:innenduos Marie-Antoinette Chiarenza und Daniel Hauser mit der Ökonomin Mascha Madörin aus dem Jahre 2017 wurde im Rahmen der Ausstellung «wiewieviel?» im selben Jahr im Helmhaus Zürich öffentlich gezeigt. Mädorin präsentiert ihre Forschung zur Geld- und Zeitökonomie und wie letztere in Wirtschaftstheorien oft vernachlässigt wird. Im Fokus ihrer Überlegungen steht die unbezahlte Arbeit der «Care-Economy», deren geschätzter Wert, ihre Krise und wie das Zusammenspiel aller Faktoren die Einkommenslücke erklärt. Madörin zeigt mögliche Wege zur Beseitigung dieser Ungerechtigkeiten auf.
Urheber
  1. Relax Chiarenza & Hauser & Co.
Periode
  1. Neuzeit
  2. 21. Jh.
  3. 2001-2050
  4. 2011-2020
  5. 2017
Personen
  1. Madörin, Mascha
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
  3. digitale Videoaufnahme
Sprache
  1. deutsch
Detailinformation

00:00:10 Einblendung Balkengrafik mit Kommentar von Mascha Madörin über bezahlte und unbezahlte Arbeit und der Einkommensdifferenz zwischen Mann und Frau

00:00:23 Schnitt zur angepassten Skizze der Grafik von Mascha Madörin

00:00:43 «Mein erster Schock war, dass ich meinte, die ganze Gesellschaft – die ganze Wirtschaft – sei so aufgeteilt, wie bei den Männern, also 1/3 unbezahlt, 2/3 bezahlt. Ich dachte das sei gültig für die ganze Gesellschaft, also Frauen dazu gezählt. Aber ich hatte völlig verdrängt, wie viel unbezahlte Arbeit Frauen leisten. Und mein Schock war: ich wusste das eigentlich.»

00:01:38 Ihre Hauptfragen: Wie kommt das? Was beschreibt Ökonomietheorie? Weshalb habe ich ein so komisches Bild? Wann wurde im Studium von unbezahlter Arbeit geredet? Weshalb denke ich das?

00:02:27 es gab nie eine Ökonomietheorie für die Wirtschaft der ganzen Gesellschaft

00:02:50 Zentrales Problem: Man versucht nicht die Zeitökonomie einer Gesellschaft, sondern nur ihre Geldökonomie zu verstehen

00:03:05 Ihre Erfahrung beim Lesen der Financial Times («Zeitung der Weltwirtschafts-Elite»); Kopfweh, aber trotzdem informativ; sexistische Sprachregelung und Werbung

00:04:09 Während verschiedenen Finanzkrisen gab es immer wieder Grafiken, die die Ängste dazu darstellen: sehr männerlastig

00:06:17 Grafik und Erläuterung zu ihren grundlegenden ökonomischen Überlegungen; Akkumulationssektor; Sorge- und Versorgungswirtschaft («Care-Economy»), enthält auch unbezahlte Arbeit

00:07:48 Unbezahlte Hausarbeit = grösste Säule, grosses Thema der neuen Frauenbewegung

00:08:19 Genauere Erläuterungen zu den drei Sektoren der Care-Economy

00:09:28 Alle Statistiken zeigen nur einen Blickwinkel, sie haben spezifische Anfangsfragen und Standpunkte; alle bisherigen wirtschaftlichen Statistiken nahmen nur den Standpunkt des Privatunternehmers kombiniert mit dem Standpunkt des «Ernährermannes»; folglich waren Haushaltsausgaben nur Kosten und nicht Betriebsausgaben, die es ermöglich zu arbeiten

00:10:23 «Also was Kosten sind und was Leistungen sind, das ist nach sehr alten patriarchalen Mustern organisiert – bis heute»

00:10:34 Man kann nicht über Wirtschaft im Gesamten reden, sondern man muss sagen, worüber man genau redet

00:11:15 «Krise der Care-Economy»

00:11:58 es gibt nicht DIE Ökonomietheorie und auch nicht DIE Wirtschaft; alles ist abhängig von der Perspektive und was gefragt wird; folglich gibt es eben auch nicht DIE feministische Ökonomie, weswegen zu klären ist, was die Frauenbewegung genau will

00:12:45 Perspektive aus der Sicht der Care-Economy ist theoretisch-analytisch bisher zu wenig entwickelt

00:13:08 «Geldwirtschaft für Frauen», zwei Ausgangsgrafiken

00:13:46 Ein Grundproblem: Wenn über Ökonomie, Statistiken, BIP etc. geredet wird, dann meist nur über die Bruttowertschöpfung (Lohnkosten + Gewinn + Abschreibungen + Steuern) jeder Branche, und dies zeigt eine andere Balkenkontur als die erste Ausgangsgrafik der un/bezahlten Arbeit von Mann und Frau; Geldwirtschaft gegen Realwirtschaft

00:15:22 Mainstream-Ökonomie besagt meistens, dass die Bruttowertschöpfung (zweite Ausgangsgrafik) repräsentativ ist für die erste Ausgangsgrafik der un/bezahlten Arbeit von Mann und Frau

00:15:52 Nichtthematisierung der unbezahlten Arbeit in der Geldwirtschaft; Hochrechnungen vom Bundesamt für Statistik und anderen schätzen den Wert der unbezahlten Arbeit

00:16:50 Grafik für den Anteil der unbezahlten Arbeiten von Haushalten und deren Bruttowertschöpfung in der gesamten Wirtschaft

00:17:38 Auswirkungen von Krisen auf die Haushalte, Zeit-Ökonomie und Geldökonomie; wo wird gespart in der Care-Economy während Krisen und wen es betrifft

00:19:45 Statistik der Eurostat zur Einkommenslücke bei Frauen; Frauen in der Schweiz verfügen über insgesamt 108 Mia. CHF weniger pro Jahr als Männer, davon sind 80 Mia. CHF unbezahlte Arbeit und 28 Mia. CHF Lohnunterschiede

00:22:00 Zahlen von Schweden in dieser Statistik zeigen ein sehr limitiertes Fortschrittpotenzial, eine grosse Lücke bleibt bestehen; Forderung nach bezahlter Hausarbeit in der Frauenbewegung wird wieder eine diskutierbare politische Forderung

00:22:50 Ende

ZitationsvorschlagVideo: Relax Chiarenza & Hauser & Co./F 9100-001
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