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Dokumentationsmaterial zum Film «Katzenball» von Veronika Minder: Interview von Veronika Minder und Katrin Barben mit Bob Steffen, Teil 1


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 9086-023
BestandF_9086 Katzenball (Veronika Minder, 2005): Rohmaterial und Dokumention [VIDEO]
Bestandesbeschrieb

Die Berner Regisseurin Veronika Minder hat von 1999-2005 für den Film «Katzenball» ausgiebige Recherchen unternommen. Kern des Materials sind die auf Video aufgezeichneten Oral History Interviews mit Protagonistinnen (und wenigen Protagonisten) der queeren Szene in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Schweiz. Die Erkenntnisse aus den Aufnahmen beeinflussten die Auswahl der dann interviewten Personen und die Themensetzung im Film "Katzenball". Die ausführlichen Interviews bieten darüber hinaus aber eine Fülle von zeitgeschichtlichen und szenespezifischen Informationen. Minder filmte für die Recherche hauptsächlich auf MiniDV und VHS. Die Aufnahme wurden mit Unterstützung von Memoriav digitalisiert.

Die Berner Regisseurin Veronika Minder hat von 1999-2005 für den Film «Katzenball» ausgiebige Recherchen unternommen. Kern des Materials sind die auf Video aufgezeichneten Oral History Interviews mit Protagonistinnen (und wenigen Protagonisten)… — mehr...

AbstractIm Interview mit Bob Steffen untersuchen Veronika Minder und ihre Recherchekollegin Katrin Barben die Berner Künstlerszene der 1950er und 1960er Jahre. Bob Steffen ist einer ihrer wichtigsten Exponenten und war aufgrund der grossen Feste, die er organisiert hat, bestens in der Szene vernetzt. Im Gespräch diskutieren sie Bobs offenen Umgang mit der Homosexualität, die Bisexualität der Künstlerszene der 1950er und 1960er Jahre und wie sich diese Szene seitdem verändert hat. Zudem thematisieren sie seine Jugend und Ausbildung sowie die Treffpunkte für Schwule in den 1950er Jahren (z.B. das Café Bali in Bern oder Künstlerbälle in Zürich).
Urheber
  1. Minder, Veronika: Bern
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
  3. digitale Videoaufnahme
Detailinformation

00:01:55 Veronika erklärt Filmprojekt und ihr Interesse an Berner Kunstszene der 1950er und 1960er Jahre

00:02:28 Bobs Feste in der Kunstszene

00:02:54 Verfügt er noch über Fotos aus dieser Zeit?

00:03:17 Seit wann lebte Bob schwul? Erkenntnis der Sexualität

00:05:02 Bobs tollste Zeit als schwuler Mann war im Alter zwischen 40 und 60 Jahren

00:06:23 Kindheit mit einer strengen Mutter und einem Vater, der sich nicht um seine Kinder kümmerte

00:07:10 Aufwachsen seiner Mutter im Kloster in Deutschland; Beziehung zu einer (vermutlich) lesbischen Oberin im Kloster

00:08:18 Erste schwule Beziehung mit einem älteren Mann («er hat ausgesehen wie Heinrich Gretler») als 16-Jähriger

00:08:54 Konfrontation mit seiner Mutter, als sie die Beziehung in Erfahrung brachte

00:10:25 Polizei wurde aufgrund der Beziehung eingeschaltet; seine Mutter hat Bob in Schutz genommen

00:12:25 Weisheiten seiner Mutter und ihre Ansichten über die kleinen Schritte von Sympathie bis Liebesbeziehung

00:13:21 Bobs unterstützender Freundeskreis; sodass ein Coming-Out nie notwendig war

00:14:20 Berufliche Ausbildung und mögliche Berufswünsche (Theater, Coiffeur, …)

00:14:48 Wie er zum Dekorateur wurde und die sexuellen Abenteuer, die dazu beitrugen

00:17:13 Sie sprechen über ihre Sternzeichen

00:17:55 Lehre als Dekorateur bei der EPA

00:20:05 Arbeit beim Loeb und schneller Aufstieg

00:20:32 1953 hat er sich selbständig gemacht und an diversen Ausstellungen gearbeitet

00:21:50 Schnitt; Bob zeigt alte Fotos der Ausstellungen, die er während seines Lebens mitgestaltet hat (mit dazugehörenden Zeitungsausschnitten)

00:24:40 Schnitt; Bob zeigt weiterhin seine Fotos

00:25:33 Rückkehr der Konversation zur Berner Kunstszene

00:26:11 Drogenkonsum in der Szene; Auswirkungen auf die Gesundheit von Bob

00:27:33 weitere prominente Berner Lesben

00:28:07 Rivalitäten und Konflikte innerhalb der Gruppe von Künstlern (Lisa Hofmann und May Fasnacht haben Bob schlecht geredet)

00:29:52 Sein lesbisches Umfeld im Theater

00:30:23 Die erste Party, die Bob organisiert hat (anwesend waren unter anderem Meret Oppenheim, Walter «Pips» Vögeli, …)

00:31:00 «Kätle Senn» - eine Kollegin, die sich konstant in die Beziehungen von anderen einmischte («eine Soumätz» gemäss Bob); Klatsch und Tratsch in den Beziehungskreisen

00:32:28 Konfrontation mit «Kätle», als sie sich in eine seiner Beziehungen einmischte

00:33:01 Ausgehverhalten der schwulen Männer damals (vor allem im Café Bali)

00:34:00 Schnitt

00:34:01 Schwierigkeiten, in der Schweiz eine längere Beziehung zu finden («Hausfraumentalität» unter Schwulen)

00:34:47 Gab es überhaupt in Bern eine schwule oder lesbische Subkultur? Nein, aber in der Künstlerszene waren Homo- und Bisexualität völlig normal

00:35:24 Bobs Verlobung mit einer Baslerin als 18-Jähriger; seine Beziehungen mit Frauen

00:37:15 Reise nach Ascona ins Haus von Jack Menn mit seiner Verlobten

00:38:15 Schrittweise Trennung («in Frieden auseinander»)

00:38:58 Befreite Zeit in der Künstlerszene; Veronika erwähnt die Probleme mit dem Coming-Out, die interviewte Frauen erwähnt haben

00:39:16 Bobs Besuch eines Vortrags über Coming-Out im Gaskessel (ca. 1985) und seine entsetzte Reaktion über die junge Generation, die enorm verschlossen mit der eigenen Sexualität umgeht

00:40:14 Gab es Unterschiede zwischen den 1950er und 1960er Jahren? Verklemmtere 1950er Jahre, aber Besuch von Künstlerbällen in Zürich

00:41:04 Diskussion über die Künstlerbälle und darüber, dass diese fast exklusiv Schwule anlockten

00:42:00 schwuler Untergrund und Subkulturen, die nicht von Bob frequentiert wurden («Wieso sollte ich damit [seiner Sexualität] ‘Versteckis’ spielen?»)

00:43:04 Die Schwulenszene und die Freizügigkeit der Szene hat ihn teils angeekelt

00:45:28 Rückkehr zum Gespräch über die Künstlerszene und die dort prominenten Frauen (May Fasnacht, Suzanne Baumann, Esther Altorfer)

00:45:39 Veronika sagt, dass Suzanne Baumann sich für den Film nicht zur Verfügung stellen wollte, da ihr ihre lesbische Sexualität ihr Leben lang geschadet hat; zum Unverständnis von Bob

00:46:23 «Von mir aus gesehen ist jeder Mensch bi[sexuell]»

00:46:48 Gespräch über Veronikas Beziehungen

00:48:05 Diskussionen ohne fixes Thema

00:49:26 Der Jazz-Keller in den 1950er Jahren und die Party, die Bob dort organisiert hat

00:50:30 Beziehungen in der Künstlerszene und bisexuelle Tendenzen

00:51:44 «Es ist viel gelaufen damals!»; in den 1960er Jahren mehr Toleranz und eine viel lebendigere Künstlerszene

00:53:46 Schnitt; Anekdote über Esther Altorfer, als sie in Meret Oppenheim verliebt war

00:55:38 Existierte ein sozialer Druck innerhalb der Künstlerszene, bisexuell zu sein (damit man nicht als schwul oder lesbisch gilt)?

00:57:26 «Ich habe nie ein Blatt vor den Mund genommen»

00:57:58 Anekdote über eine Lernende, die sich bei Bob über seine Sexualität erkundigte

00:58:35 Weshalb lebten viele eine Doppelexistenz (waren «offiziell» verheiratet, aber lebten offen bisexuell oder pflegten homosexuelle Beziehungen)? Anekdote über einen Kollegen (Martin Siegner [?]), den Bob in den 1960er Jahren kennengelernt hat

01:02:25 Ende

ZitationsvorschlagVideo: Minder, Veronika: Bern/F 9086-023
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