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"Problem gelöst? Geschichte(n) eines Virus" - Interview von Rayelle Niemann mit Michelle, 2019: Das Video kann auf Anfrage im Lesesaal des Sozialarchivs konsultiert werden.


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 9081-013
BestandF_9081 Problem gelöst? Geschichte(n) eines Virus
Bestandesbeschrieb

Zwischen dem 1. November 2019 und dem 5. Januar 2020 fand in der Shedhalle Zürich die Ausstellung "Problem gelöst? Geschichte(n) eines Virus" statt. Die Kuratorin Rayelle Niemann thematisierte historische, medizinische, gesundheitspolitische und künstlerische Aspekte des individuellen und gesellschaftlichen Umgangs mit Hiv und Aids. Zentraler Bestandteil der Ausstellung waren 17 Interviews: Sie vermitteln Erfahrungen von Menschen, die sich beruflich seit dem Auftauchen der Krankheit mit Hiv und Aids beschäftigen und geben Einblicke ins Leben von Menschen, die seit Jahrzehnten Hiv-positiv sind oder seit ihrer Geburt mit dem Virus leben. Die Sammlung dieser 17 Videogespräche ist ein in der Schweiz bis jetzt einzigartiger Zugang zu Oral History im Zusammenhang von Hiv und Aids. Dank der Unterstützung von Memoriav, dem Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturguts in der Schweiz, konnte der Videobestand digitalisiert und erschlossen werden.

Zwischen dem 1. November 2019 und dem 5. Januar 2020 fand in der Shedhalle Zürich die Ausstellung "Problem gelöst? Geschichte(n) eines Virus" statt. Die Kuratorin Rayelle Niemann thematisierte historische, medizinische, gesundheitspolitische… — mehr...

AbstractGespräch mit der seit Geburt mit Hiv Infizierten Studentin Michelle. Sie erzählt aus ihrem Leben mit Hiv, beginnend bei der Aufklärung durch ihre Stiefmutter im Alter von 12 Jahren, über die Schwierigkeiten beim Outing generell und als Jugendliche im Speziellen, endend bei ihrem persönlichen freiwilligen Engagement bei der Aids-Hilfe. Michelle wurde von ihrer drogenabhängigen, leiblichen Mutter infiziert. Sie erzählt wie sie über ihre Krankheit aufgeklärt wurde, wie sie damit umgegangen ist und wie und wem gegenüber sie sich geoutet hat. Mit 13 Jahren beginnt sie eine erfolgreiche Medikation und beteiligt sich an Aktivitäten der Swiss Youth + Group (damals: Aids & Kind), wo sie schnell Anschluss findet. Überdies engagiert sie sich bei der Aids Hilfe, wo sie Schulbesuche durchführt. Michelle spricht über Ängste bei ihr selbst als auch in der Bevölkerung und über Outings beim Dating und in Beziehungen. Sie wünscht sich, dass das Swiss Statement grössere Bekanntheit erreicht und äussert Kritik an der Love Life Kampagne, welche ihrer Meinung nach zu wenig auf Stigmatisierung konzentriert. Desweitern kommen Themen wie PrEP (Präexpositionsprophylaxe) und PEP (Postexpositionsprophylaxe), Kostenübernahmen und globale Gerechtigkeit zur Sprache.
Schlagwörter
  1. soziale Fragen
  2. Gesundheit
  3. Krankheit
  4. AIDS
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
Periode
  1. Neuzeit
  2. 21. Jh.
  3. 2001-2050
  4. 2011-2020
  5. 2019
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
  3. digitale Videoaufnahme
Detailinformation

00:00:26 Gespräch mit Michelle, 26 Jahre, BWL Studentin, Hiv-positiv seit Geburt

00:00:40 Im Alter von 12 Jahren durch Stiefmutter über Krankheit informiert

00:01:04 Mutter (infizierte sich durch Drogenkonsum mit Hiv) starb früh, kennt sie nur aus Erzählungen anderer

00:02:10 Eltern verzichten auf Therapie für Tochter wegen starker Nebenwirkungen der damaligen Medikamente

00:02:56 Vater lässt sie lange über Krankheit im Dunkeln

00:03:50 Stiefmutter klärt sie auf; Nachricht als Hiobsbotschaft

00:05:02 Schock und Verwirrung nach Aufklärung; distanzierter Gefühlszustand gegenüber Hiv

00:06:04 Mit 13 Jahren Teilnahme bei Aids & Kind

00:07:18 Outing gegenüber Freunden; Unterschiedliche Vorstellungen von Eltern

00:08:38 Fehlen in der Schule; Kommunikation mit Lehrpersonen

00:09:08 Start Medikamenteneinnahme mit 13 Jahren ohne Nebenwirkungen

00:10:10 Teilnahme an Aktivitäten mit Swiss Youth + Group (früher Aids & Kind)

00:11:26 Versuch der Verdrängung; Verzicht auf Medikamente aus Angst vor Ablehnung; Trennung von Vater und Stiefmutter

00:13:03 Wichtigkeit von regelmässiger Einnahme der Medikamente

00:13:59 Eigene, irrationale Angst vor Ansteckung anderer trotz Nichtnachweisbarkeit des Virus

00:15:28 Geringe Viruslast gibt Sicherheit und ermöglicht sexuelle Freiheit; Praktizierung von Safer Sex

00:17:31 Outing bei Dates und in Beziehungen

00:19:01 Unterschiedliche Erfahrungen bei Outing; Bevölkerung über aktuellen Stand eher zu wenig informiert

00:19:54 Wunsch nach breiterer Kenntnis des Swiss Statement; Kritik an Schweizer Kampagne dazu 2018

00:22:00 Engagement in Aids-Hilfe Graubünden und Zürich; Schulbesuche

00:24:14 Meinung zu Namensänderung der Aids-Hilfe zu Sexuelle Gesundheit Zürich (SeGZ)

00:25:21 Sex und Verantwortung

00:26:33 Nutzen und Wirkung PrEP und PEP

00:28:22 Kostenübernahme durch Krankenkasse

00:29:12 Inanspruchnahme von therapeutischer Behandlung

00:30:08 Hiv und Beziehung

00:31:19 Diskriminierung und Stigmatisierung von Hiv-Positiven; Angst und Unwissenheit

00:33:19 Kritik an Love Life Kampagne; Erfahrungen mit Stigmatisierung (persönlich und des Umfelds); aktuellen Stand der Forschung diskutieren

00:35:03 Strafbarkeit von wissentlicher Infektion mit Hiv; keine Informationspflicht bei Nichtnachweisbarkeit

00:36:27 Hiv im Leben unterschwellig präsent aber nicht einschränkend

00:37:23 Wunsch danach, dass Menschen Fragen stellen

00:38:05 Wunsch nach mehr globaler Gerechtigkeit bei Zugang zu Medikamenten

00:38:50 Ende des Gesprächs

siehe auchhttps://www.bild-video-ton.ch/bestand/signatur/F_5177
ZitationsvorschlagVideo: Urheber:in unbekannt/F 9081-013
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