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„Unsere Reise 1941“, 12. Nov. bis 22. Dez. 1941


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SignaturF 9052-001
BestandF_9052 Greull, Karl (1909-1984)
Bestandesbeschrieb

1938 besuchte der Prager Karl Greull (1909-1984) einen musikpädagogischen Kongress in Zürich. Aufgrund der politischen Ereignisse in seiner Heimat (Besetzung eines Teils der Tschechoslowakei durch Hitler) und seiner politischen Funktion als Sekretär der sozialistischen Partei war ihm die Heimreise verwehrt. Als Zimmerherr in einem Privathaushalt am Zürichberg lernte er schon bald Elsa Isenschmid (1916-1998) kennen. Die beiden verliebten sich und beschlossen zu heiraten, was aber aufgrund des Flüchtlingsstatus' von Karl Greull erst nach der Emigration des Paares nach Südamerika möglich war. Greull wurde 1940 in ein Flüchtlingslager in Gordola eingewiesen; offenbar drängte die Fremdenpolizei überdies mehrfach auf eine möglichst baldige Weiterreise. Ende 1941 erhielt das Paar ein Visum für Kolumbien: Noch im November desselben Jahres bestiegen sie ein Schiff in Cadiz. In Bogotà schliesslich konnten sie sich eine neue Existenz aufbauen, auch die beiden Kinder kamen in Kolumbien zur Welt. Ende der 1940er Jahre trennten sich ihre Wege wieder: Elsa remigrierte in die Schweiz und heiratete 1959 den Maler Hans Rudolf Zulauf (1905-1976). Die Spur von Karl Greull verliert sich nach einem missglückten Versuch, ebenfalls wieder in Europa Fuss zu fassen. Der Filmbestand von Karl Greull muss übersprünglich sechs (oder mehr) Rollen N8-Film umfasst haben. Bei der Digitalisierung (vor der Ablieferung ins Sozialarchiv) sind in einem Labor offensichtlich mehrere Rollen verloren gegangen, sodass schliesslich nur noch zwei Originalrollen und der digitale Zusammenschnitt mehrerer anderer Rollen hierher gelangten. Greull scheint ein passonierter Filmer gewesen zu sein, denn es gelang ihm, selbst im Flüchtlingslager in Gordola zu drehen! Eine weitere Rolle dokumentiert die Emigration von Cadiz bis nach Kolumbien. Fragmentarisch überliefert sind Aufnahmen von Freizeit- und Wintersportaktivitäten in der Schweiz (wohl Ende 1930er Jahre), verschiedene gesellschaftliche Anlässe in der neuen Heimat in Bogotà und ein paar private Augenblicke mit den Kindern und Freuden.

1938 besuchte der Prager Karl Greull (1909-1984) einen musikpädagogischen Kongress in Zürich. Aufgrund der politischen Ereignisse in seiner Heimat (Besetzung eines Teils der Tschechoslowakei durch Hitler) und seiner politischen Funktion als… — mehr...

AbstractFilmischer Bericht über die Emigrationsreise von Elsa Zulauf-Isenschmid und Karl Greull. Auf der Route Genf-Lissabon-Trinidad-La Guaira (Venezuela) verlassen sie im November 1941 Europa, um in Südamerika eine ungewisse Zukunft aufzubauen.
Copyright
Schlagwörter
  1. soziale Fragen
  2. Leben in der Gesellschaft (allgemein)
  3. Freizeit
  4. Tourismus
Geopolitik
  1. Amerika
  2. Karibik
  3. Trinidad
  1. Amerika
  2. Südamerika
  3. Kolumbien
  1. Amerika
  2. Südamerika
  3. Venezuela
  1. Europa
  2. Portugal
  3. Lissabon
  1. Europa
  2. Spanien
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1901-1950
  4. 1941-1950
  5. 1941
Personen
  1. Greull, Karl (1909-1984)
  1. Zulauf-Isenschmid, Elsa (1916-1998)
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Film
  3. 8mm
  4. Normal8
Sprache
  1. stumm
Detailinformation

00:00:00 „Unsere Reise 1941“, 12. Nov. bis 22. Dez. 1941

00:00:32 „Lisboa“, 24. Nov., Aufnahmen der Altstadt

00:05:45 Überfahrt

00:06:26 „Abschied von Europa“, 25. Nov.

00:08:21 „Buena Esperanza!“, 25. Nov. bis 4. Dez., auf hoher See, Passagiere auf Deck

00:09:42 „Die neue Welt“, „4 heisse Tag in Trinidad“, 4. bis 7. Dez.

00:12:07 „La Guayra – Dort landen wir“, 8. Dez., Schuhputzer, indigene Bevölkerung

00:14:26 „Und dann: 2‘200 km über Land“, 12. bis 22. Dez. 1941

00:15:29 „Schöne Rast in Cúcuta“

00:17:58 Ende

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