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"Tre Musketoser - En KF-film om husmoders-gymnastiken"

SignaturF 9028-004
BestandF_9028 Schweizerischer Arbeiterturn- und Sportverband (SATUS) [FILM]
Bestandesbeschrieb

Der SATUS entstand 1922 aus der Fusion der Schweizerischen Arbeiterturner und dem Arbeitersportverband. Analog wie in anderen gesellschaftlichen, kulturellen und für die Freizeit bedeutenden Bereichen schuf die Arbeiterbewegung auch für die Körperertüchtigung ein eigenes Angebot, das auf grossen Zuspruch stiess: Der SATUS konnte zwar dem Eidgenössischen Turnverein, seinem bürgerlichen Widersacher, nie ganz das Wasser reichen: immerhin stieg aber die Mitgliederzahl 1930 schon auf 25‘000 – damit gehörte der SATUS zusammen mit dem Arbeiterschützenbund und dem Arbeitertouringbund (Velo- und Motorradfahrer) zu den grossen Drei des Arbeitersports. Schon 1923 beschloss der SATUS, das gesamtschweizerische Arbeiter-Turn- und Sportfest in Zürich filmisch festzuhalten. Für hiesige Verhältnisse sehr früh, kam doch die Arbeiterbewegung erst ein knappes Jahrzehnt so richtig auf den Filmgeschmack. Dieser Film eröffnet einen Reigen von knapp zwei Dutzend Filmen, die der SATUS bis 1983 in Auftrag gab, selbst drehte oder erwarb. Der Sportfestfilm von 1923 ist eines der ältesten filmischen Zeugnisse der schweizerischen Arbeiterbewegung. Und er zeigt eindrücklich die Differenzen zwischen bürgerlicher und proletarischer Sport- und Turnauffassung: Hier sind die Frauen auch beim Kugelstossen und Barrenturnen mit von der Partie, die Bewegungsabläufe sind weitgehend befreit von militärischen Drill, die Kleidung knapp – auch für die Frauen. Viele Motive der späteren Satusfest-Filme sind hier schon vorhanden und gehörten offenbar von Anfang an zum Festablauf: Fahnenübergabe und Begrüssungsreden, Festumzug und die spezielle Erwähnung ausländischer Delegationen. Mit der Entideologisierung des Turn- und Sportbetriebs lösen sich auf die Unterschiede zwischen den grossen Turnblöcken mehr und mehr auf. Spätestens ab den 1960er Jahren merkt man den Filmaufnahmen ihre Herkunft aus der Arbeiterbewegung nicht mehr an. Der Bestand dokumentiert acht nationale Sport- und Turnfeste: Zürich (1923), Basel (1946 und 1983), Lausanne (1950), Winterthur (1954), Bern (1958), Luzern (1962) und Schaffhausen (1970). Ausserdem gibt es Aufnahmen eines Nationalturnertages, eines Kinderturntages, von Arbeiterskirennen und von der Schweizer Delegation an der Lingiade (turnerische Grossveranstaltung Ehren des Begründers des schwedischen Turnens, Pehr Henrik Lingin) in Stockholm 1949. Ebenfalls aus Schweden stammt eine weitere Perle des Bestandes, ein Propagandafilm für das Hausfrauenturnen aus der Nachkriegszeit.

Der SATUS entstand 1922 aus der Fusion der Schweizerischen Arbeiterturner und dem Arbeitersportverband. Analog wie in anderen gesellschaftlichen, kulturellen und für die Freizeit bedeutenden Bereichen schuf die Arbeiterbewegung auch für die… — mehr...

Abstract„Die Idee des Organisierens von Turnkursen speziell für Hausfrauen entstand bei einem Beamten der Stockholmer Genossenschaft im Jahre 1939 und wurde 1942 ausgeführt. Die Kurse begannen im Frühling im Freien auf einem Sportplatz mit 10 Gruppen, welche rasch zu 50 Gruppen mit über 200 Mitglieder heranwuchsen. Heute sind es in Stockholm 102 Gruppen und ungefähr 3000 Mitglieder. In ganz Schweden sind zwischen 860 und 900 Gruppen mit 20‘000 bis 25‘000 Mitgliedern. Die Kurse werden durch lokale Konsumgenossenschaften durchgeführt. Dieser Film ist zu Propagandazwecken für das Hausfrauenturnen bestimmt und zeigt, wie die Abeignungen überwunden wurde und alle zufrieden und [unleserlich] wurden. Er zeigt auch eine grosse Turnvorführung in Stockholm im Jahre 1944, in Verbindung mit dem 40jährigen Bestehen des Schwedischen Turnverbandes um im Zusammenhang mit der Jahrhundertfeier der Genossenschaftsbewegung.“
Copyright
Schlagwörter
  1. politischer Rahmen
  2. politisches Leben (allgemein)
  3. politische Bewegung
  4. Arbeiterbewegung
  1. soziale Fragen
  2. Leben in der Gesellschaft (allgemein)
  3. Freizeit
  4. Sport
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweden
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1901-1950
  4. 1941-1950
Verleger
  1. Svensk Filmindustri
weitere Beteiligte
  1. Fischer, Gunnar (Fotografie)
  1. Rybrant, Bigi (Manuskript)
  1. Svensson, Lennart (Ton)
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Film
  3. 16mm
  4. 16mm Azetat
Sprache
  1. schwedisch
Detailinformation

00:00:45 Im Lebensmittelgeschäft: Verkäuferin: «Wie ist es mit Frau Holm heute? Besser?» Nein, Frau Holm klagt über Schmerzen in der Schulter. Die Verkäuferin plaudert und plaudert über dies und das. Unter anderem: «Warum macht es Frau Holm nicht wie Frau Svensson und bewegt sich?» Frau Andersson kommt und fragt, ob das Fräulein hier den ganzen Tag einfach nur plaudern wolle, sie habe hier nicht den ganzen Tag Zeit und verlangt Kaffeerahm.

00:02:10 Im Hauseingang: Frau Svensson zeigt eine Übung vor, um den Körper locker zu machen. Eine Frau: «Sind das die Strumpfbänder, die...» - Vorturnerin: «Strumpfbänder! Ich habe noch nie so etwas Blödes gehört! In uns drin wird gelöst – alles, was sich festgesetzt hat, überholte Ideen und Dummheiten.» Frau Svensson gerät in Rage: «Den ganzen Tag putzen, abwaschen, Staub saugen, Kinder betreuen – sagt, macht das wirklich Spass?» - «Aber das ist doch unsere Arbeit!» - «Aber wir leben doch auch!» «Ja, und dann müssen die Kleinen aufs Abendessen warten, weil ihre Mutter plötzlich lebt – ist das Moral?» - Frau Svensson: «Frau Andersson, machen Sie doch auch mit – je mehr wir sind, desto stärker sind wir!» - «Nein, wer den ganzen Tag im Eingang herumsteht und tratscht, der hat keine Moral.» - Dritte Frau: «Was tratschen – wir tratschen doch nicht, wir machen Gymnastik.» - Frau Svensson: «Frau Andersson, kommen Sie doch auch zur Gymnastik, je mehr wir sind, desto stärker sind wir – wie eine ganze Familie! Streckt euch! ... Man wird so glücklich durch Bewegung, macht es wie ich, bewegt euch. ... Also, ich hoffe, ihr kommt alle zur Gymnastik.»

00:04:31 Im Wohnzimmer: Herr Andersson liegt auf Sofa und liest Zeitung. Frau Andersson zu ihrem Mann: «Meinst du eigentlich, dass ich kein eigenes Geld brauche?» - Mann wirft ihr Geld auf den Tisch und dreht sich um. Frau: «Ja, ich brauche vielleicht auch mal neue Strümpfe oder eine neue Bluse. – Willst du dich nicht mal bewegen? Als wir verlobt waren, war das noch anders. Heute sehe ich nur noch deine Rückenansicht. Du könntest mir auch mal helfen, wie andere. Ich aber arbeite tagein, tagaus für dich. Ich bin dir wohl nicht mehr hübsch genug.»

00:05:33 Sohn kommt herein: «Hältst du einen Vortrag?» Mann: «Ja, damit sich ja nicht ausruhen kann.» Sohn: «Werde wieder fröhlich, Mama.» - «Niemanden kümmert‘s, wie es mir geht.» - Sohn: «Ich geh in die Stadt und trainiere Handball. Man muss ja schliesslich etwas für seine Physis tun.» - «Physis, Physis! Alle sprechen nur noch davon.» – «Vielleicht müsstest du auch mal etwas dafür tun, Mutter.»

00:06:32 Sohn geht, Frau deutet Turnübung vor dem Spiegel an, betrachtet ihre Silhouette, geht dann zum Fenster und ruft nach Britta und Kalle.

00:06:56 Im Treppenhaus: Frau Andersson sucht nach Johan, der Handball spielt. Frau Holm bittet sie in die Turnhalle. Musik, Turnanweisungen, viele Frauen. Blonde Frau sagt zu Frau Andersson: «Vor ein paar Jahren waren es nur 17 Hausfrauen und heute 15‘000 im ganzen Land, die mindestens einmal die Woche turnen. Elegant!» Frau Andersson: «Ja, ja und die Kinder sind sich selbst überlassen.» - «Nein, nein, die sind im Spielzimmer.» Die Kinder erscheinen im Bild.
Frau Holm: «...und im Sommer turnen sie draussen bei Zinkensdamm auf dem Sportplatz.»

00:08:37 Ein ganzes Fussballfeld voller turnender Hausfrauen.

00:09:58 Im Schwimmbad: Der erste Schwimmkurs für Hausfrauen hatte 800 Teilnehmerinnen. «Ist es nicht ein Skandal, Frau Andersson, dass 70% der Schweden nicht schwimmen können? Dabei braucht es nur 10 Lektionen, um das zu lernen. Dabei ist es auch noch lustig! Zuerst sind alle etwas ängstlich. Man muss sich erst an das Wasser gewöhnen. Crawl müssen heute alle können. Schwimmen löst die Muskeln.»

00:10:45 Turnerinnen sind zu sehen. Frau Svensson aus dem Off: «1949 führte man einen Kurs für Leiterinnen durch, denn bei der zunehmenden Zahl der turnenden Hausmütter brauchte es diese dringend in grösserer Zahl.

00:11:29 Skelett: Frau Svensson aus dem Off: «Die Frauen mussten den Aufbau des Körpers mit seinen Muskeln und seinem Bewegungsapparat kennenlernen. Am Schluss bekamen sie ein schickes Diplom, wenn sie den Kurs bestanden.

00:11:59 Vorturnerin: «Wenn die beiden Damen da oben fertig geplaudert haben, können sie herunterkommen und auch mitmachen.» Frau Svensson: «Ich habe nicht die richtigen Kleider dabei, aber das macht ja wohl nicht. Kommen Sie, Frau Andersson!» - «Nie im Leben! Ich habe doch Anstand im Körper! Gehen Sie nur.»

00:12:26 Vorturnerin zu Frau Svensson: «Willkommen, wir haben einen Platz dort vorne.»

00:13:01 Mit der Zeit macht Frau Andersson auf der Empore unwillkürlich mit.

00:14:04 Im Wohnzimmer: Die Kinder sitzen bei den Hausaufgaben. Vater: «Wollen wir das Abendessen richten?» - Kinder: «Ja! Denk dir, wie glücklich sie sein wird, wenn wir das tun.» Tisch ist fertig gedeckt. Frau Andersson kommt jammernd nach Hause: «Diese Gymnastik macht einen total fertig. Es fühlt sich alles so schwer an und als ob jemand, mir auf den Arm gehauen hätte. – Oh! Und sitzen kann man auch nicht mehr!» - Sohn: «Wir haben wohl Muskelkater! Das vergeht wieder. Bleib nur bei dem Training.» Herr Andersson verlässt den Tisch. Frau Andersson: «Und essen habt ihr auch gekocht! Ich werde kein Wort mehr über die Gymnastik verlieren.»

00:15:43 Wieder in der Turnhalle: Frau Holm regt sich darüber auf, dass Frau Andersson zuvorderst in der Reihe steht. Leiterin: «Guten Tag, Frau Andersson. Wie geht es Ihnen? Ich hatte gehört, dass Sie müde waren.» - «Nein! Schauen Sie doch, was ich für schöne Muskeln habe.» - «Ja, das ist gar nicht so schlecht. Aber möchten Sie sich nicht etwas weiter nach hinten stellen, Sie können später nach vorne kommen.» Es wird geturnt. «Es macht jede das, was sie kann, auch Frau Svensson. Das ist die beste Werbung für die Hausfrauengymnastik. Frau Svensson, Sie sind so gut gelaunt, stellen Sie sich doch in die Mitte, um die anderen damit anzustecken. Und Frau Andersson kommt nach vorne. Und wir halten Frieden zwischen alt und jung.» Frau Andersson: «Frau Holm, heute trinken wir Kaffee bei mir, ja?» - «Ja, gerne.»

00:18:17 Beim Kaffee frohe Eintracht zwischen den Frauen. «Die Gymnastik vertreibt alle kleinen Wehwehchen, die man vorher hatte.» - «Der Kaffee hat sehr gut getan.» Herr Andersson kommt dazu: «Schön, dass meine Frau von Freundinnen besucht wird.» - «Ja, wir haben ein grosses gemeinsames Interesse.» Herr Andersson: «Ja? Was ist das denn?» Frau Andersson: «Die Gymnastik natürlich!» Herr Andersson zu seiner Frau: «Gymnastik? Du?!» Frau Andersson: «Ja, du wirst uns bald im Stadion sehen. Klara Andersson im Stadion, klingt das nicht gut?»

00:19:37 Im Stadion: Die Kinder schauen zu und feuern ihre Mutter an.

00:20:22 männliche Offstimme: Wir haben einen Kindergymnastikkurs in Stockholm besucht. Konsum hat diesen ins Leben gerufen und man schätzt, dass in Stockholm 2300 Kinder an den Lektionen teilnehmen. Tanzpädagogin Eva Lindström leitet die Kurse. Die Kleinen sind zwischen 4 und 7 Jahre alt. Kinderpsychologen sagen, dass der Unterricht zu Musik glücklichere Kinder macht.

00:22:53 Ende

ArchivbezugSchweizerischer Arbeiter-Turn- und Sportverband SATUS, Fédération ouvrière suisse de sport et de gymnastique FSSS
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