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Zentralvorstand GTCP - 07.07.1978 (Teil 2)

SignaturF 9013-018
BestandF_9013 Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) [VIDEO]
Bestandesbeschrieb

Auch: Syndicat industrie et bâtiment (SIB), Sindacato dell'edilizia e dell'industria (SEI). — Ähnlich wie andere soziale Bewegungen entdeckten die Gewerkschaften Ende der 1970er Jahre das Medium Video als Möglichkeit, die eigenen Tätigkeiten zu dokumentieren. Die Aufnahmen der Gewerkschaften GTCP, GBH, GBI und SMUV sind aus verschiedenen Gründen bemerkenswert. Die Verbreitung von Consumerformaten wie U-Matic, VCR und VHS machte die Aufnahme von Videos finanziell erschwinglich und technisch auch für Laien schnell erlernbar. Im Unterschied aber zur Jugendbewegung etwa, die sich in kürzester Zeit die Möglichkeiten des Mediums aneignete, sich innovativ der verschiedensten Ausdrucksformen bediente und Agitations-, Kunst- und parodistische Videos drehte, beschränkte sich das gewerkschaftliche Videoschaffen in den Pionier- und Experimentierjahren auf rein Dokumentarisches: Aufnahmen existieren etwa vom Kongress der Gewerkschaft Textil Chemie Papier GTCP von 1978 in Luzern (Signatur: F 9013-025ff.), von einer Krisensitzung derselben Gewerkschaft 1977 (F 9013-019ff.) und von einer Jugendkonferenz der Gewerkschaft Bau und Holz (GBH von 1980, F 9013-031). Die Aufnahmen sind zwar laienhaft, mit Tonstörungen behaftet und manchmal kurios lückenhaft oder langatmig. Als Zeitdokumente sind sie trotzdem von Bedeutung. Gerade die Aufnahmen des GTCP-Kongresses von 1978 und der erwähnten Krisensitzung geben einen Eindruck über den Zustand einer Gewerkschaft in schwieriger Zeit: Zum einen sorgten die Absatzeinbrüche in der Textilindustrie der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre und spektakuläre Schliessungen wie die des Firestone-Werks in Pratteln 1977 zu einer Krisenstimmung. Zum andern entwickelten sich auch in der GTCP Spannungen zwischen einer eher konsensorientierten alten Garde und jungen Kräften, die die bestehenden Verhältnisse mit kämpferischer Einstellung zu verändern trachteten. Die Kongressaufnahmen sind ein konzentriertes Zeugnis dieser konjunkturell und ideologisch bestimmten Krisenstimmungen der GTPC. Als Bonus können wir auch miterleben, dass der als Festredner engagierte Bundesrat Willy Ritschard nicht nur Reden hielt, die von Wortwitz und träfen Sprüchen sprühten, sondern auch schlechtere Tage hatte... Im Verlauf der 1980er Jahre professionalisierte sich das gewerkschaftliche Videoschaffen. Mit der Herstellung von Bildungs- und Imagevideos nahm die Arbeiterbewegung eine Propagandamethode wieder auf, die zwischen 1930 und 1960 bereits zu einer ansehnlichen Reihe von Gewerkschaftsfilmen geführt hatte. Hervorzuheben sind aus dieser Zeit "Treu und Glauben – 50 Jahre Friedensabkommen in der Maschinen- und Metallindustrie" von 1988 (F 9011-002, dt. und frz. Fassung) oder „Sumoteam“ von 1995 (F 9011-007), der aus gewerkschaftlicher Perspektive eine partizipativere Form der Arbeitsgestaltung in einer Textilmaschinenfabrik schildert. Kämpferische Töne – wie sie zuletzt im Filmschaffen der Arbeiterbewegung der frühen 1930er-Jahre auftauchten – liessen lange auf sich warten. Die massiven weltwirtschaftlichen Umwälzungen und die neoliberale Offensive vieler Unternehmer in den 1990er-Jahren führten zu Betriebsschliessungen, Entlassungen und Verlagerungen der Produktion in Billiglohnländer. Die Gewerkschaften reagierten darauf zum Teil mit Kampfmassnahmen und unter anderem auch damit, mit Videoproduktion für eine grössere Öffentlichkeit und mehr Verständnis für ihre Anliegen zu sorgen. Schöne Beispiele dieser Strategie sind die Videos „Zyliss – Der Streik wird salonfähig“ von 2003 (Regie: Verena Endtner im Auftrag von SMUV und GBI, F 9011-014) oder „Les bras fonctionnent, c'est la tête qui va pas!“ von 2003, eine leidenschaftliche Dokumentation des Einsatzes von Giessereiarbeitern für ihre Arbeitsplätze bei den beiden jurassischen Von Roll-Werke in Choindez und Les Rondez (F 9011-016).

Ähnlich wie andere soziale Bewegungen entdeckten die Gewerkschaften Ende der 1970er Jahre das Medium Video als Möglichkeit, die eigenen Tätigkeiten zu dokumentieren. Die Aufnahmen der Gewerkschaften GTCP, GBH, GBI und SMUV sind aus verschiedenen… — mehr...

AbstractDie Aufnahmen zeigen einen Ausschnitt aus der Sitzung des Zentralvorstandes GTCP vom 07.07.1978. Der Hauptdiskussionspunkt sind die vermehrten Austritte und Kündigungen von Gewerkschaftsmitgliedern. Vor allem bei Arbeitslosigkeit kommt es häufig zu Austritten. Teilweise Tonausfall
Copyright
Schlagwörter
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Arbeitsrecht und Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  4. Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  5. Sozialpartner
  6. Gewerkschaft
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1971-1980
  5. 1978
Personen
  1. Senn, Gustav
  1. Vonlanthen, Peter
Verleger
  1. Unbekannt
weitere Beteiligte
  1. Memoriav (Projektmitfinanzierung)
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
  3. U-Matic
Sprache
  1. schweizerdeutsch
Detailinformation

00:00:11 Filmbeginn; Aufnahmen beginnen mit in der Versammlung; Gewerkschaftler Peter Vonlanthen informiert die Versammlung; Er weist u. a. darauf hin, dass in der letzten Zeit vermehrt Gewerkschaftsmitglieder ihre Mitgliedschaft aus unterschiedlichen Motiven gekündigt hätten. Er liest zwei Kündigungsschreiben laut vor und erläutert die unterschiedlichen Kündigungsgründe.

00:02:53 Der Sitzungsteilnehmer Gustav Senn äusserst sich zu den Kündigungen. Er spricht von 260 Kündigungen; 4/5 von diesen seien aus dem Grund erfolgt, weil die Betroffenen momentan arbeitslos seien und sparen müssten. Er macht einen Vergleich: "Ich mache keine Autoversicherung, wenn ich in Kürze mein Auto abgeben werde."

00:04:40 Senn macht den Vorwurf, dass die Basis manchmal falsch eingeschätzt wird; die Basis reagiert nach ihrem Gutdünken

00:09:22 Hans Griener (?) meldet sich zu Wort; er liefert einen Situationsbericht bezüglich der Stellensuche von arbeitslosen Kollegen

00:10:19 teilweise Tonunterbruch;

00:13:42 Griener informiert die Anwesenden, dass sie ein Stellenvermittlungsbüro mit fünf Mitarbeitern eingerichtet hätten

00:15:32 Weiter kann er vermelden, dass es gelungen wäre, für mehrere ältere Kollegen (über 50-Jährige) wieder eine Anstellung zu finden

00:18:36 Griener ist der Ansicht, dass man mit den richtigen Massnahmen rund die Hälfte der Kündigungen hätte verhindern können. Ebenso lobt er das Verhalten der jüngeren Arbeitslosen, welche bei der Jobsuche den älteren den Vortritt gelassen hättten

00:19:08 Kollege Kyburz äussert sich ebenfalls zu den Kündigungen von administrativen Standpunkt her; es geht um die Ausstellung von neuen Mitgliedsausweisen;

00:20:25 Arbeitslose müssen gemäss Statuten keinen Mitgliedschaftsbeitrag zahlen.

00:20:59 Gustav Senn äussert sich zu dem Mitgliederausweis

00:22:22 Abruptes Filmende

ArchivbezugGewerkschaft Bau und Industrie, Syndicat industrie et bâtiment, Sindacato dell'edilizia e dell'industria
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