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Eröffnung Rotschuo 26.05.1979

SignaturF 9013-016
BestandF_9013 Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) [VIDEO]
Bestandesbeschrieb

Auch: Syndicat industrie et bâtiment (SIB), Sindacato dell'edilizia e dell'industria (SEI). — Ähnlich wie andere soziale Bewegungen entdeckten die Gewerkschaften Ende der 1970er Jahre das Medium Video als Möglichkeit, die eigenen Tätigkeiten zu dokumentieren. Die Aufnahmen der Gewerkschaften GTCP, GBH, GBI und SMUV sind aus verschiedenen Gründen bemerkenswert. Die Verbreitung von Consumerformaten wie U-Matic, VCR und VHS machte die Aufnahme von Videos finanziell erschwinglich und technisch auch für Laien schnell erlernbar. Im Unterschied aber zur Jugendbewegung etwa, die sich in kürzester Zeit die Möglichkeiten des Mediums aneignete, sich innovativ der verschiedensten Ausdrucksformen bediente und Agitations-, Kunst- und parodistische Videos drehte, beschränkte sich das gewerkschaftliche Videoschaffen in den Pionier- und Experimentierjahren auf rein Dokumentarisches: Aufnahmen existieren etwa vom Kongress der Gewerkschaft Textil Chemie Papier GTCP von 1978 in Luzern (Signatur: F 9013-025ff.), von einer Krisensitzung derselben Gewerkschaft 1977 (F 9013-019ff.) und von einer Jugendkonferenz der Gewerkschaft Bau und Holz (GBH von 1980, F 9013-031). Die Aufnahmen sind zwar laienhaft, mit Tonstörungen behaftet und manchmal kurios lückenhaft oder langatmig. Als Zeitdokumente sind sie trotzdem von Bedeutung. Gerade die Aufnahmen des GTCP-Kongresses von 1978 und der erwähnten Krisensitzung geben einen Eindruck über den Zustand einer Gewerkschaft in schwieriger Zeit: Zum einen sorgten die Absatzeinbrüche in der Textilindustrie der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre und spektakuläre Schliessungen wie die des Firestone-Werks in Pratteln 1977 zu einer Krisenstimmung. Zum andern entwickelten sich auch in der GTCP Spannungen zwischen einer eher konsensorientierten alten Garde und jungen Kräften, die die bestehenden Verhältnisse mit kämpferischer Einstellung zu verändern trachteten. Die Kongressaufnahmen sind ein konzentriertes Zeugnis dieser konjunkturell und ideologisch bestimmten Krisenstimmungen der GTPC. Als Bonus können wir auch miterleben, dass der als Festredner engagierte Bundesrat Willy Ritschard nicht nur Reden hielt, die von Wortwitz und träfen Sprüchen sprühten, sondern auch schlechtere Tage hatte... Im Verlauf der 1980er Jahre professionalisierte sich das gewerkschaftliche Videoschaffen. Mit der Herstellung von Bildungs- und Imagevideos nahm die Arbeiterbewegung eine Propagandamethode wieder auf, die zwischen 1930 und 1960 bereits zu einer ansehnlichen Reihe von Gewerkschaftsfilmen geführt hatte. Hervorzuheben sind aus dieser Zeit "Treu und Glauben – 50 Jahre Friedensabkommen in der Maschinen- und Metallindustrie" von 1988 (F 9011-002, dt. und frz. Fassung) oder „Sumoteam“ von 1995 (F 9011-007), der aus gewerkschaftlicher Perspektive eine partizipativere Form der Arbeitsgestaltung in einer Textilmaschinenfabrik schildert. Kämpferische Töne – wie sie zuletzt im Filmschaffen der Arbeiterbewegung der frühen 1930er-Jahre auftauchten – liessen lange auf sich warten. Die massiven weltwirtschaftlichen Umwälzungen und die neoliberale Offensive vieler Unternehmer in den 1990er-Jahren führten zu Betriebsschliessungen, Entlassungen und Verlagerungen der Produktion in Billiglohnländer. Die Gewerkschaften reagierten darauf zum Teil mit Kampfmassnahmen und unter anderem auch damit, mit Videoproduktion für eine grössere Öffentlichkeit und mehr Verständnis für ihre Anliegen zu sorgen. Schöne Beispiele dieser Strategie sind die Videos „Zyliss – Der Streik wird salonfähig“ von 2003 (Regie: Verena Endtner im Auftrag von SMUV und GBI, F 9011-014) oder „Les bras fonctionnent, c'est la tête qui va pas!“ von 2003, eine leidenschaftliche Dokumentation des Einsatzes von Giessereiarbeitern für ihre Arbeitsplätze bei den beiden jurassischen Von Roll-Werke in Choindez und Les Rondez (F 9011-016).

Ähnlich wie andere soziale Bewegungen entdeckten die Gewerkschaften Ende der 1970er Jahre das Medium Video als Möglichkeit, die eigenen Tätigkeiten zu dokumentieren. Die Aufnahmen der Gewerkschaften GTCP, GBH, GBI und SMUV sind aus verschiedenen… — mehr...

AbstractVideorohmaterial von den Einweihungsfeierlichkeiten anlässlich der Eröffnung der Ferien- und Bildungseinrichtung Rotschuo (Gersau SZ). Es reden Max Zuberbühler, Zentralpräsident GBH, Heinrich Kistler (1927-1989), Schwyzer Regierungsrat, Bernhard Burger, Präsident der Baukommission, Andreas Camenzind, Bezirksammann Gersau, François Portner, Vizepräsident der GBH, Rudolf Guyer, Architekt. Die teilweise langatmigen Reden sind ungeschnitten überliefert.
Schlagwörter
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Arbeitsrecht und Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  4. Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  5. Sozialpartner
  6. Gewerkschaft
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
  3. Schwyz, Kanton
  4. Gersau
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1971-1980
  5. 1979
Personen
  1. Camenzind, Andreas (ssa150)
  1. Guyer, Rudolf
  1. Kistler, Heinrich (1927-1989)
  1. Portner, François
  1. Zuberbühler, Max (1924-2018)
Verleger
  1. Unbekannt
weitere Beteiligte
  1. Memoriav (Projektmitfinanzierung)
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
  3. U-Matic
Sprache
  1. französisch
  1. deutsch
  1. schweizerdeutsch
Detailinformation

00:00:10 Filmbeginn; gutgefüllter Sitzungssaal

00:04:16 Max Zuberbühler begrüsst die Anwesenden anlässlich der Eröffnung der Ferien- und Bildungseinrichtung Rotschuo; mit einer Fest- und Dankesrede eröffnet er den Festanlass.

00:21:27 Regierungsrat Heinrich Kistler (Reichenburg, SZ) hält ebenfalls eine Rede; er dankt allen Verantwortlichen und geht auf die Besonderheiten in der Beziehung zwischen Ausser- und Innerschwyz ein. Fokus liegt auch auf der Schaffung von Parkplätzen, die beim Rotschuo vorbildlich gelöst worden sei, auf der Bedeutung der Ferien für die Bauarbeiter und dem Stellenwert des Ferienhauses, auf den Leistungen der Pächterfamilien und auf die wirtschaftliche Bedeutung des Ferienhauses für die Region

00:36:56 Bernhard Burger (Präsident Baukommission) hält eine Rede; Er gibt einen kurzen (geschichtlichen) Rückblick zum Rotschuo und den Baumassnahmen und den verschiedenen Bauphasen.

00:42:37 Bezirksammann Andreas Camenzind begrüsst im Namen des Bezirksrates Gersau alle Anwesenden; er glaubt an die Zukunft von Gersau als attraktiven Wohn- und Ferienort, vor allem auch durch den Ausbau von Infrastruktur und ÖV.

00:49:00 François Portner (Vize-Präsident, GBH Zentralsekretariat, Lausanne) überbringt die Glückwünsche der französischsprachigen Sektion der FOBB und verweist auf den Bezug zwischen den Feriengelegenheiten im Tessin (La Campagnola), in der Romandie (Blonay, geplant oder im Bau) und in der Zentralschweiz (Rotschou). Er schenkt eine 8bändige Enzyklopädie über die Revolutionäre der Weltgeschichte.

00:56:00 Die Übersetzerin, Frau Schey (?), trägt eine Zusammenfassung der Rede von Portner vor.

00:58:38 Rudolf Guyer (Architekt, Zürich) informiert über die verschiedenen Baumassnahmen, die noch nicht ganz abgeschlossen sind. Die Kamera beginnt im Publikum herumzuschwenken.

01:05:28 Zuberbühler schliesst den offiziellen Teil. Schwenk zum Fenster hinaus auf das ehemalige Pächterpaar.

01:07:03 Filmende

ArchivbezugGewerkschaft Bau und Industrie, Syndicat industrie et bâtiment, Sindacato dell'edilizia e dell'industria
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