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GBI Impressionen (1992-1994)

SignaturF 9013-008
BestandF_9013 Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) [VIDEO]
Bestandesbeschrieb

Auch: Syndicat industrie et bâtiment (SIB), Sindacato dell'edilizia e dell'industria (SEI). — Ähnlich wie andere soziale Bewegungen entdeckten die Gewerkschaften Ende der 1970er Jahre das Medium Video als Möglichkeit, die eigenen Tätigkeiten zu dokumentieren. Die Aufnahmen der Gewerkschaften GTCP, GBH, GBI und SMUV sind aus verschiedenen Gründen bemerkenswert. Die Verbreitung von Consumerformaten wie U-Matic, VCR und VHS machte die Aufnahme von Videos finanziell erschwinglich und technisch auch für Laien schnell erlernbar. Im Unterschied aber zur Jugendbewegung etwa, die sich in kürzester Zeit die Möglichkeiten des Mediums aneignete, sich innovativ der verschiedensten Ausdrucksformen bediente und Agitations-, Kunst- und parodistische Videos drehte, beschränkte sich das gewerkschaftliche Videoschaffen in den Pionier- und Experimentierjahren auf rein Dokumentarisches: Aufnahmen existieren etwa vom Kongress der Gewerkschaft Textil Chemie Papier GTCP von 1978 in Luzern (Signatur: F 9013-025ff.), von einer Krisensitzung derselben Gewerkschaft 1977 (F 9013-019ff.) und von einer Jugendkonferenz der Gewerkschaft Bau und Holz (GBH von 1980, F 9013-031). Die Aufnahmen sind zwar laienhaft, mit Tonstörungen behaftet und manchmal kurios lückenhaft oder langatmig. Als Zeitdokumente sind sie trotzdem von Bedeutung. Gerade die Aufnahmen des GTCP-Kongresses von 1978 und der erwähnten Krisensitzung geben einen Eindruck über den Zustand einer Gewerkschaft in schwieriger Zeit: Zum einen sorgten die Absatzeinbrüche in der Textilindustrie der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre und spektakuläre Schliessungen wie die des Firestone-Werks in Pratteln 1977 zu einer Krisenstimmung. Zum andern entwickelten sich auch in der GTCP Spannungen zwischen einer eher konsensorientierten alten Garde und jungen Kräften, die die bestehenden Verhältnisse mit kämpferischer Einstellung zu verändern trachteten. Die Kongressaufnahmen sind ein konzentriertes Zeugnis dieser konjunkturell und ideologisch bestimmten Krisenstimmungen der GTPC. Als Bonus können wir auch miterleben, dass der als Festredner engagierte Bundesrat Willy Ritschard nicht nur Reden hielt, die von Wortwitz und träfen Sprüchen sprühten, sondern auch schlechtere Tage hatte... Im Verlauf der 1980er Jahre professionalisierte sich das gewerkschaftliche Videoschaffen. Mit der Herstellung von Bildungs- und Imagevideos nahm die Arbeiterbewegung eine Propagandamethode wieder auf, die zwischen 1930 und 1960 bereits zu einer ansehnlichen Reihe von Gewerkschaftsfilmen geführt hatte. Hervorzuheben sind aus dieser Zeit "Treu und Glauben – 50 Jahre Friedensabkommen in der Maschinen- und Metallindustrie" von 1988 (F 9011-002, dt. und frz. Fassung) oder „Sumoteam“ von 1995 (F 9011-007), der aus gewerkschaftlicher Perspektive eine partizipativere Form der Arbeitsgestaltung in einer Textilmaschinenfabrik schildert. Kämpferische Töne – wie sie zuletzt im Filmschaffen der Arbeiterbewegung der frühen 1930er-Jahre auftauchten – liessen lange auf sich warten. Die massiven weltwirtschaftlichen Umwälzungen und die neoliberale Offensive vieler Unternehmer in den 1990er-Jahren führten zu Betriebsschliessungen, Entlassungen und Verlagerungen der Produktion in Billiglohnländer. Die Gewerkschaften reagierten darauf zum Teil mit Kampfmassnahmen und unter anderem auch damit, mit Videoproduktion für eine grössere Öffentlichkeit und mehr Verständnis für ihre Anliegen zu sorgen. Schöne Beispiele dieser Strategie sind die Videos „Zyliss – Der Streik wird salonfähig“ von 2003 (Regie: Verena Endtner im Auftrag von SMUV und GBI, F 9011-014) oder „Les bras fonctionnent, c'est la tête qui va pas!“ von 2003, eine leidenschaftliche Dokumentation des Einsatzes von Giessereiarbeitern für ihre Arbeitsplätze bei den beiden jurassischen Von Roll-Werke in Choindez und Les Rondez (F 9011-016).

Ähnlich wie andere soziale Bewegungen entdeckten die Gewerkschaften Ende der 1970er Jahre das Medium Video als Möglichkeit, die eigenen Tätigkeiten zu dokumentieren. Die Aufnahmen der Gewerkschaften GTCP, GBH, GBI und SMUV sind aus verschiedenen… — mehr...

AbstractDiese Videoproduktion wurde am ausserordentlichen GBI-Kongress vom 25.6.1994 zur Strukturreform gezeigt. Sie fasst die wichtigsten Etappen der GBI-Aktivitäten und die zentralen wirtschaftlichen und arbeitsrechtlichen Brennpunkte seit der Fusion zwischen GBH und GTCP zusammen.
Copyright
Schlagwörter
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Arbeitsrecht und Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  4. Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  5. Arbeitskampf
  6. Aussperrung
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Arbeitsrecht und Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  4. Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  5. Arbeitskampf
  6. Streik
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Arbeitsrecht und Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  4. Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  5. Sozialpartner
  6. Gewerkschaft
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
  3. Bern, Kanton
  4. Bern, Stadt
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1991-2000
Personen
  1. Blocher, Christoph (1940-
  1. Brunner, Christiane (1947-
  1. Dreifuss, Ruth (1940-
  1. Gasser, Adrian
  1. Gemnetti, Nicoletta
  1. Pedrina, Vasco (1950-
  1. Schäppi, Hans (1942-
  1. Stauber, Katja (1962-
Verleger
  1. Gasser, Jürg: Zürich
weitere Beteiligte
  1. Herzog, Eric
  1. Memoriav (Projektmitfinanzierung)
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
  3. VHS
Sprache
  1. französisch
  1. deutsch
  1. schweizerdeutsch
  1. italienisch
Detailinformation

00:00:13 Filmbeginn; Hinweise zum nachfolgenden Film

00:00:26 Titel des Films: „GBI Impressionen“; zuerst auf Hintergrund zunächst schwarz, dann rot

00:00:46 Datum „5.9.1992“ auf schwarzem Hintergrund

00:00:54 Kongresssaal / Limmathaus: rote Stimmkarten werden in Luft gestreckt; Funktionäre und Mitglieder applaudieren

00:01:10 Vasco Pedrina verkündet (in frz.) die Gründung der Gewerkschaft für Bau und Industrie (GBI).

00:01:33 Hans Schäppi verkündet (in dt.) ebenfalls die Gründung.

00:02:00 Zum Schluss die Gründung noch durch Pedrina in Italienisch.

00:02:20 Abschlusssequenzen: Stimmungsvolle Musik ertönt; Die Fusion wird symbolisch mit einem Handschlag besiegelt; es folgt eine Tanzdarbietung – künstlerisch und abstrakt; Zuletzt wird ein grosses Transparent mit dem neuen Gewerkschaftsnamen GBI/ SIB/ SEI entrollt (Schluss des Teils mit Bewegtbild)

00:04:28 (Beginn des Teils mit vorwiegend Standbildern) Zeitung ist zu sehen: „Der Anti Blocker“; Der Kommentar hierzu: „Zum Feiern bleibt wenig Zeit.“ Christoph Blocher mit seiner EMS Chemie, der allgemeine Sozialabbau und die EWR-Abstimmung fordern die neue Gewerkschaft GBI sofort.

00:04:49 Karikatur von Blocher am Rednerpult, seine Mitarbeiter hören ihm zu. Blocher zu diesen: „Liebe Arbeitnehmer. Auch ohne Eintritt in den EWR bin ich in der Lage kleine Löhne zu bezahlen.“

00:04:57 Standbild: Magazinbericht mit Aufschrift „Wir kämpfen gemeinsam gegen den Sozialabbau“

00:05:02 Es werden Demonstranten gezeigt

00:05:06 Verkehrsschild mit einem schwarzen Handabdruck

00:05:10 Artikel aus der Gewerkschaftszeitung (in ital.); Auf dem Foto sind ebenfalls Demonstranten abgebildet

00:05:13 Europa- und Schweizer Flagge

00:05:18 Magazinbericht in frz.

00:05:22 Demonstranten

00:05:27 Sonnensymbol

00:05:33Demonstranten mit Plakat „Wir wollen jetzt eine FRAU“. Der Kommentar hierzu: „Im Bundesrat setzen sich die Frauen endlich durch.“ ; Foto mit Ruth Dreifuss und Christiane Brunner

00:05:43 Demonstranten mit Plakat „Lehrlingspetition“; Jugendliche wollen ihre Zukunft mitgestalten; verschiedene Aufnahmen von Demonstrationen – Kommentar hierzu: „Arbeitslose kämpfen um ihre Rechte“

00:06:13 Im Hintergrund ist Ruth Dreifuss zu hören; Zeitungsbericht; Dreifuss führt eine Demonstration an; Foto mit Dreifuss und Pedrina

00:06:31 Musikorchester, Arbeiter und Betriebskommissionen der Basler Chemie feiern ihr fünfzigjähriges Bestehen; die florierende Chemiebranche läutet das Ende der Sozialpartnerschaft ein; Bilder von Demonstranten

00:07:05 GBI setzt sich für das Arbeitslosengeld für portugiesische Immigranten ein oder für humanere Arbeitsbedingungen auf dem Bau: „25 chili e basta“. Bauarbeiter stemmt Zementsack

00:07:50 Kommentar: „Ein heisser Herbst.“ Die Baumeister wollen wichtige arbeitsvertragliche Vereinbarungen brechen – die Antwort kommt unverzüglich; kämpferische Delegiertenversammlung in Disentis

00:08:29 Plakat „Le partage du travail“; „Arbeit umverteilen“; Neue Ideen für eine grössere Arbeitsqualität sind gefragt

00:08:46 Demonstranten (GBI) mit Plakat „Käi Drizääte ooni öis!“; es folgen weitere Standbilder

00:09:07 Nachrichtensprecherin (in frz.) – es geht um einen Arbeiterstreik bei der Skifabrik „Authier“; Die Überschrift „Authier: Vier Tage Streik – ein Jahr Kampf der MitarbeiterInnen für die Rettung der Skifabrik“ wird eingeblendet

00:09:21 Versammlung / Pressekonferenz von Streikenden; danach marschieren sie zu ihrem Arbeitgeber

00:09:41 Nachrichtensprecherin Katja Stauber berichtet über den Industriellen Adrian Gasser (Spinnerei Kollbrunn ZH), welcher wegen seiner umstrittenen Personalpolitik wieder für negative Schlagzeilen sorgt

00:10:09 Bilder vom Firmenareal; Handwerker richten einen Zaun rund um das Fabrikgelände auf; Gasser sperrt also kurzerhand seine streikenden Arbeiter aus. Seit dem zweiten Weltkrieg hat kein Arbeitgeber auf ein solches Mittel zurückgegriffen.

00:10:28 Interview mit Vasco Pedrina vor dem Fabrikgelände: „Die Aussperrung ist eine weitere Provokation von Gasser.“ Sie wollen aber einen gerechten Sozialplan, daher würden sie trotz Zaun weiter streiken.

00:10:43 Es werden Namen von verschiedenen Firmen eingeblendet: EMS Chemie AG, Bois Homogène, Valcambi SA, Tricolor, Sanitas Troesch, Roland Villiger AG, Givaudan, Calida, Lonza, CILAG, Pythoud Fils SA, Tümpler AG, Viscosuisse, Porzellanfabrik Langenthal, Metal Keramik AG, Ed. Bühler AG, Authier, Vestag, Roger Kästli, Firmenich SA

00:11:49 Plakat: „14. GBI-Skitage 1993“; Kommentar hierzu: „Zeit für eine Atempause, Zeit für Begegnungen.“ verschiedene Bilder von (nicht politischen) Aktivitäten wie Skirennen oder Exkursionen.

00:12:33 Nachrichtensprecherin Nicoletta Gemnetti berichtet auf TSI über die GBI-Demo in Bern; Aufnahmen von der Demo; zu sehen sind Christiane Brunner und Vasco Pedrina; Pedrina äussert sich über ihre Motivation: Die Gewerkschaftler / Streikenden wollen ihre GVAs verteidigen und dafür sorgen, dass nicht wieder plötzlich Arbeitsbedingungen wie vor 30 Jahren herrschen; Impressionen von der Demo

00:14:12 Das Datum „25.6.94“ erscheint auf schwarzem Hintergrund; Das Logo der GBI auf rotem Hintergrund erscheint; der Kommentar hierzu: „Unser Umfeld steht in einem rasanten Wandel, Zeit sich den neuen Rahmenbedingungen anzupassen.“ Eine neue Strukturreform soll der GBI helfen, noch aktionsfähiger und beweglicher zu werden, so dass sie die Interessen ihrer Mitglieder weiterhin wirksam vertreten kann.

00:14:55 roter Pfeil auf schwarzem Grund; abschliessend das GBI-Logo auf schwarzem, dann rotem Hintergrund

00:15:12 Abspann; Infos zu Konzept / Realisation

00:15:17 Filmende

ArchivbezugGewerkschaft Bau und Industrie, Syndicat industrie et bâtiment, Sindacato dell'edilizia e dell'industria
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