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Entretiens d'embauche femmes-hommes

SignaturF 9013-004
BestandF_9013 Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) [VIDEO]
Bestandesbeschrieb

Auch: Syndicat industrie et bâtiment (SIB), Sindacato dell'edilizia e dell'industria (SEI). — Ähnlich wie andere soziale Bewegungen entdeckten die Gewerkschaften Ende der 1970er Jahre das Medium Video als Möglichkeit, die eigenen Tätigkeiten zu dokumentieren. Die Aufnahmen der Gewerkschaften GTCP, GBH, GBI und SMUV sind aus verschiedenen Gründen bemerkenswert. Die Verbreitung von Consumerformaten wie U-Matic, VCR und VHS machte die Aufnahme von Videos finanziell erschwinglich und technisch auch für Laien schnell erlernbar. Im Unterschied aber zur Jugendbewegung etwa, die sich in kürzester Zeit die Möglichkeiten des Mediums aneignete, sich innovativ der verschiedensten Ausdrucksformen bediente und Agitations-, Kunst- und parodistische Videos drehte, beschränkte sich das gewerkschaftliche Videoschaffen in den Pionier- und Experimentierjahren auf rein Dokumentarisches: Aufnahmen existieren etwa vom Kongress der Gewerkschaft Textil Chemie Papier GTCP von 1978 in Luzern (Signatur: F 9013-025ff.), von einer Krisensitzung derselben Gewerkschaft 1977 (F 9013-019ff.) und von einer Jugendkonferenz der Gewerkschaft Bau und Holz (GBH von 1980, F 9013-031). Die Aufnahmen sind zwar laienhaft, mit Tonstörungen behaftet und manchmal kurios lückenhaft oder langatmig. Als Zeitdokumente sind sie trotzdem von Bedeutung. Gerade die Aufnahmen des GTCP-Kongresses von 1978 und der erwähnten Krisensitzung geben einen Eindruck über den Zustand einer Gewerkschaft in schwieriger Zeit: Zum einen sorgten die Absatzeinbrüche in der Textilindustrie der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre und spektakuläre Schliessungen wie die des Firestone-Werks in Pratteln 1977 zu einer Krisenstimmung. Zum andern entwickelten sich auch in der GTCP Spannungen zwischen einer eher konsensorientierten alten Garde und jungen Kräften, die die bestehenden Verhältnisse mit kämpferischer Einstellung zu verändern trachteten. Die Kongressaufnahmen sind ein konzentriertes Zeugnis dieser konjunkturell und ideologisch bestimmten Krisenstimmungen der GTPC. Als Bonus können wir auch miterleben, dass der als Festredner engagierte Bundesrat Willy Ritschard nicht nur Reden hielt, die von Wortwitz und träfen Sprüchen sprühten, sondern auch schlechtere Tage hatte... Im Verlauf der 1980er Jahre professionalisierte sich das gewerkschaftliche Videoschaffen. Mit der Herstellung von Bildungs- und Imagevideos nahm die Arbeiterbewegung eine Propagandamethode wieder auf, die zwischen 1930 und 1960 bereits zu einer ansehnlichen Reihe von Gewerkschaftsfilmen geführt hatte. Hervorzuheben sind aus dieser Zeit "Treu und Glauben – 50 Jahre Friedensabkommen in der Maschinen- und Metallindustrie" von 1988 (F 9011-002, dt. und frz. Fassung) oder „Sumoteam“ von 1995 (F 9011-007), der aus gewerkschaftlicher Perspektive eine partizipativere Form der Arbeitsgestaltung in einer Textilmaschinenfabrik schildert. Kämpferische Töne – wie sie zuletzt im Filmschaffen der Arbeiterbewegung der frühen 1930er-Jahre auftauchten – liessen lange auf sich warten. Die massiven weltwirtschaftlichen Umwälzungen und die neoliberale Offensive vieler Unternehmer in den 1990er-Jahren führten zu Betriebsschliessungen, Entlassungen und Verlagerungen der Produktion in Billiglohnländer. Die Gewerkschaften reagierten darauf zum Teil mit Kampfmassnahmen und unter anderem auch damit, mit Videoproduktion für eine grössere Öffentlichkeit und mehr Verständnis für ihre Anliegen zu sorgen. Schöne Beispiele dieser Strategie sind die Videos „Zyliss – Der Streik wird salonfähig“ von 2003 (Regie: Verena Endtner im Auftrag von SMUV und GBI, F 9011-014) oder „Les bras fonctionnent, c'est la tête qui va pas!“ von 2003, eine leidenschaftliche Dokumentation des Einsatzes von Giessereiarbeitern für ihre Arbeitsplätze bei den beiden jurassischen Von Roll-Werke in Choindez und Les Rondez (F 9011-016).

Ähnlich wie andere soziale Bewegungen entdeckten die Gewerkschaften Ende der 1970er Jahre das Medium Video als Möglichkeit, die eigenen Tätigkeiten zu dokumentieren. Die Aufnahmen der Gewerkschaften GTCP, GBH, GBI und SMUV sind aus verschiedenen… — mehr...

AbstractIm Rahmen des Festivals Science et Cité gedreht zeigt der Film "Entretiens d'embauche femmes-hommes" die Gedanken eines Betriebschefs vor dem Bewerbungsgespräch mit einer Frau und dann vor dem mit einem Mann. Geschlechtsspezifische Vorurteile und Diskriminierungen beim Lesen des Lebenslaufes durch den Arbeitgeber sollen hier fiktiv illustriert werden. Bei Frauen werden hohe Arbeitszeiten, eventuelle Mutterschaften, Karriereabsichten und soziales Engagement eher negativ bewertet, während bei Männern eine umgekehrte Beurteilung solcher Lebenslaufpunkte eintritt.
Urheber
  1. Grosse, Jerôme
Schlagwörter
  1. Recht (allgemein)
  2. Rechte und Freiheiten
  3. Kampf gegen die Diskriminierung
  4. sexuelle Diskriminierung
  1. Recht (allgemein)
  2. Rechte und Freiheiten
  3. soziale Rechte
  4. Gleichstellung von Mann und Frau
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Verwaltung und Entlöhnung des Personals
  4. Personalverwaltung
  5. Einstellung
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
Periode
  1. Neuzeit
  2. 21. Jh.
  3. 2001-2050
  4. 2001-2010
Verleger
  1. Festival Science et Cité
weitere Beteiligte
  1. Gaillard, Laurent (Text)
  1. Memoriav (Projektmitfinanzierung)
  1. Meylan, Eric (Ton)
  1. Mordasini, Claude (Schauspiel)
  1. Prada, Silvano (Bild, Montage)
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Video
  3. VHS
Sprache
  1. französisch
Detailinformation

00:00:11 Spielszene: ein Betriebschef in seinem Büro bei der Vorbereitung eines Bewerbungsgespräches (Lesen des Lebenslaufes einer Frau), Offstimme: "Bon. Quel âge a-t'elle déjà? Hum… c'est pas mon genre. Mais plutôt bien, pour son âge. Ah oui, elle est mariée, elle a déjà un petit garçon. Si je l'engage, il faut s'attendre à un congé de maternité bientôt. Il faut pas qu'elle s'imagine que chez nous, elle aura le droit à quatre mois de congé payé. Ah, elle a fait dix ans dans son dernier job, ça c'est un bon point. Ça doit pas être le genre à chercher la nouveauté tous les deux ans. Bon, il y a quelques trous dans le CV, mais celui de '98 ça doit être pour la naissance de son gosse. Côté profil, en apparence c'est plutôt complét. Je me demande ce que c'est que cette école "truc-muche". On va voir sur le terrain si elle assure, des fois les papiers ça dit pas tout… Elle cherche un temps partiel? Et bien, 75% ça me paraît beaucoup pour une mère de famille. Il faudra que je lui demande comment elle s'organise pour la garde de son fils et comment elle compte s'y prendre s'il est souvent malade. Et bien! Elle y va pas avec le dos de la cuillère, côté plans de carrière. Je me demande si c'est vraiment possible de rester une vraie femme et bonne mère de famille avec des ambitions pareilles. Et en plus, à temps partiel! Oh la la, j'avais pas vu qu'elle avait autant d'activités et de hobbys. Comment elle va faire pour s'investir chez nous avec tout ça à côté. Si on rajoute le gosse et le ménage. Il ne doit pas rester beaucoup de temps pour son mari. Bon! Allons-y!"

00:01:51 Das Bewerbungsgespräch beginnt.

00:02:14 Spielszene: der gleiche Betriebschef in seinem Büro bei der Vorbereitung eines Bewerbungsgespräch (Lesen des Lebenslaufes eines Mannes, leicht veränderte Version des vorherigen Lebenslaufes), Offstimme: "Bon. Comment il s'appelle déjà? Hum. Voyons voir. Marié, un gosse, sûrement un deuxième bientôt: c'est bon signe! Il a une situation stable, il va pouvoir s'investir à fonds dans la boîte. Bon, reste à espérer que sa femme ne travaille pas et s'occupe du gosse. Tiens! Il y a une place de travail où il est resté dix ans. J'espère qu'il n'est pas du genre à ronronner au bout de deux ans. Ah, il y a ce trou dans le CV en '98. Il faudra pas que j'oublie de lui demander des explications. Chômage… Mais c'est peut-être le genre à faire des déprimes. Côté profil, ça joue bien. Ah, tiens, il a fait la même école que moi. Ça me rappelle des sacrés souvenirs. Il faudra que je lui demande si le professeur Martin enseigne toujours. Je me demande pourquoi il est intéressé par 75%... Hum… C'est peut-être un des ces nouveaux pères qui partagent les tâches avec sa femme. Ou la garde de son fils avec son ex. Et qui veut passer du temps avec son môme. Si c'est ça, bonjour les imprévus! Ça, c'est une lettre de motivation de quelqu'un qui voit grand! Ça me plaît. J'aime bien les gens qui voient loin et, chez nous, s'il en veut, il peut faire du chemin. Mais mon coco, chez nous, ce sera du 100% ou rien! Il fait un paquet de trucs à côté du boulot. Entre le sport, la politique dans son village, c'est un type qui a l’air bien actif et engagé. On pourra sûrement en profiter dans la boîte. Bon! Allons-y!"

00:04:14 Bewerbungsgespräch beginnt

00:04:20 Abspann

00:04:37 Filmende

ArchivbezugGewerkschaft Bau und Industrie, Syndicat industrie et bâtiment, Sindacato dell'edilizia e dell'industria
ZitationsvorschlagVideo: Grosse, Jerôme/F 9013-004
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