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Push Buttons and People / Mensch und Maschine (ca. 1950)

SignaturF 9003-012
BestandF_9003 Schweizerischer Metall- und Uhrenarbeiterverband (SMUV) - Gewerkschaft Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen [FILM]
Bestandesbeschrieb

Auch: Fédération suisse des ouvriers sur métaux et horlogers (FOMH), Federazione svizzera degli operai metallurgici e degli orologiai (FOMO). — Von den grossen Schweizer Gewerkschaften hat der SMUV am meisten Flair für das Medium Film entwickelt. Ab den 1940er Jahren sind mehrere grosse Eigenproduktionen entstanden. Herausragend ist der Film „Uns zur Wehr, dem Land zur Ehr“: Er porträtiert die gewerkschaftlichen Errungenschaften auf den Gebieten Arbeitsbedingungen und Sozialvericherungen. Darüber hinaus legt er Zeugnis ab über das Selbstverständnis des SMUV, der sich schon früh auch als Dienstleistungsorganisation für seine Mitglieder verstand. Dementsprechend viel Platz nehmen im Film die Ferienheime mit ihrem umfassenden Service ein. „Uns zur Wehr, dem Land zur Ehr“ entstand 1942; zu Beginn der 1950er Jahre wurde er teilweise, 1962 gänzlich überarbeitet und (unter dem gleichen Namen) neu lanciert. Aus dem SMUV-Filmarchiv wurden insgesamt 23 Filme digitalisiert; es handelt sich fast ausschliesslich um Eigenproduktionen aus den 1930er bis 1980er Jahren.

Von den grossen Schweizer Gewerkschaften hat der SMUV am meisten Flair für das Medium Film entwickelt. Ab den 1940er Jahren sind mehrere grosse Eigenproduktionen entstanden. Herausragend ist der Film „Uns zur Wehr, dem Land zur Ehr“: Er porträtiert… — mehr...

AbstractDie deutsche Version des Filmberichts der UAW Abteilung für Erziehung und Staatsbürgerrecht "push buttons and people" (Deutscher Titel: Mensch und Maschine) von 1958 zeigt den Präsident der United Automobile Workers (UAW), Walter P. Reuther, bei der Anhörung eines US-amerikanischen Senatausschusses. Behandelt wird die Automatisierungsfrage und ihrer Auswirkung auf Ökonomie und Menschen. Streitdebatten zwischen republikanischen Senatoren und dem Gewerkschaftsleader zur Gestaltung des technischen Fortschritts und Entschädigungsansprüchen der durch Rationalisierungen betroffenen Arbeiter werden mit einer Dokumentation der Automatisierungsfortschritten in der Automobileindustrie untermalt. Die Automatisierungsfreundliche Einstellung von Reuthers auffällt, während Beschäftigungspolitik offenbar noch kein Thema ist.
Urheber
  1. United Automobile Workers (UAW), Abteilung für Erziehung und Staatsbürgerrecht
Copyright
Schlagwörter
  1. politischer Rahmen
  2. Parlament
  3. parlamentarisches Verfahren
  4. öffentliche Anhörung
  1. politischer Rahmen
  2. politisches Leben (allgemein)
  3. Werte, Normen, Einstellungen und Zustände
  4. Fortschritt
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Arbeitsbedingungen und Arbeitsorganisation
  4. Arbeitsorganisation
  5. Arbeitsstudie
  6. Arbeitsproduktivität
  1. Wirtschaft
  2. Beschäftigung und Arbeit
  3. Arbeitsrecht und Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  4. Beziehungen zwischen den Sozialpartnern
  5. Sozialpartner
  6. Gewerkschaft
  1. Wirtschaft
  2. Industrie
  3. Maschinen- und Metallindustrie
  4. Maschinenindustrie
  5. Kraftfahrzeugindustrie
  1. Wirtschaft
  2. Produktion und Technologie
  3. Technologie und technische Regelungen
  4. industrielle Fertigung
  5. Automatisierung
  6. Robotereinsatz
  7. Industrieroboter
  1. Wirtschaft
  2. Unternehmen und Wettbewerb
  3. Unternehmensorganisation
  4. Unternehmenspolitik
  5. Betriebsmodernisierung
  6. Rationalisierung
Geopolitik
  1. Amerika
  2. Nordamerika
  3. USA
  4. Cleveland
  1. Amerika
  2. Nordamerika
  3. USA
  4. Washington D.C.
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1901-1950
  4. 1941-1950
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1951-1960
Personen
  1. Langer, William (1886-1959)
  1. McKinley Dirksen, Everett (1896-1969)
  1. Reuther. Walter P. (1907-1970)
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Film
  3. 16mm
  4. 16mm Azetat
Sprache
  1. englisch
  1. deutsch
Detailinformation

00:00:00 Filmbeginn, "Push buttons and people" (Titel), "A UAW report on the economics of automation and on the impact of push buttons on people", "Mensch und Maschine" (Deutscher Titel), "Ein UAW Bericht über die ökonomische Bedeutung der Automatisierung und ihre Auswirkung auf das Publikum". Marschmusik

00:01:01 Eine Werkzeugmaschine der Autoindustrie bei der Fertigung eines Motors, Maschinen der Autoindustrie. Wenn Automatisierung als Zeichen des steigenden Wohlstandes in Zeiten des Wirtschaftsaufschwunges wirkt, verursacht sie Entlassungen und Arbeitslosigkeit in Zeiten der Flaute oder der Depression; Aufnahmen von Arbeitslosenschlangen am Arbeitsamt.

00:01:47 Anders als bei der ersten Revolution, wo Maschinen Muskelkraft ersetzte, macht die Automation von heute den Menschen überall ersetzbar. Aufnahmen von Lochkartenrechner und erste Ansätze der Computerisierung.

00:02:25 "Schön und gut, aber wie wirkt sich so ein mechanisches Gehirn, blosse mechanische Arbeitskraft, auf die Allgemeinheit, unsere Arbeitsmöglichkeiten, unsere Lebensführung aus? Wird sich auch automatisch regeln? Oder müssen wir etwas dazu tun?" Aufnahmen von Gewerkschaftlern beim Verteilen von Flugblättern vor dem Tor einer Fabrik.

00:02:45 "Nun vor kurzem war Walter Reuther, der Präsident der UAW (United Automobile Workers), in Washington und vor den Mitgliedern eines Senatsauschusses wurden ihm diese selben Fragen gestellt. Hören wir einmal zu. Hier ist also Mister Reuther vor dem Senatsauschuss in Washington." Aufnahmen der öffentlichen Anhörung des Senatsausschusses (vermutlich).

00:03:02 Frage des Senators Langer (Senator William Langer, Republikaner, Nord-Dakota, Amtszeit 1941-1959): "Wie sieht nun diese Automatisierung aus der Nähe aus? Was geht tatsächlich vor sich, wenn eine Fabrik auf Automatisierung umgeschaltet wird?" Der Präsident der UAW erzählt von der Zeit, als er in der Autoindustrie angefangen hat (Februar 1927). Da brauchte man noch Menschen zur Fertigung der Ford-T. Alle Einzelnteile wurden von Menschen verfertigt. Er macht einen Witz, der Senator Länger würde noch heute eine Ford-T fahren, wenn er seine Wähler besucht (Lachen des Publikums). Demgegenüber ist die Fertigung eines V8-Motors (in einer neuen Fabrik von Ford in Cleveland (Ohio) seit 1951) komplett automatisiert und dauert genau 14,6 Minuten, während die Fertigungshallen leer sind. Aufnahmen zeigen Roboter zur Autoherstellung, ohne dass ein Mensch zu sehen ist.

00:06:07 Die Senatoren fragen nach der wirtschaftlichen Bedeutung der Automatisierung für die Autoindustrie. Anhand von Zahlen stellt Reuther das unproportionales Verhältnis zwischen Produktionserhöhung (um 50,5% zwischen 1947 und 1957) und Personalentwicklung (+0,5% in der gleichen Zeitspanne) dar. Dafür haben die "Drei Grossen" (Ford, Chrysler, General Motors) stark in Maschinen (Automatisierung) investiert und auf Arbeitsstellen gespart, was zur Erhöhung der Arbeitslosigkeit geführt hat. Aufnahmen von demonstrierenden Arbeitslosen vor einer Fabrik der General Motors.

00:08:02 Die Senatoren fragen dann, ob die Automobilegewerkschaft gegen die Automatisierung "Front" machen würde. Reuther argumentiert, dass die Gewerkschaften nie gegen die Erhöhung der Produktion und des Lebensstandard kämpfen würden. Sie sagen nicht Nein zum technischen Fortschritt, weil mehr Produktion ein Leben in "Hülle und Fülle" bringen würde. Nur, die Bedingung dazu wäre, dass auch die Kaufkraft der Arbeitenden parallel zur Produktivitätserhöhung zunimmt. "Maschinen kaufen keine Autos" lautet die deutsche Zusammenfassung.

00:09:22 Die Senatoren meinen, sie hätten oft gehört, dass die Gewerkschaft gegen die Automatisierung seien und fragen dem Gewerkschaftsleader nach einem Statement. Reuther erklärt, dass im Sinne der Broschüre der UAW zur Automatisierungsfrage die Gewerkschaft den technischen Fortschritt nicht aufhalten kann und daher es begrüssen sollte. "Wir haben immer gesagt: gibt uns die besten Maschinen der Welt. Denn man kann nur mehr haben, wenn man mehr fabriziert. Und man kann nur mehr fabrizieren, wenn man die richtigen Werkzeuge dafür hat." Wegen Wohlstandserhöhung bejaht die UAW die Automatisierung, wie auch die friedliche Benutzung der Atomenergie. Aufnahmen von Maschinen, einem Protokollant, der auf einen Fernschreiber (?) tippt, neben Reuther versorgt ihn sein Assistent (?) mit Dokumentation und Zahlen.

00:11:38 Argument der Senatoren: Wenn es keine Automatisierung geben würde, wären die Einkaufspreise der Erzeugnissen viel höher. Reuther: Ohne Automatisierung würde es keine Autoindustrie mit Massenkonsum geben. "Aber wieso machen überhaupt Fortschritte? Wir machen Fortschritte, weil wir Unternehmer haben, die ständig vorwärts drängen, um mehr Geld zu verdienen und damit die Dinge kaufen, die sie haben wollen. Wenn aber die Arbeiter höheren Löhne haben wollen, dann…" Hohe Löhne als Antriebskraft des technischen Fortschritts, weil Maschinen dann grosse Lohnersparnisse ermöglichen (Gegenbeispiel der Länder, wo "Kulilöhne" bezahlt werden und der technische Fortschritt viel langsamer vorgeht)

00:12:55 Offstimme: "Hier ist übrigens ein Punkt, in dem Reuther und Präsident Eisenhower übereinstimmen. Automation an sich ist weder gut noch schlecht, wie Dynamit oder ein scharfes Messer. Wenn man sie zum Wohl der Menschheit anwendet, dann sind sie gut. Aber man kann Missbrauch damit treiben, dann natürlich ist es übel. (...) Die UAW vertritt den Standpunkt, wenn Leute wegen Automation entlassen werden, so sollte man ihnen anderen Jobs geben. Wenn es keine gibt, so sollte man ihnen den Umzug zahlen (...). Wenn sie neu angelernt werden müssen oder Umschulung brauchen, sollen sie die nötigen Kurse erhalten. Und ausserdem eine wirtschaftliche Beihilfe, von der sie in der Übergangszeit leben können."

00:13:52 Senator Dirksen (vermutlich Senator Everett M. Dirksen, Republikaner, Illinois, Amtszeit 1951-1969) wendet ein, dass die Kosten für Abfindungen und Umzugsbeihilfen den Unternehmern viel zu hoch seien. Reuthers: diese Kosten seien nicht als Mehrkosten zu betrachten. Produktionsverlagerung hat nichts mit der Politik zu tun (Beispiel der Dezentralisierung der Chrysler-Werke, Standortverlagerung von Evansville (Indiana) nach Saint-Louis in Missouri), Rationalisierungsgründe (Absatzgebiet näher, Senkung der Transportkosten) bestimmend. Abfindungen und Umzugsbeihilfen bei Produktionsverlagerungen sollen aus den hergebrachten Mehrprofiten bezahlt werden. Es seien keine Mehrkosten. Aufnahmen eines Umzugs von Maschinen in einer Fabrik.

00:17:04 Offstimme: "Gewerkschaftler glauben, dass es möglich ist, Automation so zu planen, dass die ganze Nation davon profitiert, kein Arbeitnehmer dabei zu kurz kommt und doch keine Mehrkosten für Unternehmen entstehen. Aber ist das wirklich möglich?"

00:17:19 Frage des Senators Dirksen an Reuther zur Produktionsverlagerung der Werke aus Evansville nach Saint-Louis: "Wie kann eine Firma Abfindungssummen zahlen, ohne ihre Betriebskosten zu erhöhen?" Aufnahmen eines Automobilenwerks (in Evansville?). Ersparnisse bei der Beschäftigtenzahl decken Umzugskosten der Maschinen, von der Gewerkschaft geforderte Abfindungen und Übergangsgehälter für die Arbeiter. "Sie sehen also, es handelt sich keinesfalls um zuzügliche Betriebskosten. Im Gegenteil! Die Firma profitiert noch durch den Umzug."

00:18:30 Offstimme: "Nun, das bringt uns wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt, nämlich Automation. Das heisst Maschinen, die ohne menschliche Hilfe Auswählen treffen und handeln. Sie, meine Herrschaften, der Senatsausschuss, Walter Reuther und ich, haben eben an einer Diskussion teilgenommen. Warum? Weil es sich um eine Frage handelt, die uns alle eingeht. Wenn wir die Antwort finden und uns die Automation dienstbar machen, sind wir auf dem richtigen Wege zum Wohlstand, Frieden und wahrer Demokratie. Wenn Automation aber nur dazu dient, Arbeitslosigkeit ins Volk zu tragen, dann werden wir weder Wohlstand, noch Frieden oder Freiheit haben. Die Frage ist also: Was können wir tun? Sie, ich, Walter Reuther, der Senat der Vereinigten Staaten, damit Automation uns auch allen zum Segen bereicht." Aufnahmen von Laufbänden (Kolbenfertigung), Werkzeugmaschinen, ein Arbeiter drückt auf Knöpfen (push buttons), Pressen, Bohrer. Marschmusik (wie am Anfang).

00:19:20 Fragezeichen (graphische Darstellung). Abspann: "Dies war ein Kulturfilm der UAW Abteilung Für Erziehung und Staatsbürgerrecht. Dieser Film dient dem besseren Verständnis einer Frage, die für uns alle wichtig ist."

00:19:56 Filmende

ArchivbezugSMUV Gewerkschaft Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen, Fédération suisse des ouvriers sur métaux et horlogers (FOMH), Federazione svizzera degli operai metallurgici e degli orologiai
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