Datenbank Bild + Ton

mehr Suchoptionen…Hilfe

"Windscale - The nuclear laundry" (ausgestrahlt im Rahmen des Formats "First Tuesday Specials der Yorkshire Television Enterprises am 1. Nov. 1983; vom WWF Schweiz als "Windscale - Die nukleare Wäscherei" adaptiert vermutlich 1984)

SignaturF 9001-007
BestandF_9001 World Wide Fund For Nature (WWF) [FILM]
Bestandesbeschrieb

Tier- und Naturfilme gehören erfreuen sich über einem halben Jahrhundert dem ungebrochenen Zuspruch von Film- und Fernsehproduzenten wie auch der Fernsehzuschauer. In der Nachkriegszeit verschaffte Bernhard Grzimek dem Genre 1959 mit „Serengeti darf nicht sterben“ den Durchbruch. Der Film über Leben und Sterben im tansanischen Tierreservat gewann sogar einen Oscar. Seither befriedigen unzählige Filme unser Verlangen nach der Schönheit von Flora und Fauna in letzten verbliebenen Paradiesen. Die Faszination und Attraktion wilder Tiere machte sich der WWF bei der Gründung 1961 schon mit der Wahl seines Wappentiers zu Nutze: Der Panda eignet sich dank seiner Knuddligkeit, Exotik und dem Bedrohungsstatus vorzüglich als universell einsetzbares, positiv besetztes Logo. Das Medium Film setzte der WWF Schweiz ab Mitte der 1960er Jahre ein, vorerst um Spenden zu sammeln: 1966 beispielsweise zeigte der WWF eine Spezialvorstellung des Kassenschlagers „Born Free“ (auf deutsch: „Die Geschichte der Löwin Elsa“) und verband den Anlass mit einer Tombola. Als Hauptpreis stifte das Reiseunternehmen Kuoni eine Safari nach Ostafrika… In den Folgejahren baute der WWF eine kleine Filmothek auf. Er kaufte Kopien von Tier- und Naturfilmen und vertrieb sie ab 1975 in einem eignen Filmverleih, der die lokalen WWF-Sektionen bediente, vor allem aber in unzähligen Schulstuben landauf landab benutzt wurde und die Kampagnen zur Wiederansiedlung des Luchses, zum Schutz der einheimischen Fledermäuse oder zur Rettung der Tiger begleiteten. Meistens setzte der WWF auf Fremdproduktionen. Britische und kanadische Fernsehstationen lieferten qualitativ hochwertiges Material, das wenn nötig mittels Anpassung der Kommentarspur für hiesige Verhältnisse adaptiert werden konnte. Viele dieser Filme folgten dem gängigen Strickmuster des Genres: atemberaubende Landschaftsaufnahmen, verbunden mit den in Harmonie mit der Natur lebenden Wildtieren, die in ihrer Existenz bedroht sind. Ab 1975 konnte der WWF für ein knappes Jahrzehnt mit Hans A. Traber und dem Schweizer Fernsehen zusammenarbeiten. Der enthusiastische Natur- und Tierfilmer Traber gehörte damals zu den Stars vom Leutschenbach. Er bescherte dem WWF unter anderem Werke über Fledermäuse, Schleiereulen und den Schutz der Hecken, die nach ihren TV-Premieren vom WWF kräftig ausgewertet wurden. - Spätestens mit dem Aufstieg von Videos nahmen die WWF-internen Zweifel, ob sich ein eigener Filmverleih lohne, überhand. Der Verleih wurde ins Schweizerisches Schul- und Volkskino (SSVK) ausgelagert und dann ganz eingestellt. Die Zukunft gehörte den VHS-Kassetten. Der digitalisierte Filmbestand des WWF Schweiz umfasst 57 Filme aus drei Jahrzehnten. Den grössten Anteil stellt der didaktische Tierfilm, der eine Spezies (oder ein Naturreservat) porträtiert und dabei möglichst viel naturwissenschaftliches Wissen mit spektakulären Bilder verbindet. Eher schwach vertreten ist der anwaltschaftliche Film, der explizit Missstände anklagt und Verantwortlichkeiten benennt. Und filmisch fast inexistent sind leider die Tätigkeiten des WWF Schweiz im Zusammenhang mit Kampagnen.

Tier- und Naturfilme gehören erfreuen sich über einem halben Jahrhundert dem ungebrochenen Zuspruch von Film- und Fernsehproduzenten wie auch der Fernsehzuschauer. In der Nachkriegszeit verschaffte Bernhard Grzimek dem Genre 1959 mit „Serengeti… — mehr...

AbstractIm Film geht es um die atomare Wiederaufbereitungsanlage Windscale (heute Sellafield) an der nördlichen Ostküste Englands. Die Anlage ist zwischen den 1950er- und den 1980er-Jahren immer wieder von kleineren und grösseren Unfällen betroffen. Gezeigt wird auch, wie die Betreiberfirma atomare Abfälle über einen Kanal in die Irische See leitet, was dort zur Ablagerungen von Plutonium führt und weite Küstenabschnitte rund um die Irische See verseucht. Auch die radioaktive Staubbelastung liegt weit über den Grenzwerten. Resultat ist eine Krebsrate, vor allem unter Kindern und Jugendlichen, die weit über dem gängigen Durchschnitt Grossbritanniens liegt.
Urheber
  1. Yorkshire Television Enterprises
Copyright
Schlagwörter
  1. Energie
  2. Elektrizitäts- und Kernkraftindustrie
  3. Kernenergie
  4. Kerntechnologie
  5. Wiederaufbereitung des Brennstoffs
  1. Energie
  2. Elektrizitäts- und Kernkraftindustrie
  3. Kernenergie
  4. radioaktiver Stoff
  5. Plutonium
  1. Sicherheitspolitik
  2. Verteidigung
  3. Bewaffnung
  4. Massenvernichtungsmittel
  5. Kernwaffe
  1. soziale Fragen
  2. Gesundheit
  3. Krankheit
  4. Krebs
  1. Umwelt
  2. Umweltschädigung
  3. Schadensfaktor
  4. gefährlicher Stoff
  5. krebserzeugender Stoff
  1. Umwelt
  2. Umweltschädigung
  3. Umweltbelastung
  4. radioaktive Verseuchung
Geopolitik
  1. Europa
  2. Grossbritannien
  3. England
  4. Bootle
  1. Europa
  2. Grossbritannien
  3. England
  4. Cumberland
  1. Europa
  2. Grossbritannien
  3. England
  4. Ravenglass
  1. Europa
  2. Grossbritannien
  3. England
  4. Seascale
  1. Europa
  2. Grossbritannien
  3. Schottland
  1. Europa
  2. Irland
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1981-1990
  5. 1983
Personen
  1. Day, Philip
  1. Doran, John
  1. Eas, Bion
  1. Radford, Edward
  1. Scott, Richard
  1. Urquart, J.
Verleger
  1. Yorkshire Television Enterprises
weitere Beteiligte
  1. Huber, Léon (Sprecher)
Objektträger
  1. bewegtes Bild
  2. Film
  3. 16mm
  4. 16mm Azetat
Sprache
  1. deutsch
Detailinformation

00:00:08 „Windscale – Die nukleare Wäscherei“

00:00:14 See in hügeliger Landschaft; Haus mitten in der Natur in England; Touristen am Strand an der irischen See

00:00:36 zwei Personen messen mit einem Geigerzähler die Strahlung am Strand; Atomkraftwerk hinter dem Strand

00:01:14 Atomare Wiederaufbereitungsanlage Windscale; Geigerzähler zeigt hohe Strahlung an

00:02:30 Steuerzentrale in Windscale

00:03:19 John Doran, BNFL (?), spricht über die Gefahr der Anlage in Windscale

00:03:55 Reaktor in Windscale

00:04:04 ältere Aufnahmen von Windscale; die Anlage brannte 1957

00:04:24 „it is in the highest degree unlikely that any harm has been done to the health of anybod“; Pressecommuniqué der britischen Regierung

00:04:31 Foto der damals zehnjähirgen Schülerin Alix Bryson; 20 Jahre später erzählt sie, wie bei ihr Schilddrüsenkrebs diagnostiziert wurde

00:05:02 „National Radiological Protection Board“

00:05:27 Anlage Windscale; Auszug aus dem Sicherheitsprotokoll mit mehr als 300 Mängeln während der Betriebszeit

00:05:54 Foto von Johnathan Troughton; seine Frau spricht über die Erkrankung ihres Mannes (Knochenmarkkrebs)

00:06:52 Foto von Malcolm Pattison; starb an Leukämie

00:07:05 Liste mit Namen von Mitarbeitern aus Windscale, die mit Plutonium kontaminiert waren

00:07:38 Aufseher Stanley Higgins der 1973 durch radioaktives Gas verseucht wurde; Witwe von Stanley Higgins spricht über ihr Schicksal

00:08:20 Vorfall 1976; Leck in einem Abfallsilo

00:08:49 Bauer Tyson Dawson, der neben dem AKW seinen Hof hat und dessen Kühe sterben oder mit Missbildungen auf die Welt kommen

00:10:33 Kanal, über den Abfälle in die irische See gelangen

00:11:05 Schematische Darstellung, wie die Abfälle ins Meer gelangen

00:11:23 Karte der irischen See mit AKW Windscale und der Gegend, die verseucht wurde

00:11:38 John Doran BNFL spricht über die Verschmutzung und was sie tuen, um dagegen vorzugehen

00:12:12 an der Küste werden Proben genommen; Blick über das Meer

00:12:38 Prof. Edward Radford spricht über Grenzwerte und über Sicherheit

00:13:15 Küste bei Windscale

00:13:21 Peter Taylor spricht über die Gefahren, die missachtet wurden

00:14:03 Dr. Philip Day spricht über die Ablagerungen an der Küste; Leute spazieren der Küste entlang

00:14:55 Luftaufnahme der Gegend um Windscale

00:15:08 Dr. Day mit Helferin an der Küste bei Ravenglass beim Messen der Strahlung

00:15:41 Wiesenlandschaft, wo ebenfalls erhöhte Strahlung gemessen wird

00:16:07 Labor in der Universität von Manchester, wo die Schlammproben untersucht werden; Dr. Day gibt Auskunft über die hohe Strahlung

00:17:18 Dr. Day beim Kauf von frisch gefangenem Fisch, um diesen auf Strahlung zu untersuchen

00:18:06 Fische werden ausgenommen, um untersucht zu werden

00:18:12 Fischkutter auf See vor Windscale; Dr. Day am Strand und im Labor

00:19:06 Karte Grossbritanniens und Ausbreitung der Strahlung ausgehend von Windscale, die bis nach Irland und Schottland getragen wird

00:19:16 Ortschaft in Schottland; Dr. Richard Scott mit Geigerzähler in Nähe der Küste; er spricht über die gefährliche Zusammensetzung des radioaktiven Abfalls von Windscale

00:20:55 Karte Grossbritanniens, die den Weg der Verstrahlung im Meer zeigt

00:21:04 Schottische Forschergruppe in einem Labor; untersucht werden Patienten von den Hebriden

00:21:17 Dr. Bion Eas sagt, dass ebenfalls Windscale verantwortlich ist; Atomanlage von Windscale in einer Luftaufnahme

00:21:50 Prof. Radford zur Missachtung von Warnungen der Betreiber von Windscale

00:22:37 Frau mit Kindern spielt am Strand vor Atomanlage

00:22:51 Strand bei Cumberland; Standort der ersten Atombombenfabrik Englands

00:23:18 Luftüberwachungsgerät in Ravenglass misst Strahlung, die durch den Wind herangeweht wird

00:23:50 Dr. Day untersucht den Staub aus dem Haus der Familie Merlin in Ravenglass; Dr. Day spricht über die erschreckenden Resultate

00:24:37 Mr. und Mrs. Merlin sprechen über die besorgniserregenden Resultate

00:25:51 Prof. Radford spricht über die Verstrahlung des Hausstaubes

00:26:23 Karte der Küste bei Windscale mit der Verteilung des radioaktiven Staubes, der ins Landesinnere vordringt; Prof. Radford spricht darüber, wie Staub und Gischt in den menschlichen Körper gelangen und welche Gefahren das mit sich bringt

00:27:05 Dr. Terell sagt, die Krebsrate sei nicht höher als in andern Gegenden Grossbritanniens

00:27:35 Luftaufnahme der Umgebung um Windscale

00:27:49 Bootle (Ortschaft nahe Windscale); Foto von Elizabeth Fox, die mit siebzehn Jahren an Leukämie starb; andere Beispiele werden erwähnt

00:28:27 G. Graham, der seine Frau früh durch Krebs verloren hat

00:29:08 Karte der Gegend um Windscale Verteilung von Kindern, die an Krebs erkrankt sind

00:29:20 Das Dorf Seascale, gleich neben der Atomanlage; Karte mit eingezeichneten Punkten für jeden Krebsfall eines Jugendlichen (extreme Häufung von Leukämie)

00:29:56 Distriktarzt sagt, dass Langzeitstudien fehlen

00:30:13 J. Urquart sagt, die Menge an Fällen von Leukämie in Seascale sei absolut ungewöhnlich

00:30:51 John Doran sagt, die Krebsstatistik sei nicht unerwartet, aber diese sei doch noch hypothetischer Natur

00:31:23 Foto von Jeffrey Runton, der mit zwölf Jahren an Leukämie gestorben ist; sein Mutter spricht über die Erkrankung ihres Sohnes

00:32:29 J. Urquart sagt, die Statistik sei besorgniserregend, da sich das Problem verschärft

00:33:22 Distriktarzt zeigt sich auch besorgt, wenn auch die endgültigen Beweise noch fehlen würden

00:34:06 Kinder auf dem Schulweg in Seascale; Atomanlage im Hintergrund

00:34:41 Prof. Radford spricht über die Beunruhigung im Zusammenhang mit diesem Film

00:35:10 Peter Taylor sagt, dass radioaktive Abfälle nicht mehr ins Meer gespült werden dürfen

00:35:24 Familie Merlin spricht über Kinder, die am Strand spielen und die Bedrohung

00:36:11 „Verschieden Analysen in der Zeit von 1983 – Sommer 1984 erhärten den Verdacht: Die Krebshäufigkeit unter der Bevölkerung nahe der Wiederaufbereitungsanlage Windscale übersteigt den nationale Durchschnitt um das Zehnfache. August 1984: Anklage der britischen Staatsanwaltschaft gegen die Betreiber der Wiederaufbereitungsanlage Windscale. Anklagepunkt 1: Radioaktive Verseuchung der Irischen See. Anklagepunkt 2: Unkorrekte Aufzeichnung der radioaktiven Emissionsmenge.“

00:37:07 Schluss

Hinweise auf unvollständige oder fehlerhafte Objekt- und Bildinformationen nehmen wir gerne entgegen. Senden Sie uns mit folgendem Link via E-Mail ihre