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links: "Taubstummenanstalt Münchenbuchsee - in der Schreinerwerkstatt, 1914" - Jungen in Werkstatt; rechts: "Taubstummenanstalt Münchenbuchsee - Anstaltsfamilie (auf der Wiese)" - Heimangehörige; wahrscheinlich um 1915

SignaturF 5153-Fx-02-055
BestandF_5153 Sonos
Bestandesbeschrieb

Der Schweizerische Hörbehindertenverband Sonos wurde 1911 von Eugen Sutermeister als «Schweizerischer Fürsorgeverein für Taubstumme» gegründet. Ein Jahr später wurde der Verein Träger der 1907 ebenfalls von Sutermeister gegründeten «Schweizerischen Taubstummenzeitung». 1933 schloss sich der Verein mit der «Schweizerischen Vereinigung für Bildung taubstummer und schwerhöriger Kinder» zum «Schweizerischen Verband für Taubstummenhilfe» zusammen. Im Jahr 1954 übernahm der Verband die Trägerschaft der Berufsfachschule für Lernende mit Hör- und Kommunikationsbehinderung (BSFH) in Zürich-Oerlikon. In den Jahren 1960 und 1978 folgten weitere Umbenennungen des Verbandes zu «Schweizerischer Verband für Taubstummen- und Gehörlosenhilfe» bzw. «Schweizerischer Verband für das Gehörlosenwesen», bis im Jahr 2002 der Namenswechsel zu «Sonos» stattfand – dannzumal allerdings noch mit dem Namenszusatz «Schweizerischer Verband für Gehörlosen- und Hörgeschädigten-Organisationen». Im November 2017 übernahm Sonos die Plattform «hearZONE», eine Firma von Menschen mit einer Hörbehinderung, die seit 2013 Sensibilisierungskampagnen und Öffentlichkeitsarbeit im Interesse von Menschen mit einer Hörbehinderung leistet. Mit der Übernahme folgten wichtige Änderungen im Dachverband und seit dem Beschluss der ausserordentlichen Delegiertenversammlung im Januar 2018 heisst der Verband «Sonos – Schweizerischer Hörbehindertenverband». Der Bildbestand von Sonos ist grösstenteils Eugen Sutermeister zu verdanken, welcher bei den meisten Aufnahmen selbst hinter der Kamera stand. Sutermeister wurde am 16. November 1862 in Küsnacht am Zürichsee geboren. Mit vier Jahren erkrankte er an einer schweren Hirnhautentzündung, deretwegen er sein Gehör verlor. Auf Wunsch seines Vaters absolvierte Sutermeister eine Lehre als Graveur mit anschliessender Gesellenzeit an verschiedenen Orten. Die Unzufriedenheit mit seinem Beruf stürzte Sutermeister in eine Krise. Seine Eltern schickten ihn daraufhin in verschiedene Gehörlosenanstalten und -heime. Bei einem Kuraufenthalt in Bad Boll lernte Sutermeister seine spätere Ehefrau Susanna Bieri kennen. 1894 kehrte Eugen Sutermeister in die Schweiz nach Bern zurück, wo er eine Stelle als Gehilfe in einer Buchhandlung antrat. Zwei Jahre später, im Oktober 1896, heirateten Susanna Bieri und Eugen Sutermeister. Kurze Zeit arbeitete er bei der Eidgenössischen Landestopographie als Kupferstecher. Aus gesundheitlichen Gründen musste er die Anstellung wieder aufgeben und wagte danach den Schritt in die Selbstständigkeit. Er eröffnete in Aarau einen kleinen Verlag, in dem er zunächst mehrere Zeitschriften für Hörende herausgab. Schliesslich erschien mit «Lieder eines Taubstummen» seine erste eigene Publikation, auf welche noch zwei weitere Liederbändchen folgten. Ausserdem wirkte Sutermeister ab 1903 als kantonaler Taubstummenprediger von Bern. Der Bildbestand umfasst u.a. rund 460 Glasdias, von denen etwa ein Drittel auch als Papierabzüge vorhanden ist. Einen Grossteil des Bestandes machen sechs Fotoalben aus, welche von Sutermeister persönlich angelegt wurden und mehrheitlich Abzüge der Glasdias beinhalten. Ein Fotoalbum mit dem Titel «Die Schweizerischen Taubstummen-Anstalten und -Heime in Wort und Bild» erstellte Sutermeister für die Landesausstellung 1914. Das Album wurde an der Landesausstellung für die BesucherInnen zur Ansicht ausgelegt und zeigte Aufnahmen von damaligen Gehörlosenanstalten und -heimen in der Schweiz sowie von Gottesdiensten und Kongressen der Gehörlosen. Die weiteren fünf Alben entstanden zu einem späteren Zeitpunkt. Sutermeister porträtierte in ihnen detailliert das Gehörlosenwesen von der Jahrhundertwende bis in die 1920er Jahre im In- und Ausland. Neben den Gehörloseninstitutionen und deren BewohnerInnen sind oftmals die zahlreichen «Taubstummenbünde und -vereine» während ihrer Aktivitäten oder die unterschiedlichen Berufsbilder von Gehörlosen abgebildet. Einige der Aufnahmen finden sich auch im 1929 erschienenen Lebenswerk von Sutermeister, dem «Quellenbuch zur Geschichte des Schweizerischen Taubstummenwesens», wieder. Ausserdem sind einige private Aufnahmen von Eugen und Susanna Sutermeister vorhanden, welche das Paar beispielsweise daheim mit Gästen oder in den Wanderferien zeigen. Neben diesen Fotos aus der Vor- und Frühzeit des Verbandes sind noch Aufnahmen aus den 1980er und 1990er Jahren vorhanden, die vermutlich für die Öffentlichkeitsarbeit verwendet wurden. Sie zeigen verschiedene Alltagssituationen von Gehörlosen, beispielsweise einen Arztbesuch oder ein Bewerbungsgespräch. Ausserdem sind rund 40 Objekte aus der Frühzeit der Verbandstätigkeit vorhanden, wobei es sich grösstenteils um Karten, Foto- oder Lauttafeln handelt.

Der Schweizerische Hörbehindertenverband Sonos wurde 1911 von Eugen Sutermeister als «Schweizerischer Fürsorgeverein für Taubstumme» gegründet. Ein Jahr später wurde der Verein Träger der 1907 ebenfalls von Sutermeister gegründeten «Schweizerischen… — mehr...

Serientitel
  1. Fotoalbum Nr. 2 "Bilder aus der Taubstummenwelt Schweiz & Ausland - angelegt von Eugen Sutermeister - angefangen mit 1913"
Urheber
  1. Sutermeister, Eugen
Copyright
Schlagwörter
  1. Bildung (allgemein)
  2. Unterrichtswesen (allgemein)
  3. allgemeinbildender Unterricht
  4. Sondererziehung
  1. soziale Fragen
  2. sozialer Schutz
  3. Sozialhilfe
  4. Sozialeinrichtung
  1. soziale Fragen
  2. sozialer Schutz
  3. Sozialpolitik
  4. Behinderte/r
  5. Körperbehinderte/r
  6. Hörbehinderte/r
  1. Wirtschaft
  2. Industrie
  3. Holzindustrie
  4. Schreinerei
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
  3. Bern, Kanton
  4. Münchenbuchsee
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1901-1950
  4. 1911-1920
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1901-1950
  4. 1911-1920
  5. 1914
Objektträger
  1. stehendes Bild
  2. Fotografie
  3. Positiv
  4. Papierabzug
Sprache
  1. deutsch
ArchivbezugAr621
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