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Interview mit Albertina Secchi (durchgeführt von: Johannes Husmann, Rhäzuns, ca. 1986)


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 1900-CC-0003
BestandF_1900 Kleinakzessionen Audio
Bestandesbeschrieb

Einzel- und Kleinablieferungen Ton/Audio

AbstractAlbertina Secchi spricht im Interview über ihre Erfahrungen im Spanischen Bürgerkrieg, über die Wohnverhältnisse der Arbeiterschaft in Chur vor dem Zweiten Weltkrieg, ihre Mutterschaft (ihr Sohn war der Plakatsammler Bruno Margadant) und über ihr Leben als linke Frau in konservativem Umfeld. Albertina Secchi wurde 1930 erstmals verhaftet und später über Jahre fichiert. Erhalten ist nur der erste von zwei Teilen des Interviews.
Urheber
  1. Husmann, Johannes
Copyright
Schlagwörter
  1. politischer Rahmen
  2. politische Partei (allgemein)
  3. politische Partei (speziell)
  4. SPS
  1. Sicherheitspolitik
  2. internationales Gleichgewicht
  3. internationaler Konflikt
  4. Krieg
  5. Bürgerkrieg
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
  3. Graubünden
  4. Chur
  1. Europa
  2. Spanien
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1901-1950
  4. 1921-1930
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1901-1950
  4. 1931-1940
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1901-1950
  4. 1941-1950
Personen
  1. Attenhofer, Adolf (1879-1950)
  1. Margadant, Bruno (1929-2013)
  1. Secchi, Albertina (1906-1992)
Objektträger
  1. Tonaufnahme
  2. Magnetband
  3. Kompaktkassette
Sprache
  1. schweizerdeutsch
Detailinformation
Seite A

00:00:00 Beruf ihres Vaters: Sanitätswesen Giesserei Chur (ab 1906-ca. 1910); SP-Mitglied; war ein „Aufwiegler“

00:03:00 Landesstreik 1918, eine Gruppe Giesser nahm teil; als Folge davon wurde ihr Vater entlassen; danach (?) angestellt bei Seifenfabrik Raetia tagsüber, nachts Nachtwächter

00:06:00 Mutter machte Näharbeiten und war Spetterin (Putzkraft); sie war Württembergerin; nach der Anstellung bei der Seifenfabrik war er in einem Milchgeschäft (Milchführer beim Konsum)

00:09:00 Ostschweizerischer Milchproduzentenverband als nächster Arbeitgeber; danach städtischer Schulabwart (es mussten Männer sein, die Töchter hatten, um Arbeiten zu helfen!); sie besuchte die Sekundarschule

00:12:00 Das dritte Sekundarschule durfte sie nie nicht mehr machen, sie musste helfen arbeiten; sie lernte einen Lehrer kennen, der auch in der Partei war, und der eine sozialistische Jugendschule gründen wollte

00:15:00 das war ca. 1921; fkt. 2 Jahre lang gut, dann Zwist zwischen Mutter und ihr; sie schreibt den Freudinnen junger Mädchen nach Lugano und verreist ins Tessin

00:18:00 im Tessin findet sie Stelle bei einer Familie in Mendrisio; sie bleibt dort ein Jahr, arbeitet und lernt italienisch

00:21:00 dann schreibt sie nach Paris den Freundinnen junger Mädchen; das findet man aber zu gefährlich, sie wird in Genf platziert (?), Monatslohn 45 Fr.

00:24:00 danach will sie eine Lehre machen beim Konsum in Chur; dort bleibt sie, bis sie heiratet mit 22 Jahren den Gärtner Mathis Margadant; das Paar zieht nach Zürich (*); sie engagiert sich bei der Roten Hilfe, was ihr sehr zusagt, weil es einen karitativen Charakter hat

00:27:00 sie engagiert sich für Flüchtlinge aus Hitler-Deutschland; dann Scheidung; Rückkehr nach Chur; Mann war begeisterter Bergsteiger

00:30:00 Sie kehrt mit dem Sohn (Bruno Margadant) zurück nach Chur; sie wohnt wieder bei ihrer Familie, ihr Vater verbietet ihr aber, sich politisch zu betätigen (weil er eine städtische Stelle hatte); war bei dabei bei den Arbeiterradfahrern und den Naturfreunden und auch lebenslang Parteimitglied

00:33:00 Sozialdemokratie hat sich zu etwas für Sonntagsspaziergänger entwickelt

00:36:00 ledig hiess sie Richener (Kt. Bern); später heiratete sie einen Mann namens Secchi (Engadiner, verstorben)

00:39:00 Sozialdemokratie in Graubünden wenig spektakulär, ausser 1. Mai, Errungenschaft 48-Std.-Woche

00:42:00 Wahrnehmung von ausländischen Ereignissen: kaum

00:45:00 Flüchtlinge aus Hitler-Deutschland: sehr wohl Unterscheidung zwischen Komm. und Sozialdemokraten; ein Jahr nach ihrer Rückkehr nach Chur ging sie nach Spanien (Barcelona), um im Verwundetendienst zu arbeiten (ca. 13 Monate lang, 1937-1938)

00:48:00 Bruno blieb in Chur und kam unter die Fuchtel von Grosseltern und Schwester von Albertina Secchi

00:51:00 nach Rückkehr in Chur hatte sie keine Konsequenzen zu tragen (wie viele männliche Rückkehrer); sie merkt aber immer noch, dass ihr die Vergangenheit und ihre politische Gesinnung nach wie vor vorgehalten werden

01:00:00 SP-Hochburg im Lokal „Grütlibund“ (heute: Pub), Volkshaus: Treffpunkt der Intellektuellen, dort war auch das Lokal der Naturfreunde

01:03:00 „Bündnerische Hochschule“ von Prof. Attenhofer (eine Art informelle Volkshochschule), sie nahm auch teil in den 1930er Jahren; Prof. Attenhofer nahm teil an der Räterepublik

01:06:00 Hanni Giovanelli (Publikation über Prof. Attenhofer); Unterschied SP GR – SP ZH: „De Bündner isch nit revolutionär, de Bündner isch zuluege und zulose.“

01:09:00 sie brachte nach ihrer Rückkehr nach Chur auch ein paar Emigranten in Chur unter

01:12:00 sie arbeitete in der Abteilung Feinmechanik (Fa. Dosch)

01:15:00 Wohnverhältnisse ihrer Eltern

01:18:00 Wohnverhältnisse anderer Arbeiter (Wohnquartier „uf em Sand“, heute in der Gegend Meiersboden)

01:21:00 von Parteiseite gab es keinen Einsatz für das „Lumpenproletariat“ in den Elendsquartieren

01:24:00 Presse: „Der freie Rätier“ (Freisinn), „Bündner Zeitung“, „Bündner Tagblatt“ (für die Oberländer), „Bündner Volkswacht“ (SP)

01:27:00 keine Erinnerung an Conrad Conzett (19. Jh.); einmal war sie an einem Vortrag von Leonard Ragaz

01:33:28 Ende

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