Datenbank Bild + Ton

mehr Suchoptionen…Hilfe

Interview mit Ruth Jäggi vom 19.05.2015 (Anja Suter), Teil 2/2; (weitere Unterlagen sind vorhanden: Inhaltsverzeichnis des Interviews [PDF] und Fotos der Interviewten - kontakt@sozialarchiv.ch) Das gesamte Interview ist im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs abrufbar.


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 1021-208B_preview
BestandF_1021 Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen erzählen - UNIA Oral History Projekt [TON]
Bestandesbeschrieb

Die Gewerkschaft UNIA hat 2013 das Projekt "Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen erzählen" lanciert. Serie 1 (entstanden 2013) umfasst 16 Interviews, Serie 2 (entstanden 2015) umfasst 8 Interviews, Serie 3 (entstanden 2016/2017) umfasst 17 Interviews. Die ausführlichen Gespräche geben Auskunft über Herkunft, politische Sozialisierung und die praktische Gewerkschaftsarbeit. Ebenfalls diesem Bestand zugeordnet sind 6 Interviews, die Rita Schiavi 1982 und 1983 mit wichtigen Gewerkschaftsexponenten geführt hat, und das Interview, das Fredi Lerch 2011-2012 quasi als Pilot mit Roland Roost geführt hat. - Online sind aus vertraglichen Gründen nur kurze Ausschnitte zugänglich. Die Interviews können aber im Lesesaal des Schweizerischen Sozialarchivs konsultiert werden. Für publizistische Zwecke (Ausstrahlung - auch nur von Teilen des Gesprächs - in elektronischen Medien, Verbreitung von Tonträgern, Publikation von Transkriptionen etc.) ist die Einwilligung der interviewten Person einzuholen. Übersicht über die interviewten Personen: Serie 1 (16 Interviews): Yolanda Cadalbert, Henri Chanson, Heinz Dreyer, Rita Gassmann, Fernando Gianferrari; Marijan Gruden, Peter Küng, Dario Marioli, Peter Nabolz, Josiane Pasquier, Fritz Reimann, Roland Roost, Pierre Schmid , Vincenzo Sisto, Gilbert Tschumi , Max Zuberbühler. Serie 2 (9 Interviews): Christiane Brunner, Bruno Cannellotto, François Favre, Ruth Jäggi Ernst Jordi, Raffaelle Maffei, Martin Meyer, Hans Schäppi, Claude Vaucher. Serie 3 (17 Interviews): Renzo Ambrosetti, Peter Baumann, Manuel Beja, Franz Cahannes, Antonio de Bastiani, Daniel Heizmann, Francine Humbert-Droz, Bernd Körner, Fabienne Kühn, Beda Moor, Alfiero Nicolini, Vasco Pedrina, Andreas Rieger, Jacques Robert, Rita Schiavi, Fabio Tarchini, Vreny Vogt. Interviews von Rita Schiavi aus den 1980er Jahren (7 Interviews): Eduard Blank, Männi Gloor, Elsi Hasler, Walter Kobi, Elsi Hasler, Traugott Hasslauer, Ewald Käser. Interview von Fredi Lerch, 2011-2012 (1 Interview): Roland Roost.

Die Gewerkschaft UNIA hat 2013 das Projekt "Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen erzählen" lanciert. Serie 1 (entstanden 2013) umfasst 16 Interviews, Serie 2 (entstanden 2015) umfasst 8 Interviews, Serie 3 (entstanden 2016/2017) umfasst 17… — mehr...

Serientitel
  1. Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen erzählen - UNIA Oral History Projekt
Urheber
  1. Gewerkschaft UNIA
Copyright
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
Personen
  1. Jäggi, Ruth (1959-
Objektträger
  1. Tonaufnahme
  2. digitale Tonaufnahme
  3. MP3
Sprache
  1. schweizerdeutsch
Detailinformation

00:00:25
Worum ging es in den Gewerkschaftskursen für Frauen?
Wie hast Du diese erlebt?
 Ziele und Inhalte der Frauenschulungs-Kurse
 Erfahrungen in/mit den Kursen
 Frauenpolitische Forderungen
 Einbringen und Vertreten von Frauenanliegen in Gewerkschaft
 Frauenförderung in Gewerkschaft
 Sinn und Wirkung der Kurse

00:04:08
Gab es Dinge, die Du in der gewerkschaftsinternen Ausbildung vermisst hast?
Streik als Arbeitskampf
 Betriebsnähe / Betriebsferne Kurse und Kursleitung
 Ziele der Vertrauensleutekurse
 Streik als «Katastrophen-Wort»
 Reden über Streikerfahrung in Vertrauensleuten-Kursen
 Streik und Gewerkschaftsbewegung
 Tradierung Gipser-Streik innerhalb der Gewerkschaft

00:09:07
Kampf um Gesamtarbeitsvertrag in der Porzellanfabrik
 eigene Rolle in diesem Kampf als Sektionspräsidentin
 Lohnverhandlungen stets gegen Ende Jahr
 Kampf um GAV: Einzelarbeitsverträge statt GAV
 anfänglich zögerliche Reaktion der Gewerkschaft
 Organisation des Arbeitskampfes
 Wichtigkeit der Unterstützung von aussen
 Streikvorbereitung und -androhung
1993/94

00:16:01
Was brauchte es, um die Leute
 gewerkschaftliche Arbeit im Betrieb
1993/94
Seite 2 von 5
im Betrieb für den Kampf zu gewinnen?
 Arbeit der Vertrauensleute
 Organisation des Kampfes
 Rolle der Medien
 Reaktionen seitens der Angestellten und Kaderleute

00:19:49
Streik und Streikdrohungen als Mittel im Arbeitskampf
 eigene Einschätzung von Streik /Streikerfahrung
 Unterschied: FunktionärInnen versus kämpfende ArbeiterInnen
 Auftrieb nach Arbeitskampf
 Frauen in Arbeitskämpfen
 Anstrengungen eines Arbeitskampfes
 Versprechen der Arbeitgeberseite

00:25:40
Hat sich im Anschluss an diesen Arbeitskampf das Verhältnis zur ArbeitgeberInnen-Seite verändert?
 zeitweilige Veränderungen im Verhältnis zur ArbeitgeberInnen-Seite
 Auslagerung der Weissbetriebe
 ArbeitgeberInnen gegen Gewerkschaft in der Porzellanfabrik
 als Vertreterin der Gewerkschaft in der Fabrik

00:27:52
Weitere Arbeitskämpfe in der Porzellanfabrik
 Streik nach Auslagerungen und Arbeitsplatzabbau
 Kampf um Sozialpläne
 Vorwürfe seitens der KollegInnen im Betrieb an Gewerkschaft(erInnen), Umgang damit
 Demonstration gegen Auslagerungen
 Solidarität innerhalb und von ausserhalb des Betriebes
 Organisation der MitarbeiterInnen
 Erinnerung an Ausweglosigkeit
1996/97

00:33:25
Wie beurteilst Du diesen Arbeitskampf aus heutiger Sicht?
 «untergehender Industriezweig»

00:34:45
Zusammenarbeit mit KollegInnen in der Gewerkschaft?
 «hochtrabende Träume» gewisser FunktionärInnen
 Zusammenarbeit mit KollegInnen
 Frauenkonferenzen

00:38:04
Kampf um Lohngleichheit
 Akzeptanz der Forderung versus...
 ...Leistungsdruck auf Frauen: Beweis, dass Frauen mindestens die gleiche Arbeit leisten wie Männer
 Tests seitens der Arbeitgeber
 Lohngleichheit nicht für alle Arbeiterinnen

00:43:50
Gehörst Du zu einer bestimmten Generation von GewerkschafterInnen?
 bestimmte Generation von Frauenrechtlerinnen
 Einschätzung heutiger junger Frauen (brav)
 Unverständnis seitens Frauen von heute gegenüber Frauenforderungen
Seite 3 von 5
und -kämpfen

00:46:26
Gehst Du heute noch an Demonstrationen?
 Rückzug aus gewerkschaftlichen/politischen Aktivitäten
 Zermürbung durch Arbeitskämpfe und Schuldzuweisungen
 Beenden der gewerkschaftlichen Aktivitäten
Ende 1990er-Jahre

00:49:10
Zweiter Kampf um den GAV
 Vorgehen der ArbeitgeberInnen
 Ende der Gewerkschaftskarriere
 Rückblickende Einschätzung der Zeit der Arbeitskämpfe

00:52:23
Inwiefern hat Deine Arbeit als Gewerkschafterin auch Dein Privatleben beeinflusst?
 Einfluss auf eigene Persönlichkeit (Auftreten etc.)
 Einschätzung der eigenen Arbeit

00:54:20
Gab es einen roten Faden, einen Leitsatz, den Du in Deiner Arbeit als Gewerkschafterin verfolgt hast?
 Wert der Arbeit; Gleichwertigkeit jeder Arbeit
 Von der Schwierigkeit, diesen Grundsatz salonfähig zu machen
 Politisierung durch Gewerkschaftsarbeit

00:57:50
Was war Dir in Deiner Rolle als Betriebskommissionspräsidentin besonders wichtig?
 «Kontakt zu den Leuten»
 Stimmung/Auskommen untereinander
 Zusammenarbeit mit Vorstand
 Arbeit als BK-Präsidentin
 Kontakte zu MitarbeiterInnen via Besuche und Kantine

00:59:46
Welche Eigenschaften braucht Deiner Ansicht nach eine BK-Präsidentin?
 Schweigen können
 Vertrauen gewinnen
 eigene Qualifikationen (Selbsteinschätzung): «Ungebunden», Schweizer Pass, Vernetzung

01:03:04
Gehören Gewerkschaftsfunk-tionärInnen zur gesellschaftlichen Elite?
 Abgrenzung FunktionärInnen vs. «Büezer»
 Reden von FunktionärInnen
 Prominenz der Funktionäre als Vorteil
 Hierarchien innerhalb der Sektionen

01:05:47
Umbruch und Krisenerfahrungen
Was war Deiner Meinung nach zu Deiner Zeit als Gewerkschafterin die grösste Herausforderung für die Gewerkschaftsbewegung?
 Bauarbeiter-Streik (Baregg-Tunnel, November 2002)
 Generationenwechsel bei Sekretären Anfang 1990er-Jahre (weg vom «Königen»-Status)
 Bauarbeiter-Streik
2002
1990er-Jahre
Seite 4 von 5

01:10:00
Krisenzeit in den 1990er-Jahren:
Hast Du bestimmte Lehren aus dieser Zeit gezogen?
 Shareholder Value
 Profitdruck der Aktionäre
 Schwindendes Bewusstsein und Stolz der ArbeiterInnen/ Selbstverständnis als ArbeiterInnen
1990er-Jahre

01:14:00
Einfluss der Neuen Linken (68er-Bewegung) auf die Gewerkschaftsbewegung?
 Frauen in den Gewerkschaften
 Diskussionen um «Friedensabkommen» zwischen SMUV und GBI
 Unterschied zwischen Betreib und Baustelle für Gewerkschaftsarbeit
 Eigene Haltung zum «Friedensabkommen»

01:18:25
Wie würdest Du die Haltung Deiner Gewerkschaft gegenüber den Frauen beurteilen?
 Minderheit der Frauen in GBH/GBI
 Unterschiedlicher Umgang mit Frauenanliegen und -forderungen in GBH/GBI
 «Sie waren froh um Frauen, die was machen»
 Selbsteinschätzung des eigenen Auftritts/ der eigenen Forderungen («zu brav»)

01:21:12
Spielten die Frauen eine besondere Rolle in der Gewerkschaftsbewegung?
 Teilzeitarbeit
 Vereinbarkeit von Familien und Berufsarbeit
 Umgang miteinander innerhalb der Gewerkschaft
 Diskussionslust geweckt

01:23:10
Frauenstreik Juni 1991
 Lange Diskussionen in der Porzellanfabrik
 Eigene Aktivitäten um den/ am Frauenstreik
1991

01:26:22
Streikerfahrung in der Porzellanfabrik
 Glücks-Erlebnis: «Wenn Du am Morgen durch die Bude gehst und die Maschinen nicht laufen»

01:26:55
Wie beurteilst Du die Haltung Deiner Gewerkschaft gegenüber Migrantinnen und Migranten?
 MigrantInnen in der Gewerkschaft
 Rolle der MigrantInnen in der Gewerkschaft
 Anpassungsdruck damals versus heute
 migrantische Arbeiterinnen in der Gewerkschaft

01:32:30
Worin siehst Du die wichtigste Aufgabe der Gewerkschaften heute?
 Kerngeschäft der Gewerkschaft: gute Arbeitsverträge und -bedingungen

01:33:53
Worin misst sich der Erfolg einer Gewerkschaft?
 Solide Verträge (auch in Krisenzeiten)
 Situation heute: Vertragskündigungen

01:35:24
Funktionswandel der Gewerkschaft
 Sicht von aussen: lauter und wahrnehmbarer geworden
 Schweigen über Gewerkschaftsmitgliedschaft

01:37:40
Denkst Du eine Gewerkschaft in den Grenzen des Nationalstaates
 Schwierigkeiten bei der internationaler Zusammenarbeit
 Versuch der Kontaktaufnahme mit tschechischer Gewerkschaft
Seite 5 von 5
ist noch zeitgemäss?
 Einschätzung zu Schwierigkeit bei internationaler Zusammenarbeit

01:39:30
Gewerkschaftsfusionen
 Gründung GBI (Fusion GTCP und GBH)
 Fusion zur Unia

01:43:51
Hast Du noch Kontakt zu ehemaligen KollegInnen aus Gewerkschaft und/oder Betrieb?
 Zeit nach dem Ablegen der gewerkschaftlichen Ämter
 Rückblick auf Zusammenarbeit mit (ehemaligen) Kolleginnen: Gemeinsamer Kampf versus schnelles «Auseinandergehen» danach
 Rückzug aus gewerkschaftlichen/politischen Aktivitäten
 Ende der Gewerkschaft in der Porzellanfabrik

01:47:27
Wieso glaubst Du ist die Gewerkschaft Ende der 1990er-Jahre im Betrieb zusammengebrochen?
Was würdest Du heutigen GewerkschafterInnen raten?
 Unterhöhlen des Organisationsgrades seitens der ArbeitgeberInnen: zwei Gruppen von Angestellten (2 Verträge)
 Unsicherheit um Arbeitsplätze, Rivalität
 Erschöpfung nach den vielen Arbeitskämpfen
 Fragen nach „Nutzen“ der Gewerkschaft (seitens Angestellter)
 GAV als Argument für gewerkschaftliche Organisation
 Rat an heutige GewerkschafterInnen: Reden mit den Leuten
 politische Einschätzung: Klassenkampf nach wie vor

Hinweise auf unvollständige oder fehlerhafte Objekt- und Bildinformationen nehmen wir gerne entgegen. Senden Sie uns mit folgendem Link via E-Mail ihre