00:00:25
Wo und wie bist Du aufgewachsen?
Schilderung der Geburt am 27. September 1947
Vater: aufgewachsen in Thun mit 12 Geschwistern
Grossvater väterlicherseits: Maler, Gewerkschafter, Sozialist
Zwangspensionierung des Grossvaters
Tod mehrerer Geschwister des Vaters (Spanische Grippe)
Jugendzeit des Vaters; oft auf Bauernhöfen am Aushelfen
Vater: Gewerkschaft und Familie
Diverse Gelegenheitsjobs des Vaters zu Krisenzeit; später Stelle bei Metallwerk bei Selve (Thun) «durch Vitamin B»
Mutter: aufgewachsen Nähe Solothurn
Vater der Mutter in Papierindustrie tätig, Gewerkschafter (christlich)
Mutter von Martin Meyer «ausgesprochen intelligent», besuchte Sekundarschule
Wunsch der Mutter, das Lehrerinnenseminar zu besuchen wurde nicht berücksichtigt
Lehre als Schneiderin
später Arbeit im Haushalt des Bernischen Justiz- und Kirchendirektor, wo sie seinen Vater kennenlernte
M. Meyers Kindheit: Selbstbezeichnung als «Träumer»
Angeschlagene Gesundheit der Mutter
mit 4-Jährig: Schwerer Verkehrsunfall des Vaters
1930er-/40er-Jahre
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grosser Wille des Vaters wieder gesund zu werden
Lohnausfall mehrere Monate
Mutter wieder Erwerbstätig trotz schlechtem gesundheitlichen Zustand
Hilfe von Otto Flückiger (SMUV) für Familie
00:10:20
Ihr Vater war folglich SMUV-Mitglied?
Vaters Engagement für die Gewerkschaft (SMUV)
kurze Mitgliedschaft in Betriebskommission
Vaters Dankbarkeit gegenüber Werkmeister (der ihn einstellte) führte zu Loyalitätskonflikt
Erinnerung an 1.Mai-Demonstrationen mit Vater
Gespräche zuhause über Arbeit in Fabrik
00:12:18
Wie ging es weiter nach dem Unfall Deines Vaters?
Erinnerung an «Einschneidendes Erlebnis» während Vater im Spital:
Tuscheln der anderen Leute, als er mit Grossvater («dem roten Ruedi») im Gasthof sitzt
Vater nach ca. 2 Jahren Arbeit als Pressführer wieder aufgenommen
Einzug in «zusammengebautes Einfamilienhäuschen» im Dürrenast
00:14:30
Gab es noch weitere für Dich prägende Erfahrungen in Deiner Kindheit?
Kurze Zeit bei den Pfadfindern
begeisterter Fussballspieler
Interesse an Politik
Vietnamkrieg
Beitritt zum Jugendparlaments Berner Oberland (SP-Fraktion)
mediale Aufmerksamkeit für Vorstösse des Jungparlamentariers
00:18:10
Wie kam es zu Deiner frühen Politisierung?
Kriege
Waffenexport der Schweiz
Diskussionen mit Vater
Informationen über Medien: Radio Beromünster; Die Zeit
Figuren: Herbert Wehner; Willy Brandt
Fraktion in Jugendparlament: «Vereinigung junger Sozialdemokraten»
Vietnamdemonstrationen
Schweizerhof-Demonstration
Genossen: Aschi [Ernst] Leuenberger, Peter Vollmer
Politische Selbsteinschätzung: «Ich war ein Linker, aber im Gegensatz zu gewissen Studenten von damals habe ich nicht die Arbeiterschaft verherrlicht [...]»
«Ich habe das immer realistisch gesehen» im Gegensatz zu den erwähnten Studenten
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00:23:10
Wie war Dein Verhältnis zur Neuen Linken / 68er-Bewegung?
Teilnahme an Demonstrationen
Vereinigung Junger Sozialdemokraten (VJS)
Rolle Erst Leuenbergers
Keller in der Berner Altstadt als Politlokal
Meyer als Präsident der kantonalen VJS (Nachfolge Ernst Leuenberger)
Mitglied als Jugendvertreter in GL der SP
Beitritt zur SP mit 15 Jahren: Wahl zum Vorstandsmitglied der Sektion Dürrenast als jüngstes Mitglied
Kritik des jungen M. Meyer an Ernst Wüthrich – und Reaktionen darauf
Fritz Reimann
SP-Politiker von damals
«gemeinsam mit der Frauenvertreterin war ich der einzige, der weder einen Schulsack noch ein wichtiges Amt inne hatte»
Kontakte zu Helmut Hubacher
Otto Stich
Arthur Schmid
Kontakte und Genossen auch in der Marxist League
Abgrenzung zu revolutionären Einschätzungen / Perspektiven
Umgang in Politik «ein gewisser Anstand ist mir sehr wichtig»
Revolte in der VJS Bern: Revolutionäre gegen eher «behäbigere» VJS-Mitglieder
1960er-Jahre
1966
00:30:28
Bildungsweg und Bildungserfahrung
Schulzeit
(versus Fussball und Politik)
Entscheidung in vierter Klasse: Primar- oder Sekundarschule
Berufswahl
Studienwunsch
Vorbild: Jugendfreund Peter Beutler
Zehntes Schuljahr
prägende Lehrjahre bei den Licht- und Wasserwerken der Stadt Thun
00:37:18
Weiterbildungen nach Lehrzeit
Gewerkschaftsschule (Schweizerische Arbeiterschule)
Kurse der Bildungszentrale
Als Auditor an Veranstaltungen der Uni Bern
Lesen
Weg zum Studium «nicht mehr geschafft»
00:39:18
Wo lagen Deine Interessen in
Damals: Soziale Fragen
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jungen Jahren bezüglich Weiterbildung – und wo liegen sie heute?
Gesetze und Sozialversicherungen
Betriebswirtschaftliche Fragen
«Europa-Fragen»
Vorträge von Max Weber an Uni Bern
Frage des EU-Beitritts der Schweiz (damals versus heute)
Heute: Zurechtkommen in der Computerwelt; Anschluss nicht verlieren
00:41:55
Arbeiterschule
Stellensuche nach Lehre
Anstellung beim STB (Schweizerischer Typographenbund, STB)
Wille nach gewerkschaftlicher Weiterbildung
Kurse/Gewerkschaftsschule im Rotschuo
«gewerkschaftliches Handwerk» gelernt
Dozenten: Max Weber, Ernst Wüthrich, Ezio Canonica
Ezio Canonica als beeindruckender, junger Gewerkschafter
Ernst Beiner
Anfrage VHTL
1968
00:47:24
Was ist der Stellenwert der Gewerkschaft in Deinem Leben?
Rückblick: Interessante Zeit
Vielfalt des VHTL («Stolperstein»)
Engagement in Gewerkschaft und/versus Familienengagement
Engagement von damals versus heute
Verständnis der Ehefrau
00:49:35
Weshalb bist Du Gewerkschafter geworden?
«Zu-Kurz-Kommen der Kleinen»
Steuerpolitik
00:50:36
Inwiefern spielte Deine Familie und Deine Erfahrungen aus der Kindheit eine Rolle?
SMUV positiv erlebt
1.Mai-Demonstrationen
»Roter Grossvater«
00:51:20
Wann bist Du Gewerkschafter geworden – und wie kam es dazu?
Schweizerischer Typographenbund, STB
Weigerung, dem KV beizutreten
Erst Beiner: Rekrutierung zum VHTL
Anfänge beim VHTL
Schule im Rotschuo
00:54:39
Weshalb glaubst Du, hat sich Ernst Beiner für Dich als VHTL-Gewerkschafter interessiert?
Kaufmännische Ausbildung
«Chemie stimmte» trotz unterschiedlicher politischer Positionen
00:55:34
Was hat Deiner Meinung nach den VHTL von anderen
«Vielfalt» des VHTL: Breite bezüglich unterschiedlicher Berufsfelder
Verschiedenheit der Mitglieder (von Lebensmittelarbeiterin zu
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Gewerkschaften unterschieden?
Pharmaassistentin): «das waren andere Welten»
Faszination für diese Vielfalt
00:57:27
Wie war es gewerkschaftspolitisch im VHTL?
Zwei Richtungen: SMUV versus GBI
VHTL «dazwischen»
Einschätzung Peter Küng versus Einschätzung Martin Meyer
Haltung des VHTL zum Friedensabkommen
zur Haltung/Politik der GBI
zum Begriff «Sozialpartnerschaft» – versus «Vertragspartnerschaft»
Vasco Pedrina
01:01:15
Etappen der Gewerkschaftslaufbahn seit Jugendzeit
Als Angestellter bei der VHTL: «von Pike auf gelernt»
Kontakte mit Einzüger
Mitlaufen bei Verhandlungen
Beförderung zum Sekretär-Adjunkten
Arbeit als Sekretär-Adjunkt
Beförderung zum Sekretär
Arbeit als Sekretär: Betreuung von ca. 15 Gruppen
direkter Kontakt zu Vertrauensleuten und Mitglieder
Als Sekretär-Adjunkt unter den Sekretären – unterschiedliche politische Auffassungen; Generationenfragen
Zentralsekretäre, die «von aussen kamen», «hatten Background nicht für das Ganze»
Anfrage zum Zentralsekretär (abgesagt)
Geschäftsleitung VHTL Bern
Ende 1960er
1971
Anfang 1980er-Jahre
01:13:50
Hast Du Dir bereits früher einmal überlegt, eine Gewerkschaftskarriere zu beschreiten?
Diverse Ämter inne gehabt: Arbeitsgericht, Engere Steuerkommission, Wirtschaftskommission Stadt und Kanton Bern
Karriere beim VHTL stand nicht im Fokus
Rücktritt Peter Küng
Nachfolge Küng: Wunsch M. Meyer: «dass jemand von aussen kommt»
interner Konflikt beim VHTL
Konflikt zwischen VHTL und GBI
01:18:49
Gingst Du mit einem Anliegen zum VHTL die Gewerkschaft zu verändern oder weiterzuentwickeln?
Büros des VHTL: Schalter mit Glas («wie bei Bank»)
Grosse Jubilaren-Feiern verändern
Strukturen verändern
Vertragspolitik
Analyse zum Mitgliederverlust und Betriebsschliessungen (v.a.
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Lebensmittel, Genussmittel)
01:22:12
Wie war Dein Verhältnis zur Arbeitgeberseite während Deiner langen Zeit als Gewerkschafter?
«Akzeptables, gutes Verhältnis»
gegen Feindbild
Bezug zum Verhandlungsleiter herstellen
Veränderung: «Am Anfang waren das Patrons am Verhandlungstisch»; «bis dann die Manager kamen»
nicht mehr das selbe Interesse der Manager
Ein praktisches Beispiel: Wander 1980er-Jahre
«Sanierungs-Widmer» bei Wander
01:27:38
Wie war die Zusammenarbeit mit der Politik?
Guter Zugang/Kontakte zur Politik/ zu PolitikerInnen
«Nicht überbewertet»
Beispiel: Schliessung Wander Bern
Ende 1980er
01:30:31
Wie war die Zusammenarbeit mit der SP?
Anfangs SP als «Fortschrittliche» (im Gegensatz zu Gewerkschaften)
Diskussionen: Gesetz oder Vertrag
Heute gelte Gewerkschaft als Fortschrittlicher als SP
Selbstpositionierung M. Meyer: «dazwischen» (Unia und SP)
«Tonlage» der Unia heute