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Radio Bachtelkrähe: Sendung vom 02.06.1980


Objekt nur auf Anfrage verfügbar
SignaturF 1006-001
BestandF_1006 Politische Piratenradios [TON]
Bestandesbeschrieb

Mischa Brutschin hat 2010 die 8teilige DVD-Dokumentation "Allein machen sie dich ein - die Zürcher Häuserbewegung 1979 bis 1994" veröffentlicht. Im Zuge seiner umfangreichen Recherchen konnte er Aufnahmen von ehemaligen Radiopiraten-Sendern auswerten, die nun teilweise als Tonspur der bewegten Bilder zu sehen sind. Nach Abschluss seiner Arbeit konnte das Sozialarchiv die 56 Sendungen umfassende Dokumentation von Brutschin übernehmen. Sie enthält Sendungen der folgenden Piratenstationen: Radio Isesaagi, Radio Banana, Wellenhexen, Schwarzi Chatz und Radio Bachtelkrähe. Nach 1977 setzte eine merkliche Politisierung der Piratensender ein; Radiomachen galt damals als eine der wenigen Möglichkeiten der Frauen- und der Jugendbewegung, sich Gehör zu verschaffen oder zeitnah auf Ereignisse zu reagieren. Die „Wellenhexen“ liessen Lesben zu Wort kommen und thematisierten schon früh die Rolle der Frau im Machobusiness Rockmusik. „Radio Schwarzi Chatz“ glänzte mit aufwendig gemachten Sendungen zur Zürcher Wehrschau 1979 oder zum aufkommenden Trend der Selbstverwaltung im Gastgewerbe. „Radio Banana“ begleitete die Zürcher Jugendbewegung, berichtete aus Sicht der Betroffenen über Krawalle und Polizeieinsätze und sorgte mit Beiträgen wie jenem über das berüchtigte Globus-Go-In (eine Art kollektiver Ladendiebstahl) für die spärlich gesäten humoristischen Lichtblicke jener Zeit. Die politischen Piratensender bereichern die Archivbestände und Dokumentationen des Sozialarchivs zur Jugend- und Frauenbewegung des bewegten Jahrzehnts von 1975 bis 1985. Die schwierig zu dokumentierende Quellengattung erweitert das vorhandene Schriftgut und Videomaterial um wertvolle akustische Eindrücke.

Mischa Brutschin hat 2010 die 8teilige DVD-Dokumentation "Allein machen sie dich ein - die Zürcher Häuserbewegung 1979 bis 1994" veröffentlicht. Im Zuge seiner umfangreichen Recherchen konnte er Aufnahmen von ehemaligen Radiopiraten-Sendern… — mehr...

AbstractDiese Sendung widmet sich im ersten Teil zwei gängigen Themen von Piratenradios (Kampf gegen Monopolstellung der PTT, Unterstützung der Demonstrationen für ein Autonomes Jugendzentrum in Zürich). Der zweite Teil wird von bekifften Radiomachern gestaltet und hört sich auch dementsprechend an, was allerdings dann kommentiert wird. Am Schluss ist ein Interview mit einem holländischen Radiopiraten zu hören.
Copyright
Schlagwörter
  1. Medien und Kommunikation
  2. Kommunikation
  3. Kommunikationsmittel
  4. Massenmedium
  5. Radio
  1. Medien und Kommunikation
  2. Kommunikation
  3. Kommunikationspolitik
  4. Kommunikationskontrolle
  5. Informationsmonopol
  1. Medien und Kommunikation
  2. Kommunikation
  3. Kommunikationssystem
  4. Post
  5. PTT
  1. politischer Rahmen
  2. politisches Leben (allgemein)
  3. politische Bewegung
  4. Jugendbewegung
Geopolitik
  1. Europa
  2. Schweiz
Periode
  1. Neuzeit
  2. 20. Jh.
  3. 1951-2000
  4. 1971-1980
  5. 1980
Objektträger
  1. Tonaufnahme
  2. digitale Tonaufnahme
Sprache
  1. schweizerdeutsch
Detailinformation

00:00:23 Anmoderation

00:02:09 „Der Rundfunk wäre der denkbar grossartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heisst, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen. Also den Zuhörer nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern in Beziehung zu setzen. Der Rundfunkt müsste demnach aus dem Lieferantentum hinausgehen und den Hörer als Lieferanten organisieren.“ (Zitat von Bertolt Brecht); man will beweisen, dass Radio von Zuhörern gemacht werden kann

00:03:51 „Euises eine Ziel isch, als Alternativmedium Kontäkt und Infos wiiterzleite im Zürioberland. Will euisi Träffs und Spünte nüd eso binenand sind, wie i de grössere Schtedt (…)“; auch andere Ziele des Radio werden genannt (u.a. Minderheiten aller Art zu Wort kommen zu lassen)

00:05:20 Aufruf an die Zuhörer, selber Sendungen zu machen und auf Kassetten aufzunehmen und einzusenden

00:07:14 „Will mier sändet und wänn au anderi sändet, schtellet mier zämme d’Monopol vo de PTT in Frag und das nit ohni Risiko (…)“, Problematik der Frequenzvergabepolitik der PTT wird erläutert und kritisiert

00:13:51 Bericht von den Demonstrationen für ein Jugendzentrum in Zürich (Opernhauskrawall); z.T. aufschlussreiche Interviews mit Passanten

00:19:10 „Guet, ich liese z’erscht emal s’Pressecommunique vo de Aktionsgruppe Roti Fabrik vor (…)“, bezüglich der Opernhaus-Demonstration

00:20:43 neue Anmoderation Radio Bachtelkrähe (mit vielen Sound-Effekten)

00:26:29 „Sie hänt jetzt miterläbt, wie sich en Gruppe jungi Lüüt, sogenannt (?), wie sie sich nennet, im Lauf vomenen Abig e so sinnlos mit Haschisch hänt volläufe la, beziehigswiis mit Schwiizer Gras, dass es fascht nümme drin liit en Sändig z’mache.“, weiteres wirres Gerede und verschiedene Sound-Effekte; anscheinend eine Sendung, die von Hörern gemacht wurde, als Anregung, was man im Radio machen kann

00:30:13 Ende der ‚Haschisch-Sendung‘

00:30:29 Bericht eines holländischen Sprechers über Piratensender in Holland; „Wie nier viillicht wüsset, werdet mier vo de PTT schtändig apeilet, sie went nämli euise Schtandort vo euisem Sänder uusfindig mache. Mier hänt de holländisch Radiopirat gfröget, obs bi ihne au so seg.“

00:33:22 Schluss

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